Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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09.06.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > Juni > 05.06.17-11.06.17


JOHANNISKRAUT

Das Johanniskraut ist die bekannteste typische Mittsommerpflanze. Selbst sein Name stammt vom Johanni-Tag am 24. Juni ab. In den Tagen um die Sommersonnenwende öffnet das Johanniskraut seine leuchtend gelben Blüten an Wegrändern, lichten Gebüschen, Böschungen und sogar auf Schuttplätzen. Wie kaum eine andere Pflanze ist das Johanniskraut mit der Sonne assoziiert, dessen Kraft sie an den längsten Tagen des Jahres aufnimmt, um sie in den dunkleren Tagen des Winters an uns Menschen abzugeben. Das Johanniskraut bringt wärmende Sonnenstrahlen in depressive Gemüter. Das wusste schon Paracelsus im Mittelalter und heutzutage wird dieses Wissen sogar von der Schulmedizin bestätigt.
Das Echte Johanniskraut, auch Echt-Johanniskraut, Gewöhnliches Johanniskraut, Durchlöchertes Johanniskraut, Tüpfel-Johanniskraut oder Tüpfel Hartheu genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Johanniskräuter innerhalb der Familie der Hypericaceae (früher Hartheugewächse). Es findet Anwendung als Heilpflanze.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Depressionen
Heilwirkung: abschwellend, adstringierend, antibakteriell, beruhigend, blutbildend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, tonisierend
Anwendungsbereiche: Atemwege: Bronchitis, Halsentzündung, Fieber, Verdauungssystem: Appetitlosigkeit, Verdauungsschwäche,  Magenbeschwerden, Darmentzündung, Durchfall, Hämorrhoiden, Stoffwechsel: Rheumatismus, Gicht, Harnorgane: Blasenentzündung, Bettnässen, Frauenheilkunde: Gebärmutterkrämpfe, Menstruationsbeschwerden, Endometritis, Wechseljahresbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten, Nervensystem: Depressionen,  Nervosität, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Kopfschmerzen, Migräne, Hypochondrie, Angstzustände, Neuralgien, Trigeminusneuralgie, Ischias, Hexenschuss, Bewegungsapparat: Rückenschmerzen, Muskelzerrungen, Blutergüsse, Quetschungen, Verrenkungen, Verstauchung, Krampfadern, Haut: Wunden,  Verbrennungen, Beulen, Geschwüre, Ekzem, Schrunden, Stichwunden, Trockene Haut, Juckreiz, Narbenschmerzen
wissenschaftlicher Name: Hypericum perforatum
Pflanzenfamilie: Hartheugewächse = Hypericaceae
englischer  Name: St Johns Wort
volkstümlicher Name: Hartheu, Alfblut, Blutkraut, Frauenkraut, Gartheil, Hartenaue, Hergottsblut, Jageteufel, Jesuswundenkraut, Johannisblut, Johanniswurz, Konradskraut, Mannskraft, Teufelsflucht, Tüpfel-Hartheu, Tüpfel-Johanniskraut, Unserer Frauen Bettstroh, Wundkraut
Falsche Schreibweisen: Johanneskraut, Johaniskraut, Johaneskraut, Johanisskraut, Johannes Kraut, Johanneskrautöl
Verwendete Pflanzenteile: das blühende Kraut, Blüten
Inhaltsstoffe: Hypericin, Hyperforin, Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, äther. Öl, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol, Phytosterole
Sammelzeit: Ende Juni bis September

