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Rizinus ttt
Der Wunderbaum oder Rizinus ist die einzige Pflanzenart der zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehörenden monotypischen Gattung Ricinus. Er ist Giftpflanze des Jahres 2018. Auch die ähnliche Blätter aufweisende Zimmeraralie, die auch manchmal als Falscher Rizinusbezeichnet wird, ist nicht zu verwechseln.
Der Rizinus ist eine sehr schnell wachsende Pflanze aus den Tropen, sie kann bei optimalen Bedingungen innerhalb von ein paar Monaten über 5 Meter hoch werden, daher auch der Name Wunderbaum. Die hochgiftigen Samen werden geschält und durch kalte Pressung wird das ungiftige Rizinus-Öl gewonnen. Das schlecht schmeckende Öl wird hauptsächlich als Abführmittel und Hautpflege eingesetzt.
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Abführmittel, Hautpflege
Heilwirkung: abführend, erweichend, entzündungshemmend, wurmaustreibend
Anwendungsbereiche: Abszesse, Augenentzündung, Eiterbeulen, Geschwüre, Hauterkrankungen, Insekten, Pickel, Schuppen, Verstopfung, Warzen, Weheneinleitung, Würmer
wissenschaftlicher Name: Ricinus communis
Pflanzenfamilie: Wolfsmilchgewächse = Euphorbiaceae
englischer Name: Castor Oil Plant, Castorbean
volkstümlicher Name: Christuspalme, Rizinus, Wunderbaum
Verwendete Pflanzenteile: Öl der Samen
Inhaltsstoffe: Alkaloide, ätherisches Öl, Bitterstoffe, fettes Öl, Glyceride, PyridinAlkaloid, Ricin, Rizinolsäure, Toxalbumin, Tririzinolein
Sammelzeit: September-November
Nebenwirkungen: Übelkeit, Koliken
Kontraindikation: Schwangerschaft, Kleinkinder, Darmverschluss, Entzündungen im Magen-Darm-Bereich
Anwendung
Öl innerlich
Als Klistir oder als Trunk gegen Verstopfungen. 1-2 Esslöffel Rizinus-Öl auf nüchternen Magen einnehmen, die Wirkung setzt nach etwa 3 Stunden ein. Der Geschmack kann durch Kühlung und Fruchtsirup verbessert werden, Zitronensaft macht die Einnahme auch angenehmer. Es gibt fertige Rizinus-Öl-Kapseln mit Dosieranleitung. Der Tipp, dass man Rizinus-Öl bei Vergiftungen einsetzen sollte, ist nicht zu empfehlen, da viele Gifte durch das Öl noch schneller vom Körper aufgenommen werden können. Das gleiche gilt auch für andere Medikamente, die im gleichen Zeitraum eingenommen werden. Medikamente können in der Wirkung verstärkt und vermindert werden.
Öl äußerlich
Um Warzen zu behandeln, diese mehrere Wochen mehrmals täglich mit Rizinus-Öl einreiben. Warzen sollten kleiner werden und mit der Zeit verschwinden. Juckend oder gereizte Haut lässt sich gut mit Rizinus-Öl pflegen. Rizinus-Öl ist auch in einigen Augentropfen enthalten, man sollte aber nicht selbst Rizinus-Öl ins Auge geben. Empfehlenswert ist aber die Wimpernpflege, bei der die Wimpern leicht mit Rizinus-Öl eingestrichen werden.
Rizinusöl
Das hoch viskose durchsichtige bis gelbliche Rizinusöl, (auch Kastoröl) wird aus den Samen der Pflanze (Ölanteil von etwa 40 bis 55 %) kalt gepresst, es besteht zu über 75 % aus Triglyceriden, die mit der Ricinolsäure verestert sind. Im Gegensatz zu den Samen ist es ungiftig. Das Rizinusöl wird zu vielen verschiedenen Anwendungen in Medizin, Kosmetik und Technik verwendet.
Insekten
Die Blätter, teilweise auch das Öl, vertreiben viele Insekten, z.B. auch Küchenschaben.
