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Eibe ttt
Die Eiben bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Eibengewächse. Die etwa zehn Arten sind hauptsächlich in den gemäßigten Gebieten der Nordhalbkugel verbreitet; in Europa ist die Europäische Eibe als einzige Art heimisch.
Eiben sind immergrüne Nadelbäume, die sehr langsam wachsen und über 2000 Jahre alt werden können. Da Eiben Schatten bevorzugen, sah man in ihnen eine Verbindung zum Jenseits und der Unterwelt. Im Herbst leuchten die roten Früchte von weitem, der süße Fruchtfleisch-Samenmantel ist der einzige Teil der Pflanze, der ungiftig ist. Wegen der starken Giftwirkung wird die Eibe heute in der Pflanzenheilkunde nicht mehr eingesetzt, in der Behandlung von Krebs werden die Wirkstoffe mit Erfolg in der Schulmedizin eingesetzt.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Krebs
Heilwirkung: Volksheilkunde: abführend, herzstärkend, menstruationsfördernd, wurmtreibend, Pflanzenheilkunde: krebshemmend, zellteilungshemmend
Anwendungsbereiche: Volksheilkunde: Abführmittel, Blasenleiden, Husten, Insektenbekämpfungsmittel, Katarrh, Krätze, Skorbut, Würmer, Pflanzenheilkunde: Krebs, Mammakarzinom, Ovarialkarzinom, Homöopathie: Gicht, Hautausschläge, Herzkrankheiten, Leberkrankheiten, Rheuma
wissenschaftlicher Name: Taxus baccata L.
Pflanzenfamilie: Eibengewächse = Taxaceae
englischer Name: Common Yew, Yew
volkstümlicher Name: Bogenbaum, Eibe, Eibenbaum, Eife, Europäische Eibe, Ibenbaum, Ifenbaum, Iwenbaum, Kandelbaum, Roteibe, Taxe, Taxbaum, Taxen, Ybe, Ypenbaum
Verwendete Pflanzenteile: Alle Teile der Pflanze
Inhaltsstoffe: Baccatin III, Betulosid, Biflavonoide, Diterpene, Ginkgetin, Paclitaxel, Phenole, Taxacine, Taxin A, Taxin B, Taxication, Vitamin C
Sammelzeit: Früchte: ab September, Nadeln: Winter
 
Anwendung
Es gibt zahlreiche Kreuzungen. Die bekannteste Kreuzung ist die Hybrid-Eibe, eine 1900 in Massachusetts entstandene Kreuzung aus Taxus baccata und Taxus cuspidata. Ihre breit säulenförmig wachsende Zuchtform ‘Hicksii’ wird relativ häufig in Parks und Gärten gepflanzt.
Bis auf den roten fleischigen Samenmantel sind alle Teile der Eibe sehr giftig. Kochen oder Trocknen zerstören nicht die Giftstoffe. Der Giftgehalt ist im Winter am größten.
Tinktur
Eine Tinktur aus den Nadeln hilft äußerlich gegen Hautparasiten.
Früchte
Der rote Samenmantel der reifen Früchte ist ungiftig, süß und roh essbar, auf keinen Fall darf man die sehr giftigen Samen verschlucken oder zerkauen. Hilft bei Skorbut. Kinder sollten die Früchte nicht essen, da oft die giftigen Samen verschluckt werden.
Innerlich
Die Eiben eignen sich nicht für die Selbstbehandlung (außer Homöopathie). Die Fertigmittel werden unter ärztlicher Aufsicht zur Tumorbehandlung eingesetzt.
Räuchermittel (Mittelalter)
Einatmen des Rauches von brennenden Eibenholz soll Schnupfen, Husten und Lungenerkrankungen lindern. Vorsicht, der Holzstaub kann zu Atemproblemen und Hautreizungen führen.
Homöopathie
Das Mittel wird aus frischen Eibenzweigen hergestellt und vor allem bei Hautkrankheiten und Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt.
 
Magie und Mythologie
In vielen Kulturen ist die Eibe ein heiliger Baum. In der Magie werden Zauberstäbe aus Eibenholz hergestellt. Die Eibe wird in Zaubern zum Erwecken von TotenGeistern eingesetzt. Die Eibe vertreibt aber auch böse Geister.
