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Preiselbeere
Die herben Preiselbeeren kennt fast jeder als würzig-süße Beigabe zu Wildfleisch oder gebackenem Camembert. Roh mag kaum jemand die Preiselbeere essen, weil sie leicht bitter und zusammenziehend schmeckt. Diese herben Eigenschaften sind es jedoch, die die roten Beeren und auch die Blätter des kleinen Strauches zu einer wertvollen Heilpflanze machen. Die Preiselbeerpflanze hilft, ähnlich wie die pflanzliche Schwester die Bärentraube vor allem gegen Blasenentzündungen und andere Erkrankungen des Harnapparates.
Die Preiselbeere ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Heidelbeeren. Sie ist in Eurasien und Nordamerika weit verbreitet. Die sogenannte „Kulturpreiselbeere“ ist keine Preiselbeere, sondern die Großfrüchtige Moosbeere, auch Cranberry genannt, mit anderer, am Boden kriechender Wuchsform und deutlich anderem Geschmack. Allerdings werden daneben auch echte Preiselbeeren kultiviert und gärtnerisch angebaut.
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Blasenentzündung
Heilwirkung: adstringierend, antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend, harntreibend
Anwendungsbereiche: Appetitlosigkeit, Bettnässen, Blasenkrampf, Blasensteine, Durchfall, Erhöhter Cholesterinspiegel, Erkältung, Fieber, Gicht, Harnwegsinfekte, Husten, Kopfschmerzen, Nierenbeckenentzündung, Rheuma, Vitamin C Mangel
wissenschaftlicher Name: Vaccinium vitis Idaea
Pflanzenfamilie: Heidekrautgewächse = Ericaceae
englischer Name: lingonberry, cowberry, foxberry
volkstümliche Namen: Baroken, Bernitschke, Bickelbeere, Bockskraut, Boiwacken, Bowken, Breinsschnetzen, Breuchelbeere, Brezelbeere, Buchsbeere, Budlergreifeln, rote Bulgrafen, Duttenbeere, Fuchsbeere, Gichtbeinchen, Gickelbeer, Grandelbeere, Grange, Granten, Graubeere, Grestling, Gruse, Kadelbeere, Kastenbeere, Klosterbeere, Klunderbeere, Klusterbeere, Kranichbeere, Krestling, Kronsbeere, Mehlbeere, Moosbeere, Prauselbeere, Rote Welpen, Sauerbeere, Schmalzbeer, Speckbeere, Spreisselbeere, Steinbeere, Winteräpfelchen, Winterkirsche, Zwangerl, Zwengerling
Verwendete Pflanzenteile: Beeren, Blätter
Inhaltsstoffe: Arbutin, Anthocyan, Gerbstoff, Gerbsäure, Vitamin A, Vitamin C
Sammelzeit: Juli bis September
Anwendung
Preiselbeeren werden seit prähistorischen Zeiten wild besammelt. Die Nutzungsgeschichte ist aber schlecht erforscht. Im altisländische Gesetzbuch Grágás aus dem 12. Jahrhundert findet sich die Regelung, man dürfe auf fremden Grund nur so viele Preiselbeeren ernten, wie man an Ort und Stelle verzehren könne. Die Nutzung in Skandinavien war in den Pachtverträgen der Höfe geregelt, sie waren teilweise dem Grundherren gegenüber abgabepflichtig. Wie üblich bei Wildkräutern und wilden Beeren ist die Nutzung aber schlecht dokumentiert. Die Beeren wurden von Hand gepflückt oder durch rechenartige Werkzeuge abgestreift; dies wurde teilweise als schädlich für die Pflanze verboten, soll aber nach einem Gutachten der Schwedischen Akademie der Wissenschaften von 1918 unschädlich sein. Die Beeren besaßen Bedeutung zur Vitamin- und Nährstoffversorgung im Winter, vor allem, weil sie von allen vergleichbaren Beeren am längsten haltbar sind; sie können bis ins Folgejahr getrocknet ohne Zuckerzusatz aufbewahrt werden. Wild besammelte Preiselbeeren sind bis heute auch ökonomisch von Bedeutung. In Neufundland und Labrador in Kanada werden jährlich im Durchschnitt 96.500 Kilogramm wilde Preiselbeeren geerntet, was die Region zum größten Anbaugebiet in Nordamerika macht. Sie werden überwiegend tiefgefroren und exportiert.