Verwendung als Zierpflanze
Der Wunderbaum ist eine beliebte Zierpflanze, zumal sie schnellwüchsig ist und von exotischem Äußeren. In gemäßigten Breiten überlebt die frostempfindliche Pflanze den Winter jedoch nicht und wird daher meist nur einjährig kultiviert. Idealer Standort im Garten ist ein Mistbeet, oder auch jede andere nicht zu schattige Stelle. Mehrere Sorten sind gezüchtet worden, meist für die kommerzielle Ölproduktion. Einige Sorten wurden jedoch auch für den Zierpflanzenhandel gezüchtet: „Carmencita“ mit bronzeroten Blättern und leuchtend roten Blüten; „Impala“, eine Miniatursorte mit roten bis purpurnen Blättern; „Sanguineus“ mit blutrotem Stamm und Blattwerk; „Gibsonii Mirabilis“, eine Zwergsorte in Dunkelrot und „Zanzibarensis“ mit weiß geäderten, grünen Blättern.
Geschichtliches
Die Rizinuspflanze wird seit mindestens 6000 Jahre angebaut, wie Grabbeigaben und schriftliche Dokumente (Papyrus) aus Ägypten zeigen. Dort wurde das Öl der Samen für Medizin, Schmuck, Lampen und Kosmetika genutzt. Der Papyrus Ebers "Das größte Buch zur Heilkunst im Alten Ägypten" beschreibt, dass das Kauen eines(?) Samens und Herunterspülen mit Bier "alles herauskommt, was in seinem Bauch ist" (seinem = Mann). Eine sehr gefährliche und unangenehme Methode den Darm zu entleeren, da schon wenige Samen einen stattlichen Mann umbringen können und die Nebenwirkungen der Vergiftungen schrecklich sind. Die Nebenwirkungen dieser Abführung dürften folgende gewesen sein: Erbrechen, blutiger Durchfall, Kolik, Nierenentzündung, Leberschäden (Lebernekrosen), Kreislaufprobleme um nur einige zu nennen. Auch als Haarwuchsmittel wurde das Öl eingesetzt. Im antiken Griechenland nutzte man daher das Öl nur für äußere Anwendungen. Erst Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich der Einsatz als Abführmittel durch, nachdem man bemerkte, dass das Öl in der Karibik innerlich als Abführmittel eingesetzt wurde, ohne dass die Menschen sich damit vergifteten. Die Wimpern wurden mit Rizinusöl bestrichen, damit die Wimpern und Augen besser zur Geltung kommen. Die Wimpern sollen mit so einer Kur auch kräftiger und länger werden. Heute wird Rizinus-Öl nur noch selten als Abführmittel eingesetzt, dafür viel mehr in der Industrie für Produkte wie Kosme-tika, Farben, Schmiermittel, Fasern, Papiere.
Bibel
In vielen deutschen Übersetzungen des Alten Testament der Bibel wird der Rizinus im Buch Jona, Kapitel 4, in den Versen 6 bis 8 genannt: „Gott ließ den Rizinusstrauch über Jona wachsen, um seinem Kopf Schatten zu geben. Am nächsten Morgen jedoch schickte er einen Wurm, sodass der Rizinus verdorrte.“ (Jona 4,6 EU) Da die Pflanze im hebräischen Urtext nur an dieser Stelle vorkommt, ist ihre Bedeutung nicht völlig klar. Schon die bedeutendste altgriechische Übersetzung, die Septuaginta, und die älteste lateinische Übersetzung, die Vetus Latina, gaben als Übersetzung Kürbis an, die Vulgata Efeu. Im Vatikan zeigt ein Fresko von Michelangelo Jonah mit einem Fisch und Flaschenkürbis im Hintergrund. Die meisten Übersetzer gehen heute aber davon aus, dass der Rizinus gemeint ist.
Da die Pflanze giftig ist, wurde bezweifelt, dass sie von einem Wurm befallen worden sein könnte wie in der Erzählung bei Jona. Doch jede noch so giftige Pflanze hat mindestens einen Fraßfeind, und heute ist eine Raupe bekannt, die den Rizinus befällt. Die Natur des „Wurmes“ blieb lange völlig unklar. Es wird vermutet, dass es sich dabei um die Raupen eines Nachtfalters der Familie der Bärenspinner (Arctiidae) handelt, der im Jahre 2005 neu beschrieben wurde und den Namen Olepa schleini erhielt. Diese Raupen fressen an Rizinus und sind vor allem nachtaktiv.