 
Geschichtliches
Seit der Antike wird die Eibe für Morde eingesetzt. Das Holz ist wegen seiner Eigenschaften sehr beliebt und wurde für Bögen, Armbrüste, Pfeile und Lanzen genutzt. Ganze Landstriche wurden aus diesen Gründen eibenfrei. In der französichen Gartenkunst war die Eibe sehr beliebt, da sie sehr gut in Form geschnitten werden kann. Wegen der ungiftigen Alternativen wird die Eibe in der Pflanzenheilkunde nicht mehr eingesetzt. Die Inhaltsstoffe und die abgewandelten synthetischen Stoffe werden aber erfolgreich in der Krebstherapie eingesetzt. In Deutschland wegen des starken Rückganges mittlerweile geschützt. Die Eibe war 1994 der Baum des Jahres.
 
Pflanzenbeschreibung
Die zweihäusige Eibe ist in den frostärmeren Teilen von Europa, Nordafrika und Westasien heimisch. Sie wächst bevorzugt auf feuchten, nährstoff- und kalkreichen Böden. Junge Pflanzen wachsen vorzugsweise im Schatten. Der langsamwüchsige mehrjährige Strauch/Baum wird zwischen 2 und 20 Meter hoch. Der dicke Stamm hat eine rotbraune Rinde. Die Blätter sind immergrüne Nadeln. Die Blüten erscheinen zwischen April und Mai. Aus den Blüten entwickeln sich ab August ein bis zwei grün-braune Samen in einem roten Frucht-körper mit einer fleischigen Hülle. Der Samen wird durch Vögel verbreitet. Alle Teile der Pflanze sind giftig, nur der fleischige Mantel der Frucht ist ungiftig.
Eibenarten sind immergrüne Sträucher oder kleine bis mittelgroße Bäume. Junge Zweige besitzen anfangs eine grüne bis gelblich-grüne Rinde; an ihrem unteren Bereich kann man einige Knospenschuppen beobachten. Später wird die Rinde rötlich-braun, an älteren Ästen entwickelt sich eine schuppige, rötlich-braune Borke. Die Nadeln sind spiralig am Zweig angeordnet, sind aber gescheitelt, so dass sie zweireihig angeordnet zu sein scheinen. Die linealischen, biegsamen Nadeln können gerade oder gebogen sein, vorne enden sie mit einer kleinen aufgesetzten, aber nicht stechenden Spitze. Auf der Oberseite der Nadeln tritt die Mittelader hervor, auf der Unterseite befinden sich zwei helle Streifen mit den Stomata.
Eiben-Arten sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig: Männliche und weibliche Blüten stehen auf separaten Pflanzenexemplaren, gelegentlich sind sie einhäusig getrenntgeschlechtig. Die männlichen Zapfen sind kugelig, gelblich mit vier bis 16 Sporophyllen, die jeweils zwei bis neun Sporangien besitzen. Die Samen reifen im Jahr der Befruchtung. Weibliche Pflanzen tragen im Herbst rote „Früchte“, die in der Mitte einen einzelnen Samen enthalten. Das den Samen umgebende rote, fleischige Gewebe, der Samenmantel entwickelt sich nicht aus der Samenschale, sondern aus dem Stielbereich der Samenanlage. Der becherförmige Arillus weist je nach Art unterschiedliche Rottöne auf. Man spricht in diesem Fall nicht von einer Frucht (im botanischen Sinne), sondern von einem Samenmantel, da es Früchte per definitionem nur bei Bedecktsamigen Pflanzen geben kann.
 
Anbautipps
Den Samen in Töpfen aussäen, leicht mit Erde bedecken, die Erde feucht halten. Die Eibe verträgt keinen starken Frost, erfrorene Teile werden durch neue Triebe ersetzt. Der Boden sollte Wasser speichern können, nährstoffreich und kalkhaltig sein. Nicht für Kinder oder Weidetiere zugänglich anpflanzen. Junge Eiben brauchen Schatten, mit zunehmenden Alter verträgt die Eibe mehr Son-ne. Eiben haben empfindliche Wurzeln und vertragen ein Umpflanzen nur schlecht.
 
Sammeltipps
Die Eibe ist geschützt und darf nicht in der Natur gesammelt werden.

Aloe
Die Echte Aloe ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen in der Unterfamilie der Affodillgewächse. Das Artepitheton vera stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚wahr‘.Die Aloe vera ist eine vielseitige Heilpflanze, die in Wüstengegenden heimisch ist.
