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07.01.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > Januar > 07.01.19-13.01.19


ALOE


Die Aloe vera ist eine vielseitige Heilpflanze, die in Wüstengegenden heimisch ist. Durch ihre dicken, fleischigen Blätter erinnert die Aloe ein wenig an Kakteen, aber sie ist eine Lilienart, eng verwandt mit dem Affodil. In ihrer arabischen Heimat ist die Aloe schon seit über 6.000 Jahren als Heilpflanze bekannt. In Mitteleuropa wird sie schon seit etwa 1930 für Heilzwecke eingesetzt. Zunächst war sie den meisten Menschen hierzulande relativ unbekannt, doch seit Anfang des neuen Jahrtausends boomt die Verwendung der Aloe vera, und man findet sie in zahlreichen Kosmetika, Lebensmitteln und Alltagsprodukten. Bei der Aloe und ihren Produkten muss man unterscheiden, ob das sanfte Gel oder das drastisch wirkende, gelbliche Harz verwendet wurde. Gel und Harz sind in ihrer Wirkung so unterschiedlich, als würde es sich um zwei verschiedene Heilpflanzen handeln. Das Gel, das in den Blättern gespeichert wird, hat mannigfaltige Heilwirkungen, vor allem auf die Haut.
Die Echte Aloe ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Aloen in der Unterfamilie der Affodillgewächse. Das Artepitheton vera stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚wahr‘.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Leichte Verbrennungen
Heilwirkung: Gel: befeuchtend, entzündungshemmend, lindernd, reizmildernd, Harz (leicht giftig!): abführend, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche: Gel - Äußerlich: Akne, Brandwunden, Ekzeme, Hautirritationen, Insektenstiche, Geschwüre, Herpes, Juckreiz, Neurodermitis, Psoriasis, Schlecht heilende Wunden, Schürfwunden, Schuppenflechte, Sonnenbrand, Unreine Haut, Verbrennungen, Zahnfleischentzündung, Gel - Innerlich: Colitis ulcerosa, Diabetes, Erhöhte Blutfettwerte, Husten, Reizdarm, Reizmagen, Sodbrennen, Stärkung des Immunsystems, Harz - innerlich (Achtung! leicht giftig!): Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Aloe vera, Synonyme: Aloe barbadensis, Aloe perfoliata, Aloe vulgaris, Aloe indica, Aloe chinensis
Pflanzenfamilie: Affodillgewächse = Asphodelaceae
englischer Name: Aloe vera
volkstümliche Namen: Wüstenlilie
Verwendete Pflanzenteile: Das Gel in den Blättern, das Harz aus dem gelben Saft. Bei Fertigprodukten wird manchmal das gesamte Blatt verwendet. Dann enthält das Mittel auch das Harz (Aloin), das stark abführend ist
Inhaltsstoffe: Wasser, Aminosäuren, Mineralien, Vitamine, Enzyme, Glykoproteine, Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate, nur im Blattharz: Aloin - ein Glykosid
Sammelzeit: Wenn die Blätter groß genug sind.

