Kraft durch Kräuter und Bachblüten

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

14.07.2018

täglichen News > Newsletterarchiv > 2018 > Juli > 09.07.18-15.07.18


BEIFUSS


Der Beifuß wächst an vielen Wegrändern und Geröllplätzen und wird meistens gar nicht als wertvolle Heilpflanze wahrgenommen, obwohl er sich bis zu 2 m emporreckt. Seine dunkle Blattfarbe und unauffälligen Blüten führen zu dieser allgemeinen Ignoranz. Wenn man diese wärmeverbreitende Heilpflanze jedoch erstmal kennengelernt hat, möchte man sie nicht mehr missen. In früheren Jahrhunderten galt der Beifuß als Mutter aller Kräuter. Er wurde gegen zahlreiche Frauenbeschwerden und Verdauungsprobleme eingesetzt und sollte außerdem auf magische Weise stärken und schützen.
Der Beifuß oder Gemeine Beifuß, auch Gewürzbeifuß oder Gewöhnlicher Beifuß genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Artemisia in der Familie der Korbblütler. Die Pollen des Beifußes sind ein häufiger und bekannter Auslöser allergischer Reaktionen.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Appetitlosigkeit
Heilwirkung: antibakteriell, antimykotisch, appetitanregend, beruhigend, durchblutungsfördernd, galletreibend, krampflösend, menstruationsfördernd, stärkend, verdauungsfördernd, wehenfördernd
Anwendungsbereiche: Blähungen, Blasenentzündung, Chronische Eierstockentzündung, Durchblutungsstörungen, Durchfall (chronisch), Frauenheilkunde,  Gallenschwäche, Gebärmutterkrämpfe, Geburt, Hämorrhoiden, Kalte Füße, Kalte Hände, Menstruationsbeschwerden, Mundgeruch, Muskelkater, Müde Beine, Nervenanspannung, Neuralgien, Periodenschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit, Unruhe, Verdauungsschwäche,  Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Artemisia vulgaris
Pflanzenfamilie: Korbblütler = Asteraceae
englischer Name: Mugwort
volkstümlicher Name: Beinweichkraut, Besenkraut, Bibiskraut, Buckell, Dianakraut, Fliegenkraut, Jungfernkraut, Gänsekraut, Gemeiner Beifuß, Gewürzbeifuß, Gürtelkraut, Johannisgürtelkraut, Jungfernkraut, Machtwurz, Mugwurz, Sonnwendgürtel, Sonnenwendkraut, Stabkraut, Thorwurz, Weiberkraut, Werzwisch, Wilder Wermut, Wisch
Verwendete Pflanzenteile: das ganze Kraut, Wurzel
Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Bitterstoffe, z.B. Sesquiterpenlactone, Flavonolglykoside, Inulin, Vitamine, äther. Öl mit: Cineol, Kampfer, Thujon
Sammelzeit: Kraut: Juli / September, Wurzel: Spätherbst

