Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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07.07.2018

täglichen News > Newsletterarchiv > 2018 > Juli > 02.07.18-08.07.18


BALDRIAN

Hoch reckt der Baldrian seine schlanken kräftigen Stiele auf denen sich luftige rosafarbene Blüten sanft im Winde wiegen. Die Blüten duften zart und angenehm. Immer wenn mir ein blühender Baldrian am Wegesrand begegnet, schnuppere ich ein wenig an den Blüten und freue mich. Bei diesen zarten Düften und dem luftigen Erscheinungsbild wundert es nicht, daß Baldrian zart beruhigend aufs Nervensystem und den Körper wirkt.
Baldriane sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Baldriangewächse innerhalb der Familie der Geißblattgewächse. Die 150 bis 300 Arten sind in  Eurasien und in der  Neuen Welt weitverbreitet.  

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Schlafstörungen
Heilwirkung:
beruhigend, entspannend, konzentrationsfördernd, krampflösend, schlaffördernd
Anwendungsbereiche:
Blähungen, Bluthochdruck, Darmkrämpfe, Gallenbeschwerden, Gastritis, Kopfschmerzen, Krämpfe, Magenkrämpfe, Magenschleimhautentzündung, Migräne, Nervöse Herzbeschwerden, Nervosität, Neurodermitis, Prüfungsangst, Reizblase, Rückenschmerzen, Schilddrüsenüberfunktion, Schlafstörungen, Unruhe, Verspannungen,  Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name:
Valeriana officinale
Pflanzenfamilie:
Baldriangewächse = Valerianaceae
englischer Name:
 Valerian
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzeln (Blüten)
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Valerensäure, Baldriansäure, Sesquiterpene, Arnikaflavon, Hydrophile Lignane, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Harz, Alkaloide
Sammelzeit:
Wurzel: Oktober, Blüten: Juli / August

Anwendung
Bei allen Zuständen von Nervosität, Schlaflosigkeit und vielen psychosomatisch bedingten Krankheiten (z.B. Magengeschwür oder - krämpfe) kann Baldrian als  Tee, Tinktur oder Pulver (z.B. Tabletten) eingesetzt werden. Bei Schlaflosigkeit empfiehlt sich vor dem Schlafengehen ein Tee aus Baldrian, Hopfen, Beifuß und Melisse, der in kleinen Schlucken langsam getrunken wird. Da Baldrian nicht müde macht, kann er auch bei Prüfungsangst eingesetzt werden. Inzwischen gibt es Baldrianprodukte in jedem größeren Supermarkt. Sie können viele Psychopharmaka ersetzen, weil sie nicht nur ungefährlicher wirken sondern auch nicht süchtig machen.
Baldriantee bevorzugt als Kaltauszug
Am besten setzt man den Baldriantee als Kaltauszug an. Dazu übergießt man ein bis zwei Teelöffel Baldrianwurzel mit einer Tasse Wasser. Den Tee lässt man etwa zwölf Stunden ziehen. Dann filtert man ab und erwärmt den Tee auf Trinktemperatur. In kleinen Schlucken trinken. Bei Eile oder in Teemischungen kann man die Baldrianwurzel auch als Aufguss zubereiten und den Tee dann 10 bis 15 Minuten ziehen lassen.
Baldrianblüten als Tee
Wer will, kann auch die Blüten des Baldrians als Tee einsetzen. Die Baldrianblüten sind deutlich milder als die Wurzel und riechen angenehmer. Im Handel sind sie normalerweise nicht erhältlich, man muss sie also selber ernten. Mit den Baldrianblüten kann man wahlweise einen Kaltauszug oder einen Aufguss zubereiten und als Tee trinken.
Baldriantinktur
Um eine Baldriantinktur selbst herzustellen, übergießt man Baldrian in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mischung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man abends oder bei Bedarf ein bis zwei Teelöffel ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Fertigprodukte mit Baldrian
Im Handel und in Apotheken werden jede Menge Tabletten und Dragees mit Baldrian angeboten. Die Dosierung dieser Mittel ist sehr unterschiedlich und reicht von leicht, für die Anwendung am Tage, bis zu stark, bei ausgeprägten Schlafstörungen. Häufig sind die Baldrianmittel auch mit anderen Heilpflanzen kombiniert, beispielweise Hopfen, Melisse oder Passionsblume.
Baldrianblüten als Schlafkissen
Die zarten Baldrianblüten kann man in Form eines Kräuterkissens als Einschlafhilfe verwenden. Dazu füllt man getrocknete Baldrianblüten in einen kleinen (selbstgenähten) Kissenbezug aus Stoff. Zur Ergänzung der Wirkung kann man zusätzlich Lavendelblüten, Melisse und Hopfenzapfen in das Kissen füllen. Das Kissen legt man im Bett neben das Kopfkissen, um den sanften Duft einatmen zu können.