Anwendung
Aloe-vera-Gel

Ein weiteres von der Echten Aloe stammendes Produkt ist das „Aloe-vera-Gel“, das aus dem Wasserspeichergewebe der Blätter gewonnen wird. Durch den Gehalt an hauptsächlich aus D-Glucose und D-Mannose aufgebauten Polysacchariden weist es eine schleimartige Konsistenz auf. Das Gel kann ferner Einfachzucker wie Glucose, Mannose, Galactose und Xylose sowie wasserlösliche Vitamine, Aminosäuren, Amylase, alkalische Phosphatase, Lipase und Salicylsäure enthalten, außerdem Glycoproteine und Aloenine. Aloe-vera-Gel ist bei entsprechend sorgfältiger Gewinnung frei von dem abführend wirkenden Aloin, das außerhalb des Wasserspeichergewebes in dem gelben Saft unter der Blattrinde vorkommt. Aloe-vera-Gel wird kosmetisch und volksmedizinisch in einer Reihe von Anwendungen eingesetzt. Dem Gel werden entzündungshemmende, wundheilende und immunstimulierende Eigenschaften zugeschrieben.
Äußerliche Anwendung des frischen Gels
Die frischeste Aloe bekommt man, wenn man sie selbst im Haus anbaut. Sobald die Blätter groß genug sind, kann man sie abschneiden und das Gel, das darin enthalten ist verwenden. Das frische Gel kann man einfach auf die betroffenen Hautstellen streichen. Das Gel enthält feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe und wirkt außerdem reizlindernd, leicht antibakteriell und entzündungshemmend. Sehr angenehm ist die äußerliche Anwendung des Gels auf der Haut. Man kann dieses Aloe-Gel mannigfaltig einsetzen. Da das Gel gut kühlt, ist es vor allem angenehm bei so Sachen wie Sonnenbrand und Juckreiz. Wegen der juckreizstillenden und wundheilenden Wirkung kann man Aloe-Gel auch bei Neurodermitis und anderen Ekzemen einsetzen. Auch bei Schürfwunden kann das Gel lindernd wirken und die Wundheilung verbessern. Die leichte antibakterielle und die wundheilende Wirkung macht das Aloe-Gel auch zu einem guten Mittel gegen Akne. Die Heilwirkung bei leichten Verbrennungen und Sonnenbrand ist durch medizinische Studien untermauert. Die anderen Anwendungsgebiete entstammen der Erfahrungs- und Volksmedizin.
Aloe vera Produkte und ihre äußerliche Anwendung
Die Aloe vera ist Bestandteil zahlloser Fertigprodukte. In manchen dieser Produkte sind nennenswerte Mengen des Aloe-Gels enthalten. Man kann sie daher ähnlich anwenden, wie das frische Gel, sofern sie für derartige Anwendungen vorgesehen sind. Dies betrifft beispielsweise Cremes für die Anwendung auf der Haut. Eine Aloe-Zahncreme wird man natürlich nicht auf die sonnenverbrannte Haut streichen, sondern besser zum Zähneputzen bei Zahnfleischentzündung einsetzen. Viele Aloe-vera-Produkte enthalten nur geringe Spuren der Aloe. Die Aloe ist in diesen Produkten hauptsächlich dafür enthalten, dass die Hersteller auf der Verpackung mit Aloe werben können. Wie viel Aloe in einem Produkt ist, kann man meistens nicht genau herausfinden. In den kleingedruckten Zutatenlisten findet man Zutaten in größeren Mengen jedoch weiter vorne als Zutaten mit geringen Mengen. Dadurch kann man in etwa die Größenordnung abschätzen, wie viel Aloe in einem Produkt enthalten ist. In kosmetischen Produkten für den Alltag ist eine geringe Aloe-Menge kein Problem, denn eine Tagescreme ist üblicherweise keine Heilanwendung, sondern Haut-pflege. Ein wenig Aloe in einer solchen Creme verstärkt die feuchtigkeitsspendende Wirkung.
Innerliche Anwendung des frischen Gels
Um das frische Gel innerlich anzuwenden, löst man das Gel aus den Blättern heraus, nachdem der gelbe Saft vollständig abgeflossen ist. Man kann das Gel einfach essen. Alternativ kann man es auch in Jogurt einrühren, im Müsli essen oder mit Obst zusammen zu einem Obstsalat machen. Der Fantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt. Allerdings sollte man das Gel nicht kochen, denn dann verändern sich die wertvollen Wirkstoffe. Die innerliche Anwendung des Gels wirkt in erster Linie reizlindernd, sodass sie sich für Sodbrennen, Reizmagen oder Reizdarm eignet. Manche Menschen verwenden Aloe-Gel sogar bei Colitis ulcerosa. Der innerlichen Einnahme des Gels wird auch eine immunstimulierende Wirkung nachgesagt, die jedoch nicht durch medizinische Studien bewiesen ist. Aloegel soll bei regelmäßiger Einnahme den Blutzuckerspiegel senken und daher bei Diabetes helfen. Auch erhöhte Blutfettwerte wie ein erhöhter Cholesterinspiegel und erhöhte Triglyceride sollen gesenkt werden. Außerdem sollte das "gute" Cholesterin namens HDL vermehrt werden.
Aloe vera Produkte und ihre innerliche Anwendung
Die meisten Aloe-vera-Produkte aus dem normalen Handel enthalten heutzutage ausschließlich das Gel und nicht das stark reizende Harz. Solche Produkte sind im Allgemeinen mild, zumindest was den Aloeanteil angeht. Je nach Produkt kann man es einfach zum Genuss essen oder in der Hoffnung, das Immunsystem zu stärken, den Blutzuckerspiegel zu senken und die Blutfettwerte zu verbessern. Bei den meisten Aloeprodukten zur innerlichen Anwendung sind diese Wirkungen jedoch eher gering. Vorsichtig sollte man sein, wenn einem Aloeprodukt nachgesagt wird, dass es bei Verstopfung hilft. Dann enthält es möglicherweise mehr oder weniger viel des aggressiven Harzes.
Innerliche Anwendung des Harzes
Der gelbe Saft der Aloe kann zu einem Harz eingedickt werden, bis schließlich ein gelbes Pulver daraus entsteht. In dieser harzigen Substanz ist das Glykosid Aloin enthalten. Aloin hat eine stark reizende Wirkung, was medizinisch gegen Verstopfung eingesetzt wird. Das Aloin verstärkt die Darmbewegungen und behindert die Rückgewinnung von Wasser im Dickdarm. Daher wandert der Nahrungsbrei schneller durch den Darm und bleibt flüssiger. So kann Obstipation gelindert werden. Lange Zeit waren Mittel aus dem Harz (Latex) der Aloe daher beliebte Abführmittel. Doch inzwischen wird die Wirkung des Aloe-Harzes als zu drastisch eingeschätzt. Außerdem vermutet man krebsfördernde Wirkungen, was bei einer reizenden Substanz kein Wunder ist.
Achtung! In der Schwangerschaft sollte das Harz der Aloe keinesfalls angewendet werden, weil der Wirkstoff Aloin vorzeitige Wehen auslösen kann. Auch zu einer Fehlgeburt kann es kommen.