Anwendung
Die Erntezeit reicht von Juli bis Oktober. Solange die Blütenkörbchen noch geschlossen sind, schneidet man die oberen Triebspitzen ab. Sobald sich diese öffnen, werden die Blätter bitter und eignen sich nicht mehr zum Würzen. Die Erntezeit für die Wurzel ist der Spätherbst. Beifuß gehört zu den traditionellen Grutbierkräutern und wird als Gewürzpflanze zu fetten, schweren Fleischgerichten benutzt. Die enthaltenen Bitterstoffe regen die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und unterstützen so die Verdauung. Durch Wasserdampfdestillation wird aus den getrockneten Pflanzen Parfümöl (Essence d’Armoise) gewonnen. Beifuß wird auch phytotherapeutisch eingesetzt. Einige Inhaltsstoffe (beispielsweise Thujon) sind giftig und machen längere Anwendungen oder hohe Gaben bedenklich. Wegen der Giftigkeit seiner ätherischen Öle wird vor der Verwendung des Beifuß in der Aromatherapie gewarnt. Die Droge nennt man Artemisiae herba oder Herba Artemisiae, es sind die getrockneten, während der Blütezeit gesammelten Stängelspitzen mit den Blütenkörbchen. In der traditionellen chinesischen Medizin findet er Verwendung in der Moxa-Therapie.
Obwohl das Beifußkraut ein breites Anwendungsspektrum hat, sind seine Heilwirkungen fast in Vergessenheit geraten. Wie der Name schon andeutet, wirkt er lindernd bei Beinen und Füßen, die von langen Wanderungen müde sind und weh tun. Dazu kann man ein Öl mit dem Beifußkraut ansetzen, mit dem man bei Bedarf Füße und Beine einreibt. Solch ein Öl kann auch bei Rheumatismus lindernd wirken. Siehe Kräuter-Öl... Da er entspannend auf das Nervensystem wirkt, kann man ihn auch bei Nervosität und Schlafstörungen einsetzen, z.B. als Tee vor dem Schlafengehen oder indem man Blüten und Blätter in ein Kissen einnäht und mit ins Bett nimmt. Zusammen mit Baldrianblüten und Lavendel hat solch ein Kissen einen beruhigenden Wohlgeruch.
Frauenbeschwerden
In der Frauenheilkunde wirkt Beifußtee vor allem durch seine erhitzenden und anregenden Eigenschaften. Er wirkt menstruationsfördend bei schwacher Periode (Achtung! In der Frühschwangerschaft nicht verwenden, da er Fehlgeburten auslösen kann). Da er auch entkrampfend wirkt, hilft er auch gut bei schmerzhafter Periode. Mit seinen wärmebildenden Eigenschaften wirkt er gut bei Unterleibs- und Blasenkatarrhen, chronischen Eierstocksentzündungen und Ausfluss. Um ihn hier zur vollen Wirkung zu bringen, lässt er sich am besten als warmes Fußbad einsetzen. Als wäre das alles noch nicht genug, wirkt er außerdem anregend auf die Verdauung, d.h. er fördert die Bildung von Verdauungssäften. Im Gegensatz zu anderen verdauungsfördernden Kräutern hilft er nicht nur Magen und Darm, sondern er unterstützt auch die Bauchspeicheldrüse bei ihrer Arbeit. Daher kann er bei leichter Bauchspeicheldrüsenfunktionsschwäche eingesetzt werden.

Achtung! Den Beifuß darf man nicht überdosieren und nicht bei Fieber und Frühschwangerschaft einsetzen. Bei manchen Menschen kann der Beifuß allergische Reaktionen oder Asthmaanfälle auslösen. Besonders sensible Menschen empfinden den Beifuß als sehr intensiv und können ihn nur selten und in kleinsten Mengen anwenden.