Anwendung
Vor allem die Wirkung des Johanniskrauts gegen leichte und mittelschwere Depressionen ist heutzutage bekannt. Es ist ein Antidepressiva auf pflanzlicher Basis. Aber auch als Wundheilmittel wird das rote Johanniskraut-Öl gerne verwendet. Die zahlreichen anderen Heilwirkungen des Johanniskrautes sind etwas in Vergessenheit geraten.
Medizinische Anwendung
Bereits in der Antike wurde Johanniskraut als Heilpflanze verwendet. Neben dem Echten Johanniskraut kamen (als Sant Johans Kraut) bis in die Neuzeit auch Blut-Johanniskraut und Quirlblättriges Johanniskraut in der Heilkunde zum Einsatz. Heute wird Hypericum perforatum als pflanzliches Arzneimittel zur Behandlung von leichten bis mittelstarken depressiven Verstimmungen oder nervöser Unruhe eingesetzt. Äußerlich werden ölige Zubereitungen angeeendet. Die Pflanze wurde im Herbst 2014 von Wissenschaftlern der Universi-tät Würzburg mit Verweis auf das große medizinische Potenzial zur „Arzneipflanze des Jahres 2015“ gewählt.
Wirksamkeit bei der Behandlung der Depression
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde führt den Einsatz von Johanniskraut in der S3-Leitlinie Unipolare Depression als Möglichkeit eines ersten Therapieversuchs bei einer leichten bis mittelschweren Depression als Grad-0-Empfehlung an. Die Wirksamkeit von Johanniskraut in der Therapie der Depression ist allerdings umstritten. Es gibt sowohl klinische Studien, die eine Wirksamkeit feststellten, als auch solche, die keine Überlegenheit gegenüber Placebo zeigen. Die Autoren sehen in den Studien Evidenz, welche nahelegt, dass die Wirksamkeit der Johanniskrautextrakte in den Studien gegenüber Placebo überlegen ist und vergleichbar mit synthetischen Antidepressiva bei besserer Verträglichkeit und geringeren Abbruchraten sei. Da die in den Studien festgestellte Wirksamkeit auch von dem Land, aus dem die Studie stamme, und ihrer Präzision abhänge, könne nicht ausgeschlossen werden, dass einige kleinere Studien aus deutschsprachigen Ländern mängelbehaftet seien und zu optimistische Resultate berichteten. Klinische Leitlinien aus Deutschland, Kanada, den USA und Großbritannien sehen die Wirkung von Johanniskraut noch am besten bei milder oder mittelgradiger Depression nachgewiesen. Eine erneute Metaanalyse aus dem Jahr 2016, die im Vergleich zum 2008 veröffentlichten Cochrane-Review auch einige neuere Studien miteinbezieht, kommt zu einem ähnlichen Fazit wie letztere. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen geht davon aus, dass Johanniskraut einen Effekt bei leichten Depressionen hat. Generell gab es jedoch eine deutliche Abhängigkeit des Effektschätzers von der Studienqualität: Je schlechter die Qualität der Studien ist, desto größer stellt sich das Ausmaß der aufgezeigten Effekte dar und umgekehrt. Bei Betrachtung allein derjenigen Studien mit der besten methodischen Qualität zeigt Johanniskraut nur einen sehr geringen Effekt. Weiterhin geht das Institut davon aus, dass Johanniskraut bei schweren Depressionen nicht hilft. Es erwies sich bei schweren Depressionen in keiner Studie als dem Placebo überlegen.  Die jetzigen Studien liefern noch nicht genügend Daten, um unterschiedliche Johanniskraut-Extrakte miteinander vergleichen zu können oder die optimale Dosis zu ermitteln. Bei leichten Depressionen konnte jedoch in einer Studie eine Dosis-Wirkungsbeziehung experimentell nachgewiesen werden.
Wirkungsmechanismen und Wirklatenz
Als Hauptwirkstoff des Johanniskrauts gilt Hyperforin. Standardisierter Johanniskrautextrakt erhöht durch eine Wiederaufnahmehemmung der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin deren Konzentration an den Synapsen. Ebenfalls steigt auch die Konzentration von Gamma-Aminobuttersäure (GABA), Dopamin und L-Glutamat an, was in dieser Form kein Antidepressivum vermag. In der Folge vermindert sich die Anzahl der (noradrenergen) β-Rezeptoren, außerdem bewirkt es eine Herunterregulation der 5-HT2-Rezeptoren.
Die Wirkung der Johanniskraut-Präparate soll auf die chemisch definierten Substanzen Hyperforin und Hypericin zurückzuführen sein. Diese bewirken eine geringe bis mittelstarke cerebrale Wiederaufnahmehemmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin; dies sind bekannte Wirkmechanismen synthetischer Antidepressiva. Das Verhältnis der Wiederaufnahmehemmung beträgt in tierexperimentellen Untersuchungen Serotonin:Dopamin:Noradrenalin:GABA:Glutamat = 2:1:5:1:11.Eine MAO-Hemmung wurde immer wieder behauptet, konnte aber nie nachgewiesen werden. Andere Rezeptoren werden nicht beeinflusst.
Nebenwirkungen
Johanniskraut-Arzneimittel sind im Allgemeinen gut verträglich, unerwünschte Nebenwirkungen sind gering oder treten selten auf. In Einzelfällen wird von manischen Episoden berichtet, die von Johanniskraut induziert wurden. Außerdem kann Johanniskraut geringe Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Erregung und Müdigkeit und eine phototoxische Reaktion der Haut (Sonnenbrandneigung) hervorrufen, da Hypericin die Empfindlichkeit gegenüber UV-Licht erhöht (Photosensibilitätsreaktion). In hoher Dosierung wirkt es u. U. stark phototoxisch. Die Phototoxizität wird jedoch erst bei einer Überdosierung um die 20-fache, empfohlenen Tagesdosis von 900 bis 1500 mg erwartet. Hellhäutige Menschen, die Johanniskraut regelmäßig einnehmen und sich in Solarien oder auf Urlaubsreisen bräunen wollen, sollten ein Absetzen des Johanniskrautpräparates 14 Tage vor der ersten Licht- bzw. Sonneneinstrahlung in Erwägung ziehen. Bei bekannter Lichtempfindlichkeit ist Johanniskraut zu meiden. Selten kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Auch Rinder und Pferde, die zu viel Johanniskraut fressen, zeigen die genannten Symptome. Bei sehr hohen Dosierungen kann es zu leichten Formen eines Serotonin-Syndroms kommen. Symptome sind unter anderem Schwindel, Grippegefühl, Bewusstseinseintrübung, unwillkürliche Muskelzuckungen und Angstzustände. Die Überdosierungssymptome können dabei leicht mit den depressiven Symptomen verwechselt werden und zu einer weiteren Erhöhung der Dosis verleiten.
Wechselwirkungen
Ende der 1990er Jahre wurde festgestellt, dass Johanniskraut zu einem verstärkten Abbau von anderen Wirkstoffen führt. Deshalb wurde das zuvor frei erhältliche Johanniskraut 2003 der Apothekenpflicht unterstellt. Ausgenommen von der Apothekenpflicht sind Zubereitungen, die in einer Tagesdosis bis zu 1 g Drogenäquivalent und bis zu 1 mg Hyperforin enthalten, Tee und zur äußeren Anwendung bestimmter Frischpflanzensaft oder ölige Zubereitungen (Rotöl). Aufgrund der Wechselwirkungen wurde Johanniskraut in der Republik Irland schon vor einigen Jahren der Verschreibungspflicht unterworfen. Johanniskrautpräparate mit der Indikation „mittelschwere Depression“ unterliegen seit dem 1. April 2009 auch in Deutschland der Verschreibungspflicht. Johan-niskraut induziert das Abbauenzym Cytochrom P450 3A4 in der Leber. Die Abbaurate einer Vielzahl von Wirkstoffen steigt somit an, und sie können ihre Wirkung verlieren. Cytochrom P450, Subtyp 3A4 verstoffwechselt u.a. Hormone. So kann Johanniskraut die Wirkung der Anti-Baby-Pille und anderer hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigen. Es bestehen auch Wechselwirkungen mit bestimmten AIDS-Medikamenten (HIV-Proteaseinhibitoren), Anti-biotika wie Clarithromycin und einigen Antidepressiva. Die HIV-Proteasehemmer und das Antibiotikum können ihre Wirkung ganz oder teilweise