Der Anbau begann mit wenigen Hektar in Skandinavien, Anfang der 1960er Jahre in Schweden, zur Produktion von Preiselbeer-Marmelade. Weitere Anbauschwerpunkte lagen in der früheren Sowjetunion, in Weißrussland und im Baltikum. Die Zuchtversuche in Deutschland begannen 1973 an der Universität Weihenstephan. Dort wurden aus Wildlinien die Sorten ‘Erntedank’, ‘Erntekrone’ und ‘Erntesegen’ gezüchtet sowie die holländische ‘Koralle’ weitereredelt, es wurden Methoden der vegetativen Vermehrung perfektioniert und eine Erntemaschine entwickelt. Versuche zur Erzeugung von Hybriden mit Cranberry brachten keinen durchschlagenden Erfolg. Die deutsche Anbaufläche lag Ende der 1980er Jahre bei etwa 35 Hektar. Anfang der 1990er Jahre wurden knapp 50 Hektar Preiselbeeren angebaut, nur etwa ein Zehntel der Fläche mit Kulturheidelbeeren.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Preiselbeere in der Produktion der nordwest-deutschen und holländischen Baumschulen geht zurück, da sie in der Fruchtproduktion zunehmend durch die amerikanische Moosbeere verdrängt wird. Die Vermehrung erfolgt heute nur noch selten generativ durch Samen. Kultursorten und Auslesen sind auf die vegetative Vermehrung durch Stecklinge angewiesen. Da diese Methode bei der Preiselbeere den Einsatz von Wuchsstoffen und Sprühnebelanlagen erfordert, wird sie in hochspezialisierten Betrieben durchgeführt. Für kleine Stückzahlen und den Hausgarten ist die Vermehrung durch Teilung üblich.
Der Anbau der Preiselbeere kann nur in Gebieten durchgeführt werden, wo ihre ökologischen Standortanforderungen, insbesondere hinsichtlich des Bodens, erfüllt werden können. Saure Sand-, sandige Lehm- und Torfböden in wintermilder humider Klimalage sind ideal (Nordwestdeutschland, Holland). Ein kleingärtnerischer Anbau in Kalkgebieten ist nur durch Bodenaustausch (Hochmoortorf, sogenannte Moorbeetpflanze) zu realisieren.
Die Preiselbeere ist in der Küche eine weithin geschätzte und beliebte Frucht, vor allem als Beilage zu Wildgerichten und Wiener Schnitzel. Wegen ihres herb-sauren Geschmacks, der auf den hohen Anteil von Fruchtsäuren zurückgeht (beispielsweise Benzoe-, Ascorbin- und Salicylsäure), wird sie allerdings nur selten roh gegessen, sondern meist als Zubereitung in Form von Kompotten und Marmeladen. Wegen des Gehaltes an Ascorbinsäure, Benzoe- und Salicylsäure, die auf Lebensmittel konservierend wirken, sind Erzeugnisse aus Preiselbeeren meist gut haltbar. Ascorbin- und Benzoesäure werden in der Lebensmittelherstellung als Konservierungsmittel eingesetzt, dagegen ist der Einsatz von Salicylsäure als Lebensmittelzusatzstoff verboten. Sie gehört zu den pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffen der Preiselbeere. Die Früchte enthalten neben Vitamin C auch die Vitamine B1, B2, B3 und Beta-Karotin (Provitamin A), an Mineralstoffen vor allem Kalium, Calcium, Magnesium und Phosphat. Ihr Gehalt an Anthocyan lässt annehmen, dass der Genuss der Beeren oder des Saftes vor Nieren- und Harnblaseninfektionen schützt, da sie möglicherweise das Einnisten der Bakterien in der Schleimhaut verhindern. Auch zur Senkung des Cholesterinspiegels und bei der Behandlung rheumatischer Erkrankungen kann die Pflanze eventuell von Nutzen sein. Die aktuelle Forschung untersucht diese Zusammenhänge. Die getrockneten Blätter (Blattdroge) sind im Arzneibuch gelistet und werden als Vitis-Idaeae folium (lat. folium = Blatt) bezeichnet. Sie werden unter anderem als Ersatzdroge für die Blätter der Bärentraube verwendet. Bei den Preiselbeeren kann man sowohl die Blätter als auch die Beeren medizinisch nutzen.
Blätter
Die Blätter der Preiselbeere enthalten ähnliche Wirkstoffe wie Bärentraubenblätter, vor allem das Arbutin und die Gerbsäure. Bei den Preiselbeeren sind sie jedoch in geringerer Menge enthalten. Daher schmecken Preiselbeerblätter milder als Bärentraubenblätter. Sie wirken jedoch vergleichbar gut wie letztere. Früher waren Preiselbeerblätter in den Apotheken offizinell, das heißt, sie mussten in jeder Apotheke vorgehalten werden. Heutzutage gelten Preiselbeerblätter bestenfalls als schwacher Ersatz für Bärentraubenblätter. In erster Linie werden Preiselbeereblätter gegen Harnwegsinfekte angewendet, also gegen Blasenentzündung und Nierenbeckenentzündung. Die Wirkstoffe der Preiselbeerblätter verhindern die Einnistung der Bakterien in der Schleimhaut von Niere und Blase. Man kann Preiselbeerblättertee auch gegen Rheuma und Gicht einsetzen.