Durch ihre dicken, fleischigen Blätter erinnert die Aloe ein wenig an Kakteen, aber sie ist eine Lilienart, eng verwandt mit dem Affodil. In ihrer arabischen Heimat ist die Aloe schon seit über 6.000 Jahren als Heilpflanze bekannt. In Mitteleuropa wird sie schon seit etwa 1930 für Heilzwecke eingesetzt. Zunächst war sie den meisten Menschen hierzulande relativ unbekannt, doch seit Anfang des neuen Jahrtausends boomt die Verwendung der Aloe vera, und man findet sie in zahlreichen Kosmetika, Lebensmitteln und Alltagsprodukten. Bei der Aloe und ihren Produkten muss man unterscheiden, ob das sanfte Gel oder das drastisch wirkende, gelbliche Harz verwendet wurde. Gel und Harz sind in ihrer Wirkung so unterschiedlich, als würde es sich um zwei verschiedene Heilpflanzen handeln. Das Gel, das in den Blättern gespeichert wird, hat mannigfaltige Heilwirkungen, vor allem auf die Haut.
Die Curacao-Aloe bildet wie die Kap-Aloe dickfleischige, bis zu 50 Zentimeter lange Blätter in dichten Rosetten. Am Blattrand sitzen zwei Millimeter große Zähne in regelmäßigen Abständen. Der Blütenstand kann bis zu einem Meter hoch werden. Die gelben Blüten sitzen in Trauben. Der Saft der Blätter ist honigfarben.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Leichte Verbrennungen
Heilwirkung: Gel: befeuchtend, entzündungshemmend, lindernd, reizmildernd, Harz (leicht giftig!): abführend, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche: Gel - Äußerlich: Akne, Brandwunden, Ekzeme, Hautirritationen, Insektenstiche, Geschwüre, Herpes, Juckreiz, Neurodermitis, Psoriasis, Schlecht heilende Wunden, Schürfwunden, Schuppenflechte, Sonnenbrand, Unreine Haut, Verbrennungen, Zahnfleischentzündung, Gel - Innerlich: Colitis ulcerosa, Diabetes, Erhöhte Blutfettwerte, Husten, Reizdarm, Reizmagen, Sodbrennen, Stärkung des Immunsystems, Harz - innerlich (Achtung! leicht giftig!): Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Aloe vera, Synonyme: Aloe barbadensis, Aloe perfoliata, Aloe vulgaris, Aloe indica, Aloe chinensis
Pflanzenfamilie: Affodillgewächse = Asphodelaceae
englischer Name: Aloe vera
volkstümliche Namen: Wüstenlilie
Verwendete Pflanzenteile: Das Gel in den Blättern, das Harz aus dem gelben Saft. Bei Fertigprodukten wird manchmal das gesamte Blatt verwendet. Dann enthält das Mittel auch das Harz (Aloin), das stark abführend ist
Inhaltsstoffe: Wasser, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine, Enzyme, Glykoproteine, Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate, nur im Blattharz: Aloin - ein Glykosid
Sammelzeit: Wenn die Blätter groß genug sind.
Herkunft: Ursprünglich stammt Aloe wahrscheinlich aus dem Sudan und der arabischen Halbinsel. Heute findet man die Pflanze im gesamten südlichen Mittelmeergebiet, in Asien, Nordafrika und im Nahen Osten.
 
Anwendung
„Curaçao-Aloe“
Die Echte Aloe ist offizinelle Stammpflanze von Aloe, eine aus dem Blattsaft durch Eindampfen bis zur Trocknung gewonnene pharmazeutische Droge. Der Saft fließt nach dem Abschlagen der Blätter an der Basis der Pflanze spontan aus. Durch langsames, schonendes Eindampfen an der Sonne oder im Vakuum entsteht der matt-braune Aloe-hepatica-Typ („Leberaloe“), durch rasches, strapazierendes Eindampfen entsteht der tiefbraune, glasige Aloe-lucida-Typ mit glänzenden Bruchflächen. Die aus der Echten Aloe gewonnene „Curaçao-Aloe“ enthält als wesentlichen Inhaltsstoff den 1,8-Dihydroxyanthracen-Abkömmling Aloin (25 bis 40 %, bzw. 35 bis 38%), welches ein Diastereomerengemisch aus Aloin A und Aloin B darstellt. Weiterhin enthalten sind die Anthranoide Aloeemodin und Chrysophanol sowie das bitterschmeckende Polyketid Aloeresin (hauptsächlich Aloeresin B). Charakteristisch ist das Vorkommen von 7-Hydroxyaloin A und B, das der Abgrenzung gegenüber der Kap-Aloe dient. Aloinoside fehlen weitgehend.