Wirkungsweise
Die Wurzel des Baldrians wirkt in erster Linie beruhigend. Die Wirkung des Baldrians ist durch medizinische Studien untermauert. Selbst die Funktion der einzelnen Wirkstoffe wurde untersucht. Die Sesquiterpene im Baldrian verändern die Funktion und die Erregungsübertragung der sogenannten GABA-Rezeptoren in Nervenzellen. Das führt zu einer entspannenden und entkrampfenden Wirkung. Die Valerensäure im Baldrian unterstützt diese Wirkung, indem sie die Stoffwechselaktivität der Nervenzellen verändert. Durch diese entspannende Wirkung kann man den Baldrian nicht nur bei Schlafstörungen und Nervosität einsetzen, sondern auch bei zahlreichen Gesundheitsbeschwerden, die mit Unruhe und Verkrampfungen einher gehen. Zahlreiche andere Arten der Gattung Baldrian (Valeriana) haben eine ähnliche Wirkung wie der heimische echte Baldrian. Eine mexikanische Verwandte des Baldrians, Valeriana edulis, hat eine besonders große Wurzel mit sehr intensiver Wirksamkeit.

Geschichtliches
Früher wurde der Baldrian zeitweise als Allheilmittel betrachtet. Schon im Altertum empfiehlt Dioskurides den Baldrian als erwärmendes Mittel mit harntreibender und menstruationsfördernder Wirkung. Er nennt den Baldrian "Phu". Hildegard von Bingen sieht im Baldrian ein Heilmittel gegen Brustfellentzündungen. Auch Hippokrates, Tabernaemontanus und Paracelsus schätzten den Baldrian als wertvolle Heilpflanze. Der Baldrian wurde unter anderem gegen Augenkrankheiten, Epilepsie und sogar gegen die Pest eingesetzt. Bei den Germanen stand der Baldrian, als Baldurs Pflanze, im Ruf, ein Allheilmittel zu sein. Diese Vorstellung wurde im Mittelalter von den meisten Völkern übernommen, in deren Ländern der Baldrian heimisch war. Erst im 17. Jahrhundert wurde die beruhigende Wirkung des Baldrians auf das Nervensystem immer bekannter.

Magische Anwendung
Zum Schutz vor bösen Geistern wurde der Baldrian in Nordeuropa an die Tür gehängt. Im Zimmer aufgehängt, sollte ein Baldrianstrauß anzeigen, wenn eine Hexe den Raum betritt, denn dann würde es sich bewegen. Um sich vor dem Teufel oder Verzauberungen durch Hexen zu schützen, trugen manche Menschen ein Stück Baldrianwurzel bei sich.