Beifußtee
Der Beifuß wird als normaler Aufguss zubereitet und nur kurz ziehen gelassen. Dazu übergießt man einen TL Beifußblätter mit ¼l kochendem Wasser. Diesen Tee lässt man etwa 2-3 Minuten ziehen. Dann seiht man ihn ab. Den fertigen Tee trinkt man in kleinen Schlucken, am besten ungesüßt. Vom Beifußtee trinkt man je nach Bedarf 1 bis 3 Tassen täglich. Da der Beifuß eine stark wirkende Heilpflanze ist, sollte man ihn nicht zu lange regelmäßig trinken. Nach maximal 6 Wochen Dauergebrauch sollte man mindestens eine 3 wöchige Pause einlegen.
Beifuß in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM)
Beifußblätter werden in der chinesischen Medizin zur Moxibustion verwendet.  Dazu werden Beifußblätter zu kleinen Kegeln gerollt. Diese Beifußkegel werden angezündet, sodass sie glimmen und sich erhitzen. Die glimmenden Moxakegel werden auf die Haut an bestimmte Akupunkturpunkte gelegt. Dort erzeugen sie Hitze und wirken auf die Akupunkturpunkte ein. Bevor es auf der haut zu heiß wird, werden die Moxakegel wieder entfernt. Sicherheitsheitshalber werden von einigen Behandlern Scheiben aus Ingwer oder Knoblauch unter die Moxakegel gelegt, damit es nicht zu Verbrennungen kommt. Bei einer relativ modernen japanischen Form der Moxabehandlung werden die Moxakegel auf spezielle Akupunkturnadeln gesteckt. Mit diesen erhitzten Akupunkturnadeln wird die Wirkung der Akupunkturbehandlung intensiviert.
Beifuß in der Küche
Die Blätter des Beifußes sind ein hilfreiches Gewürz bei fetten Mahlzeiten aller Art. Der sanft bittere Geschmack des Beifußes fördert den Appetit und die Verdauungsvorgänge. Die Magensäfte fließen reichlich genug und der Gallensaft zur Fettverdauung wird ausgeschüttet. So können fette und schwere Speisen optimal verdaut werden. Insbesondere bei Gänsebraten ist der Beifuß sehr beliebt und wird traditionell gerne verwendet. Aber der Beifuß passt auch sehr gut zu Suppen, beispielsweise Gemüsesuppe, Bohnensuppe oder Kartoffelsuppe. Auch deftige Gerichte mit Fleisch, Fisch, Käse oder Pilzen profitieren vom Beifuß, sei es direkt als Gewürz bei Fleisch oder in Form einer begleitenden Soße, die mit Beifuß gewürzt wurde.

Magische Anwendung
Der germanische Gott Thor besaß einen Gürtel aus Beifuß, genannt Megingjardr, der seine Kräfte verstärken sollte. Auch sterbliche Menschen sollten durch Beifußgürtel gestärkt werden. Solch ein Gürtel muss zur Sommersonnenwende (21.6.) geflochten werden, um seine volle Kraft entfalten zu können. Häufig wurde solch ein Sonnenwendgürtel am Schluss des Sonnenwendfestes im Feuer verbrannt. Dadurch sollte alles Schlechte verbrannt werden. Die Wurzel des Beifußes wurde als Amulett getragen, um die Kraft zu verstärken. An Maria Himmelfahrt wurden in Süddeutschland die Ställe mit Beifuß geräuchert, um das Vieh gesund zu erhalten. Schon seit dem Altertum wird der Beifuß auch gegen müde Füße und Beine verwendet, vor allem bei langen Wanderungen. Dazu bindet man sich den Beifuß ans Bein oder legt ihn in die Schuhe. Diese Wirkung ist es auch, die dem Beifuß seinen deutschen Namen verliehen hat. Ein mit Beifuß gefülltes Kissen soll zu Wahrträumen verhelfen. Selbst bei Astralreisen soll Beifuß Unterstützung bieten. Als Räuchermittel soll Beifuß bei Weissagungen helfen. Mit Beifußtee wurden Kristallkugeln und andere magische Gerätschaften gereinigt. In Form von Tee, Räucherungen oder aufgehängten Sträußen galt der Beifuß in vielen Gegenden der Welt als Schutzmittel gegen Krankheiten, wilde Tiere oder schädliche magische Einflüsse. Im chinesischen I-Ging werden Beifußstängel verwendet, um das aktuelle Hexagramm für das jeweilige Orakel zu ermitteln.