Das in der Aloe enthaltene Aloin wirkt stark abführend, weswegen standardisierte Aloe bzw. deren Zubereitungen zur kurzfristigen Behandlung gelegentlich auftretender Obstipation (Verstopfung) verwendet werden kann. Bei längerer Einnahme von Aloe kann es zu Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt kommen, insbesondere zu Kaliumverlusten. Im Urin können Eiweiß und Blut auftreten (Proteinurie, Hämaturie). Bei Überdosierung kommt es zu Vergiftungserscheinungen, die sich in krampfartigen Schmerzen und schweren Durchfällen äußern, die zu lebensbedrohlichen Elektrolyt- und Wasserverlusten führen können. Auch Nephritis (Nierenentzündung) ist beschrieben. Die therapeutische Bedeutung der „Aloe“ ist zurückgegangen vor dem Hintergrund, dass es besser verträgliche Stoffe gibt.
Die Pflanze soll in schwacher Dosierung den Abfluss der Menstruation steigern sowie könne der frische Saft äußerlich bei geringfügigen Verbrennungen, Sonnenbrand und Insektenstichen angewendet werden. Durch Stimulieren von Gebärmutterreaktionen und durch Ausscheiden über die Muttermilch soll die Pflanze während der Schwangerschaft und dem Stillen vermieden werden.
Aloe-vera-Gel
Ein weiteres von der Echten Aloe stammendes Produkt ist das „Aloe-vera-Gel“, das aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter gewonnen wird. Durch den Gehalt an hauptsächlich aus D-Glucose und D-Mannose aufgebauten Polysacchariden weist es eine schleimartige Konsistenz auf. Das Gel kann ferner Einfachzucker wie Glucose, Mannose, Galactose und Xylose sowie wasserlösliche Vitamine, Aminosäuren, Amylase, alkalische Phosphatase, Lipase und Salicylsäure enthalten, außerdem Glycoproteine und Aloenine. Aloe-vera-Gel ist bei entsprechend sorgfältiger Gewinnung frei von dem abführend wirkenden Aloin, das außerhalb des Wasserspeichergewebes in dem gelben Saft unter der Blattrinde vorkommt. Aloe-vera-Gel wird kosmetisch und volksmedizinisch in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt. Dem Gel werden entzündungshemmende, wundheilende und immunstimulierende Eigenschaften zugeschrieben.
Äußerliche Anwendung des frischen Gels
Die frischeste Aloe bekommt man, wenn man sie selbst im Haus anbaut. Sobald die Blätter groß genug sind, kann man sie abschneiden und das Gel, das darin enthalten ist verwenden. Das frische Gel kann man einfach auf die betroffenen Hautstellen streichen. Das Gel enthält feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe und wirkt außerdem reizlindernd, leicht antibakteriell und entzündungshemmend. Sehr angenehm ist die äußerliche Anwendung des Gels auf der Haut. Man kann dieses Aloe-Gel mannigfaltig einsetzen. Da das Gel gut kühlt, ist es vor allem angenehm bei so Sachen wie Sonnenbrand und Juckreiz. Wegen der juckreizstillenden und wundheilenden Wirkung kann man Aloe-Gel auch bei Neurodermitis und anderen Ekzemen einsetzen. Auch bei Schürfwunden kann das Gel lindernd wirken und die Wundheilung verbessern. Die leichte antibakterielle und die wundheilende Wirkung macht das Aloe-Gel auch zu einem guten Mittel gegen Akne. Die Heilwirkung bei leichten Verbrennungen und Sonnenbrand ist durch medizinische Studien untermauert. Die anderen An-wendungsgebiete entstammen der Erfahrungs- und Volksmedizin.
Aloe vera Produkte und ihre äußerliche Anwendung
Die Aloe vera ist Bestandteil zahlloser Fertigprodukte. In manchen dieser Produkte sind nennenswerte Mengen des Aloe-Gels enthalten. Man kann sie daher ähnlich anwenden, wie das frische Gel, sofern sie für derartige Anwendungen vorgesehen sind. Dies betrifft beispielsweise Cremes für die Anwendung auf der Haut. Eine Aloe-Zahncreme wird man natürlich nicht auf die sonnenverbrannte Haut streichen, sondern besser zum Zähneputzen bei Zahnfleischentzündung einsetzen. Viele Aloe-vera-Produkte enthalten nur geringe Spuren der Aloe. Die Aloe ist in diesen Produkten hauptsächlich dafür enthalten, dass die Hersteller auf der Verpackung mit Aloe werben können. Wie viel Aloe in einem Produkt ist, kann man meistens nicht genau herausfinden. In den kleingedruckten Zutatenlisten findet man Zutaten in größeren Mengen jedoch weiter vorne als Zutaten mit geringen Mengen. Dadurch kann man in etwa die Größenordnung abschätzen, wie viel Aloe in einem Produkt enthalten ist. In kosmetischen Produkten für den Alltag ist eine geringe Aloe-Menge kein Problem, denn eine Tagescreme ist üblicherweise keine Heilanwendung, sondern Hautpflege. Ein wenig Aloe in einer solchen Creme verstärkt die feuchtigkeitsspendende Wirkung.