Pflanzenbeschreibung
Der Baldrian kommt in nahezu ganz Europa vor. Man findet ihn an den Ufern von Bächen und Gräben, auf feuchten Wiesen und an Waldrändern. Der Baldrian ist eine mehrjährige Staude, sodass die Pflanze im Frühjahr immer wieder neu heranwächst. Im Frühjahr wachsen zuerst die unpaarig gefiederten Blätter aus der Erde und bilden ein luftiges Kissen. Ende April steigen die ersten Stiele aus den Blättern auf und wachsen bis zum Sommer bis zu 2 m hoch. Dann entspringen im Juli oder August aus jedem Stängel mehrere rosa-farbene Trugdolden, die sich luftig über die anderen Pflanzen der Umgebung erheben. Ein zarter angenehmer Duft geht von den Blüten aus. Katzen mögen diesen Duft ganz besonders gern, daher wird der Baldrian auch Katzenkraut genannt. Manche Menschen empfinden den Duft der Baldrianblüten auch als eher unangenehm, vor allem, wenn es regnet. Der Geruch der Wurzeln wird von deutlich mehr Menschen als unangenehm empfunden, vor allem wenn sie nach der Trocknung stark riechen. Ganz anders geht es den Katzen, die den Baldrianduft lieben und ganz verrückt nach ihm sind. Die Wurzeln mit ihren zahlreichen Fasern sind außen braun und innen weißlich. In anderen Gegenden der Welt wachsen andere Baldrianarten, die meist ähnlich wirken wie der heimische Baldrian.
Vegetative Merkmale
Bei Baldrianarten handelt sich um ausdauernde, krautige Pflanzen und manchmal Sträucher wie Valeriana microphylla in den Anden. Die Laubblätter sind einfach oder geteilt.
Generative Merkmale
Die - mit Ausnahme des zweihäusigen Kleinen Baldrians - zwittrigen Blütensind drei- bis fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenkronblätter sind verwachsen. In jeder Blüte gibt es nur drei  Staubblätter. Die drei  Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen.

Anbautipps
Früher wurde der Baldrian sehr oft in den typischen Bauerngärten angebaut. Der Grund dafür war nicht nur die Heilwirkung und der zierende Effekt, sondern auch die Fähigkeit des Baldrians, den Boden zu durchlüften und Regenwürmer anzuziehen. So fördert der Baldrian im Garten das Wachstum des Gemüses und anderer Pflanzen. Der Boden für den Baldrian sollte ausreichend feucht und tiefgründig sein. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Man kann den Baldrian auch in großen Kübel anbauen, muss sie dann jedoch häufig gießen. In manchen Gartengeschäften und bei Spezialversendern bekommt man Samen oder fertige Pflanzen vom Baldrian. Im zeitigen Frühjahr sät man die Samen unter Glas in Saatkästen oder kleine Töpfchen. Ab Mai kann man sie auch ins Freiland säen, wenn der Boden dort über mehrere Wochen hinweg nicht
von anderen Pflanzen überwuchert wird. Wichtig ist es, dass man die Samen nicht mit Erde bedeckt, weil er Baldrian ein Lichtkeimer ist. Der Samen braucht nahezu einen Monat bis er keimt. Daher braucht man eine Menge Geduld. Sobald kleine Pflanzen gewachsen sind, pflanzt man sie im Abstand von 50 cm bis 1 Meter aus. Das Gleiche gilt für fertig gekaufte Pflänzchen. Bis zum späten Sommer entwickeln sich die neuen Baldrianpflanzen zu kräftigen Pflanzen. Doch erst nach zwei bis drei Jahren sind sie voll ausgewachsen. Wenn der Baldrian Ausläufer bildet, kann man diese kleinen Pflanzen im Frühjahr von der Mutterpflanze trennen und im passenden Abstand auspflanzen.

Sammeltipps
Die Wurzeln des Baldrians werden im Herbst gesammelt, wenn die Blütezeit schon lange vorbei ist. Dann werden die Wurzeln ausgegraben. Am besten lässt man einen Teil der Wurzel zurück, damit der Baldrian mit etwas Glück die Chance hat, neu heran zu wachsen. Die Wurzeln werden abgebürstet und mit kaltem Wasser kurz abgespült. Dann werden sie in kleine Stücke geschnitten und an einem warmen Platz möglichst schnell getrocknet. Wenn man keinen geeigneten warmen Platz hat, kann man sie auch bei niedriger Hitze (50°C) im geöffneten Backofen trocknen. Auch ein Dörrgerät kann hier hilfreiche Dienste leisten. Die Blüten werden im Hochsommer gesammelt, wenn die Pflanzen in voller Blüte stehen. Dann werden sie an einem schattigen Ort getrocknet.
Achtung! Damit keine Katzen die zu trocknenden Baldrianteile verunreinigen, sollte man die Trocknung an einem Platz durchführen, der von Katzen nicht erreicht werden kann.