Geschichtliches
Die Aloe wird schon in der Bibel als Räuchermittel und Zutat zur Einbalsamierung erwähnt. Doch wahrscheinlich handelt es sich bei dieser Pflanze nicht um die Aloe, die wir als Aloe kennen. Auch bei anderen Erwähnungen der Aloe aus dem Altertum ist es unklar, ob die Aloe vera gemeint ist oder eine andere Pflanze. Alexander der Große soll die Aloe zur Wundbehandlung bei seinen Kriegern eingesetzt haben. Auch Dioskurides erwähnt schon eine Aloe mit wundheilenden, abführenden und weiteren Wirkungen. Diese Wirkungen deuten darauf hin, dass es sich bei der von ihm beschriebenen Aloe tatsächlich um Aloe vera handelt. In manchen Naturvölkern wurde die Aloe als Abtreibungsmittel verwendet, was wohl auf die giftige Wirkung des Aloe-Harzes zurückzuführen ist. Von ihrer ursprünglichen Heimat in Arabien ausgehend verbreitete sich die Aloe vera nach und nach in andere trockene Gegenden und wurde auch in Europa bekannt. Nach Europa kam die Aloe normalerweise nicht als Frischpflanze, sondern als eingedicktes Granulat, das üblicherweise auch das reizende Aloe-Harz enthielt. Daher war die Aloe damals vor allem als Abführmittel bekannt. Kolumbus soll angeblich frische Aloe in Töpfen mit auf seine Reisen genommen haben, um ein Heilmittel zur Hand zu haben. Die spanischen Eroberer brachten die Aloe schließlich auch nach Mittel- und Südamerika, wo die Pflanze von den dortigen Einwohnern gerne angenommen und verwendet wurde. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde die Aloe als Mittel bei Verbrennungen verwendet, unter anderem auch zur Behandlung der Schäden durch Strahlenbehandlung. Ab dem Beginn des 21. Jahrhunderts erlebt die Aloe vera einen ausgeprägten Boom. Von manchem Anbieter wird sie als Allheilmittel vermarktet, was wohl etwas übertrieben ist.