Innerliche Anwendung des frischen Gels
Um das frische Gel innerlich anzuwenden, löst man das Gel aus den Blättern heraus, nachdem der gelbe Saft vollständig abgeflossen ist. Man kann das Gel einfach essen. Alternativ kann man es auch in Jogurt einrühren, im Müsli essen oder mit Obst zusammen zu einem Obstsalat machen. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Allerdings sollte man das Gel nicht kochen, denn dann verändern sich die wertvollen Wirkstoffe. Die innerliche Anwendung des Gels wirkt in erster Linie reizlindernd, sodass sie sich für Sodbrennen, Reizmagen oder Reizdarm eignet. Manche Menschen verwenden Aloe-Gel sogar bei Colitis ulcerosa. Der innerlichen Einnahme des Gels wird auch eine immunstimulierende Wirkung nachgesagt, die jedoch nicht durch medizinische Studien bewiesen ist. Aloegel soll bei regelmäßiger Einnahme den Blutzuckerspiegel senken und daher bei Diabetes helfen. Auch erhöhte Blutfettwerte wie ein erhöhter Cholesterinspiegel und erhöhte Triglyceride sollen gesenkt werden. Außerdem sollte das "gute" Cholesterin namens HDL vermehrt werden.
Aloe vera Produkte und ihre innerliche Anwendung
Die meisten Aloe-vera-Produkte aus dem normalen Handel enthalten heutzutage ausschließlich das Gel und nicht das stark reizende Harz. Solche Produkte sind im Allgemeinen mild, zumindest was den Aloeanteil angeht. Je nach Produkt kann man es einfach zum Genuss essen oder in der Hoffnung, das Immunsystem zu stärken, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Blutfettwerte zu verbessern. Bei den meisten Aloeprodukten zur innerlichen Anwendung sind diese Wirkungen jedoch eher gering. Vorsichtig sollte man sein, wenn einem Aloeprodukt nachgesagt wird, dass es bei Verstopfung hilft. Dann enthält es möglicherweise mehr oder weniger viel des aggressiven Harzes.
Innerliche Anwendung des Harzes
Der gelbe Saft der Aloe kann zu einem Harz eingedickt werden, bis schließlich ein gelbes Pulver daraus entsteht. In dieser harzigen Substanz ist das Glykosid Aloin enthalten. Aloin hat eine stark reizende Wirkung, was medizinisch gegen Verstopfung eingesetzt wird. Das Aloin verstärkt die Darmbewegungen und behindert die Rückgewinnung von Wasser im Dickdarm. Daher wandert der Nahrungsbrei schneller durch den Darm und bleibt flüssiger. So kann Obstipation gelindert werden. Lange Zeit waren Mittel aus dem Harz (Latex) der Aloe daher beliebte Abführmittel. Doch inzwischen wird die Wirkung des Aloe-Harzes als zu drastisch eingeschätzt. Außerdem vermutet man krebsfördernde Wirkungen, was bei einer reizenden Substanz kein Wunder ist.
Achtung! In der Schwangerschaft sollte das Harz der Aloe keinesfalls angewendet werden, weil  der Wirkstoff Aloin vorzeitige Wehen auslösen kann. Auch zu einer Fehlgeburt   kann es kommen.
Anwendungsgebiete von Aloe vera
Verstopfung, entzündliche Hauterkrankungen, Verbrennungen, Sonnenbrand, Kosmetikindustrie
Dosierung und Anwendung von Aloe vera
Als Saft:
Als Einzeldosis wird abends eine Menge entsprechend 10mg HydroxyanthracenDerivate eingenommen. Die maximale Tagesdosis beträgt der Menge entsprechend 40mg Hydroxyanthracen-Derivate. Die Menge sollte ausreichen, um einen weich geformten Stuhl zu erhalten.
Als Gel:
Das Gel wird drei bis fünf mal täglich großzügig auf die Haut aufgetragen. Verwendet werden sollte ein frisch zubereitetes Gel oder ein entsprechend stabilisiertes, im Handel erhältliches Präparat.
Innerlich:
In der Volksmedizin wird die innerliche Anwendung von Aloe vera Gel zur Behandlung verschiedener Erkrankungen empfohlen. Die Wirksamkeit und Sicherheit ist bisher jedoch nicht belegt, so dass eine innerliche Anwendung nicht empfohlen werden kann.