Preiselbeerblättertee
Getrocknete Preiselbeerblätter werden als Tee zubereitet. Für einen Preiselbeerblättertee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Preiselbeerblätter mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen.
Anschliessend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Preiselbeerblättertee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Preiselbeerblätterwirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Mischtee
Man kann Preiselbeerblätter auch mit anderen Heilpflanzen zu einem Blasentee mischen. Geeignete Kräuter für einen Blasentee sind beispielsweise: Goldrute, Hauhechel, Birke, Kamille
Beeren
Die Beeren des Preiselbeer-Strauchs kann man in vielfältiger Weise einsetzen. Roh sind sie nicht besonders wohlschmeckend, sondern eher herb und zusammenziehend. Man kann sie eher in gekochter Form einsetzen, als Kompott, Marmelade oder Saft.
Preiselbeersaft
Preiselbeersaft enthält viele Vitamine, beispielsweise Vitamin A, B und C. Man kann Preiselbeersaft daher als Vitaminspender einsetzen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit von Preiselbeersaft ist die Vorbeugung von Harnwegsinfekten. Bei dieser Anwendungsmöglichkeit kommt die Verwandtschaft von Preiselbeeren und den amerikanischen Cranberries zum Tragen. Cranberries wurden in den letzten Jahren gründlich erforscht. Wenn man regelmäßig Cranberrysaft trinkt, können sich Bakterien nicht in der Blasenschleimhaut einnisten und vermehren. Diese Wirkung kann man auch von Preiselbeersaft erhoffen.
Preiselbeergeist
Für Preiselbeergeist werden 250 Gramm frische Preiselbeeren in ein Liter Korn angesetzt. Diesen Ansatz lässt man 4 Wochen ziehen. Dann filtert man ihn ab und kann ihn teelöffelweise einnehmen. Preiselbeer-Geist soll gegen Durchfall helfen.
Preiselbeermarmelade
Am beliebtesten ist die Preiselbeere als Marmelade. In dieser Form wird die Preiselbeere gerne zu Wildgerichten oder gebratenem Käse gegessen. Preiselbeermarmelade kann man bestimmt nicht als Medizin betrachten, aber wahrscheinlich hat sie dennoch eine leicht vorbeugende Wirkung gegen Harnwegsinfekte. Außerdem fördert Preiselbeermarmelade den Appetit.
Getrocknete Preiselbeeren
Getrocknet schmecken Preiselbeeren etwas besser als frisch. Sie sind dann zwar immer noch herb, aber nicht mehr so ausgeprägt. Man kann die getrockneten Preiselbeeren essen wie Rosinen.
Geschichtliches
Früher wurden Preiselbeerblätter und auch die Beeren relativ häufig gegen Bla-senentzündungen verwendet. In Apotheken waren die Blätter sogar offizinell. Inzwischen sind die herberen Bärentraubenblätter und die amerikanischen Cranberryfrüchte jedoch beliebter als die Preiselbeere geworden.
Pflanzenbeschreibung
Der kleine Strauch der Preiselbeere ist in Europa vor allem in kühlen und kargen Gegenden verbreitet. Er wächst gerne in trockenen Wäldern, vor allem unter Kiefern. Man findet ihn auch in Hochmooren, insbesondere im Gebirge. Häufig findet man Preiselbeeren in der Nähe von Heidelbeeren, mit denen sie auch verwandt sind. Preiselbeersträucher werden bis zu 40 cm hoch, bleiben aber meistens unter 20cm Höhe. Ihre eiförmigen Blätter sind immergrün und dunkelgrün glänzend. Am Rand sind die Blätter nach unten etwas eingerollt. Zwischen Mai und Juni blüht die Preiselbeere mit weißen, manchmal rosafarbenen Blüten. Die Blüten stehen im oberen Bereich der Pflanze in einer Traube. Aus den Blüten entwickeln sich bis Juli oder August glänzende Beeren, die zunächst weiß und später leuchtend rot sind. Manchmal kann man die Beeren auch noch im September oder Oktober finden, wenn das Wetter milde ist.
