Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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06.09.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > September > 04.09.17-10.09.17


MÄUSEDORN

Der Mäusedorn ist ein kleiner immergrüner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Der Name geht auf die Nutzung zur Bekämpfung von Mäusen und Ratten zurück. Die stacheligen Zweige sollten Mund und Magen der Nager schädigen. Oft findet man Trockengestecke aus Mäusedorn-Zweigen mit ihren roten Beeren im Herbst oder Früh-Winter im Handel. Medizinisch wird die Wurzel genutzt, sie hilft gegen viele Formen der Venenleiden. Die Wirkstoffe stärken das venöse Stützgewebe indem der Abbau von Elastin reduziert oder gestoppt wird. Für viele Menschen sind Mäusedorn-Produkte besser verträglich als die der  Rosskastanie.
Der Stechende Mäusedorn, auch Stacheliger Mäusedorn oder Dornmyrte genannt, ist eine Pflanzen art, die zu den Spargelgewächsen gehört. Sie ist vor allem rund um das Mittelmeer sowie bis Vorderasien heimisch und wurde zur  Arzneipflanze des Jahres 2002 gekürt.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Beinschmerzen, Hämorrhoiden, Venenleiden
Heilwirkung:
Beeren: abführend; Wurzel: antiexsudativ, antiphlogistisch, blutreinigend, diuretisch, entzündungshemmend, harntreibend, kapillarabdichtend, ödemhemmend, venenstärkend, venentonisierend
Anwendungsbereiche:
Beinschmerzen, Beinschwere, Besenreiser, Couperose, Frostbeulen,  Gallensteine, Gelbsucht, Hämorrhoiden, Harnröhrenentzündung, Juckreiz, Krampfadern, Nierenerkrankungen, Nierensteine, Sonnenbrand, venöse Insuffizienz, Wadenkrämpfe
wissenschaftlicher Name:
Ruscus aculeatus L.
Pflanzenfamilie:
Ruscaceae = Mäusedorngewächse
englischer Name:
Box-Holly, Butcher's broom
volkstümlicher Name:
Mäusedorn, Stachelmyrte, Stechender Mäusedorn, Stechmyrte
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel
Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Benzofurane, Campesterol, Gerbstoffe, Harze, Lignocersäure, Neoruscogenin, Ruscin, Ruscosid, Saponine, Sitosterol, Triterpene
Sammelzeit:
September-Oktober
Nebenwirkungen:
Magenbeschwerden (Selten)
Gegenanzeigen:
Vorsicht bei Bluthochdruck.

Anwendung
Der Stechende Mäusedorn war bereits Plinius als Nahrungsmittel und Spargelersatz bekannt, auch im Tessin wurden die Triebe noch in der Neuzeit gegessen. Aus den Zweigen machte man Besen. Der Stechende Mäusedorn wurde in Deutschland im Winter seiner dekorativen Wirkung wegen gern in Gestecken verwendet, in Südtirol fand er als Grabeinfassung Gebrauch.
Tee
1 Teelöffel Wurzel in 250ml kaltes Wasser geben. Aufkochen und 5-10 Minuten ziehen lassen. 2x täglich getrunken stärkt die Venen.
Fertigpräparate
Es gibt viele Fertigpräparate (Cremes, Kapseln,...) in der Apotheke. Meistens wird eine Behandlung über mehrere Monate hinweg durchgeführt.
Beeren
Die Beeren wurden früher als Abführmittel gegessen.
Creme
Mit einem Ölauszug und einer Tinktur aus der Wurzel des Mäusedorns kann man eine Creme gegen Krampfadern, Besenreiser und Hämorrhoiden zubereiten. Die Creme wird am besten als  Lanolin-Creme zubereitet. Als Zutaten braucht man:
30ml Mäusedorn-Ölauszug, 15g Lanolin anhydrid (Wollwachs ohne Wasser),
4g Bienenwachs, 30 ml Mäusedorn-Tinktur, 10-50 Tr ätherische Öle nach Wahl, z.B. Wacholder-Öl

Geschichtliches
Hatte man früher Probleme mit Mäusen oder Ratten, so hat man Mäusedorn-Zweige auf die Nahrungsmittel gelegt. Büscheln von Mäusedorn-Zweigen wurden als Topfreiniger genutzt. Zeitweise diente der geröstete Samen des Mäusedorns auch als Kaffee-Ersatz. Die frischen zarten Triebe kann man auch als Spargelersatz kochen. Heute wird die Wurzel zu Fertigarzneimitteln wie Cremes und Kapseln verarbeitet.