Geschichtliches
Der Beifuß wird schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze eingesetzt. Früher galt er als besonders wirksame Heilpflanze und wurde zeitweise sogar als Mutter aller Heilpflanzen betrachtet. Im alten Ägypten war der Beifuß der Isis geweiht und wurde als Ritualpflanze bei Umzügen verwendet. In Persien wurde er um 400 v. Chr. von der Königin Artemisia verwendet. Diese Königin ist eine von zwei möglichen Namengeberinnen des Beifußes. Auch die Göttin Artemis kommt als Namensgeberin des Beifußes in Frage. Der Beifuß war ihr geweiht. Im Altertum, insbesondere in Griechenland wurde der Beifuß vor allem zur Unterstützung bei Geburten verwendet, weil er wehenfördernd wirkt und die Geburt erleichtert. Die Römer nannten den Beifuß Diana. Er war der Götting Diana geweiht und wurde wie bei den Griechen zur Geburtsförderung verwendet. Der Beifuß wird in der Antike von vielen Kräuterkundigen als Frauenheilmittel empfohlen, beispielsweise von Dioskurides, Galen, Hippokrates und Plinius. Auch im Mittelalter war der Beifuß eine äußerst beliebte Frauenheilpflanze. Er wurde unter anderem von Hildegard von Bingen, Paracelsus, Tabernaemontanus, Culpeper und Leonhart Fuchs empfohlen.
Leonhart Fuchs schreibt in seinem Buch "Kreutterbuch" über den Beyfuß:
"Diese Kreuter gesotten seind seer dienstlich den weiberen zu dampff oder schweyßbädern, dann sie bzingen inen ihre krankheyt, treiben aus das bürdlin und die todten frucht. Sie eröffnen auch die verschlossene muter, brechen und zermalen den stein, und bzingen wider den verstandenen harn."
Die mittelalterlichen Kräuterkundigen verwendeten den Beifuß nicht nur als Frauenpflanze, sondern auch gegen Epilepsie. Im Rahmen der Christianisierung wurde der Beifuß in den Kräuterstrauß aufgenommen, der Maria geweiht war und zu Maria Himmelfahrt gesegnet wird. Heutzutage führt der Beifuß ein Schattendasein als Unkraut. In der offiziellen Phytotherapie wird er nicht verwendet, weil sein bitterer Bruder, der Wermut, stärkere Wirkungen hat. Doch ist es gerade die milde Bitterwirkung, die den Beifuß zu einer wertvollen Heilpflanze macht.

Pflanzenbeschreibung
Die ausdauernde krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von 60 Zentimeter bis zu 2 Meter. Die meist aufrechten Stängel sind höchstens spärlich behaart. Die fiederteiligen Laubblätter sind derb, meist 2,5 bis 5 (selten bis zu 10) Zentimeter lang und 2 bis 3 Zentimeter breit. Die Blattoberseite ist grün, die Unterseite weißfilzig. In endständigen, rispigen Blütenständen stehen viele körbchenförmige Teilblütenstände zusammen. Die unscheinbaren, weißlich-grauen, gelblichen oder rotbraunen Blütenkörbchen weisen eine Höhe von 2,5 bis 3,8 Millimeter und einen Durchmesser von 2 bis 3 Millimeter auf. Die Blütenkörbchen enthalten nur fertile, radiärsymmetrische Röhrenblüten, außen sieben bis zehn weibliche und innen (selten fünf bis) acht bis 20 zwittrige. Die eiförmigen Hüllblätter sind filzig behaart. Die gelblichen bis rötlich-braunen Röhrenblüten sind 1 bis 3 Millimeter lang. Die glatten, dunkelbraunen bis schwarzen, ellipsoiden Achänen sind 0,5 bis 1 Millimeter lang und 0,1 bis 0,3 Millimeter breit. Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis September. Die
Fruchtreife beginnt ab September.
Der Beifuß ist in Europa, Asien und Nordamerika heimisch. Er gedeiht auf kargen Böden und wächst häufig an Wegrändern, Bahndämmen, Böschungen und anderen verwilderten Stellen. Der Beifuß ist eine mehrjährige Pflanze, die meistens von Jahr zu Jahr größer wird. Er wird bis zu 2m hoch und hat einen harten Stängel mit vielen Seitenausläufern. Der Stängel ist meistens braun bis rötlich. Seine doppelt gefiederten Blätter sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite weißlich und filzig. Die unauffälligen Blüten sind klein und grau-gelb. Überhaupt ist die ganze Pflanze trotz ihrer Größe sehr unauffällig. Dabei war das Beifußkraut früher eine der wichtigsten und heiligsten Heilpflanzen. Der Beifuß ähnelt auch seinem Bruder, dem Wermut, ist aber lange nicht so bitter.
Andere Beifußarten
Der einjährige Beifuß aus China, ein naher Verwandter des europäischen Beifußes, hilft selbst in schweren Fällen gegen Malaria. Die Beifußambrosie ist eine entfernte Verwandte des Beifußes. Sie ist ein gefürchteter Allergieauslöser. Beifußambrosie kann sogar die generelle Neigung zu Allergien aktivieren.