Pflanzenbeschreibung
In den gemäßigten Klimazonen wächst die Pflanze als einjährige krautige Pflanze, in den Tropen als mehrjährige Pflanze. Die Pflanze ist schnellwüchsig und wird unter idealen Bedingungen innerhalb von drei bis vier Monaten bis zu 5 bis 6 Meter hoch. In tropischem Klima erreicht sie nach mehreren Jahren Wuchshöhen von über 10 Metern und bildet einen verholzten Stamm. In saisonalen Klimaten stirbt die Pflanze jedes Jahr oberirdisch ab und treibt dann bei entsprechender Sonneneinstrahlung wieder neu aus. Die wechselständig stehenden Laubblätter sind 30 bis 70cm groß, dunkelgrün (bei einigen Sorten rötlich bis purpurfarben) und sie haben sehr lange, oft rötliche Blattstiele. Sie sind handförmig gespalten mit fünf- bis elf spitzen, eiförmigen Lappen, sie stehen näher zum Blattgrund schildförmig an den Stielen. Der Blattrand ist gesägt mit drüsigen, ungleich großen Spitzen. Die Blattunterseite ist drüsig. Die Mittelnerven der Nervatur sind teils rötlich ausgebildet. Auch die stark wasserhaltigen Stängel sind bei einigen Sorten rot überlaufen. Es sind kleine, abfallende, stängelumfassende und dreieckförmige Nebenblätter vorhanden. Es sind extraflorale Nektarien an der Blatt- und Tragblattbasis, an den Blatträndern der Nebenblätter und an Blattstielen vorhanden. Der Wunderbaum blüht von August bis Oktober. Es werden große, etwa 30–40 cm lange, endständige traubig oder rispige Blütenstände gebildet. Die Pflanzen sind einhäusig getrenntgeschlechtig. Die duftenden, kurz gestielten und eingeschlechtigen Blüten sind unscheinbar und ohne Kronblätter. Die eiförmigen, grün-rötlichen Kelchblätter der weiblichen Blüten sind früh abfallend, die der männlichen sind eiförmig, grün-gelblich und haltbar. In der oberen Hälfte des Blütenstandes werden nur die, an den roten und zweiästigen, stark papillösen Narben zu erkennenden, weiblichen Blüten gebildet, in der unteren Hälfte nur die männlichen Blüten, mit ihren über 100 typischen und reich verzweigten, basal verwachsenen, bündeligen und weißlich bis hellgelben Staubblättern. Der oberständige und dreifächrige Fruchtknoten ist stachelig, mit drei sehr kurzen Griffeln. Es werden bräunliche, dicht bis spärlich mit weichen, etwa 5 mm langen Stacheln besetzte, dreifächerige und etwa 1,5–2,5 cm große Spaltfrüchte, deren Teilfrüchte an einem oben breiteren, kurzen Karpophor stehen, gebildet. Sie ähneln den Kastanienfrüchten, sind aber weicher bestachelt, manchmal löst sich das leicht fleischige Exocarp vom holzigen Mesocarp. Die abgeflachten, rötlichbraunen bis silbrig, gräulichen und marmorierten, ellipsoiden und bohnenförmigen, etwa 7–14 mm langen wie breiten und 6–8 mm dicken Samen sind glänzend, mit einer kleinen zweiteiligen Caruncula, die oft später abfällt. Die Samenschale ist dünn, hart und spröde und leicht zu entfernen, das Tegmen ist sehr dünn und papierig, häutig, das Endosperm ist groß und umgibt die flachen Kotyledonen. Die Tausendkornmasse beträgt durchschnittlich etwa 200–450g. Die Caruncula dient der sekundären Samenausbreitung durch Ameisen, nach der Autochorie. Sie fressen die Caruncula und legen die Samen dann irgendwo ab. Die Pflanze ist termiten- und trockenheitsresistent.
Der Rizinus ist in Indien und dem tropischen Afrika heimisch. In tropischen Ländern wird er angebaut, in Südeuropa ist er ausgewildert, wird weltweit als Zierpflanze geschätzt. In einigen warmen Gegenden der USA ein gefürchtetes Unkraut. Europa: Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 50 cm und 4 Metern hoch. Im Winter stirbt die oberirdische Pflanze ab und treibt im nächsten Frühjahr neu aus. Ist der Winter sehr kalt, stirb die Pflanze vollständig ab. Tropen: Die mehrjährige Pflanze wird bis zu 15 Meter hoch. Die Blätter sind handförmig und bis zu 70 cm groß, je nach Sorte grün bis rot. Die Blüten erscheinen von Juli bis Oktober. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Spätherbst in den stacheligen Fruchtkapseln die bohnenförmigen Samen.