Wirkungen von Aloe-Saft und Aloe vera Gel
Als Abführmittel: Eingedickter Aloe-Saft
Der Saft enthält Dihydroxyanthracenderivate, die stark stimulierend auf den Dickdarm wirken. Die abführende Wirkung wird durch eine Volumenzunahme des Darminhaltes und dadurch bedingter verstärkter Darmtätigkeit bewirkt. Die Darmentleerung tritt nach 8 bis 12 Stunden ein!
Aloe vera Gel
Neuere, meist patentierte Herstellungsverfahren sollen die Herstellung eines Gels ermöglichen, das nahezu frei von Anthrachinonen ist. Das Gel enthält vor allem Wasser und Polysaccharide sowie andere Verbindungen, z.B. Salicylsäure, eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Substanz. In der Kosmetikindustrie wird das Gel vor allem als Feuchtigkeitsspender in Salben und Cremes eingesetzt.
Anwendungshinweise
Aloe-Saft:
Nicht während Schwangerschaft, Stillzeit oder während der Menstruation anwenden!
Nicht bei Kindern unter 12 Jahren anwenden!
Nicht anwenden bei Nierenerkrankungen, entzündlichen Darmerkrankungen, Darmverschluss oder Bauchschmerzen unbekannter Ursache!
Nur anwenden, wenn die Verstopfung auf andere Maßnahmen, z.B. Ernährungsumstellung, Einnahme von Quellmitteln wie z.B. Leinsamen, nicht anspricht!
Nicht in höheren Dosen oder länger als eine Woche anwenden!
Eine Anwendung in höherer Dosierung oder über längere Zeit bewirkt eine Störung des Elektrolythaushalts führt insbesondere zu Kaliumverlusten. Ein Kaliummangel führt wiederum zur Obstipation, so dass eine Abhängigkeit entstehen kann. Anthrachinone stehen außerdem im Verdacht, krebserzeugend zu wirken.
Bei anhaltender Verstopfung, Stuhlunregelmäßigkeiten oder unklaren Beschwerden im Magen-Darm-Bereich ist eine Abklärung der Ursachen durch einen Arzt erforderlich! Nicht ohne ärztlichen Rat anwenden bei Einnahme anderer Arzneimittel, die zu Kaliumverlusten führen können, wie z.B. Diuretika, Cortisonpräparate, süßholzwurzelhaltigen Arznei- oder Lebensmitteln (Lakritze) oder von Arzneimitteln, bei denen ein Kaliumverlust schwere gesundheitliche Folgen haben kann, wie z.B. die Einnahme von herzwirksamen Glykosiden zur Behandlung einer Herzinsuffizienz oder von Medikamenten zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen.
Insbesondere bei höherer Dosierung kann es zu krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden kommen.
Während der Behandlung kann eine Rotfärbung des Harns auftreten, die jedoch unbedenklich ist.
Aloe vera Gel:
Nicht während der ersten Wochen nach einer Dermabrasion oder einem chemischen Peeling auf der Haut anwenden! Aloe vera Gel sollte nicht innerlich angewendet werden, da die Wirksamkeit nicht belegt ist und es möglicherweise Anthrachinonverbindungen enthalten kann.
In Einzelfällen kann es zu Überempfindlichkeiten (Allergien) kommen. Personen, bei denen eine Überempfindlichkeit gegenüber Liliaceen-Arten bekannt ist, sollten Aloe vera nicht anwenden.
 
Geschichtliches
Die Aloe wird schon in der Bibel als Räuchermittel und Zutat zur Einbalsamierung erwähnt. Doch wahrscheinlich handelt es sich bei dieser Pflanze nicht um die Aloe, die wir als Aloe kennen. Auch bei anderen Erwähnungen der Aloe aus dem Altertum ist es unklar, ob die Aloe vera gemeint ist oder eine andere Pflanze. Alexander der Große soll die Aloe zur Wundbehandlung bei seinen Kriegern eingesetzt haben. Auch Dioskurides erwähnt schon eine Aloe mit wundheilenden, abführenden und weiteren Wirkungen. Diese Wirkungen deuten darauf hin, dass es sich bei der von ihm beschriebenen Aloe tatsächlich um Aloe vera handelt. In manchen Naturvölkern wurde die Aloe als Abtreibungsmittel verwendet, was wohl auf die giftige Wirkung des Aloe-Harzes zurückzuführen ist. Von ihrer ursprünglichen Heimat in Arabien ausgehend verbreitete sich die Aloe vera nach und nach in andere trockene Gegenden und wurde auch in Europa bekannt. Nach Europa kam die Aloe normalerweise nicht als Frischpflanze, sondern als eingedicktes Granulat, das üblicherweise auch das reizende Aloe-Harz enthielt. Daher war die Aloe damals vor allem als Abführmittel bekannt. Kolumbus soll angeblich frische Aloe in Töpfen mit auf seine Reisen genommen haben, um ein Heilmittel zur Hand zu haben. Die spanischen Eroberer brachten die Aloe schließlich auch nach Mittel- und Südamerika, wo die Pflanze von den dortigen Einwohnern gerne angenommen und verwendet wurde. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde die Aloe als Mittel bei Verbrennungen verwendet, unter anderem auch zur Behandlung der Schäden durch Strahlenbehandlung. Ab dem Beginn des 21. Jahrhunderts erlebt die Aloe vera einen ausgeprägten Boom. Von manchem Anbieter wird sie als All-heilmittel vermarktet, was wohl etwas übertrieben ist.