Sammeltipps
Das blühende Beifußkraut wird zwischen Juli und September eine gute Handbreit über dem Boden abgeschnitten. Die Beifußpflanze kann man anschließend kopfüber an einer trockenen, geschützten Stelle zum Trocknen aufhängen. Nach dem Trocknen entfernt man die Blätter, Blüten und dünnen Stängel vom Hauptstamm und bewahrt sie kühl und trocken auf. Im Herbst kann man auch die Wurzel des Beifußes ernten. Man trocknet die kleingeschnittene Wurzel an einem warmen, luftigen Platz oder im Backofen bei unter 50°C.

Anbautipps
Der Beifuß ist sehr anspruchslos. Er kommt auch mit steinigen und trockenen Böden relativ gut klar. In vielen Gärten siedelt er sich von selber an, wenn ihm die dortigen Bedingungen zusagen. Da der Beifuß als Unkraut gilt, findet man kaum Beifußpflanzen im Handel. Man kann jedoch kleine Beifußpflanzen in der Natur ausgraben und im eigenen Garten anpflanzen. Dabei sollte man jedoch beachten, ob der Besitzer des Grundstücks, dem man den Beifuß entnimmt, damit einverstanden ist. Man kann auch Stecklinge vom Beifuß machen oder Teile der Wurzel ausgraben und im Garten einpflanzen. Falls man Samen erhält, kann man diese im Frühling oder Herbst ansäen.



EISENKRAUT

Das Eisenkraut war früher eine der wichtigsten Heilpflanzen, es wurde sogar zur rituellen Reinigung der Tempel verwendet. Heute wird hauptsächlich sein südamerikanischer Bruder Verbena angeboten und die europäische Pflanze ist fast in Vergessenheit geraten. Die Heilwirkung können wir jedoch eher vom europäischen Eisenkraut erwarten, wohingegen die südamerikanische Verbena stärker zitronig schmeckt und daher als Haustee besser geeignet ist.
Das Echte Eisenkraut, auch Taubenkraut, Katzenblutkraut, Sagenkraut oder Wunschkraut genannt, ist eine  Pflanzenart, die zur  Gattung der Verbenen gehört. Es ist eine traditionelle  Heilpflanze.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Husten, Verdauungsschwäche
Heilwirkung:
adstringierend, anregend, antibakteriell, blutreinigend, entzündungshemmend, harntreibend,
krampflösend, schmerzstillend, schweißtreibend, tonisierend
Anwendungsbereiche:
Atemwege: Bronchitis,  Keuchhusten, Katarrhe der oberen Luftwege, Halsschmerzen, Mandelentzündung, Fieber, Verdauungssystem: Sodbrennen, Gallenschwäche, Leberschwäche, Stoffwechsel: Milzerkrankungen, Rheuma,  Gicht, Blut verdünnend, Blutarmut, Schwächezustände, Ödeme, Harnorgane: Blasensteine, Nierensteine, Frauenheilkunde: Menstruationsfördernd,  Menstruationszyklus regelnd, Milch bildend, Wechseljahresbeschwerden, Nervensystem: Nervenschwäche, Nervosität, Migräne, Augenentzündungen, Haut: Wunden, Schlecht heilende Wunden, Furunkel, Ekzeme, Geschwüre, Schnittwunden, Leichte Brandwunden, Blaue Flecken
wissenschaftlicher Name:
Verbena officinalis
Pflanzenfamilie:
Eisenkrautgewächse = Verbenaceae
englischer Name:
 Verbena, Vervian
volkstümliche Namen:
Verbena, Druidenkraut, Eisenhart, Heiligkraut, Hahnenkopf, Katzenblut, Junotränen, Merkurblut, Richardskraut, Sagenkraut, Stahlkraut, Taubenkraut, Venusader, Wundkraut
Verwendete Pflanzenteile:
Das blühende Kraut
Inhaltsstoffe:
Ätherisches Öl, Glykoside, Verbenalin, Verbenin, ein Alkaloid, Aucubin, Bitterstoffe, Alpha-Sitosterol, Gerbstoff, Gerbsäure, Kieselsäure, Schleim
Sammelzeit:
Juli / August