Anbautipps
Aussaat der Samen im Frühling. Der Samen bleibt etwa 3 Jahre keimfähig und verträgt keine längere Zeit über 40°C. Der Boden muss humusreich, feucht aber ohne Staunässe sein. Der Standort muss vollsonnig und warm sein, im Schatten wächst die Pflanze nicht. Damit sich reifen Samen bilden, wird ein etwa 150-180 Tage warmer Zeitraum (über 20°C) benötigt. Die Pflanze wächst sehr schnell, verträgt aber keinen starken Frost, daher ist die Anzucht in großen Töpfen empfehlenswert. Wegen der Giftigkeit der Pflanze nicht an Orten anpflanzen, zu dem Kinder Zutritt haben.
Sammeltipps
Die reifen Samen werden gesammelt, geschält und ausgepresst. Es sind noch weitere Schritte (mit Wasserdampf) nötig, um sicher die giftigen und unerwünschten Stoffe aus dem Öl zu entfernen. Beim Sammeln und Verarbeitung nicht mit der Pflanze oder Samen in Hautkontakt kommen, da Hautreizungen möglich sind. Man sollte aber wegen der hohen Giftigkeit der Samen auf eine Verarbeitung verzichten, da schon bei der Verarbeitung Vergiftungs- oder Allergie-Gefahr besteht.

Soja
Die Sojabohne ist dank ihrer einzigarten Proteinzusammensetzung zu einem Star der weltweiten Landwirtschaft geworden, und hat so weit mehr als ihre angestammte Heimat in Asien erobert. Sie ist nicht nur ein wichtiges Nahrungsmittel, sondern hilft auch gegen Wechseljahresbeschwerden, durch die Phytohormone, die sie enthält.
Die Sojabohne, häufig auch einfach als Soja bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie Schmetterlingsblütler innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler. Der Anbau der Nutzpflanze Sojabohne ist seit einer Zeit zwischen 1700 und 1100 v. Chr. in Nordostchina als Nahrungspflanze nachgewiesen. Die Sojabohne wird heute auf sechs Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut und ist die weltweit wichtigste Ölsaat. Ihre zunehmende Bedeutung spiegelt sich in dem seit den 1970er Jahren von allen Nutzpflanzen höchsten Zuwachs an Anbaufläche wider. Während 1960 17 Millionen Tonnen produziert wurden, waren es 2016 bereits 334,9 Millionen Tonnen. Als Ölsaat enthalten Sojabohnen etwa 20 Prozent Öl. Das Sojaöl wird vor allem als Lebensmittel, aber z. B. auch für die Produktion von Biodiesel verwendet. Nach der Ölpressung wird das verbleibende Extraktionsschrot (Sojakuchen) erhitzt, um die für Tier und Mensch giftigen und unbekömmlichen Bestandteile zu zerstören und dann zu 98 Prozent in der Tierproduktion verfüttert und zu 2 Prozent als Nahrung für den Menschen verwendet. Sojabohnen enthalten etwa 37 Prozent Eiweiß. Als Nahrung ist die Eiweißqualität der Sojabohne mit der von tierischem Eiweiß vergleichbar, was die Sojabohne von anderen Pflanzen abhebt.
Steckbrief
Heilwirkung: Wechseljahresbeschwerden, Hitzewallungen, Eiweißmangel, Kuhmilchallergie
wissenschaftlicher Name: Glycine max
Pflanzenfamilie: Schmetterlingsblütler = Faboideae
volkstümlicher Name: Soya, Fettbohne, Ölbohne, Japanische Bohnen
Verwendete Pflanzenteile: Samen
Inhaltsstoffe: Proteine, Isoflavone, fettes Öl, Lezithin, Linolsäure, Linolensäure, Arachinsäure, Erucasäure, Campesterin, Ergosterin, Sitosterolin, Vitamine
Sammelzeit: Herbst
Anwendung
Soja wird in erster Linie gegessen. Durch seinen hohen Eiweißgehalt wird es gerne zu Käse- oder Fleischersatzstoffen verarbeitet. Besonders bekannt ist Tofu, das aus Sojamilch zubereitet wird. Sojamehl ist in vielen Gebäckprodukten enthalten, um den Eiweißgehalt zu steigern. Auch Öl aus Sojabohnen ist verbreitet, denn die Sojabohnen enthalten bis zu 17% Öl. Das Besondere am Sojaeiweiß ist die Tatsache, dass es alle essentiellen Aminosäuren enthält, die vom Menschen benötigt werden. Dadurch ist es gleichwertig wie das Protein in der Milch oder in Eiern und sogar hochwertiger als Fleischproteine. In der Heilkunde wird Soja vor allem gegen Wechseljahresbeschwerden eingesetzt, denn es enthält, wie einige andere Hülsenfrüchte, Isoflavone, die ähnlich wie Östrogen aufgebaut sind und als Hormonersatz funktionieren. Dadurch werden die Beschwerden der Wechseljahre gemildert. Zu diesem Einsatzzweck kann man Sojaprodukte in den Spei-seplan einbauen oder man trinkt täglich ein bis zwei Gläser Sojamilch.