EBERESCHE

Die meisten Menschen denken, dass die Eberesche giftig ist. Das ist ein Vorteil für diejenigen, die es besser wissen, denn dadurch kann man reichlich Ebereschenfrüchte sammeln, um daraus Marmelade oder Gelee zu kochen. Dass die Eberesche, auch Vogelbeere genannt, sogar Heilwirkungen hat, ist jedoch nicht mal allen Eingeweihten bekannt. Dabei ist sie vor allem für das Verdauungssystem sehr hilfreich und auch bei Lungenproblemen kann die Eberesche helfen.
Die Vogelbeere, gemeinsprachlich häufiger die Eberesche oder der Vogelbeerbaum, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Mehlbeeren innerhalb der Familie der Rosengewächse. Die Zugehörigkeit zu den Kernobstgewächsen kann man bei genauer Betrachtung der Früchte gut erkennen; sie sehen wie kleine Äpfel aus. Andere deutschsprachige Trivialnamen sind Drosselbeere, Quitsche oder Krametsbeere. Die Bezeichnung als  Speierling ist irreführend, da dies der gebräuchliche Name einer anderen Sorbus-Art ist. Die Vogelbeere ist in weiten Teilen Europas verbreitet und besitzt als  Pionierart ein breites Bodenspektrum. Für Insekten, Vögel und Säugetiere ist sie eine wertvolle Futterpflanze. Die vielfältige Nutzung durch den Menschen spiegelt sich in zahlreichen regionalen Namensgebungen wider. Im Aberglauben und Brauchtum hat sie eine bedeutende Rolle inne. In Deutschland wurde die Vogelbeere im Jahr 1997 zum  Baum des Jahres gekürt. Entgegen einer weitverbreiteten Annahme sind ihre Früchte ungiftig.

Steckbrief
Heilwirkung:
harntreibend, Leberprobleme, Leberzirrhose, Gallenprobleme, Gallenstauung, Gallenblasenentzündung, Gallengangsentzündung, Gallensteine, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Verstopfung, Skorbut, immunsystemsteigernd, harntreibend, Durchfall, Bronchitis, Lungenentzündung, Grüner Star
wissenschaftlicher Name:
Sorbus aucuparia
Pflanzenfamilie:
Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name:
 Rowan Berry
volkstümlicher Name:
Aberesche, Amselbeere, Drosselbeere, Ebisch, Ebsche, Gimpelbeer, Haweresche, Judenkirsche, Moosesche, Stinkholz, Vogelbeere, Wilde Esche, Wielesche
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte
Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Gerbstoff, Sorbitol, Sorbitansäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure, Spuren der Parasorbinsäure (leicht giftig), Bitterstoff, Pektin, ätherisches Öl
Sammelzeit:
Juli bis Oktober