Pflanzenbeschreibung
Obwohl die Aloe aussieht wie ein Kaktus, ist sie eine Lilien-Art. Es gibt ca. 500 verschiedene Aloe-Arten, sie wachsen jedoch alle ursprünglich in wüstenartigen Gegenden. Der Name "Aloe" kommt aus dem Arabischen und bedeutet "bitter", denn die Schicht zwischen Blatt-Außenwand und Gel schmeckt bitter. Ursprünglich ist die Aloe auch in Arabien heimisch. Inzwischen wird sie jedoch in vielen trockenen, warmen Gegenden angebaut, beispielsweise auf den kanarischen Inseln, am Mittelmeer, in Indien, großen Teilen Afrikas, Karibik, Mittelamerika, Südamerika und Australien. Sie wird dort als Zier- und Heilpflanze kultiviert. Die Pflanze hat meistens keinen Stamm oder nur einen kurzen Stamm, der sich aus den Resten von alten Blättern entwickelt. Sie wächst mit bis zu 20 Blättern rosettenartig direkt aus dem Boden. Die Blätter werden bis zu 50cm lang, sind dick und fleischig und etwa 6 cm breit. Am Außenrand haben die Blätter kleine Stacheln.
Unter günstigen Bedingungen treibt die Pflanze nach mehreren Jahren einen Blütenstängel aus, an dem sich ein gelber Blütenstand mit einer Reihe von schmalen Blüten entwickelt. An einem Blütenstand sieht man gleichzeitig Knospen, voll ausgebildete Blüten und verblühte Blüten. Sie blüht von unten nach oben allmählich auf. Die einzelnen Blüten bleiben jedoch relativ geschlossen, bis sie verblüht wirken. Das Aussehen der Blüten zeigt auch deutlich die Verwandtschaft zum Affodill. An Lilien erinnern die Blüten der Aloe kaum.
Vegetative Merkmale
Aloe vera wächst stammlos oder mit kurzen Stämmen, ist sprossend und bildet dichte Gruppen. Der Stamm erreicht einen Umfang von bis zu 30 Zentimeter. Die etwa 16 lanzettlich-verjüngten Laubblätter sind dicht rosettig am Stamm angeordnet. Ihre 40 bis 50 Zentimeter lange und 6 bis 7 Zentimeter breite Blattspreite ist graugrün und manchmal rötlich überhaucht. Die Blattoberfläche ist glatt. An den leicht rosafarbenen Rändern befinden sich im Abstand von 10 bis 20 Millimetern etwa 2 Millimeter lange, feste bleiche Zähne. Der getrocknete Blattsaft ist gelb.
Blütenstände und Blüten
Der einfache oder ein- bis zweimal verzweigte Blütenstand ist 60 bis 90 Zentimeter lang und trägt zylindrisch spitz zulaufende Trauben von 30 bis 40 Zentimeter Länge und 5 bis 6 Zentimeter Breite. Die eiförmig-spitzen, zurückgeschlagenen Tragblätter sind 10 Millimeter lang und 3 bis 5 Millimeter breit. Die gelben Blüten sitzen an etwa 5 Millimeter langen Blütenstielen. Die etwa 28 bis 30 Millimeter langen Blüten sind leicht bauchig und an ihrer Basis gerundet. Auf Höhe des Fruchtknotens weisen sie einen Durchmesser von 7 Millimeter auf. Darüber sind sie erweitert und schließlich an der Mündung verengt. Ihre äußeren Perigonblätter sind auf einer Länge von 18 Millimetern nicht miteinander verwachsen. Die Staubblätter und der Griffel ragen 3 bis 5 Millimeter aus der Blüte heraus.
Systematik und Verbreitung
Die ursprüngliche Heimat von Aloe vera liegt möglicherweise auf der arabischen Halbinsel. Kultiviert wird sie in allen subtropischen und tropischen Regionen der Welt. In zahlreichen Regionen gilt die Art inzwischen als eingebürgert, so auch im Mittelmeergebiet, in Indien, auf den westindischen Inseln, den kanarischen Inseln und in Mexiko. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung als Aloe perfoliata var. vera wurde 1753 von Carl von Linné vorgenommen. Nicolaas Laurens Burman erhob die Varietät 1768 in den Rang einer Art. Philip Miller schlug im selben Jahr den Namen Aloe barbadensis vor und verwies dabei auf den von Caspar Bauhin bereits 1620 verwendeten Namen Aloe vulgaris. Aufgrund der späteren Veröffentlichung Millers hat der Artname Aloe vera Priorität vor dem Namen Aloe barbadensis.

Anbautipps
Man kann die Aloe recht gut zuhause im Topf anbauen. In Baumärkten und Garten-Centern wird sie häufig angeboten (leider nicht ganz billig). Die Aloe vera braucht sandigen Boden, der gut entwässert ist, weil sie ja eine Wüstenpflanze ist. Im Topf wachsend braucht die Aloe Schatten; ist also für den Anbau im Haus durchaus geeignet. Wenn die Blätter groß genug sind (bei Pflanzen über 2 Jahre alt), kann man sie bei Bedarf abschneiden. Es sollten jedoch immer mindestens 12 Blätter stehenbleiben, damit die Pflanze sich gut weiterentwickeln kann. Eine Pflanze kann dann bis zu 10 Jahre alt werden.