Erscheinungsbild und Laubblatt
Die Preiselbeere wächst als immergrüner, kompakter, aufrechter bis kriechender Zwergstrauch und erreicht Wuchshöhen zwischen 10 und 40 Zentimeter. Die oberirdischen Pflanzenteile sind flaumig behaart. Sie wurzelt bis einen Meter tief. Die wechselständig und zweizeilig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der flaumig behaarte Blattstiel ist etwa einen Millimeter lang. Die einfache, ledrige Blattspreite ist mit einer Länge von 0,7 bis 2 cm und einer Breite von vier bis acht Millimeter elliptisch oder verkehrt-eiförmig mit keilförmigen Spreitengrund. Die glänzend dunkelgrüne Blattoberseite ist kahl oder am Hauptnerv flaumig behaart. Die Blattunterseite ist angedrückt drüsig behaart. Die fünf oder sechs Paar Seitennerven sind fein und unauffällig auf beiden Blattseiten. Der wellig-gekerbt Blattrand ist zurückgebogen.
Blütenstand und Blüte
In endständigen, 1 bis 1,5 cm langen, flaumig behaarten, traubigen Blütenständen stehen zwei bis acht Blü-ten zusammen. Die schnell vergänglichen, flaumig behaarten Tragblätter sind mit einer Länge von etwa einem Millimeter breit eiförmig und es sind auch Deckblätter vorhanden. Ab Ende Mai bis Anfang August öffnen sich anfänglich dunkelroten Blütenknospen. Der Blütenbecher ist kahl. Die Blüten sind vierzählig, bei den meisten anderen Vacciniumarten fünfzählig. Die zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten besitzen eine doppelte Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind mit einer Länge von etwa einem Millimeter breit dreieckig. Die vier weißen, gelegentlich schwach rötlichen, etwa fünf Millimeter langen Kronblätter sind glockenförmig verwachsen. Die geraden Kronzipfel sind mit einer Länge von 2 bis 2,5 mm dreieckig-eiförmig. Die flaumig behaarten Staubfäden sind etwa 0,5 mm lang und die Staubbeutel sind etwa 1,5 mm lang.
Frucht
Fünf bis sechs Wochen nach der Befruchtung reifen ab Ende August bis Anfang September die zunächst weißen, später leuchtend roten Beeren. Kultursorten reifen unter guten Bedingungen auch noch ein zweites Mal im September und Oktober. Unter günstigen klimatischen Bedingungen (Niederlande) sind schon ab Ende Juni reife Preiselbeeren zu finden. Die vierkammerigen Beeren besitzen einen Durchmesser von fünf bis zehn Millimeter und einen säuerlichen oder etwas bitteren Geschmack.
Anbautipps
Preiselbeersträucher brauchen einen sauren Boden und Halbschatten. Sie vertragen starke Winterkälte. Im Herbst kann man Preiselbeeren säen. Der Samen muss sich für mindestens drei Monate im Kalten befinden, denn es ist ein Kaltkeimer. Meist werden Preiselbeeren jedoch durch Stecklinge vermehrt.
Sammeltipps
Die Preiselbeerblätter kann man zwischen Mai und August sammeln und dann trocknen. Die Blätter werden im Halbschatten möglichst zügig getrocknet. Für die Beeren muss man mindestens bis Juli warten. Die Beeren müssen kräftig rot sein, erst dann sind sie reif. Je nach Wärme des Sommers ist das zwischen Juli und September, manchmal sogar noch Anfang Oktober, der Fall.

Rossfenchel
Plinius erwähnt unter dem Namen Phellandrium eine medizinisch gebrauchte Wasserpflanze, doch ist seine Beschreibung so lückenhaft, dass sich in ihr weder unser Wasserfenchel noch eine andere Pflanze mit Sicherheit erkennen lassen. In späterer Zeit wurde der Ross- oder Wasserfenchel gegen Pferdekrankheiten, hauptsächlich Kropf und Influenza, gebraucht und wurde von den deutschen Botanikern des Mittelalters als Cicuta aquatica s. palustris und Cicutaria abgebildet und beschrieben. Unter dem Namen Phellandrium finden wir die Pflanze zuerst bei Dodonaeus im Jahre 1583. Äußerlich wurde sie von Boerhaave zur Heilung von Gangrän, von anderen Autoren bei Krebsgeschwülsten und frischen und eiternden Wunden empfohlen. Erst 1739 machte Ernesting in Braunschweig besonders auf den Wasserfenchel aufmerksam und wies auf die Art der Anwendung, speziell als Fiebermittel, hin. Großes Aufsehen erregte der Umstand, daß Ernesting seinen an Lungenschwindsucht leidenden Bruder mit diesem Mittel wiederherstellte. Man gab die Früchte, Fructus Phellandrii s. Foeniculi aquatici als Pulver, in Pillen, Latwergen und als Aufguß. Verwechselungen können mit Cicuta virosa L., Sium latifolium und Berula angustifolia Koch vorkommen.