Medizinische Aspekte
Die Sojabohne ist reich an sogenannten Phytoöstrogenen – pflanzlichen Verbindungen mit hormonähnlicher Wirkung. Deren Hauptvertreter, die Isoflavone Genistein und Daidzein, sind das Objekt zahlreicher aktueller Forschungsarbeiten. Sie wurden vor allem mit der niedrigeren Inzidenz (Häufigkeit) von Gefäßkrankheiten wie der koronaren Herzkrankheit in ostasiatischen Ländern in Verbindung gebracht, in denen Soja in viel hö-heren Mengen konsumiert wird als in Westeuropa und den USA. Aufgrund der Datenlage von 1999 erlaubte die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) auf Sojaprodukten das Anbringen der werbenden Aussage: „Eine an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin arme Diät, die 25 g Sojaprotein pro Tag enthält, kann das Risiko von Herzerkrankungen reduzieren.“ Aufgrund neuerer Forschungsergebnisse ist diese Werbeaussage innerhalb der EU seit 2012 nicht mehr erlaubt. Das geringere Auftreten von Tumorerkrankungen wie Brustkrebs und chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen in diesen Ländern wurde mit dem höheren Phytoöstrogenkonsum in Verbindung gebracht, so dass Sojaisoflavonprodukte in jüngerer Vergangenheit mit Hinweis auf diese Eigenschaften intensiv beworben werden. Bisher gibt es wenige Nachweise der Wirksamkeit für diese Indikation. Eine chinesische Studie zeigte eine Senkung des Risikos für Lungentumore. Es gibt Forschungsergebnisse, die auf eine schädliche Wirkung hochkonzentrierter Isoflavone hindeuten. So bewirkten diese zum Beispiel in der Zellkultur eine Zunahme des programmierten Zelltods in Herzmuskelzellen neugeborener Schweine. Andere Forscher vermuteten zunächst einen Zusammenhang zwischen erhöhter Aufnahme von Isoflavonen aus Sojaprodukten und verringerter Sper-mienqualität, auch hier sind die Forschungsergebnisse widersprüchlich. Da auch in Europa inzwischen viele Verbraucher zu Soja-Produkten greifen, hat die Zahl der Allergiefälle zugenommen. Besonders Birkenpollenallergiker können betroffen sein: „Ursache für die Kreuzreaktion ist das zur Gruppe PR-10 gehörende Stressprotein Gly m 4, dessen Struktur dem Birkenpollenallergen Bet v 1 ähnelt (50 %ige Sequenzhomologie). Eine Schwellendosis für die Auslösung einer pollenassoziierten Sojaallergie kann nicht angegeben werden. Oftmals reicht aber bereits ein geringer Schleimhautkontakt mit dem Allergen, um eine Reaktion auszulösen. Repräsentative Zahlen über betroffene Verbraucher gibt es nicht. Schätzungsweise leiden rund 16 % der Bevölkerung in Europa an einer Pollenallergie, von denen rund 10 bis 20 % (d. h. 2 bis 3 % der Bevölkerung) eine Kreuzallergie mit Sojabohneneiweiß entwickeln.“
Pflanzenbeschreibung
Die Sojabohne gehört zu den Hülsenfrüchten. Ursprünglich wuchs sie wild in Japan, doch inzwischen wird sie fast überall auf der Welt angebaut, weil sie so besonders proteinreich ist. In Asien wird sie sogar schon seit mehreren Jahrtausenden angebaut. Die Pflanze ist mit etwa 50 cm Höhe relativ niedrig. Sie hat reichlich elliptisch spitze Blätter. Im Laufe des Sommers bilden sich aus den Blüten behaarte Schoten, die in Gruppen zusammenstehen. Im Herbst werden die Schoten bräunlich und erntereif. Die Samen sind weiß-gelblich, rund und bis zu einen Zentimeter groß.