Ernte
Sobald die Blätter einer selbst kultivierten Aloe-Pflanze groß genug sind, kann man sie einzeln abschneiden und das Gel, das darin enthalten ist verwenden. Optimal für die Pflanze ist es, wenn sie mindestens zwölf Blätter hat, bevor man anfängt, Blätter abzuschneiden. Am besten schneidet man immer nur eines der unteren Blätter ab und verwendet es ganz frisch. Die restliche Pflanze lässt man weiter wachsen, bis ein Blatt nachgewachsen ist und man wieder eines der unteren Blätter ernten kann. Gleich nach dem Abschneiden des dicken Blattes lässt man den gelben Saft herauslaufen. Er enthält das Harz mit dem stark reizenden Wirkstoff Aloin. Wegen der reizenden Wirkung ist diese Substanz für den Hausgebrauch nicht geeignet. Wenn der gelbe Saft abgelaufen ist, schneidet man ein so großes Stück des Blattes ab, wie man für die aktuelle Anwendung braucht. Das restliche Blatt kann man in einer Plastiktüte im Kühlschrank ein paar Tage aufheben. Das Blattstück für die aktuelle Verwendung kann man aufschneiden. Für die äußerliche Anwendung kann man direkt die Gelseite auf den zu behandelnden Hautstellen auftragen und streichen. Für die innerliche Anwendung kann man das Gel vorsichtig mit einem Messer herauslösen. Das herausgelöste Gel kann man dann einfach essen oder man verrührt es beispielsweise in Joghurt. Eine Konservierung des frischen Gels durch Trocknung oder Extrahierung in Alkohol macht normalerweise keinen Sinn, weil der wichtigste, feuchte Effekt des Gels dann verloren geht.



EPHEDRA
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Meerträubel ist eine giftige, scharfe und bittere Heilpflanze aus der Familie der Meerträubelgewächse. Das Aussehen ist etwa eine Mischung aus Schachtelhalm und Ginster. Das chinesische Meerträubel Ma-Huang ist die stärkste Art der Ephedra-Familie. Die europäischen und amerikanischen Meerträubel-Arten sind deutlich milder in der Wirkung. Die meisten Meerträubel-Arten enthalten Ephedrin oder ephedrinähnliche Verbindungen (Pseudoephedrin), die alle ähnlich wie Adrenalin wirken.
Meerträubel ist die einzige Gattung der  Pflanzenfamilie der Meerträubelgewächse innerhalb der Ordnung  Gnetales. Diese Gattung besitzt ein  disjunktes Areal mit jeweils einem Teil der 35 bis 70 Arten in der  Alten Welt und der  Neuen Welt.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Bronchospasmolytikum, Husten
Heilwirkung:
anregend, antitussiv, antiviral, appetithemmend, blutdrucksteigernd, bronchienerweiternd, gefäßverengend, harntreibend, hustenlindernd kreislaufanregend, schweißtreibend, wärmend, zentral stimulierend
Anwendungsbereiche:
Pflanzenheilkunde: Asthma, Atemwegserkrankungen, Bronchospasmus, Heuschnupfen, Katarrh, Krampf der Bronchialmuskulatur, TCM: Erkältungskrankheiten, Leistungssteigerung
wissenschaftlicher Name:
Ephedra sinica
Pflanzenfamilie:
Meerträubelgewächse = Ephedraceae
englischer Name:
Chinese Ephedra
volkstümlicher Name:
Meerträubel, Ma-Huang
Verwendete Pflanzenteile:
junge Rutenzweige (Ephedrae herba)
Inhaltsstoffe:
Ätherische Öle, Alkaloide, Catechine, Flavonoide, L-Ephedrin, Methylephedrin, Norephedrin, Phenolcarbonsäuren, Pseudoephedrin
Sammelzeit: Das ganze Jahr, vorzugsweise Herbst
Nebenwirkungen:
Abhängigkeit, Bewegungsdrang, Erbrechen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Übelkeit
Kontraindikation:
Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen, Kreislaufprobleme, Leistungssport, Schlaflosigkeit ...
Wechselwirkungen:
Herzglykoside und vielen anderen Medikamenten ...