Anwendung
Heutzutage wird das Eisenkraut kaum noch als Heilkraut eingesetzt, obwohl es immer noch eine wertvolle Heilpflanze ist. Die Schulmedizin lehnt die Anwendung des Eisenkrautes ab, weil die Wirkungen nicht bewiesen sind. Die Volksheilkunde verwendet das Eisenkraut jedoch gerne an. In erster Linie wird es als Wundkraut benutzt, aber auch für vielfältige innerliche Zwecke wird es angewendet. Das Eisenkraut kann man innerlich als Tee oder als Tinktur anwenden. Das Echte Eisenkraut wird als Grundlage für kosmetische Produkte, als  Tee und als alkoholisches Getränk angeboten. Vom Namen her wird es oft mit der ebenfalls zur  Familie der Eisenkräuter zählenden Zitronenverbene verwechselt, die häufig unter den irreführenden Bezeichnungen „Eisenkraut duftend" oder „Wohlriechendes Eisenkraut" in den Handel kommt. Eine Unterscheidung ist durch Geruch und Geschmack möglich. Während die Zitronenverbene intensiv nach Zitrone duftet und schmeckt, riecht das Echte Eisenkraut eher unauffällig und enthält viele  Bitterstoffe.
Eisenkraut in der Pflanzenheilkunde
Das Echte Eisenkraut hat vor allem in der Pflanzenheilkunde eine lange Tradition, die bis ins  Altertum zurückreicht. Es wurden ihm insbesondere harntreibende, Gallenfluss anregende und anti rheumatische Wirkungen nachgesagt. Als Inhaltsstoffe konnten die  Iridoid- Glykoside Verbenalin, Hastatosid und neben einer Reihe anderer Verbindungen auch  Verbascosid nachgewiesen werden. Eisen enthält die Pflanze allerdings nicht. Trotz mehrfacher  pharmakologischer Untersuchungen aller bekannten Inhaltsstoffe konnte eine eindeutige pharmazeutische Wirkung nicht gesichert nachgewiesen werden. Deshalb werden Eisenkrautpräparate heute, wenn überhaupt, nur noch in der Volksmedizin eingesetzt. Eisenkraut ist wohl aber ein wesentlicher Bestandteil handelsüblicher Erkältungsmittel. Neuere Untersuchungen belegen zudem schlaffördernde sowie neuroprotektive Wirkungen der Inhaltsstoffe. Eisenkrauttee und -öle gelten als  wehenauslösendes Mittel.
Eisenkraut als kulturelles Symbol
Das Eisenkraut ist seit frühester Zeit kultisch verwendet worden. Bereits in indogermanischen Zeremonien wurde das Eisenkraut genutzt, um Opfersteine oder Altartische zu reinigen. Im alten Ägypten wurde die Träne der Isis genannte Pflanze in Zeremonien eingesetzt. Im antiken Griechenland war sie der Göttin der Morgenröte  Eos Erigineia zugeordnet, im  antiken Rom lag laut  Plinius Eisenkraut stets bündelweise