Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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11.06.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > Juni > 10.06.19-16.06.19


BLASENTANG

Der Blasentang ist eine Braunalge aus den Meeren der nördlichen, gemäßigten Breiten. Er kommt dort häufig vor. Bei Sturm werden manchmal ganze Teppiche mit Blasentang ans Ufer geschwemmt. Traditionell wird der Blasentang als Mittel bei starkes Übergewicht und Stoffwechselunterfunktionen angewendet. Doch heute ist man von der medizinischen Nutzung des Blasentangs weitgehend abgekommen.
Der Blasentang ist eine im Nordatlantik sowie in der Nord- und Ostsee weit verbreitete Braunalge. Er wird unter anderem als Heilmittel verwendet. Seine Bestände in der Ostsee sind in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Übergewicht
Heilwirkung:
blutgerinnungshemmend, stoffwechselanregend
Anwendungsbereiche:
Arteriosklerose, Arthritis, Asthma, Cellulite, Fettsucht, Kropf, Psoriasis, Rheuma, Schilddrüsenüberfunktion, Schuppenflechte, Stoffwechselerkrankungen, Schwitzen, Sodbrennen, Struma, Verstopfung, Homöopathisch: Morbus Basedow, Abmagerung
wissenschaftlicher Name:
Fucus vesiculosus
Pflanzenfamilie:
Braunalgen = Fucaceae
englischer Name:
Bladderwrack
volkstümliche Namen:
Höckertang, Kelb, Meereiche, Meertang, Schweinetang, Seeeiche, Seetang
Verwendete Pflanzenteile:
Algenblätter
Inhaltsstoffe:
Jod, Vitamin C, Ascorbinsäure, Zeaxanthin, Beta-Sitosterol, Eisen, Polyphenole, Schleim, Violaxanthin, Xanthophyll, Alginsäure, Laminarin, Mannitol, Fucose, Fucoxanthin, Diiodtyrosin
Sammelzeit:
Juni bis September