 
Pflanzenbeschreibung
Obwohl die Aloe aussieht wie ein Kaktus, ist sie eine Lilien-Art. Es gibt ca. 500 verschiedene Aloe-Arten, sie wachsen jedoch alle ursprünglich in wüstenartigen Gegenden. Der Name "Aloe" kommt aus dem Arabischen und bedeutet "bitter", denn die Schicht zwischen Blatt-Außenwand und Gel schmeckt bitter. Ursprünglich ist die Aloe auch in Arabien heimisch. Inzwischen wird sie jedoch in vielen trockenen, warmen Gegenden angebaut, beispielsweise auf den kanarischen Inseln, am Mittelmeer, in Indien, großen Teilen Afrikas, Karibik, Mittelamerika, Südamerika und Australien. Sie wird dort als Zier- und Heilpflanze kultiviert. Die Pflanze hat meistens keinen Stamm oder nur einen kurzen Stamm, der sich aus den Resten von alten Blättern entwickelt. Sie wächst mit bis zu 20 Blättern rosettenartig direkt aus dem Boden. Die Blätter werden bis zu 50cm lang, sind dick und fleischig und etwa 6 cm breit. Am Außenrand haben die Blätter kleine Stacheln.
Unter günstigen Bedingungen treibt die Pflanze nach mehreren Jahren einen Blütenstängel aus, an dem sich ein gelber Blütenstand mit einer Reihe von schmalen Blüten entwickelt. An einem Blütenstand sieht man gleichzeitig Knospen, voll ausgebildete Blüten und verblühte Blüten. Sie blüht von unten nach oben allmählich auf. Die einzelnen Blüten bleiben jedoch relativ geschlossen, bis sie verblüht wirken. Das Aussehen der Blüten zeigt auch deutlich die Ver-wandtschaft zum Affodill. An Lilien erinnern die Blüten der Aloe kaum.
Aloe vera wächst stammlos oder mit kurzen Stämmen, ist sprossend und bildet dichte Gruppen. Der Stamm erreicht einen Umfang von bis zu 30 Zentimeter. Die etwa 16 lanzettlich-verjüngten Laubblätter sind dicht rosettig am Stamm angeordnet. Ihre 40 bis 50 Zentimeter lange und 6 bis 7 Zentimeter breite Blattspreite ist graugrün und manchmal rötlich überhaucht. Die Blattober-fläche ist glatt. An den leicht rosafarbenen Rändern befinden sich im Abstand von 10 bis 20 Millimetern etwa 2 Millimeter lange, feste bleiche Zähne. Der getrocknete Blattsaft ist gelb.
Der einfache oder ein- bis zweimal verzweigte Blütenstand ist 60 bis 90 Zentimeter lang und trägt zylindrisch spitz zulaufende Trauben von 30 bis 40 Zentimeter Länge und 5 bis 6 Zentimeter Breite. Die eiförmig-spitzen, zurückgeschlagenen Tragblätter sind 10 Millimeter lang und 3 bis 5 Millimeter breit. Die gelben Blüten sitzen an etwa 5 Millimeter langen Blütenstielen. Die etwa 28 bis 30 Millimeter langen Blüten sind leicht bauchig und an ihrer Basis gerundet. Auf Höhe des Fruchtknotens weisen sie einen Durchmesser von 7 Millimeter auf. Darüber sind sie erweitert und schließlich an der Mündung verengt. Ihre äußeren Perigonblätter sind auf einer Länge von 18 Millimetern nicht miteinander verwachsen. Die Staubblätter und der Griffel ragen 3 bis 5 Millimeter aus der Blüte heraus.