auf dem Altar des  Jupiter. In Wales trägt das Eisenkraut den Namen Devil’s bane (Teufelsbann). Auch der Name Eisenkraut selbst lässt sich auf die kultische Verwendung dieser Pflanze zurückführen: Sie sollte das beste Mittel gegen Verwundungen durch Eisenwaffen sein, und sie wurde bei der Eisenverhüttung zugesetzt. Besonders in Südeuropa war das Eisenkraut im  Aberglauben tief verwurzelt. Mit verbena bezeichneten schon die alten Römer gewisse Pflanzenteile, die bei Zeremonien und in der  Medizin verwendet wurden. Noch im Mittelalter war das Kraut Bestandteil von  Beschwörungszeremonien.
Eisenkraut als Genussmittel
In der Region um Le Puyen-Velay in Südfrankreich wird unter dem Namen Verveine du Velay ein  Schnapsmit verdauungsfördernder Wirkung hergestellt. Allerdings bezieht sich „Verveine" hier auf die im Gegensatz zum Echten Eisenkraut zitronig duftende Zitronenverbene. Auch im Zusammenhang mit Teegenuss (und mit Genuss überhaupt) ist meist die Zitronenverbene gemeint. So auch bei der in arabischen Ländern verbreiteten Teemischung „verveine menthe".
Tee
Für einen Eisenkrauttee übergießt man zwei Teelöffel des Eisenkrautes, getrocknet oder frisch, mit einer Tasse kochendem Wasser. Fünf Minuten ziehen lassen und dann abseihen. In kleinen Schlucken trinken.
Tinktur
Man kann auch eine  Tinktur aus dem Eisenkraut herstellen. Von der Eisenkrauttinktur nimmt man dreimal täglich 10 bis 50 Tropfen ein.
Innerliche Anwendungen
Das Eisenkraut kann man gegen Erkältungskrankheiten verwenden. Auch zur Stärkung der Verdauungsorgane und des Stoffwechsels setzt die Volksheilkunde das Eisenkraut ein. Das Blut soll gereinigt werden, verdünnt und neu gebildet. Das Eisenkraut soll die Nerven stärken und Migräne lindern. Außerdem wird es in der volkstümlichen Frauenheilkunde zur Regulierung des Periodenzyklusses eingesetzt. Es soll zudem Menstruationsbeschwerden und Wechseljahresbeschwerden lindern. Auch eine Förderung der Milchbildung wird ihm nachgesagt.
Äußerlich
Besonders beliebt ist das Eisenkraut traditionell in der äußerlichen Behandlung von Wunden. Früher stand es als Heilmittel gegen Kriegs- und Kampfverletzungen im hohen Ansehen. Außer für Verletzungen kann man es auch zur Behandlung von Ekzemen und Geschwüren einsetzen. Äußerlich kann man Kompressen mit dem Tee tränken und auf Wunden legen. Man kann auch Waschungen mit dem Tee vornehmen oder Umschläge auflegen. Auch Teilbäder kann man mit Eisenkrauttee durchführen.