Anwendung
Die Früchte kann man als Saft, Marmelade oder Gelee einnehmen. Auch als Tee kann man die Früchte anwenden. Durch das Kochen wird der herbe Geschmack der Beeren etwas gemildert. Es gibt auch verschiedene Sorten der Eberesche. Manche sind sehr bitter und daher nicht so gut für die Marmeladebereitung geeignet. Die Sorte "Mährische Vogelbeere" ist weniger bitter und deshalb sehr gut geeignet. Die mährische Vogelbeere ist die Kulturform der Eberesche. Sie ist daher häufig an Straßen und Plätzen in Siedlungen zu finden. Durch ihre Bitterstoffe und die Gerbstoffe ist die Eberesche wirksam gegen Probleme des Verdauungssystems, insbesondere der Gallenfunktion. Auch zur Regulierung der Verdauung kann man die Eberesche einsetzen, denn sie hilft sowohl gegen Durchfall als auch gegen Verstopfung. Außerdem hilft die Eberesche gegen Bronchitis und Lungenleiden, sogar bei Lungenentzündung kann sie hilfreich sein. Für diesen Zweck verwendet man die Eberesche am besten frisch gepresst als Saft mit Honig. Ein etwas exotischer Einsatzzweck der Eberesche ist der grüne Star. Hier ist nicht sicher, ob man sich auf die Wirkung verlassen kann, aber man kann es immerhin ausprobieren. In Zeiten, wo Vitamin C knapp ist, kann die Eberesche auch gegen Vitamin C Mangel helfen. Ob die Eberesche roh giftig ist, ist umstritten, gekocht und getrocknet ist sie zumindest nicht giftig. Vor starken Dosierungen in roher Form bewahrt auch der herbe Geschmack, daher ist es eher unwichtig, ob die Eberesche roh in hoher Dosierung giftig sein könnte.  Wichtig für diese Rezepte ist immer, dass man vor der Ernte eine der Vogelbeeren probiert, ob sie extrem bitter und nur herb ist. Für die Marmeladengewinnung eignen sich nur die herben Beeren, nicht die extrem bitteren.
Medizin
Auch wenn sich im Volksglauben hartnäckig das Gerücht hält, die Früchte seien giftig, ist dies nicht richtig. Allerdings enthalten die Beeren Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann. Durch Kochen wird die Parasorbinsäure zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist. Gekochte Beeren können daher auch in größeren Mengen gegessen werden. Tatsächlich waren Vogelbeeren aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts früher ein wichtiges Mittel gegen Skorbut. Sie enthalten außerdem Provitamin A und Sorbit, einen Zuckeraustauschstoff. Aus der  Sorbose der Vogelbeeren wurde das Sorbit, ein Zuckerersatz für Diabetiker, gewonnen. Sorbit wird heute industriell durch Reduktion von Traubenzucker (Glukose) mit Wasserstoff hergestellt. Die  Naturheilkunde schreibt Blättern und Blüten eine besondere Heilwirkung zu. Getrocknet finden diese u. a. in Tees gegen Husten, Bronchitis und Magenverstimmungen Verwendung. Auch werden sie bei Verdauungsbeschwerden, Hämorrhoiden, Rheuma und Gicht eingesetzt. Die Wirkung ist allerdings nicht wissenschaftlich erwiesen. Sänger und Redner nutzen die Vogelbeeren z. B. auch, um ihre Stimmbänder geschmeidig zu halten. Laut „Kräuterpfarrer" Johann Künzle sollen Vogelbeeren zähen Schleim von den Stimmbändern lösen und so bei Heiserkeit wertvolle Dienste leisten. In der  evidenzbasierten Medizin wird ein Auszug aus Sorbus aucuparia, das Sorbit, intravenös zur Senkung des Augeninnendrucks bei Glaukom gespritzt.
Konfitüre
Nach den ersten Frösten verlieren die Früchte ihren durch die Parasorbinsäure hervorgerufenen bitteren Geschmack und werden leicht süßlich. Die Parasorbinsäure wird hierbei zur Sorbinsäure umgebildet. Regional, zum Beispiel im  Bayerischen Wald und in  Böhmen, wird aus den Früchten  Konfitüre gekocht, die wie Preiselbeeren als leicht säuerliche Konfitüre zu Wildgerichten gereicht wird. Hierfür eignet sich besonders die Eßbare oder Mährische Vogelbeere – Sorbus aucuparia var. moravica, auch var. edulis oder var. Dulcis genannt, die einen höheren Zuckergehalt hat und frei von Parasorbinsäure ist und daher auch roh verzehrt werden kann. Zwei verbreitete Kulturformen der mährischen Vogelbeere sind Konzentra und Rosina, deren Auswahl 1946 im Institut für Gartenbau Dresden-Pillnitz begann und die 1954 in den Verkauf gebracht wurden. Dabei ist Konzentra für die Entsaftung geeignet und Rosina für Kompott oder zum Kandieren. Andere Sorten, die bitterstoffarm sind ähnlich der mährischen Vogelbeere, sind die aus Südrussland stammenden Kulturformen Rossica und Rossica Major. Weitere essbare Sorten stammen aus  Klosterneubur in Niederösterreich. Es existieren Hybride mit anderen Fruchtbaumarten, die zum Verzehr geeignet sind. Dazu zählen Burka, Likjornaja, Dessertnaja,Granatnaja, Rubinovaja und Titan.
Alkoholische Getränke
Der Likör  Sechsämtertropfen, der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts im  Fichtelgebirge gebrannt
wird, und der tschechische Jeřabinka haben als Grundstoff auch Vogelbeerenfrüchte. Vogelbeerschnaps hat in Tirol,  Salzburg und in der Steiermark eine lange Tradition. Aufgrund der aufwändigen Gewinnung und Verarbeitung der Beeren und der geringen Ausbeute beim Brennen der  Maische ist der fertige Edelbrand teuer. Vor dem Maischvorgang werden die Beeren von den Dolden, die störende Gerbstoffe beinhalten, getrennt. Um gärhemmende Substanzen abzubauen, wird die Gärung bei höherer Temperatur durchgeführt. Parasorbinsäure wird durch Erhitzen beim Destillieren vollständig abgebaut. In  Hessen wird die Vogelbeere (Eberesche) von einigen kleinen Kelterern bei der Apfelweinherstellung verwendet, ähnlich wie der  Speierling. Seltener wird zudem Vogelbeerwein angeboten.