Die ursprüngliche Heimat von Aloe vera liegt möglicherweise auf der arabischen Halbinsel. Kultiviert wird sie in allen subtropischen und tropischen Regionen der Welt. In zahlreichen Regionen gilt die Art inzwischen als eingebürgert, so auch im Mittelmeergebiet, in Indien, auf den westindischen Inseln, den kanarischen Inseln und in Mexiko. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung als Aloe perfoliata var. Vera wurde 1753 von Carl von Linnévorgenommen. Nicolaas Laurens Burman erhob die Varietät 1768 in den Rang einer Art. Philip Miller schlug im selben Jahr den Namen Aloe barbadensis vor und verwies dabei auf den von Caspar Bauhin bereits 1620 verwendeten Na-men Aloe vulgaris. Aufgrund der späteren Veröffentlichung Millers hat der Artname Aloe veraPriorität vor dem Namen Aloe barbadensis.
 
Anbautipps
Man kann die Aloe recht gut zuhause im Topf anbauen. In Baumärkten und Garten-Centern wird sie häufig angeboten (leider nicht ganz billig). Die Aloe vera braucht sandigen Boden, der gut entwässert ist, weil sie ja eine Wüstenpflanze ist. Im Topf wachsend braucht die Aloe Schatten; ist also für den Anbau im Haus durchaus geeignet. Wenn die Blätter groß genug sind (bei Pflanzen über 2 Jahre alt), kann man sie bei Bedarf abschneiden. Es sollten jedoch immer mindestens 12 Blätter stehenbleiben, damit die Pflanze sich gut weiterentwickeln kann. Eine Pflanze kann dann bis zu 10 Jahre alt werden.
 
Ernte
Sobald die Blätter einer selbst kultivierten Aloe-Pflanze groß genug sind, kann man sie einzeln abschneiden und das Gel, das darin enthalten ist verwenden. Optimal für die Pflanze ist es, wenn sie mindestens zwölf Blätter hat, bevor man anfängt, Blätter abzuschneiden. Am besten schneidet man immer nur eines der unteren Blätter ab und verwendet es ganz frisch. Die restliche Pflanze lässt man weiter wachsen, bis ein Blatt nachgewachsen ist und man wieder eines der unteren Blätter ernten kann. Gleich nach dem Abschneiden des dicken Blattes lässt man den gelben Saft herauslaufen. Er enthält das Harz mit dem stark reizenden Wirkstoff Aloin. Wegen der reizenden Wirkung ist diese Substanz für den Hausgebrauch nicht geeignet. Wenn der gelbe Saft abgelaufen ist, schneidet man ein so großes Stück des Blattes ab, wie man für die aktuelle Anwendung braucht. Das restliche Blatt kann man in einer Plastiktüte im Kühlschrank ein paar Tage aufheben. Das Blattstück für die aktuelle Verwendung kann man aufschneiden. Für die äußerliche Anwendung kann man direkt die Gelseite auf den zu behandelnden Hautstellen auftragen und streichen. Für die innerliche Anwendung kann man das Gel vorsichtig mit einem Messer herauslösen. Das herausgelöste Gel kann man dann einfach essen oder man verrührt es beispielsweise in Joghurt. Eine Konservierung des frischen Gels durch Trocknung oder Extrahierung in Alkohol macht normalerweise keinen Sinn, weil der wichtigste, feuchte Effekt des Gels dann verloren geht.

Bachblüten
Glaubst, andere auf seine Fehler aufmerksam, machen zu müssen, kritisierst, tadelst, nörgelst (Beech)
Diese Menschen glauben fest, dass sie ihre Mitmenschen auf ihre Fehler aufmerksam machen zu müssen und kritisierst sie, tadelst sie und nörgelst nur
Beech hilft ihnen dies abzustellen
Bachblüten
Ausgelaugt durch Anwesenheit anderer, überarbeitet aus zu großer Hilfsbereitschaft (Centaury)        
Sie fühlen sich ausgelaugt durch die Anwesenheit ihrer Mitmenschen, sind überarbeitet durch zu großer Hilfsbereitschaft
Mit Centaury können sie das ausgelaugte und überarbeitete hinter sich lassen
In der Ernährungspyramide wird der Vitamin- und Mineralstoffversorgung erläutert
6 Portionen: alkoholfreie Getränke
Es sollten täglich 1 ½ l energiearmer Getränke getrunken werden
Bevorzugt sind Wasser, Mineralwasser, ungezuckerter Früchte- & Kräutertees oder verdünnte Obst- & Gemüsesäfte (1/3 Saft, 2/3 Wasser)
Man sollte auch täglich 5 Portionen Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte essen. Ein Tipp: 3 Teile/Portionen Gemüse (zum Teil roh) und/oder Hülsenfrüchte und 2 Teile/Portionen Obst.
Es sind saisonales und regionales Angebot zu bevorzugen.
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