Steckbrief
Heilwirkung: Asthma, Blähungen, Bronchitis, Brustdrüsenentzündung, Darmkoliken, Husten, Magenkoliken, Mundgeruch, Schwindel, Wunden, entzündungshemmend, schleimlösend
wissenschaftlicher Name: Phellandrium aquaticum
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
Verwendete Pflanzenteile: Früchte (Samen)
Sammelzeit: August und September
Anwendung
Phellandrium aquaticum beeinflusst günstig Lungenkrankheiten mit reichlichem, schleimigem Auswurf. Man gibt es mit gutem Erfolge bei Lungentuberkulose (mit Fieber, Nachtschweißen und anhaltendem Husten), Bronchitis foetida und Bronchiektasie. Auch bei Asthma wurden gute Resultate gezeitigt. Außerdem wird es bei beginnender Mastitis, Kopfschmerzen mit Augenentzündung, bei Trübsichtigkeit, Schwindel und Krampfadergeschwüren (Umschläge mit 30 Tropfen der Tinktur auf ½ Liter Wasser) empfohlen. F. Hilverkus verordnet es auch bei Schmerzen in der Brust stillender Frauen beim Saugakt.
Vereinzelt wird Phellandrium auch eine günstige Wirkung auf die Verdauungsorgane, so z. B. bei Blähungen und üblem Mundgeruch, zugesprochen. J. Bastian nennt als weitere Indikation noch Adipositas.
Phellandrium wird häufig im Teegemisch u. a. mit Salvia, Malva, Anisum, Foeniculum, Farfara und Plantago lanceolata verordnet.
Angewandter Pflanzenteil
Nur die alten Kräuterbücher erwähnen die Verwendung der ganzen Pflanze (Matthiolus) oder der Wurzel und der Samen(Lonicerus). Später werden nur noch die Samen gebraucht (Geiger, Potter, Clarke, Bohn, Thoms u. a.). Auch das HAB. läßt die Tinktur aus den reifen Samen gewinnen (§ 4). Ebenso wird das "Teep" aus den frischen, reifen Samen bereitet.
Pflanzenbeschreibung
Die ein- oder zweijährige, bis 150 cm hohe Pflanze mit möhrenförmiger Grundachse und sparrig verästeltem Stängel ist wegen ihrer Verschiedenblättrigkeit den Botanikern schon lange aufgefallen. Die Primärblätter besitzen linealische bis fädliche, verlängerte Zipfel letzter Ordnung. Diese werden bei der Wasserform der Phellandrium aquaticum beibehalten. Die Landform hingegen entwickelt Folgeblätter, die in allen Teilen kleiner, derber und weniger zerteilt sind. Die weißen Dolden sind acht- bis zwölfstrahlig. - Der Wasserfenchel ist in Eurasien beheimatet und bevorzugt seichte Gewässer mit schlammigem Untergrund und luftarmem Wasser, in dem er den ganzen Winter hindurch fortvegetieren kann. Nach einmaligem Fruchten stirbt der Stängel ab. Die Pflanze kann jedoch durch überwinternde Ausläufer ausdauern. Sie gilt als giftverdächtig. Es ist wohl möglich, dass - wie bei manchen Giftpflanzen - der Standort auf einen etwaigen Giftgehalt großen Einfluss ausübt. Blütezeit: Juli bis August.

Bachblüte
Ich fühle mich depressiv, weil andere besser sind als ich (Larch)
- Diese Menschen können sehr depressiv sein
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie das depressive hinter sich lassen
Bachblüte
Schüchtern, zurückhaltend, körperlich sehr empfindlich (Mimulus)
- Diese Menschen sind schüchtern, zurückhaltend, zurückhaltend und körperlich sehr empfindlich
- Mit der dementsprechenden Bachblüte sind sie nicht mehr schüchtern zurückhaltend und nicht mehr körperlich empfindlich
Getrocknete Hülsenfrüchte
Hülsenfrüchte gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt.
Zu den Hülsenfrüchten zählen die reifen, an der Luft getrockneten Samen der Pflanzen mit zweischaligen Fruchthülsen oder Schoten.
Hülsenfrüchte sind Bohnen, Erbsen, Linsen, Kichererbsen. Botanisch gesehen gehören auch Erdnüsse dazu, die man jedoch den Schalenobst (Nüssen) zuordnet.
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