verlieren, was bei den zugrunde liegenden ernsten Erkrankungen schwerwiegende Folgen haben kann. Auch Immunsuppressiva, die zum Beispiel nach Transplantationen gegen die Abstoßungsreaktion des Körpers gegeben werden, werden abgeschwächt. Es sind Todesfälle bei Johanniskrauteinnahme mit gleichzeiti-ger Immunsuppression beschrieben worden. Johanniskraut senkte in einer schwedischen Studie bei einer Gabe von 600 mg pro Tag mit einem (vergleichsweise hohen) Hyperforin-Gehalt von 4 % nach 14 Tagen die Plasma-höchstkonzentration, die Area under the curve und die Halbwertszeit von Finasterid um etwa 50 %. Betroffen sind weiterhin die trizyklischen Antidepressiva Amitriptylin sowie Nortiptylin, Herzglykoside, Antikoagulantien (Phen-procoumon), Methadon, Buprenorphin, Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Valproinsäure), Benzodiazepine (z. B. Diazepam, Alprazolam, Lorazepam) und benzodiazepinähnliche Substanzen (z. B. Zolpidem und Zopiclon) sowie etliche andere Wirkstoffgruppen. Mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern wie Fluoxetin, Paroxetin, Citalopram etc. besteht die Möglichkeit einer Verstärkung serotoninerg bedingter Nebenwirkungen (Übelkeit, Durchfall, Blutdruckschwankungen, Erregung) bis hin zur Auslösung des lebensgefährlichen Serotonin-Syndroms (starke Blutdruckschwankungen, Fieber, Bewusstseinseintrübung, Verwirrtheit, Krämpfe). Andererseits können einige der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer durch die Beschleunigung ihres Abbaus auch in ihrer Wirkung abgeschwächt werden. Bei Einnahme solcher Kombinationen ist die Wirkung schlecht vorhersehbar.
Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit
Beim Einsatz in Schwangerschaft und Stillzeit ist Vorsicht geboten. Johanniskraut wurde in der Volksmedizin als Abtreibungsmittel genutzt.
Verwendung in der Volksmedizin
Volksmedizinisch wird Johanniskraut als Tee und Tinktur auch bei Menstruationsbeschwerden und pubertätsbedingten Verstimmungen verwendet. Das Johanniskrautöl („Rotöl, Johannisöl“, Oleum Hyperici) wird als Einreibemittel bei Hexenschuss, Gicht, Rheuma, zur Schmerzlinderung nach Verrenkungen und Verstauchungen, zur Wundheilung (Johanniskraut wirkt entzündungshemmend), bei Blutergüssen und Gürtelrose verwendet, kann aber auch innerlich angewandt werden. Auch werden Sonnenbrand und Verbrennungen gelindert. Das Johanniskrautöl gilt als nicht reizendes, „kaltes Öl“. Man gewinnt es, in dem man Johanniskrautblüten zwei Monate lang in kaltgepresstes Oliven- oder Sonnenblumenöl einlegt, gelegentlich kräftig schüttelt und in der Sonne stehen lässt. Diesen Vorgang nennt man Mazeration. Mit einem Ansatzschnaps aus Blüten und Kraut werden Einschlafstörungen und innere Unruhe behandelt.
Verwendung in Lebensmitteln
Johanniskraut-Zubereitungen sind auch vereinzelt in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden: dort als Johanniskrautöl („Rotöl“), dem allerdings die innerlichen arzneilichen Wirkungen nicht zugeschrieben werden dürfen.
Depressions-Mittel
Schon im Mittelalter wurde das Johanniskraut gegen Melancholie verwendet, was aber in Vergessenheit geriet, bis die Schulmedizin in den 1970er Jahren die antidepressive Wirkung in medizinischen Studien bewies. Seitdem ist Johanniskraut nicht nur ein Stimmungsaufheller, sondern auch das wichtigste pflanzliche Antidepressivum. In hoher Dosierung kann es nach 4 bis 6 wöchiger Anwendung eine leichte und mittelschwere Depression lindern. Die schulmedizinisch anerkannte Dosierung ist jedoch so hoch, dass diese mit Tees oder im freien Handel erhältlichen Mitteln nicht erreicht werden kann. Für die offiziell notwendige Dosierung zur Linderung von Depressionen sind täglich 900mg bis 1800mg Johanniskrautextrakt notwendig. Als Medikament zur Behandlung mittelschwerer Depressionen sind einige Präperate sogar verschreibungspflichtig. Verschreibungspflichtig obwohl es einige frei verkäufliche Mittel mit mehr Wirkstoffen gibt. Die Schulmedizin macht die Wirkstoffe Hypericin und Hyperforin für die antidepressive Wirkung verantwortlich. Die klassische Kräuterheilkunde und die moderne anthroposofische Medizin betrachten das Johanniskraut als Pflanze, die das Sonnenlicht des Hochsommers spepchern kann, um die Freude des sonnigen Sommers dann im trüben Winter abzugeben und die Gemüter zu erhellen und zu erwärmen. So betrachtet kann man statt käuflicher Präparate auch durchaus einen Johanniskraut-Tee trinken. Ein bis zwei Teelöffel des Krautes auf eine Tasse wird mit kochendem Wasser übergossen und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen. Von diesem Tee mindestens zwei Tassen täglich trinken. Oder du setzt das Johanniskraut in Doppelkorn an und stellst daraus eine Tinktur her. Von dieser Tinktur kannst du dreimal täglich 20-50 Tropfen einnehmen.
Nervenmittel
Das Johanniskraut ist auch für andere Erkrankungen des Nervensystems eine wertvolle Heilpflanze. Es hilft bei Nervosität, Schlaflosigkeit und Angstzustände. Auch Kopfschmerzen und Migräne können gelindert werden. Einen wert-vollen Beitrag leistet das Johanniskraut auch gegen Neuralgien wie Trigeminusneuralgie oder Hexenschuss. Dazu kann man es innerlich einnehmen und außerdem die betroffene Körperstelle mit Johanniskraut-Öl einreiben. In leichten Fällen von Epilepsie kann das Johanniskraut die Neigung zu Krampfanfällen vermindern. Diese Anwendung sollte jedoch unbedingt mit ärztlicher Begleitung erfolgen, denn einerseits kann Johanniskraut als Wechselwirkung die Wirkung von anderen Antiepileptika stören und andererseits hat ein Versagen der antiepileptischen Therapie potentiell gefährliche Folgen, wie Unfälle oder gar Status epilepticus mit möglicher Todesfolge.
Verdauungsorgane
Die verdauungsfördernde Wirkung des Johanniskrautes ist angesichts seiner Wirkungen auf das Nervensystem fast in Vergessenheit geraten. Doch das Johanniskraut stärkt Magen und Darm, lindert Entzündungen und hilft gegen Durchfall. Außer dem Tee kann man bei Verdauungsbeschwerden auch das Johanniskrautöl innerlich einnehmen. Dazu nimmt man dreimal täglich einen Teelöffel des Öls.
Frauenheilkunde
Auch gegen Frauenbeschwerden hat das Johanniskraut eine Menge zu bieten.
Durch seine krampflösenden Eigenschaften lindert es Periodenkrämpfe. Es enthält mit Beta-Sitosterol auch einen östrogenähnlichen Stoff, mit dem es unregelmäßige Zyklen regeln und Wechseljahresbeschwerden lindern kann. Da die Wechseljahre häufig auch von Depressionen begleitet werden, ist das Johanniskraut somit eine optimale Heilpflanze für diese wichtige Lebensphase.
Andere innerliche Wirkungen
Außer den zahlreichen bereits beschriebenen innerlichen Einsatzgebieten kann man Johanniskrauttee oder Tinktur auch bei Blasenentzündungen anwenden. Es hilft auch bei Rheuma und Gicht. Sogar Bronchitis und andere Entzündungen der Atemorgane können gelindert werden.
Äußerliche Anwendung
Man kann das Johanniskraut als Tee oder verdünnte Tinktur in Form von Waschungen, Bädern und Umschlägen äußerlich anwenden. Die bekannteste äußerliche Anwendung des Johanniskrautes ist jedoch das leuchtend rote Johanniskraut-Öl, das aus den frischen Blüten hergestellt wird. Das Öl hilft gegen Muskelschmerzen, Zerrungen, Stichverletzungen, Quetschungen und andere Verletzungsfolgen. Auch leichte Verbrennungen, infizierte Wunden, Geschwüre und Neuralgien können durch Johanniskraut-Öl gelindert werden. Aufgrund seiner Vielfältigkeit gehört das Johanniskraut-Öl in jede Hausapotheke.

Achtung! Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Johanniskraut macht empfindlich bei Sonneneinstrahlung. Nicht vor Sonnenbädern einnehmen oder einreiben. Die Wirkung mancher Medikamente, vor allem immunsuppressive Medikamente (z.B. Ciclosporin, Indinavir) wird durch Johanniskraut abgeschwächt. Auch die Wirkung von manchen AIDS-Medikamenten, Antibiotika, chemischen Antidepressiva, Herzglykoside, Gerinnungshemmer, Asthmamittel (z.B. Theophyllin) manche Antiepileptika wird gehemmt. Außerdem steht Johanniskraut im Verdacht, die Wirkung von hormonellen Verhütungsmitteln (z.B. Pille, manch Erfahrungsbericht nach sogar NuvaRing) herabzusetzen. Dieser Verdacht konnte zwar bisher in zahlreichen medizinischen Studien nicht bestätigt werden, aber man sollte ihn sicherheitshal-ber berücksichtigen. Es besteht der Verdacht, dass bei einigen Menschen Johanniskraut die Leber schädigt und die Leberwerte ungünstig verändert. Bei längerer Einnahme sollten daher die Leberwerte überwacht werden. Wenn man starke Medikamente einnimmt, sollte man unbedingt den Arzt zu Rate ziehen, bevor man Johanniskraut anwendet. Auf jeden Fall sollte bei gekauften Johanniskraut-Produkten der Beipackzettel aufmerksam gelesen werden.