Anwendung
Die Wirkung des Blasentangs beruht nahezu ausschließlich auf seinem Jodgehalt. Dieser Jodgehalt ist beim Blasentang jedoch sehr schwankend. Daher ist unverarbeiteter Blasentang heutzutage ungeeignet, um Jodmangelerkrankungen zu behandeln, bei denen eine präzise Jodmengen gegeben werden muss (z.B. Schilddrüsenunterfunktion). Als Jodlieferant sind heutzutage standartisierte Jodmedikamente besser geeignet als der Blasentang. Es gibt auch Fertigpräparate mit Blasentang, bei denen der Jodgehalt standartisiert ist. Blasentang wird vielseitig als Tiernahrung, Nahrungsmittelzusatzstoff, in der Düngemittelindustrie, für industrielle Anwendungen und Lebensmittelverarbeitung verwendet. Die Ernte erfolgt ausschließlich aus Wildbeständen. Die angegebene Erntemenge (2005: 84t) scheint im Vergleich mit anderen  Seetang-Arten vergleichsweise gering.  
Medizinische Verwendung
Die  Pharmaindustrie verwendet Blasentang zur Gewinnung von  Alginaten. Der Blasentang wird in Irland und Frankreich zur Herstellung von Seetang-Extrakt für Kosmetikprodukte genutzt. Als Tangbäder werden die getrockneten Algen auch in der Thalassotherapie eingesetzt.  Aufgrund seines hohen Jodgehaltes wurde Blasentang seit dem 17. Jahrhundert zur  Kropfbehandlung angewendet. In der Pflanzenheilkunde wird er bei  Schilddrüsenunterfunktion, Heuschnupfen, Arterienverkalkung und  Schuppenflechte eingesetzt. Um eine Überdosierung mit Iod zu vermeiden, darf er nicht bei Schilddrüsenüberfunktion sowie in der Stillzeit und Schwangerschaft eingenommen werden. Da vermutet wurde, dass die Wirkstoffe des Blasentangs den  Grundumsatz erhöhen, wurde er seit der Mitte des 19. Jahrhunderts auch zur Behandlung von  Adipositas eingesetzt. Auch heute ist Blasentang Bestandteil vieler Schlankheitsmittel. Im Internet sind sowohl pflanzliche als auch homöopathische Produkte erhältlich.
Weitere Nutzung
In Schottland wurde Blasentang als Dünger verwendet. Heute werden aus ihm Mikronährstoffe für Futtermittel bei der Tierhaltung gewonnen. Lokal wird Blasentang auch als Verpackungsmaterial für die Hummerzucht und den Transport von  Pierwürmern genutzt. Eine mögliche Verwendung als  Brennstoff (nachwachsender Rohstoff) wird untersucht.  
Blasentangtee
Der Blasentang wird traditionell als Abkochungstee verwendet. Da diese Abkochung nicht sehr gut schmeckt, ist Blasentang als Heilmittel nicht sehr beliebt. Um den Geschmack des Blasentangtees zu verbessern, kann man ihn zu etwa gleichen Teilen mit Anis und Süßholzwurzel kombinieren.
Schlankheitsmittel
Dem Blasentang wird traditionell nachgesagt, dass er den Stoffwechsel anregt und dadurch gegen Übergewicht helfen können soll. Diese Vorstellung trifft möglicherweise zu, wenn man aufgrund von Jodmangel unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidet. Da es früher keine industriell zubereiteten Jodpräparate gab, war man froh, mit dem Blasentang ein pflanzliches Mittel zur Hand zu haben, mit dem man Jodmangel-Zustände behandeln konnte. Dadurch konnte manchmal auch jodmangelbedingtes Übergewicht erfolgreich behandelt werden. Es ist jedoch ein Fehlschluss, zu glauben, dass Blasentang jede Art von Übergewicht erfolgreich bekämpfen kann. Selbst für Übergewicht durch Jodmangelzustände gibt es inzwischen Mittel, die präziser und daher besser wirken können. Dennoch gilt Blasentang in der Volksheilkunde nach wie vor als Schlank-heitsmittel. Früher war Blasentang in vielen Schlankheitsmitteln enthalten, doch inzwischen sind andere Inhaltsstoffe in solchen Mitteln meistens beliebter als der Blasentang. Gerade bei Schlankheitmitteln spielt bekanntlich die Mode eine wichtige Rolle.
Schilddrüsenmittel
Durch seinen Jodgehalt ist der Blasentang als Mittel zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen prädestiniert. Vor allem der Kropf (Struma) und Schilddrüsenunterfunktion stehen häufig mit Jodmangel in Verbindung. Das südliche Deutschland in ein Jodmangelgebiet, was vor allem früher zu häufiger Kropfbildung geführt hat. Heutzutage wird Jod jedoch dem Speisesalz zugefügt, was zwar sehr umstritten ist, aber immerhin dafür sorgt, dass Jodmangelzustände selten geworden sind. Jetzt kommt es eher zu Jodallergien, die ihrerseits ein Problem für die Schilddrüse darstellen. Traditionell wurde der Blasentang zur Strumaprophylaxe und zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktionen und Kropf angewendet. Wenn man ihn heute ebenso nutzen will, sollte man ein Fertigpräparat mit Blasentang verwenden und diese Anwendung mit dem Arzt besprechen. Im Allgemeinen werden präzise dosierte Jodpräparate jedoch vorgezogen werden.
Bäder bei Gelenkproblemen
Eine traditionelle Anwendung des Blasentangs sind Bäder gegen rheumatische Gelenkbeschwerden. Dazu braucht man größere Mengen Blasentang, die man aufkocht und einem Bad zugibt. In diesem Bad verweilt man etwa 20 Minuten. Solche Blasentangbäder manchen vielleicht Sinn, wenn man sich direkt am Meer aufhält und den Blasentang in größeren Mengen sammeln kann.
Einreibungen
Früher hat man Blasentangauszüge auch für Einreibungen bei Psoriasis, Cellulite und Übergewicht angewendet. Die Anwendung gegen Schuppenflechte mag durchaus ihre Berechtigung haben, weil auch Meerwasseranwendung gegen diese Hauterkrankung helfen. Die Blasentangeinreibung gegen Cellulite und Übergewicht ist jedoch eher fragwürdig.
Homöopathie
In der Homöopathie wird Fucus vesiculosus zur Behandlung von Schilddrüsenproblemen und Gewichtsproblemen verwendet. In niedrigen Potenzen (bis D4) verwendet man Fucus vesiculosus analog zur nicht potenzierten Pflanze. Ab D6 wird Fucus vesiculosus jedoch, wie in der Homöopathie üblich, gegensinnig verwendet. Fucus vesiculosus wird in diesen etwas höheren Potenzen gegen Schilddrüsenüberfunktion (Morbus Basedow) und Abmagerung verwendet.
Achtung! Bei Jodunverträglichkeit sollte man auch auf homöopathischen Blasentang verzichten, weil minimale Jodmengen enthalten sind. Erst in sehr hohen Potenzen kann man Fucus vesiculosus auch bei Jodunverträglichkeit einsetzen. Aber auch dann sollte man die Anwendung unbedingt mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Andere Einsatzgebiete
Früher diente der Blasentang zur Gewinnung von Jod. In der Volksmedizin verwendete man Blasentang außerdem gegen Arteriosklerose, als Abführmittel, übermäßiges Schwitzen und Asthma. All diese Anwendungsgebiete sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen.
Blasentang in der Küche
Der Blasentang wird in Japan als Gemüse zubereitet. In Europa wird der Blasentang normalerweise nicht direkt als Speise angeboten. Er findet sich aber als Zusatz in manchen Lebensmitteln. In manchen Gegenden wird der Blasentang auch als Viehfutter verwendet.
Hinweis
In der Schwangerschaft, bei Schilddrüsenüberfunktion und Herzkrankheiten darf der Blasentang nicht angewendet werden. Es gibt auch andere Schilddrüsenerkrankungen, bei denen eine Überempfindlichkeit auf Jod vorliegt. In diesen Fällen muss man auf die Anwendung von Blasentang verzichten.

Geschichtliches
Schon im Altertum war der Blasentang bekannt und wurde als Heilmittel und Nahrungsmittel verwendet. Plinius der Ältere nannte den Blasentang sinngemäß "Meereiche", weil seine Blätter eine Form haben, die der Eiche ähnelt. Im 19. Jahrhundert war Blasentang die wichtigste Jodquelle, nachdem 1811 das Elemente Jod entdeckt und nachgewiesen wurde. Traditionell wurde Meereichenpulver aus verkohltem Blasentang als Heilmittel verwendet.

Magische Anwendung
In der Magie ist der Blasentang dem Mond und dem Wasser zugeordnet. Man verwendete ihn für Meeres- und Windzauber. Es soll als Schutz bei Reisen auf oder über dem Meer dienen. Manchmal wird Blasentang auch verwendet, um Wind herbei zu rufen. Dazu wird eine frische Pflanze in die Hand genommen und am Ufer stehend im Uhrzeigersinn über dem Kreis geschwungen. Wenn man dann einen Pfiff ausstößt, soll der Wind auffrischen. Durch Wischen des Bodens und der Türen mit Blasentangaufguss soll man Kundschaft anlocken können. In Whiskey eingelegt, wie bei einer selbst angesetzten Tinktur, wird Blasentang als Geldzauber verwendet. Wenn man trockenen Blasentang in Beuteln mit sich herum trägt, soll dies die übersinnlichen Fähigkeiten steigern und vor geistiger Umnachtung schützen.

Pflanzenbeschreibung
Der Blasentang gehört zur Klasse der Braunalgen. Er wächst in Nord- und Ostsee und außerdem im Atlantik und Pazifik. In diesen Meeren kommt er häufig vor. Durch die Flut und bei Stürmen wird der Blasentang ans Ufer geschwemmt. Man findet ihn vor allem an felsigen Küsten, denn er braucht Felsen, um sich zu verankern. Er ist eine braun-grünliche, glitschige Masse, die weit verzweigt ist und blasenartige Verdickungen hat. Die Blasen helfen dem Blasentang beim Schwimmen. Einzelne Blasentang-Pflanzen werden zwischen 30 bis 100 cm groß. Getrocknet wird der Blasentang braunschwarz. Der Blasentang ist eine mehrjährige Großalge (Seetang) mit einer Länge von meist 10 bis 30cm (selten länger). An der Basis ist er mit einer Haftplatte mit dem Untergrund verbunden. Der lederartig derbe, braungrüne Thallus ist abgeflacht, in einer Ebene gabelig verzweigt und von einer Mittelrippe durchzogen. Kennzeichnend und namensgebend sind die Gasblasen, die beidseitig der Mittelrippe paarig angeordnet sind und in den Gabelungen einzeln stehen. Sie verleihen der Alge Auftrieb im Wasser. Bei Ebbe ist der Blasentang durch eine Schleimschicht vor Austrocknung geschützt.
Vermehrung
Fucusarten sind Diplonten ohne Generationswechsel. Im Sommer finden sich an den Thallusenden geschwollene Fruchtkörper mit gallertigem Inhalt und warziger Oberfläche. Diese so genannten Rezeptakeln enthalten krugförmig eingesenkte Konzeptakeln, in denen die Gameten, Eizellen und Zoosporen, gebildet werden. Männliche und weibliche Gameten werden beim Blasentang auf verschiedenen Thalli gebildet. Bei ansteigender Flut treten die Geschlechtszellen durch die porenartigen Öffnungen der Konzeptakeln aus. Die Eizellen sondern ein Pheromon ab, das die Samenzellen anlockt. Die Gameten sind maximal zwei Stunden lebensfähig und breiten sich höchstens 2 bis 10 Meter weit aus. Die befruchtete Zygote setzt sich fest und wächst zu einem neuen diploiden Thallus heran. Die Hauptreifezeit reicht von September bis Mai. Im Juni und Juli degenerieren die vorjährigen Fruchtkörper und an den Thallusenden entstehen neue Rezeptakeln.

Sammeltipps
Blasentang wird bei Flut und Sturm häufig in Ufernähe getrieben und ist dann bei Ebbe zu Fuß erreichbar. Man kann ihn bei Ebbe einsammeln und zügig trocknen. Von der medizinischen Verwendung von selbst gesammeltem Blasentang ist jedoch eher abzuraten, weil man sich nicht auf seinen Wirkstoffgehalt verlassen kann.




DORNIGE HAUHECHEL

Die Hauhechel ist ein kleiner Strauch aus der Familie der Hülsenfrüchte und ein gefürchtetes Unkraut. Ihre rosafarbenen Blüten sind eine Zierde der Wiesen, wo sie wachsen. Doch die Dornen pieksen schmerzhaft, wenn man ihnen zu nahe kommt. Die Wurzel der Hauhechel wird zur Blutreinigung bei Frühjahrs- und Schlankheitskuren verwendet. Auch gegen Blasenentzündung und Nierensteine wird sie häufig eingesetzt. Besonders geeignet ist eine kurze Teekur zur Durchspülung bei entzündlichen Harnwegen. Die Wurzeln haben je nach Boden stark schwankende Mengen an Inhaltsstoffen, teilweise bleibt sogar die erwünschte Wirkung aus, wenn die Wurzel keine Saponine enthält.
Die Dornige Hauhechel, auch Weiberkrieg oder Eindorn genannt, ist eine Pflanzen art aus der Gattung der   Hauhecheln, die zu den  Schmetterlingsblütlern gehört. Auf Grund von Zuordnungsschwierigkeiten wird sie gelegentlich mit der Kriechenden Hauhechel und der Bocks-Hauhechel zur Artengruppe „Ononis spinosa agg." zusammengefasst.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Aquaretikum, Diuretikum, Entwässerungsmittel, Harntreibendes Mittel
Heilwirkung:
antibakteriell, antiphlogistisch, aquaretisch, blutreinigend, entwässernd, entzündungshemmend, harntreibend, östrogen, steinlösend
Anwendungsbereiche:
Pflanzenheilkunde: Blasenkatarrh, Diuretikum, Nierenbeckenentzündung, Harngrieß, Vorbeugung gegen Harnsteine, Volksheilkunde: Bauchwassersucht,  Blasenentzündung, Blasenkatarrh, Blasenschwäche, Blasensteine, Blasengrieß, Diuretikum, Ekzeme, Feigwarzen, Gelenkrheuma, Gicht, Harnröhrenentzündung, Harngrieß, Harnsteine, Hautprobleme, Herpes simplex, Herpes zoster, Mundgeruch, Nierenbeckenentzündung, Nierenentzündung, Nierengrieß, Nierensteine, Rheuma, Wassersucht, Zahnschmerzen, Homöopathie: Nierenerkrankungen, Harnwegserkrankungen
wissenschaftlicher Name:
Ononis spinosa
Pflanzenfamilie:
Hülsenfrüchtler = Fabaceae
englischer Name:
Rest-Harrow
volkstümlicher Name:
Aglakraut, Aglarkraut, Dornige Hauhechel, Eindorn, Einhagel, Eselskraut, Frauenkriegswurzel, Frauenstreit, Gundeldorn, Hachel-kraut, Harnkrautwurzel, Hasenblume, Hasenöhrle, Haudornwurzel, Hauhechel, Hechelkrautwurzel, Heckelkraut, Heudorn, Heuhechel, Höhldorn, Hofdorn, Hohachel, Huldorn, Katzenspeer, Lahmdorn, List, Listendorn, Ochsenbrech, Ochsenbruch, Ochsenkraut, Pflugsterz, Questenkraut, Questenkrautwurzel, Schafhechel, Schafhechle, Schmalhef, Stachelkraut, Stachelkrautwurzel, Stallchrut, Stallkrautwurzel, Triefkraut, Weiberklatsch, Weiberkrieg, Weiberzorn, Weichsen, Wetzsteinkraut, Witschge, Witwerdörn, Wiwkrut
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Blüten, junge Triebe, Wurzel
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Anethol, Carvon, fettes Öl, Flavonglykoside, Flavonoide, Formononetin, Genistein, Gerbstoffe, Glykoside, Gummi, Harz, Isoflavonide, Menthol, Onocerin, Ononin, Orocol, Phytosterin, Saponine, Sitosterin, Trifolirhizin, Triterpene, Zitronensäure
Sammelzeit:
Kraut: Juni und Juli, Wurzel: September bis November
Nebenwirkungen:
Bei hohen Dosen: Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen)
Wechselwirkungen:
keine bekannt
Kontraindikation:
Ödeme durch Minderfunktion von Herz oder Nieren

Anwendung
Die Pflanze enthält wenig ätherisches Öl, sowie die Isoflavone Biochanin A, Formononetin und Genistein. Des Weiteren sind die Gerbstoffe Ononin und das Terpen alpha-Onocerin Hauptinhaltsstoffe. Als Arzneidroge wird die ganze oder geschnittene, getrocknete Wurzel verwendet. Ihr wird eine schwache harntreibende Wirkung zugeschrieben. In den bislang durchgeführten Versuchen wurden neben positiven auch negative Resultate erzielt, so dass eine abschließende Beurteilung der harntreibenden Wirksamkeit derzeit noch nicht möglich ist. Auch die dafür verantwortlichen Pflanzeninhaltsstoffe konnten bis jetzt noch nicht sicher ermittelt werden. Dennoch wird die Droge als mildes wassertreibendes Mittel zur Durchspülungstherapie bei Infektionen der ableitenden Harnwege, bei Nierengrieß und zur Vorbeugung bei Nierensteine verwendet. Bei Wasseransammlungen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit ist die Anwendung kontraindiziert.  Die volksmedizinische Anwendung bei Gicht und Rheuma ist nicht belegt.
Die Hauhechelwurzel kann man frisch oder getrocknet als Tee oder in Teemischungen zur Blutreinigung und Förderung des Stoffwechsels einsetzen. Da sich der Körper besonders schnell an die harntreibende Wirkung anpasst, kann man die Wurzel nur für ein paar Tage anwenden. Sobald die Wirkung nachlässt ist eine 1-2 wöchige Pause nötig, damit die Wurzel wieder wirken kann.
Wurzel-Tee
2 Teelöffel Hauhechelwurzelstücke mit 250ml kaltem Wasser übergießen und 10 Stunden stehen lassen. Dann abgedeckt nur ganz kurz aufkochen und anschließend abseihen. Sobald der Tee lauwarm ist: ungesüßt trinken. 2 Teelöffel Hauhechelwurzelstücke mit 250 ml Dazu muss ausreichend Wasser (etwa 2 Liter /Tag) getrunken werden. Regt Harn- und Stoffwechseltätigkeit an.
Blütentee
1-2 Teelöffel der Blüten mit 250 ml heißem Wasser übergießen, abdecken und ein paar Minuten ziehen lassen. Hilft bei geschwollene Beine.
Mundspülung
Einen Wurzelabsud mit Essig gekocht, hilft als warme Mundspülung bei Zahnschmerzen.
Umschläge
Einen Wurzelabsud mit Essig gekocht, hilft als Umschlag bei schorfige Wundkrusten.
Einreibung
Einen Wurzelabsud mit Wein gekocht, hilft als Einreibemittel bei Wadenkrämpfe.
Kraut
Das zerkleinert und zerquetschte Kraut hilft als Auflage bei Ekzemen, Hautausschlägen und Hautjucken.
frische Wurzel
Ein kleines Stückchen frische Wurzel kauen hilft bei Zahnschmerzen.
junge Triebe
Die sehr jungen dornenfreien Triebe kauen hilft bei Mundgeruch. Die jungen Trieben können auch eingemacht und später bei Mundgeruch eingesetzt werden.
Homöopathie
Verarbeitet wird die oberirdische frische Pflanze zur Blütezeit, eingesetzt gegen Nierensteinkoliken, Nierengrießbildung und Wassersucht.
Anthroposophische Homöopathie
Verarbeitet wird der unterirdischen und angetrocknete Teil der Pflanze zur Blütezeit. Wird mit anderen Mitteln kombiniert.
Weitere Informationen
Hauhechelwurzelpulver in Tee und Salben: Über die blutreinigende Wirkung hilft sie auch bei Hautkrankheiten und rheumatische Beschwerden.

Geschichtliches
Schon im Altertum wurde die Hauhechelwurzel zur Blutreinigung, bei Blasen- und Nierensteine und viele andere Krankheiten genutzt. Schon einige Jahrhunderte vor Christi Geburt wurde die Hauhechel von Theophrast beschrieben. Allerdings dürfte die beschriebene Hauhechelart eine andere als die Dornige Hauhechel gewesen sein. In Deutschland fand die Dornige Hauhechel im 16. Jahrhundert ihren Einzug in die Kräuterbücher, z.B. im Kreutterbuch von Leonhart Fuchs. Als Zauberkraut setzte man es auch zum Schutz des Viehs ein. Bis zur modernen Landwirtschaft ein gefürchtetes Unkraut, da die stabile Wurzel jeden Pflug stoppte und die Dornen Mensch und Tier verletzten.

Pflanzenbeschreibung
Die Dornige Hauhechel ist in Osteuropa heimisch und winterhart. Sie wächst bevorzugt auf sonnigen, sandigen und trockenen Wiesen, Brachland und Wegrändern. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 30 bis 60 Zentimeter hoch. Die Blätter sind gefiedert und etwa 3cm lang. Die rosa Blüten erscheinen zwischen Juni und August. Aus den Hauchechelblüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen. Die Samen befinden sich in behaarten Samenhülsen. Der oberirdische Teil der Pflanze stirbt bei Frost ab. Die stabilen Wurzelstöcke mit verzweigten Pfahlwurzeln erreichen eine Tiefe von etwa 1 Meter. Die Wurzel ist außen graubraun bis schwarzbraun und im Innern weiß. Es gibt verschiedene Hauhechelarten. Die Dornige Hauhechel ist ein 10 bis 80 cm hoher, winterkahler Halbstrauch mit kräftigen, bis 50 cm langen  Pfahlwurzeln und liegenden bis aufsteigenden, am Grund holzigen, dornigen Stängeln. Diese sind ab der Mitte meist deutlich zweireihig, selten auch einreihig oder ganz oben allseitig, behaart und von roter Farbe. Die gezähnten  Blätter sind dreizählig gefiedert, an der Spitze der Zweige auch einfach. Das mittlere Teilblatt ist mindestens doppelt, oft drei- bis viermal, so lang wie breit. Die ebenfalls gezähnten  Nebenblätter sind kürzer als der Blattstiel. Die  Sprossdornen stehen oft paarweise. Die Blüten stehen einzeln in den Blattachseln, ihre Kronblätter sind rosa gefärbt. Die Pflanzen blühen von April bis September mit ein bis drei Schmetterlingsblüten, die an Kurztrieben sitzen, welche in den Blattachseln an Stängel- und Zweigenden entspringen. Hierdurch entstehen mäßig dichte  Blütentrauben. Die einzelnen Blüten sind zwischen 1 und 2,2 cm lang und von rosaroter oder hellvioletter Farbe. Die Fahne der Blüten ist an der Außenseite leicht  drüsig behaart und streifig dunkel geadert. Der  Kelch ist lang und ebenfalls teilweise drüsig behaart. Nach der Blüte bilden sich aufgeblasene  Hülsen, die etwa 1 cm lang und 0,5 cm breit sind, auch diese sind drüsig behaart.
Ähnliche Arten
Die Dornige Hauhechel wird gelegentlich mit der Kriechenden Hauhechel und der Acker-Hauhechel zur Artengruppe Ononis spinosa agg. zusammengefasst. Die Zuordnung einzelner Exemplare zu den einzelnen Arten ist zuweilen fast unmöglich, da es Übergangsformen zwischen ihnen gibt. Die Kriechende Hau-hechel wird vor allem durch den dornenlosen Stängel charakterisiert. Andere Merkmale sind die meist einzelnen Blüten in Trauben und das mittlere Teilblatt, dass bei dieser Art höchstens doppelt so lang wie breit ist. Die Vorkommen sind mit denen der Dornigen Hauhechel oft identisch oder überlappend. Die Ackerhauhechel hat ebenfalls einen dornenlosen Stängel, hier sitzen aber stets zwei bis drei Blüten in den Blattachseln und an den Zweigenden traubig gehäuft. Die Art ist selten und findet sich fast ausschließlich auf  Halbtrockenrasen. In Deutschland wächst sie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. In Österreich ist sie in Nieder- und Oberösterreich sowie in der Steiermark zu finden.