Geschichtliches
Das Eisenkraut galt sowohl in der Antike im Mittelmeerraum als heilig, als auch in nördlicheren Gefilden, beispielsweise bei den Galliern. Schon im alten Ägypten wurde das Eisenkraut bei Zeremonien verwendet und "Träne der Isis" genannt. Im klassischen Griechenland und im römischen Weltreich diente das Eisenkraut als Kopfschmuck für hohe Würdenträger. Außerdem wurde der Altar des Jupiters mit dem Eisenkraut gefegt. Vermutlich hat das auch gut funktioniert, weil das Eisenkraut sehr hart ist. Dem Eisenkraut wurden wundersame Eigenschaften zugeschrieben. Es galt als Heilmittel für alle Kriegswunden und sollte sogar Unsterblichkeit verleihen. In Gallien wurde es von den Druiden fast so hoch eingeschätzt wie die überaus verehrte Mistel. Im Mittelalter wurde das Eisenkraut in nahezu jedem Zaubertrank verwendet und es galt als Allheilmittel gegen alle Arten von Krankheiten. In Wales wurde das Eisenkraut zum Vertreiben böser Geister ver-wendet und dementsprechend "Teufelsbann" (Devil's Bane) genannt.

Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich ist das Eisenkraut im Mittelmeerraum heimisch, aber es ist schon vor langer Zeit nach Mitteleuropa gelangt und wächst dort als Wildpflanze. Es wächst vereinzelt und in Gruppen an Wegrändern, auf Weiden, Mauern, Schutt und in Gärten als Beikraut. Das Eisenkraut ist ein- bis mehrjährig. Sein harter vierkantiger Stängel wird bis zu 80 cm hoch, meistens aber nur 30-50 cm. Die rauhen Blätter haben tiefe Einschnitte. Oberhalb der Blätter wachsen dem Eisenkraut mehrere harte Seitenäste, die die winzigen Blüten tragen. Die Blüten sind hellrosa und wachsen in Ähren von unten nach oben.
Erscheinungsbild und Laubblatt
Das Echte Eisenkraut wächst als sommergrüne, seltener einjährige bis meist kurzlebig ausdauernde  krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 75 cm erreicht. Der aufrechte, verzweigte  Stängel ist vierkantig und flaumig behaart bis fast kahl. Die Laubblätter sind gegenständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Blattspreite verschmälert sich zu einem 0,3 bis 4 cm langen Blattstiel. Die 2 bis 8 cm lange und 1 bis 5 cm breite, eiförmige, verkehrt-eiförmige oder längliche Blattspreite ist papierartig, besonders auf den  Blattadern auf der Blattunterseite rau behaart. Die Blattspreite ist grob gezähnt, gelappt bis manchmal tief fiederspaltig.
Generative Merkmale
In  Thyrsen stehen schlanke,  ährige  Teilblütenstände zusammen. Die Tragblätter sind so lang wie der Kelch. Die relativ kleinen, zwittrigen  Blüten sind  zygomorph und fünfzählig mit doppelter  Blütenhülle. Die fünf 1 bis 4 mm langen Kelchblätter sind verwachsen und drüsig flaumig behaart. Die fünf weißlichen bis rötlichen, hellvioletten bis bläulichen, flaumigbehaarten Kronblätter sind zu einer (2 bis) meist 4 bis 8 mm langen Kronröhre verwachsen, der Kronsaum zweilippig und präsentiertellerförmig. Es sind vier fertile  Staubblätter, zwei längere und zwei kürzere, vorhanden. Der Fruchtknoten ist kahl. Die Klausenfrucht zerfällt in vier längliche, 2 mm lange Klausen.

Sammeltipps
Das ganze oberirdische Kraut wird vor oder während der Blüte direkt über dem Boden abgeschnitten. Dann bündelt man es zu kleinen Sträußen und hängt es an einem schattigen, zugigen Platz zum Trocknen auf.



BACHBLÜTEN
Ich bin undiplomatisch, weil ich zu ungeduldig bin (Impatiens)
-
Diese Menschen sind sehr undiplomatisch, da sie zu ungeduldig sind
- Mit der dementsprechenden Bachblüte werden sie wieder diplomatischer


BACHBLÜTEN
Ich habe Angst, vor Blamagen (Larch)
-
Diese Menschen haben Angst vor einer Blamage
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie diese Angst allmählich abstellen


ERNÄHRUNG
Gesundheitsrisiken und Überdosierung
Die Art und Weise, wie angereichende Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel in die tägliche Nahrung integriert werden, ist ausschlaggebend für das Risiko, das von ihnen ausgeht: es besteht die Gefahr, dass Konsumenten vermehrt zu funktionellen Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel greifen und darüber aber ernährungsphysiologisch wertvolle Lebensmittel, welche keinen Zusatznutzen versprechen, bei der Lebensmittelauswahl vernachlässigen. Dieses Verhalten kann eine unausgewogene und damit ungesunde Ernährung fördern. Wird häufig zu funktionellen Lebensmittel oder Nahrungesergänzungsmittel gegriffen, kann eine Überdosierung an bestimmten Nährstoffen auftreten.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü