Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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14.04.2018

täglichen News > Newsletterarchiv > 2018 > Februar > 12.02.18-18.02.18


WUNDKLEE

Der gelb blühende Wundklee ist eine Pionierpflanze und in ganz Europa verbreitet. Er mag kalkreiche und trockene Böden mit viel Sonne. An Wegrändern, trockenen Wiesen, Brachflächen, Hängen und Reinen ist er zu finden. Leider wird der Wundklee durch moderne Landwirtschaft und Düngung seltener. In der Volksmedizin ist der Wundklee in allen Regionen eine beliebte Heilpflanze, was die vielen Namen erklärt. Der Wundklee ist nicht nur eine Heilpflanze bei schlecht heilende Wunden und Magen-Darm-Probleme; Wundklee verbessert auch die Böden, schützt vor Erosion, ist eine Futterpflanze und wird von Bienen geschätzt.
Echter Wundklee, Gemeiner Wundklee, Gewöhnlicher Wundklee oder Tannenklee ist eine Pflanzen art aus der Gattung Wundklee. Das Artepipheton vulneraria leitet sich vom lateinischen vulnerarius (Wund-) ab. Auch der volkstümliche Name Wundklee bzw. „Wundkraut" verweist auf die Verwendung in der Volksmedizin zur Heilung von Wunden und als Hustenmittel.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Husten, Wundheilmittel
Heilwirkung:
adstringierend, antibakteriell, blutreinigend, blutstillend, harntreibend, hustenstillend, magenstärkend, Stoffwechsel anregend, wundheilend
Anwendungsbereiche:
Abführmittel, Frostbeulen, Furunkel, Halsentzündung, Husten, Kreislauferkrankungen, Lippenherpes, Mundentzündung, Offene Beine, Rachenentzündung, Verstopfung, Schlecht heilende Wunden, Zerrungen
wissenschaftlicher Name:
Anthyllis vulneraria L.
Pflanzenfamilie: Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name:
Kidney Vetch
volkstümlicher Name:
Apothekerklee, Bärenklee, Bärenpratzen, Bartklee, Echter Wundklee, Frauenkäppeln, Frauenkapperl, Gelber Klee, Gichtbleaml, Goldknopf, Goldkopf, Hasenklee, Katzenklee, Katzenbratzerl, Kretzenkraut, Muttergottes-Schühlein, Russischer Klee, Schafszähn, Schöpfli, Schreiklee, Sommerklee, Tannenklee, Traubenkröpferl, Watteblume, Wollklee, Wundklee, Wundkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blatter, Blüten, Kraut
Inhaltsstoffe:
Catechine, Farbstoffe, Flavonoide, Gerbsäure, Gerbstoffe, Sa-ponine, Schleimstoffe, Xanthophyll
Sammelzeit:
Mai - August

Anwendung
Aufgrund des Gehalts an Saponinen und Gerbstoffen standen die Blüten in hohem Ansehen und wurden zur Behandlung von Wunden und Geschwüren benutzt. Eventuell geht der Gebrauch auf die Signaturenlehre zurück, da die Blüten oft rot überlaufen sind. Der Echte Wundklee galt auch als Zauberkraut. In die Wiege gelegt sollte er kleine Kinder vor dem „Verschreien" (Verhexen) beschützen, wovon sich auch der Name Schreiklee ableitet. Die vielen Volksnamen spiegeln den Bekanntheitsgrad der Pflanze wider: Schöpfli, Wollklee, Bärenpratzen, Hasenklee, Katzenklee, Katzenbratzerl, Katzentapen, Muttergottes-Schühlein, Frauenkapperl, Taubenkröpferl, Tannenklee. Weitere volkstümliche Namen sind Apothekerklee, Bärenklee, Bartklee, Gelber Klee, Goldknopf, Kretzenkraut, Russischer Klee, Schafszähn, Sommerklee und Watteblume.
Frischer Saft
Der Saft frisch geernteter Blätter hilft gegen kleinere Wunden und Lippenherpes. Praktisch bei Wanderungen.
Frisches Kraut
Frisch gequetschter Wundklee als Wundpflaster hilft bei schlecht heilende oder eiternde Wunden. Bei Wanderungen kann man damit kleinere Verletzungen wie Schürfwunden oder Blasen behandeln. Sinnvoll ist die Kombination mit Spitzwegerich
Salate
Die frischen Blüten in Salaten regen den Stoffwechsels an und dienen der Stärkung des Magens und des Darms.
Tee
1 Esslöffel der getrockneten Blüten (oder seltener des Krauts) mit 250ml kochendem Wasser übergießen und 15 Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen. Für eine innerliche Kur trinkt man diese Menge zweimal täglich. Hilft bei Darmbeschwerden und Husten. Man kann diesen Tee auch zum Gurgeln bei Hals-, Mund- und Rachenerkrankungen einsetzen. Dieser Tee kann auch äußerlich bei Frostbeulen, schlecht heilende oder eiternde Wunden als Umschlag eingesetzt werden. Oft wird der Wundklee zusammen mit Spitzwegerich ergänzt.
Salbe
Die traditionelle Salbe bei Wunden wird mit Schweineschmalz hergestellt. Man kann aber auch einen Ölauszug herstellen und eine Salbe mit Bienenwachs zubereiten.

Geschichtliches
Der Wundklee war schon immer ein beliebtes Heilmittel gegen Husten und schlecht heilenden Wunden. Die Signaturenlehre bestätigte die Wirkung zur Wundheilung. Der Wundklee wurde als Beschreikraut genutzt, d.h. er schützt bei böse Einflüsse, Hexen, die 13. Fee und bösen Wünschen. Der Wundklee wurde auch dem Tierfutter beigemischt und die Tiere zu schützen. Die getrockneten Blüten dienten als Teeersatz. Heute ist die Pflanze seltener geworden, da Überdüngung und moderne Landwirtschaft die Lebensgrundlage entziehen. Auch hat die Bedeutung als Heilpflanze in den letzten Jahrzehnten nachgelassen.

Pflanzenbeschreibung
Die mehrjährige, krautige Pflanze erreicht Wuchshöhen von etwa 5 bis 40 Zen-timetern. Diese Pflanzenart hat ein kurzes, mehr oder weniger ästiges und vielköpfiges Rhizom und aufsteigende oder aufrechte Stängel. Die grundständigen Laubblätter haben bis zu vier Blättchenpaare, zur Blütezeit fehlen diese aber bereits oft. Die Endblättchen werden bis zu 8 Zentimeter lang und sind somit merklich größer als die übrigen seitlichen Fiedern. Die Stängelblätter bestehen aus zwei bis sieben Blättchenpaare. Die Blättchenform ist lang-elliptisch. Die Blüten stehen in vielblütigen Blütenköpfen. Die goldgelbe Krone wird zwischen 9 und 19 mm lang. Gelegentlich sind diese auch von weißlicher, oranger oder roter Farbe. Der weißzottig behaarte Kelch ist nach der Blütezeit aufgeblasen und hat ungleiche Zähne. Die Blütezeit ist von Juni bis September.
Alle zehn Staubblätter sind trotz Nektarbildung zu einer Röhre verwachsen, die somit nur langrüsseligen Insekten wie Hummeln oder Schmetterlingen zugänglich ist. Die Blüte besitzt einen Pumpmechanismus: Beim Herunterdrücken des Schiffchens durch den Bestäuber wird durch den Griffelkolben der Pollen entleert. Die Narbe ist erst nach dem Abwetzen der zarten Oberflächenzellen klebrig.
Die relativ leichten ein- bis zweisamigen Nüsse sind im trockenen Kelch eingehüllt und werden vor allem durch den Wind verbreitet. Die Fruchtreife erfolgt von Juli bis Oktober.
Der Wundklee ist in Europa, Nordafrika und Vorderasien heimisch. Er wächst bevorzugt auf sonnigen kalkreichen Böden und bindet im Boden Stickstoff. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 5 und 40 Zentimeter hoch. Die Pflanze ist seidig behaart. Die Endblätter sind groß. Die gelben Blüten mit rötlichen Spitzen erscheinen zwischen Juni und September. Je mehr Sonne, desto roter werden die Blüten. Die Fruchthülse ist einsamig.

Anbautipps
Aussaat im frühen Frühling wenn noch für einige Wochen Kälte zu erwarten ist. Am besten einen halben Tag vor der Aussaat einweichen. Die Keimdauer kann 2 Monate betragen. Wundklee mag Sonne und trockenen sandigen Kalkboden. Im Schatten wächst der Wundklee nicht.

Sammeltipps
Da die Pflanze immer seltener wird, sollte man sie nicht mehr in der Natur sammeln, sondern selbst anziehen. Die Blüten vorsichtig zupfen. Die gesammelten Blüten müssen schnell zum Trocknen in den Schatten gebracht werden. Die getrockneten Blüten und Blätter getrennt aufbewahren und erst bei der Zubereitung mischen.




ALANT


Der ursprünglich aus Asien stammende Alant gehörte früher in jeden Bauerngarten. Heute ist er jedoch nur noch in den Bauerngärten im Gebirge verbreitet und ansonsten weitgehend in Vergessenheit geraten. Dabei ist er eine vielseitige Heilpflanze. In Thüringen wird er noch im großen Stil angebaut.
Echter Alant ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie wird bereits seit der Antike als Heil- und Gewürzpflanze verwendet.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Husten, Asthma
Heilwirkung:
auswurffördernd, antibakteriell, antimykotisch, antiseptisch, blutreinigend, entzündungshemmend, galletreibend, harntreibend, hustendämpfend, karminativ, krampflösend, leberanrengend, menstruationsregelnd, schleimlösend, schweißtreibend, stoffwechselanregend, verdauungsfördernd, wurmtreibend
Anwendungsbereiche:
Angina, Appetitlosigkeit, Atemnot, Blähungen, Blutarmut, Brechmittel (in größeren Dosen), Bronchitis, Brustschmerzen, Chronische Bronchitis, Darmentzündung, Durchfall, Ekzeme, Flechten, Gallebe-schwerden, Gelbsucht (alte Anwendung), Geschwüre, Juckreiz, Harnverhalten, Hauterkrankungen, Hautjucken, Hautunreinheiten, Keuchhusten, Krämpfe, Krätze (früher), Lungenentzündung (begleitend), Lungenleiden, Magenschwäche, Mandelentzündung, Muskelrisse, Muskelzerrungen, Reizhusten, Rippenfell-entzündung, Schlecht heilende Wunden, Tuberkulose (früher), Verdauungsschwäche, Verschleimung,  Wechseljahresbeschwerden, Würmer, Wunden, Zuckerersatz (Herstellung von Diabetikernährmitteln), Homöopathisch: Lungenschwäche, Menstruationsbeschwerden, Reizhusten
wissenschaftlicher Name:
Inula helenium, Helenium grandiflorium, Aster helenium
Pflanzenfamilie:
Korbblütler = Asteraceae
englischer Name:
Elecampane
andere Namen:
Alantkraut, Alantwurzel, Aletwürze, Altkraut, Altwurz, Brustalant, Dammkraut, Darmwurz, Donarvarwurzel, Donnerkraut, Echter Alant, Edelherzwurz, Edelwurz, Galantwurzel, Glockenwurz, Gottesauge, Großer Heinrich, Heilwurz, Helenenkraut, Hexenschusskraut, Krätzenwurz, Odinskopf, Oltwurz, Schlangenkraut, Schlangenwurz, Ulenkwurz, Weidenalant
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Blätter
Inhaltsstoffe:
Inulin, ätherisches Öl, Alantsäure, Kampfer (Alantkampfer), Helenin, Sesquiterpenlactone, Alantolacton, Harze, Azulen, Pektin, Wachs, Bitterstoff, Triterpene, Polyacetylene, Sterole, Beta-Sitosterol
Sammelzeit:
März bis Mitte April, September bis November

Anwendung
Alant kann man wahlweise als Tee, Tinktur, Kräuterwein oder Salbe anwenden. In der heutigen Kräuterheilkunde spielt der Alant jedoch eine eher geringe Rolle. Die häufigste Art, Alant anzuwenden ist der Tee.
Tee
Für einen Alanttee übergießt man einen Teelöffel Alantwurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Alanttee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Alanttee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Alantwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Teemischung gegen Husten
Alant eignet sich auch gut als Bestandteil von Mischtees, beispielsweise als Hustentee. Hier eine Beispielteemischung gegen Husten oder Bronchitis: 40g Alantwurzeln, 20g Spitzwegerichblätter, 20g Süßholzwurzeln, 20g Lungenkraut
Tinktur
Um eine Alanttinktur selbst herzustellen, übergießt man Alantwurzeln in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für ein bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Alantwein
Alantwein wurde im Mittelalter als Allheilmittel verwendet. Um einen Alantwein herzustellen, übergießt man Alantwurzeln in einem großen Schraubdeckelglas mit Weißwein, bis alle Pflanzenteile mehr als bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für ein bis 6 Wochen ziehen. Man braucht etwa 50g Wurzeln für einen Liter Wein. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von diesem Alantwein trinkt man täglich ein bis drei Schnapsgläschen voll.
Wurzel kauen
Schon Plinius der Ältere empfahl im Altertum das Kauen der Alantwurzel. Diese Anwendung soll: die Verdauung anregen, die Stimmung verbessern, den Geschmacksinn verfeinern. Die Volksheilkunde empfiehlt auch heute noch das Kauen der Alantwurzeln, besonders vor den Mahlzeiten, um den Appetit anzuregen. Am besten kaut man die gereinigten frischen Wurzeln, denn in ihnen sind die Wirkstoffe noch besonders reichlich vorhanden.
Salbe
Traditionell wird eine Alantsalbe aus frischen Alantwurzeln und mit Schweineschmalz hergestellt. Dazu werden die gereinigten, frischen Alantwurzeln fein geschnitten, gekocht und dabei zerstoßen bis ein Brei entsteht. Dieser Brei wird mit Schweineschmalz vermischt und anschließend durch ein Tuch geseiht.
Dann füllt man die Salbe in einen Tiegel und lässt sie abkühlen. Alternativ könnte man den frischen, gekochten Pflanzenbrei auch mit einer  Bienenwachs-Öl-Salbe vermischen, wenn man kein Schweineschmalz verwenden will. Wer nur getrocknete Alantwurzeln hat, kann eine Tinktur und einen Ölauszug damit herstellen und eine Lanolin-Creme damit herstellen. Alantsalbe kann man verwenden, um Ekzeme oder andere Hauterkrankungen damit einzureiben. Oder man macht einen Salbenumschlag, indem man die Salbe dick auf die erkrankte Haut streicht und ein Stück Stoff zum Schutz darüberlegt und fixiert.
Waschungen
Für Waschungen bei Hauterkrankungen, wie beispielsweise Ekzeme, Geschwüre oder Pickel, bereitet man eine Abkochung aus den Alantwurzeln. Dann wäscht man die betroffenen Hautstellen damit mehrmals täglich.
Umschläge
Intensiver ist die Anwendung als Umschlag. Auch hierzu wird eine Alantabkochung zubereitet. Ein Stück Baumwollstoff wird in den Alanttee eingetaucht und ausgedrückt, damit es nicht mehr tropft. Dann wird es auf die zu behandelnde Hautstelle gelegt und mit einem Wolltuch oder Plastikfolie fixiert. Der Umschlag sollte eine Stunde bis über Nacht einwirken, bevor er entfernt wird.
Blätter auflegen
In der Volksheilkunde werden im Frühsommer die frischen Blätter auf Wunden oder chronische Hautentzündungen gelegt und fixiert. Die Entzündungen sollen dadurch eingedämmt und die Wundheilung gefördert werden.
Räuchermittel
Räuchern mit Alant soll die Zimmerluft verbessern. Aufgrund der Wirkung des Alants ist des denkbar, dass die Raumluft durch das Räuchern leicht desinfiziert wird und die Atemwege etwas freier werden. Die Wurzelstücke wurden auf die Glut der offenen Kamine gelegt. Heutzutage kann man zerkleinerte Alantwurzeln auf spezielle Räucherglühkohlen legen, um mit Alant zu räuchern.
Färbemittel
Mit Alantwurzel wurde früher blau gefärbt. Dazu wird Alantwurzel in Urin gebeizt und zusammen mit Heidelbeeren und Pottasche als Färbemittel verwendet.
Alant in der Küche
Früher war Alant ein beliebtes Gewürz in der Küche. Im alten Rom wurde er sogar für unentbehrlich gehalten. Vor allem Süßspeisen wurden gerne mit Alantwurzeln gewürzt. Kandiert waren Alantwurzeln eine beliebte Leckerei. Heutzutage findet man den Alant bestenfalls noch hin und wieder als Likör. Solch einen Likör kann man auch selbst herstellen. Das geht ganz ähnlich wie die Herstellung einer Tinktur, jedoch gibt man auch braunen Zucker in den Tinkturansatz, etwa genau so viel wie Kräuter. Das in den Alantwurzeln reichlich enthaltene Inulin wird industriell extrahiert und in Diabetikernahrungsmitteln verarbeitet. Da spezielle Diabetesnahrungsmittel im Rückgang begriffen sind, wird auch die Verwendung des Inulins für diesen Zweck seltener.
Gewürz
Alant wird heute nur noch selten in der Küche eingesetzt. Die Wurzel des Alant (Droge: Helenii radix) fand seit der Antike aufgrund ihres bitteren, harzigen Geschmacks zum Teil Verwendung als Gewürz für  Süßspeisen und Magenbitter. Horaz beschreibt in seiner achten Satire ein Gericht aus gekochten Alantwurzeln und weißen Rübchen.  Plinius der Ältere legte seinen Lesern nahe, Alantwurzeln zu kauen, um den Geschmackssinn zu verfeinern, die Verdauung anzuregen und die Stimmung zu heben. Die Rezeptsammlung De re coquinaria aus dem 4. Jahrhundert, die auf den römischen Feinschmecker und Koch  Apicius zurückgehen soll, zählt Alant sogar zu den Gewürzen, die in einem römischen Haushalt vorhanden sein müssen, „auf dass es beim Würzen an nichts fehle". In dem Edikt des Diokletian war der Preis von Alant auf 5  Denare für ein Pfund festgesetzt. Aus dem Jahr 329 nach Chr. ist belegt, dass 1000 Denare pro Pfund gezahlt wurden.
Kandierter Alant galt lange Zeit als Leckerbissen. Da viele Menschen auf Alant mit Allergien reagieren, findet Alant fast nur noch in Likören Verwendung. Aufgrund ihrer schleimlösenden Wirkung ist die Alantwurzel auch Bestandteil von manchen  Hustensäften.
Geruch
Wie eine Reihe anderer Pflanzen verwendete man den Alant im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, um die Zimmerluft zu verbessern. Er wurde auf die Glut in den offenen Kaminen geworfen. Die in Alkohol ausgezogene Wurzel ergibt eine süßlich herbe Geruchslotion und eignet sich bei entsprechender Verdünnung als Rasierwasser.
Färbepflanze
Die (von Natur aus  Harnstoff enthaltende) in Urin gebeizte und zerstoßene Alantwurzel ergibt mit  Pottasche und  Heidelbeeren einen blauen Farbstoff.
Heilpflanze
Alantstauden
Überwiegend verwendeter Teil ist die Wurzel (Helenii rhizoma). Alant zählt zu den seit der Antike bekannten  Heilpflanzen. Bei Theophrast, Dioskurides und Plinius wird „Helenion" bei Husten, Krämpfe und Magenschwäche empfohlen.
Plinius (Plin. nat. 19,91) erwähnt, dass  Livia, die Gattin des  Augustus, ihn täglich aß – bekanntlich wurde sie 88 Jahre alt. Im gesamten  Mittelalter war Alant eine hochgeschätzte Heilpflanze, die besonders in Form des Alantweins als Allheilmittel galt, das auch „potio Paulina“ genannt wurde. Im slawischen Sprachraum wurde Alant als Hustenmittel genutzt. In der  Volksmedizin war Alant ebenfalls sehr beliebt und wurde bei Leiden wie  Bronchialkatarrhen, Husten, Blähungen, Harnverhalten, Magen-Darm-Beschwerden, Gelbsucht und Würmern verwendet. Davon berichtet etwa  Nicholas Culpeper im 17. und  Carl von Linné im 18. Jh. Eine Salbe aus Alantwurzel und Schweineschmalz wurde äußerlich bei Krätze, Geschwüre und Ekzeme benutzt. Wunden und Geschwüre können mit frischen Alantblättern behandelt werden. In Siebenbürgen und im Spreewald wurde der Alant bei Brustbeschwerden wie Tabak geraucht. In Moldawien wurde Alant bei Brustschmerzen, Husten und Atemnot verwendet. Heute gilt der Alant vor allem als Hustenmittel. Der genaue Wirkeffekt konnte noch nicht geklärt werden. Vermutlich sind es die ätherischen Öle, die den  auswurffördernden und leicht krampflösenden Effekt haben. Wie bei vielen Heilpflanzen ist auch beim Alant die Dosis entscheidend. Größere Mengen können zu Erbrechen, Durchfall, Krämpfen und Lähmungen führen. Die Kommission E des ehemaligen Bundesgesundheitsamtes (BGA) bewertete den medizinischen Nutzen von Alantwurzel 1988 negativ.

Wirkung
Die Wirkstoffkombination des Alants wirkt in mehrfacher Hinsicht bei Husten und andere Erkrankungen der unteren Atemwege. Vor allem durch die ätherischen Öle wirkt der Alant schleimlösend und befreit die Atemwege. Das Abhusten des Schleims wird erleichtert. Hustenreiz wird gedämpft und Verkrampfungen beim Husten werden gemildert. Außerdem wirkt der Alant entzündungshemmend und antibakteriell, was bei der Ausheilung des Hustens bzw. der Bronchitis hilft. Diese Wirkungen machen den Alant auch zu einem guten Wundheilmittel, denn auch hier braucht man entzündungshemmende und antiseptische Wirkung. Ferner hat der Alant ausgeprägte Wirkungen auf die Verdauung und den Stoffwechsel, sodass er sich auch gut als Heilpflanze für die verschiedenen Arten von Verdauungserkrankungen eignet.

Nebenwirkungen
Bei der Einnahme von großen Mengen Alant kann es zu Nebenwirkungen kommen, wie: Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Lähmungen. Die Schleimhäute können bei äußerlicher Anwendung eventuell durch die im Alant enthaltenen Sesquiterpenlactone gereizt werden. Auch Allergien treten relativ häufig auf, sowohl bei innerlicher als auch bei äußerlicher Anwendung.

Anwendungsgebiete
Alantwurzeln können innerlich und äußerlich angewendet werden. Frische Alantblätter werden vorwiegend äußerlich verwendet.
Innerlich
Alant kann man innerlich, als Tee oder Tinktur vor allem bei Husten und andere Erkrankungen der Atemwege einsetzen. Er hilft bei das ganze Spektrum der Erkrankungen, die mit Husten einher gehen, also sowohl gegen den normalen Erkältungshusten, als auch bei der Bronchitis, sowohl akut als auch chronisch. Auch bei Keuchhusten, Lungenentzündung und Tuberkulose wurde der Alant traditionell eingesetzt. Heutzutage sollte man den Alant bei diesen gefährlichen Erkrankungen höchstens begleitend zur schulmedizinischen Behandlung anwenden. Außerdem hilft Alant bei verschiedene Erkrankungen der Verdauungsorgane, beispielsweise bei Magenbeschwerden, Blähungen oder Gallenschwäche. Dieser Anwendungsbereich galt im Altertum als Hauptanwendung für den Alant, heutzutage treten Verdauungsbeschwerden gegenüber der Hustenanwendung jedoch deutlich in den Hintergrund.
Äußerlich
Äußerlich kann man Alanttee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man die verschiedensten Hautentzündungen lindern, beispielsweise Ekzeme, Geschwüre oder schlecht heilende Wunden.

Magische Anwendung
Der Alant wurde sowohl von Hexen als auch von der Normalbevölkerung als Mittel angewendet, um Dämonen abzuwehren. Im christlichen Kontext war Alant ein Bestandteil des Weihebuschs, der am 15. August zu Maria Himmelfahrt gebunden und geweiht wurde. Dieser Weihebusch sollte, im Stall aufgehängt, das Vieh schützen, und im Haus die Familie vor Schaden bewahren. Auch als Räuchermittel wurde der Alant gerne benutzt, um vor Dämonen zu schützen, beispielsweise in der Steiermark. Als Amulett getragen, sollte die Alantwurzel davor schützen, verhext zu werden.

Geschichtliches
Der Alant wurde schon in der Antike als Heilpflanze und Gewürz verwendet. Schon auf Papyrusaufzeichnungen im alten Ägypten findet der Alant Erwähnung. Der Pflanzenname "helenium" erinnert an zwei antike Legenden. Die schöne Helena soll ihre Hände mit Alantblüten gefüllt haben, bevor sie von Paris nach Troja entführt wurde. Eine andere Legende erzählt davon, dass die Alantpflanze dort wuchs, wo Helenas Tränen auf den Boden fielen. Der Name "helenium" bezieht sich aber vielleicht auch auf die minoische Pflanzengöttin Helene. Die antiken Heilkundigen Dioskurides und Theophrast empfehlen den Alant bei Husten, Magenschwäche und bei Krämpfen, also ganz ähnlichen Einsatzgebieten wie auch heutzutage. Als Gewürz wurde der Alant damals bevorzugt in Süßspeisen verwendet. Auch im Mittelalter war der Alant eine beliebte Heilpflanze und wurde nicht nur bei Husten, sondern auch gegen alle Arten von anderen Erkrankungen quasi als Allheilmittel verwendet, unter anderem bei Seuchen wie die Pest. Dazu benutzte man den Alant als Wein. Sowohl der englische Arzt Nicolas Culpeper (17. Jahrhundert) als auch Carl von Linné berichten von dieser ausgeprägten Anwendung des Alants. Auch äußerlich wurde der Alant schon damals bei verschiedene Hautkrankheiten eingesetzt, beispielsweise als Salbe. In manchen Gegenden wurden Alantblätter auch geraucht, um bei Husten zu helfen. In China wurde der Alant unter dem Namen Hsün Fu Hua gegen Stauungen aller Art und gegen Verschleimung eingesetzt. Äußerlich wurde der Alant in China als Salbe bei Knochenbrüche und Muskelrisse verwendet.

Pflanzenbeschreibung
Alant ist ursprünglich in Zentral- und Kleinasien heimisch. Daher war er auch schon in der Antike bekannt. Auch in Spanien ist der Alant schon lange heimisch. Inzwischen wird er auch in Deutschland, Österreich, in den Niederlanden und auf dem Balkan angebaut. Er wächst bevorzugt auf halbschattigen Standorten mit ausreichender Feuchtigkeit. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50cm und 2 Meter hoch. Die lange Wurzel ist teilweise knollig verdickt und wächst vor allem im ersten Vegetationsjahr heran. Sie ist außen braun und innen weißlich. Der Geruch der Wurzel ist aromatisch, der Geschmack außerdem bitter. In getrocknetem Zustand erinnert der Geruch an Veilchen. Zuerst wächst eine Blattrosette heran, mit teilweise gigantischen Blättern, die bis zu 50cm lang werden. Die Blätter haben auf der Oberseite kurze Haare und auf der Unterseite einen gräulichen Filz. Später, oft erst im zweiten Jahr, wächst der Stängel, an dem die langen Blätter wechselständig entspringen. Diese Blätter sind länglich und vorne spitz, am Stängel herzförmig eingekerbt. Ihr Rand ist leicht gezähnt. Aus den Blattachseln wachsen die Blütenstängel, die ein bis mehrere gelbe Korbblüten tragen. Je mehr Platz die einzelne Pflanze hat, desto breiter ist sie verzweigt und desto mehr Blüten trägt sie. Die Blütezeit ist Juni bis September. Einzelne Blüten werden bis zu 7cm groß. Sowohl die Körbchen im Innern als auch die äußeren Zungenblüten sind warm-gelb in Richtung orange.

Anbautipps
Alant eignet sich sehr gut, um im Garten angebaut zu werden. Er ist dort nicht nur eine wertvolle Heilpflanze, sondern auch eine prachtvolle Solitärpflanze, die in ihrem Blütejahr alle Blicke auf sich lenkt. Am liebsten mag der Alant sandigen, tiefgründigen Boden, der nicht zu stark gedüngt sein sollte. Sonnige Standorte werden vom Alant bevorzugt, aber auch Halbschatten wird akzeptiert. Man kann den Alant aus Samen anziehen oder fertige Pflanzen im Spezialhandel beziehen. Damit der Alant gut gedeiht, braucht er immer eine ausreichende Wasserversorgung. In trockenen Zeiten muss er also regelmäßig gegossen werden.

Sammeltipps
Für die Ernte eignen sich am besten die Wurzelstöcke der 2 bis 3 jährigen Pflanzen. Sie werden bevorzugt im Spätherbst zwischen November und Mitte Dezember ausgegraben, weil dann der Wirkstoffgehalt am höchsten ist. Wenn man einen Teil der Wurzel im Boden lässt, können wieder neue Pflanzen daraus wachsen. Zum Trocknen werden die Wurzeln abgebürstet, zügig gewaschen und der Länge nach aufgeschnitten. Dann fädelt man sie auf einen Faden und hängt sie an einem warmen aber schattigen Ort zum Trocknen auf.



BACHBLÜTEN
Weil du verbittert bist (38 Willow)
-
Diese Menschen sind verbittert und wissen oftmals nicht warum
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie ihrer verbittert sein allmählich den Rücken kehren  


BACHBLÜTEN
Man spürt sofort, was andere von einem erwarten und kann dann nicht umhin (4 Centaury)
-
Diese Menschen spüren sofort, was ihre Mitmenschen von ihnen erwarten und kommen nicht, drum herum
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie diesen Spürsinn allmählich abstellen


ERNÄHRUNG
Getreide, Beilagen   
Nach dem ein Großteil der Getreideprodukte heute als Weißmehlprodukte angeboten wird, ist es besonders wichtig, auf den Kauf vollwertiger Getreideprodukte zu achten.


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