Anbautipps
Die Dornige Hauhechel ist als gefürchtetes Unkraut sehr pflegeleicht. Man sollte sich gut überlegen die Dornige Hauhechel im eigenen Garten anzubauen, ist die Pflanze nur mit hohem Aufwand durch Ausgraben der tiefen Wurzel oder starker Dauerdüngung wieder loszuwerden. Aus Wurzelstücken und Wurzelresten kann sich wieder eine neue Pflanze entwickeln, daher kann die Pflanze über Wurzelteilung vermehrt werden, am besten im Herbst. Im Frühling die Samen aussäen. Ein Anbau im Topf bring nur bei entsprechend tiefen Töpfen eine gute Wurzel hervor, das Kraut und Blüte wächst auch in kleinen Töpfen recht gut. Der Standort sollte sonnig sein. Der Boden sollte durchlässig, kalkhaltig, trocken und sandig sein, wächst auch auf lehmigem Boden. Wenig düngen und nur bei großer Trockenheit gießen

Sammeltipps
Die Wurzel wird im Frühling oder Spätherbst geerntet. Mit Hilfe von Spitzhaue/ Spitzhacke wird die Wurzel in schweißtreibender Arbeit aus dem Boden gegraben. Dabei sollte man darauf achten, dass man sich nicht an den Dornen verletzt, da diese schwer heilende Wunden verursachen. Wurzel reinigen. Dicke Wurzelteile der Länge nach halbieren, dünne Wurzeln können direkt getrocknet werden. Die Wurzel stinkt. Zum Trocknen die Wurzeln an Bindfäden aufreihen und an einem luftigen, warmen und trockenen Ort aufhängen, ideal ist ein luftiger Dachboden. Die Wurzeln können auch in kleine Stücke geschnitten werden und im Backofen oder Trockengeräte bei niedriger Temperatur (40 °C) getrocknet werden. Die Wurzelstücke insektensicher, trocken und lichgeschützt lagern. Gut gelagerte Wurzelstücke halten etwa 4-5 Jahre.
Bei dem Ernten von Blüten und Blättern auf die Dornen achten.



BACHBLÜTEN
Du versteckst dein wahres Gesicht, spielst anderen etwas vor (1 Agrimony)
- Diese Menschen verstecken ihr wahres Gesicht und spielen ihren Mitmenschen etwas vor
- Mit der dementsprechender Bachblüte können sie ihr wahres Gesicht zeigen, und spielen nicht mehr vor


BACHBLÜTEN
Kollektive Ängste wie: Angst vor körperlicher Gewalt, Überfälle, Vergewaltigung, Misshandlung, Angst vor Schlangen, Geistern u.a. (2 Aspen)
- Diese Menschen haben Angst vor körperliche Gewalt, Überfälle, Vergewaltigung, Misshandlungen und auch Ängste vor Schlangen, Geistern u.ä.
- Mit der dementsprechender Bachblüte können sie diese Ängste in den Griff bekommen


ERNÄHRUNG
Küchenkräuter nach Hildegard
Gewürznelken (bei Hildegard als Heilmittel für Ohrensausen und Kopfschmerzen, was heute mit Bluthochdruck gleichgesetzt wird)
Galgant (Hildegard empfahl bei Herzschwäche, aus heutiger Sicht auch bei Verdauungsstörungen und Blähungen angewandt)
Fenchel (Hildegard zitiert) wie immer er gegessen wird, macht er Menschen fröhlich, vermittelt ihm angenehme Wärme, guten Schweiß und gute Verdauung
Lorbeerblätter (nur als Heilmittel)


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