Die Sojabohne ist eine einjährige krautige Pflanze mit bräunlicher Behaarung. Da es sehr viele Convarie-täten und Varietäten gibt, sind auch die morphologischen Merkmale sehr unterschiedlich. Am häufigsten sind aufrecht wachsende Sorten von 20 bis 80 Zentimeter Wuchshöhe. Hochwüchsige Sorten erreichen bis zwei Meter Höhe. Die Stängel sind eher dünn und mehr oder weniger verzweigt. Die meisten Sorten sind an Stängeln, Blattstielen und Blättern fein und dicht behaart. Es gibt Sorten mit unbegrenztem (indeterminier-tem) Wachstum. Die Mehrzahl der Sorten hat jedoch ein begrenztes Wachstum, da die Endknospe der Triebe sich zum Blütenstand entwickelt, und die Pflanze somit nicht weiterwächst. In höhe-ren Breitengraden werden erstere Sorten bevorzugt. Die wechselständig am Stängel angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ lang. Die Blattspreite misst in der Breite mehr als 10 Zentimeter. Sie ist unpaarig gefiedert und besteht meist aus drei Blättchen, die mit ein bis zwei Nebenblättchen versehen sind. Die ganzrandigen Blättchen sind bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 2 bis 6 Zentimetern oval. Die Laubblätter werden noch während der Fruchtreifung abgeworfen. Sojabohnen haben ausgeprägte Pfahlwurzeln von bis zu 1,5 Meter Länge. Die Wurzeln werden von dem sojaspezifischen Knöllchenbakterium Bradyrhizobium japonicum besiedelt. In dieser Symbiose erhält die Pflanze von den Bakterien den wichtigen Nährstoff Stickstoff in pflanzenverfügbarer Form. Beim Anbau von Soja auf Böden, in denen die Bakterien nicht von Natur aus vorhanden sind (etwa bei europäischen Böden) erfolgt eine Beimpfung des Saatgutes mit den erforderlichen bakteriellen Symbionten.
Die Sojabohne ist eine Kurztagspflanze. Beim Anbau unter Langtagbedingungen verlängert sich die Wachstumszeit durch Verzögerungen bei der Blütenanlage und Abreife der Samen. Die drei bis zwanzig achselstän-digen Blüten sitzen an kurz verzweigten Stielchen und stehen in seiten- oder endständigen traubigen Blütenständen zusammen. Ihre Färbung variiert gewöhnlich von blasslila bis dunkelviolett. Sie sind mit 5 bis 6 Millimetern Länge relativ klein und in der Regel selbstbefruchtend. Die Blühperiode erstreckt sich meist über drei bis vier Wochen. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Sie weisen zehn Staubblätter auf. Davon sind neun Staubfäden zu einer Röhre verwachsen. Das zehnte, oberste Staubblatt ist frei und liegt den verwachsenen Staubblättern an. Der Griffelist gerade. Nur 20 bis 80 Prozent der Blüten setzen Hülsenfrüchte an. Die behaarten Hülsenfrüchte sind 2 bis 10 Zentimeter lang und bei der Reife strohgelb, grau oder schwarz und enthalten ein bis fünf Samen. Die braunen, grünen oder schwarz-violetten Samen sind kugelig, ei- oder nierenförmig, flach oder gewölbt. Die Tausendkornmasse reicht von 50 bis 450 Gramm. Die Ernte der Sojabohnen kann vollmechanisiert durch Mähdrescher erfolgen.

Bachblüten
Wanderer zwischen den Welten, man fühlt sich in der Realität oft nicht zu Hause (Clematis)
- Diese Menschen sind Wanderer zwischen den Welten, und fühlen sich in der Realität nicht zu Hause
- Mit der dementsprechenden Bachblüte sind sie keine Wanderer zwischen den Welten und sind in der Realität zu Hause
Bachblüten
Du musst alles ganz genau machen, sonst fühlst du dich unrein: PerfektionsZwang (Crab Apple)
- Diese Menschen müssen alles perfekt genau machen, ansonsten fühlen sie sich unrein, großen Perfektionszwang
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie sich von diesen Zwängen befreien
Lebensmittelpyramide
Fleisch, Fisch, Geflügel und Eier gehören selbstverständlich zu einer ausgewogenen Ernährung, sind aber mengenmäßig eher als Beilagen auf einem insgesamt Kohlenhydratbetonten, an pflanzlichen lebensmittelreichen Speiseplan. An der Spitze der Pyramide steht schließlich das, was man am wenigsten essen soll, nämlich Fettreiches, Süßes und die Kombination aus beiden.
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