Pflanzenbeschreibung
Die Eberesche ist ein zierlicher Baum, der an den meisten Standorten gedeihen kann. Sogar in den Höhen der großen Mittelgebirge wächst die Eberesche noch, an Stellen, wo kaum noch andere Bäume gedeihen. Die unpaarig gefiederten Blätter haben lanzettlich gesägte Form. Im Mai und Juni sprießen die weißen Blüten in Doldentrauben. Im Frühherbst reifen die die hellroten, erbsengroßen Früchte. Sie haben einen herb-sauren Geschmack, der beim Kochen und Trocknen milder wird.
Habitus
Die sommergrüne Vogelbeere erlangt ein gewöhnliches Alter von 80, in seltenen Fällen, vor allem als Ge-birgsbaum auch bis 120 Jahren. Mit einer durchschnittlichen Wuchshöhe von 15 Metern ist die Eberesche ein eher kleinwüchsiger Baum. Einzelstehend, ohne Beschattung konkurrierender Pflanzenarten kann sie auch Wuchshöhen von bis 25 Metern erreichen. Stockausschläge der Eberesche wachsen gewöhnlich mehrstämmig als wesentlich kleinerer  Strauch. In den ersten 20 Jahren wächst sie relativ schnell, danach stockt das Wachstum. Die Eberesche besitzt ein weitreichendes und tiefgehendes  Senkerwurzelsystem und die Fähigkeit, sich über Stockausschläge und Wurzelbrut vegetativ zu vermehren. Auf Pseudogleyböden wurzelt sie hingegen relativ flach. Kennzeichnend für die Eberesche ist ihre zierliche Gestalt sowie die oval bis rundliche, unregelmäßig aufgebaute und locker gehaltene Krone. Der Stamm der Eberesche zeichnet sich durch eine schlanke, walzenförmige Wuchsform aus. Die Äste stehen vom Stamm ab oder sind schräg nach oben gerichtet. Die glatte, glänzende Rinde jüngerer Bäume ist gelblich bis grünlich grau gefärbt und zeigt längliche, quer zur Wuchsrichtung gestellte Lentizellen, die den Gasaustausch mit der Umgebung sicherstellen. Mit zunehmendem Alter des Baumes nimmt die Rinde eine mattgraue Färbung und feinrissige Struktur an. Nur wenige Exemplare entwickeln im hohen Alter im unteren Stammbereich eine schwärzliche, längsrissige  Borke. Jungtriebe bilden gewöhnlich eine weiche, filzige Behaarung aus und sind aschgrau gefärbt. Eine Besonderheit stellt das Chlorophyll dar, das sich unter der glatten Rinde der Zweige befindet. Dies befähigt den Baum bereits vor dem Laubaustrieb zur Photosynthese. Sein Vorkommen in höheren Lagen wird dadurch unterstützt.
Knospe und Blatt
Die Winterknospen der Vogelbeere sind meist dunkelviolett gefärbt und weißfilzig behaart. Dies stellt ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Speierling dar, dessen grüne und klebrige Knospen allenfalls an den Schuppenrändern eine feine Behaarung entwickeln. Die Endknospe an den Zweigspitzen ist gewöhnlich gekrümmt. Die wechselständig an den Zweigen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert und sind dabei etwa 20 cm lang sowie 8 bis 11 cm breit. Die unpaarig gefiederte Blattspreite setzt sich gewöhnlich aus 9 bis 19 länglich-elliptischen Blattfiedern zusammen. Die 4 bis 6 cm langen und etwa 2cm breiten