Anwendung
Wird in Form von Pulver, Absude, Tinkturen, Flüssigextrakte eingesetzt. Der Handel unterliegt in vielen Ländern gesetzlichen Auflagen.
Tee
1 Teelöffel Kraut mit 250ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, abseihen. Maximal 2 Tassen pro Tag und maximal 3 Tage hintereinander. Hilft bei Atemwegserkrankungen.
Räucherpulver
Wird in der TCM gegen sehr viele Krankheiten eingesetzt.
Fertigpräparate
Die Arznei ist verschreibungspflichtig. Meist in Kombination mit Thymian, Sonnentau, Efeu oder Schlüsselblume (Primel) gegen Asthma bronchiale und Husten.

Geschichtliches
Wird seit etwa 5.000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin zur Leistungssteigerung eingesetzt. In der Volksheilkunde vor allem gegen Asthma und Atemwegserkrankungen. Da die Inhaltsstoffe unerlaubte Leistungssteigerung ermöglichen, sind die Meerträubelmittel in vielen Ländern verschreibungspflichtig und sind im Wettkampfsport verboten. Wegen der vielen Nebenwirkungen in der Pflanzenheilkunde fast nicht mehr im Gebrauch. Der Wirkstoff Ephedrin wird heute für medizinische Zwecke synthetisch hergestellt.

Pflanzenbeschreibung
Meerträubel-Arten sind verholzende Pflanzen: meist Rutensträucher, manchmal Kletterpflanzen. Die gegenständig oder zu dritt quirlig angeordneten Blättersind schuppenartig reduziert. Die Photosynthese übernehmen die verzweigten, grünlichen Zweige. Die  Blüten sind immer eingeschlechtig. Meist sind die Arten zweihäusig, selten die Blüten einhäusig getrenntgeschlechtig. Die männlichen Zapfen stehen einzeln oder zu zweit bis dritt an den Knoten. In den männlichen Zapfen stehen die häutigen Hochblätter in zwei bis acht Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die weiblichen Zapfen stehen sich gegenständig gegenüber oder zu dritt bis viert in Wirteln in den Knoten. In den weiblichen Zapfen stehen die sich überlappenden Hochblätter in zwei bis zehn Wirteln paarweise oder zu dritt zusammen. Die Hochblätter werden bei Samenreife meist fleischig und rot (selten bleiben sie häutig und werden bräunlich). Die weiblichen Blüten besitzen ein Paar verwachsener, ledriger Schuppen. Die Meerträubel werden zu den Nacktsamern gerechnet; ihre Samenanlagen sind also nicht von Fruchtblättern geschützt. Je Zapfen werden ein bis drei gelbe bis dunkelbraune  Samen gebildet.
Das chinesische Meerträubel Ma-Huang (Ephedra) ist in Asien heimisch. Sie sind gut an Hitze und Trockenheit angepasst und winterhart. Die mehrjährige Pflanze wird von 30 bis 60 cm hoch. Hat schachtelhalmartige, rutenartige Stiele und gegenständige Schuppenblätter, aber meist blattlos. Die unscheinbaren Blüten erscheinen zwischen März und Mai. Aus den Blüten entwickeln sich fleischige rote Zapfenbeeren.

Anbautipps
Im Herbst aussäen. Pflanze im Frühling oder Herbst teilen. Sonniger Standort, der Boden trocken, keine Staunässe.

Sammeltipps
Stängel (junge Rutenzweige) können jederzeit geerntet werden, meistens aber im Herbst, da dann der Wirkstoffgehalt am größten ist. An einem luftigen schattigen Ort trocknen.



BACHBLÜTEN
Ich fühle mich vom Pech verfolgt (38 Willow)
- Diese Menschen fühlen sich vom Pech verfolgt
- Mit der dementsprechender Bachblüte können fühlen sie sich nicht mehr vom Pech verfolgt

BACHBLÜTEN
Ich bin ein überempfindlicher Mensch (1 Agrimony)
- Diese Menschen sind gegenüber vielen überempfindlich
- Mit der dementsprechender Bachblüte können sie ihre überempfindliches Wesen ablegen


ERNÄHRUNG
Antinutritive Inhaltsstoffe
Antinutritive Inhaltsstoffe sind natürlich vorkommender, primär toxische Stoffe in Lebensmitteln. Sie werden auch Antinutritiva genannt. Es handelt sich dabei um Oxalsäure, Nitrat, Solanin. Sie sind zu unterscheiden von Rückständen in Lebensmittel, die durch Verunreingung oder Behandlung der Lebensmittel in dieser zurückgeblieben sind.


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