Geschichtliches
Das Johanniskraut wird schon in der Antike von Dioskurides, Plinius Secundus und Galen lobend erwähnt. Im Mittelalter war es eine der geschätztesten Pflanzen von Paracelsus, der es vor allem aufgrund seiner wundheilenden und blutreinigenden Fähigkeiten empfahl. Auch die Verbindung zwischen Johanniskraut und Licht spielte schon damals eine wichtige Rolle. Die lichtsensibilisierende Wirkung des Johanniskrautes wurde zuerst bei Weidetieren beobachtet, die größere Mengen Johanniskraut gefressen hatten, denn sie bekamen weiße Flecken auf dem Fell, die sogenannte Lichtkrankheit. Außerdem galt das Johanniskraut als dämonenabwehrende Pflanze. Es wurde von Bauern in den Stall gehängt, um das Vieh vor Dämonen zu beschützen. In den Häusern der Menschen hängte man es ans Fensterkreuz, um böse Geister abzuwehren. Sein Name "Teufelsflucht" leitet sich von dieser Anwendung ab, denn sogar der Teufel soll angeblich vor dem Johanniskraut flüchten. Mit einem Kranz aus Johanniskraut, der auf das Dach geworfen wurde, wurde früher das Haus vor Blitzschlag geschützt. Zur Vertreibung eines Gewitters wurde etwas Johanniskraut auf den Herd gestreut oder im Ofen verbrannt. In diesem Zusammenhang gibt es auch eine Sage, die davon berichtet, wie bei einem schweren Gewitter eine Stimme aus dem Himmel tönte:
"Ist denn keine alte Fraue, die kann pflücken Hartenaue, dass sich das Gewitter stau?"
Mit "Hartenaue" ist das Johanniskraut gemeint. Dieser Name, wie auch "Hartheu" kommt daher, dass das Johanniskraut im Heu harte Stängel ergibt, weil es nicht so weich ist wie getrocknetes Gras oder andere Heupflanzen. Bei den mittsommerlichen Tänzen um das Johannisfeuer trugen die Mädchen früher Kränze aus Johanniskraut.

Pflanzenbeschreibung
Vegetative Merkmale
Das Echte Johanniskraut ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 100 Zentimetern erreicht. Sie bildet stark verzweigte Wurzelkriechsprosse und eine spindelförmige, bis zu 50 Zentimeter tief reichende Wurzel. Der aufrechte Stängel ist durchgehend zweikantig und innen marking ausgefüllt (nicht hohl). Dadurch unterscheidet sich das Echte Johanniskraut von anderen Johanniskrautarten. Im oberen Bereich des Stängels ist das Echte Johanniskraut buschig verzweigt. Die gegenständig angeordneten Laub-blätter sind mehr oder weniger sitzend. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von bis zu 3 Zentimetern oval-eiförmig bis länglich-linealisch. Die Blattspreite ist dicht mit durchscheinenden Öldrüsen besetzt. Der Blattrand ist mit schwarzen Drüsen punktiert. Bei den zahlreichen durchscheinenden Punktierungen der Spreite handelt es sich um Gewebslücken, die durch Spaltung oder Auseinanderweichen von Zellwänden entstanden sind und in denen das helle ätherische Öl konzentriert ist.
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der meist reichblütige trugdoldige Blütenstand ist aus Dichasien mit (zur Fruchtzeit gut erkennbaren) Schraubeln zusammengesetzt. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind bis zu 5 Millimeter lang, länger als der Fruchtknoten, (ei)-lanzettlich, fein grannenartig zu-gespitzt, mit hellen und schwarzen Drüsen. Die fünf goldgelben Kronblätter sind bis 13 Millimeter lang, nur auf einer Seite gezähnt und am Rande schwarz punktiert. Die Kronblätter enthalten in Gewebslücken das blutrote Hypericin, das beim Zerreiben (am besten mehrere Blütenknospen nehmen) auf den Fingern eine Rotfärbung hinterlässt. Die einzelnen Kronblätter sind aufgrund ihrer gedrehten Knospenlage etwas asymmetrisch, sodass die ganze Blüte in offenem Zustand einem „Windrad“ ähnlich sieht. Die 50 bis 60, manchmal bis 100 Staubblätter umgeben in drei Büscheln angeordnet den Fruchtknoten. Aus den drei Staubblattanlagen entstehen durch zentrifugales Dedoublement drei Cluster mit insgesamt bis zu 100 Staubblättern; siehe Sekundäre Polyan-drie. Der oberständige, ovale Fruchtknoten ist in drei Fächer unterteilt, die kürzer sind als die Kelchblätter. Statt Nektar ist ein anbohrbares Gewebe von unsicherer ökologischer Bedeutung vorhanden. Die Frucht ist eine schmal-eiförmige, bis 10 Millimeter lange, geriefte dreifächrige Spaltkapsel. Die Samen sind bei einer Länge von etwa 1 Millimetern länglich, gebogen und fein netzförmig.
Das Johanniskraut ist in Europa, Nordafrika und Nordasien heimisch. Es wächst an sonnigen trockenen Stellen und ist häufig an Wegrändern, Waldrändern, Steinbrüchen und Böschungen zu finden. Es liebt vor allem kalkhaltigen Boden. Das mehrjährige Johanniskraut ist eine ca. 50 - 100 cm hohe Pflanze, die rund um ihren Stängel kleine ovale Blätter hat. Im oberen Bereich ist die Pflanze buschig verzweigt. Die Blätter haben lauter rötlich-braune Punkte, die das rote Öl enthalten. Im Hochsommer blüht es goldgelb mit vielen Einzelblüten, die je 5 Blütenblätter haben. Die vielen braunen Staubblätter sind mit dunkelroten Drüsenpunkten übersät. Wenn man die Blüten zerdrückt, werden die Finger rötlich.

Anbautipps
Das Johanniskraut kann gut im eigenen Garten angebaut werden, denn es ist relativ pflegeleicht. Es braucht einen sonnigen Standort, der am besten kalk-reich sein sollte. Dieser Platz kann ruhig ein wenig steinig sein und braucht nicht viele Nährstoffe. Am einfachsten baut man das Johanniskraut durch Ansäen an. Dazu sät man im Frühjahr in Anzuchttöpfchen oder direkt ins Freiland. Die Samen werden dünn mit Erde bedeckt und feucht, aber nicht nass gehalten. Bei der Vorkultur in Töpfchen werden die Pflanzen im Abstand von 15cm ausgepflanzt, sobald sie etwa 10 cm hoch sind. Man kann das Johanniskraut auch erst im Hochsommer säen. Dann kann man aber erst im nächsten Jahr mit der ersten Blüte rechnen. Das Johanniskraut ist mehrjährig, verliert aber nach drei bis vier Jahren an einem Standort häufig die Kraft und wächst dann nicht mehr so üppig. Dann wird es Zeit, den Platz für einige Jahre zu wechseln.

Sammeltipps
Vom Johanniskraut sammelt man das ganze oberirdische blühende Kraut (die ganze Pflanze) und/oder die frisch aufgeblühten Blüten. Die beste Zeit zum Ernten ist in den meisten Gegenden um den 24. Juni herum, denn in dieser Zeit steht das Johanniskraut meistens in voller Blüte. Für Johanniskrautöl braucht man die Blüten, für Tee und Tinktur eignet sich das Kraut. Der Hauptwirkstoff Hypericin ist nur in den Blüten enthalten aber die restliche Pflanze enthält auch viele wertvolle Wirkstoffe. Man sammelt das Johanniskraut am Vormittag, sobald der Tau getrocknet ist. Das gesammelte Kraut bindet man zu kleinen Bündeln und hängt es kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort zum Trocknen auf. Die gesammelten Blüten setzt man entweder sofort in Öl an oder man trocknet zügig sie an luftiger Stelle.