Blättchen sitzen mit einem kurzen Stiel der  Blattspindel an. Sie sind nach vorne zugespitzt und zum Grund hin asymmetrisch abgerundet. Am Blattrand bilden sie eine scharfe, ungleiche Zähnung aus, die zur Blattspitze hin ausgerichtet ist. Die unbehaarte Blattoberseite zeigt eine sommergrüne Färbung, wohingegen die Blattunterseite eher graugrün gefärbt ist und eine leichte Behaarung entwickeln kann. Die drehrunde Blattspindel weist zwischen den einzelnen Fiedern leichte Rinnen auf. Die Fiederblättchen der Eberesche besitzen keine  Blattzahndrüsen an der Spitze.
Blütenstand und Blüte
Die Vogelbeere erlangt ihre Blühfähigkeit bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren. Auf der Nordhalbkugel blüht sie von Mai bis Juli. Der  Blütenstand entspricht einer ausgebreiteten  Schirmrispe, in der 200 bis 300 Blüten vereinigt sind. Je nach Unterart sind die Infloreszensachsen flächig behaart oder fast bis ganz kahl. Die zwittrige Blüte ist bei einem Durchmesser von etwa 10 Millimetern  radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf  lt Kelchblätter sind spitz, kurz dreieckig. Ihre Länge beträgt etwa 1,5 bis 1,8 Millimeter. Sie sind drüsig bewimpert, mehr oder weniger behaart oder auch kahl. Auch während der Fruchtreife behalten sie eine fleischige Konsistenz. Die fünf weißen Kronblätter entwickeln eine Länge von (drei) vier bis fünf Millimeter. Ihre Form ist entweder kreisrundlich oder breiteiförmig ausgeprägt. Sie sind kurz genagelt und besitzen Richtung Grund etwas oberhalb des  Nagels eine wollige Behaarung. Die Länge der 20  Staubblätter entspricht in etwa derjenigen der Kronblätter. Die Blüte besitzt zwei bis fünf freie  Griffel, die in der unteren Hälfte behaart sind. Die unterständig stehende unverwachsenen Fruchtblätter sind in den  Blütenboden eingesenkt und mit diesem verwachsen. Die fleischige Blütenachse verbindet sie miteinander.
Frucht und Samen
Die Früchte reifen von August bis September. Die bei Reife leuchtend roten und kugeligen, im botanischen Sinne dreifächerigen  Apfelfrüchte, werden manchmal als „Beeren" bezeichnet. Sie enthalten gewöhnlich drei  Samen und bilden einen Durchmesser von etwa 1 cm aus. Häufig hängen die Früchte bis in den Winter hinein in dichten „Büscheln" am Baum.



BACHBLÜTEN
Ich opfere mich für alle, die mich darum bitten (Centaury)
-
Diese Menschen opfern sich zu sehr für die auf, die sie darum bitten
- Mit der dementsprechenden Bachblüte opfern sie sich kaum mehr auf


BACHBLÜTEN
Ich lasse mich leicht überreden (Cerato)
-
Diese Menschen lassen sich sehr leicht von ihren Mitmenschen überreden
- Mit der dementsprechenden Bachblüte lassen sie sich kaum mehr überreden


ERNÄHRUNG
Ernährung nach Ayurveda
In der ayurvedischer Anschauung beeinflusst die Einheit von Körper, Geist und Seele nicht so sehr wie die Ernährung. Wer sich sichtig, so wird zitiert, benötigt keine Medikamente.


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