RAINKOHL


Der Rainkohl ist eine Wildpflanze, die besonders gerne in der Nähe der Menschen wächst, und obwohl sie über einen Meter hoch werden kann, wird sie meistens übersehen. Seine kleinen, gelben Blüten erheben sich in die Luft als würden sie schweben. Dabei kann man die jungen, üppigen Blätter, die vor allem in Bodennähe wachsen, als Wildsalat oder Gemüse essen. Zerquetscht kann man die Blätter zur Linderung auf Hautentzündungen oder Schnittwunden legen.
Als Tee hilft der Rainkohl gegen Lymphknotenschwellungen und Verstopfung.
Der Gemeine Rainkohl, auch Gewöhnlicher Rainkohl oder einfach Rainkohl genannt, ist heute die einzige Pflanzenart der Gattung Lapsana innerhalb der Familie der Korbblütler. Diese in Eurasien heimische Pflanzenart ist eine alte Nahrungs- und  Heilpflanze.

Steckbrief
Heilwirkung:
Drüsenschwellung, Verstopfung, Schnittwunden, Hautentzün-dungen
wissenschaftlicher Name:
Lampsana communis
englischer Name:
Nipplewort
Verwendete Pflanzenteile:
Blüten, Blätter
Sammelzeit:
Sommer

Nutzung
Die jungen Blätter des Rainkohls (April bis Juni) sind essbar und können zu  Salat,  Spinat,  Omelett,  Rührei oder Quiches dazugegeben werden. Später wird die Pflanze zu faserig. Die zerquetschten Blätter sollen, äußerlich aufgelegt, die Heilung von Entzündungen und Schnittwunden beschleunigen.

Pflanzenbeschreibung
Beim Gemeinen Rainkohl handelt es sich um eine  ein-, selten zweijährige  krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 100 cm erreicht, meist jedoch etwa 50cm. Der Rainkohl ist eine Milchsaft führende Halbrosettenpflanze. Die unteren Laubblätter sind leierförmig gefiedert, wobei die seitlichen Fiederblätter klein sind und das Endfiederblättchen sehr groß. Bei den oberen Blättern verschwinden die seitlichen Fiederblättchen dann ganz. Der Blattrand ist gewellt oder buchtig gezähnt. In einem lockeren  rispigen  Blütenstand sind mehrere  körbchenförmige Teilblütenstände angeordnet. Die Blütenkörbchen weisen einen Durchmesser von etwa 1cm auf und enthalten nur relativ wenige (acht bis 15) Zungenblüten. Die Köpfchenhülle besteht aus einer Reihe von elastischen Hüllblättern, die reif fast aufrecht stehen und eventuell noch zwei oder drei sehr kleine Außenhüllblätter Spreublätter fehlen. Die zygomorphen, gelben  Zungenblüten sind am vorderen Ende gestutzt mit fünf kleinen Zähnchen. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die etwa 20-rippigen  Achäne besitzt keinen Pappus.



BACHBLÜTEN
Man fühlt sich völlig ausgelaugt, total am Ende (23 Olive)
- Diese Menschen fühlen sich völlig ausgelaugt und sind komplett am Ende und kommen nicht mehr auf
- Mit der dementsprechenden Bachblüten kommen diese Menschen wieder auf und sind nicht mehr so
 ausgelaugt und nicht mehr total am Ende


BACHBLÜTEN
Man hat wenig Interesse an aktuellen Problemen, weil man gedank-lich in der Vergangenheit weilt (16 Honeysuckle)
- Diese Menschen haben wenig bis gar kein Interesse am akutellem Geschehen bzw. Problemen, da sie
 gedanklich immer noch in der Vergangenheit sind
- Mit der dementsprechenden Bachblüte kommen diese langsam in die Gegenwart zurück und schweifen
 kaum mehr in die Vergangenheit


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