Pflanzenbeschreibung
Der Stechende Mäusedorn ist ein immergrüner, zwischen 20 und 80, selten bis zu 90 Zentimeter hoher  Halbstrauch. Bei den scheinbaren Blättern der Pflanze handelt es sich um sogenannte  Phyllokladien, flächig verbreiterte  Kurztriebe. Sie sind zweizeilig angeordnet, länglich und starr mit einer deutlichen  Nervatur, bis zu 2,5 Zentimeter lang und verjüngen sich zu einer schmalen, stechenden Stachelspitze. Die eigentlichen Blätter der Pflanze sind klein, schuppenartig, bräunlich häutig und dreieckig bis lanzettlich. Blütezeit ist von März bis Mai. Die  Blüten und Früchte stehen einzeln auf den Phyllokladien, welche aus den Achselknospen der Schuppenblätter hervorgehen. Die  Blütenhülle ist klein, bis zu 2 Millimeter breit und grünlich-weiß, die inneren  Blütenhüllblätter sind deutlich kleiner als die äußeren.
Der Mäusedorn ist in Westeuropa, Südwest-Asien und im Mittelmeerraum heimisch. Er wächst bevorzugt in Gebüschen, trockenen und felsigen Böden oder Hängen. Die mehrjährige Pflanze ist ein immergrüner Halbstrauch und wird zwischen 10 und 80 Zentimeter hoch. Die Blätter sind lederig, haben eine stechende Spitze und sind etwa 2-3 cm lang. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, sehr selten eine Pflanze mit beiden Geschlechtern. Die Blüten erscheinen zwischen Januar und April und sind 2-3 mm groß. Aus den Mäusedorn-Blüten entwickeln sich rote kugelige Beeren, die von August bis März an der Pflanze zu finden sind. Der Wurzelstock ist dick und fleischig.

Anbautipps
Die Pflanze ist anspruchslos und kann aus Samen selbst aufgezogen werden.
Am besten im frühen Frühling in Töpfen aussäen, wenn es noch Kälteperioden gibt. Der Topf ist deshalb empfehlenswert, weil die Keimzeit 1 Jahr betragen kann. Die im Topf gewachsenen Pflanzen setzt man im Frühsommer ins Freie.
Der Mäusedorn verträgt Temperaturen bis -25° C, lediglich längere Staunässe verträgt sie nicht. Es gibt eine besondere Sorte Namens "Sparkler" zu kaufen, die beide Geschlechter auf einer Pflanze hat.

Sammeltipps
Die ausgegrabenen Wurzen von Erde und Nebenwurzeln befreien. In der Sonne oder im Dörrofen (bei 40°C) trocknen. In luftigem Behältnis (z.B. Stoffbeutel) aufbewahren.




EDELKASTANIE


Als Maroni kennen wir den dickeren Bruder der heimischen Edelkastanie von Weihnachtsmärkten als nahrhafte Leckerei. Die mitteleuropäischen Edelkastanien sind etwas kleiner als die Maronis, ansonsten aber sehr ähnlich. Weil man sie essen kann, werden sie auch häufig Esskastanie genannt. Im Herbst macht es viel Freude aus den enorm stacheligen Früchten die wohlschmeckenden Samen zu pulen. Mancherots ist der ganze Boden mit Kastanienfrüchten übersät, aber meistens nicht lange, weil viele Kastanienfreunde scharf auf die Früchte sind. Am besten schmecken Edel-Kastanien gekocht oder geröstet, man kann sie zur Not aber sogar auch roh essen, dann schmecken sie aber etwas zusammenziehend. Ihrer zusammenziehenden Eigenschaft verdanken die Edelkastanien auch ihre Heilkräfte gegen Durchfall. Die Volksmedizin verwendet sie auch gegen Husten und Rheuma. Insgesamt wird die Edelkastanie jedoch nur wenig in der Heilkunde eingesetzt. Als Bachblüte ist die Edelkastanie unter dem Namen  Sweet-Chestnut beliebt.
Die Edelkastanie, auch Esskastanie genannt, ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Kastanien aus der Familie der Buchengewächse. Die Edelkastanie ist ein sommergrüner Baum und bildet stärkereiche  Nussfrüchte. In Süd- und Westeuropa wird sie wegen dieser essbaren Früchte und als Holzlieferant angebaut. Die Früchte werden zum einen mit dem Überbegriff Kastanien und verschiedenen dialektalen Varianten bezeichnet – in der Pfalz zum Beispiel mit Keschde und in Südtirol mit Keschtn. Zum anderen sind sie als Maronen mit den Varianten Maroni in Österreich und Marroni in der Schweiz bekannt. Vom Mittelalter bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Edelkastanie in den Bergregionen Südeuropas das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung. Im 20. Jahrhundert gingen die Bestände durch den Befall mit dem Kastanienrindenkrebs stark zurück, erholten sich jedoch Ende des 20. Jahrhunderts wieder.

Steckbrief
Heilwirkung:
adstringierend, entzündungshemmend, schleimlösend, Bronchitis, Keuchhusten, Durchfall, Rheuma, Hexenschuss
wissenschaftlicher Name:
Castanea sativa, Castanea vesca, Castanea vulgaris
englischer Name:
Sweet chestnut
volkstümliche Namen:
Maroni, Marone, Esskastanie, Essbare Kastanie, Echte Kastanie, Cheste, Cheschtene, Keschte
Verwendete Pflanzenteile:
Samen
Inhaltsstoffe:
Kohlenhydrate, Proteine, Gerbstoffe, Gerbsäure, Betulin, Flavonoide, Ellagsäure, Histidine, Zink
Sammelzeit:
Herbst

Nutzung
Holz
Das Holz der Edelkastanie hat einen warmen, goldbraunen Ton. Verglichen mit Eichenholz fehlen Markstrahlen, so dass die Maserung nicht so stark ausgebildet ist. Es ist leicht zu bearbeiten und im Freien auch ohne chemische Behandlung weitgehend witterungs- und fäulnisbeständig. Da der Faserverlauf meist gerade ist, kann es verhältnismäßig gut gebogen werden. Es nimmt Politur, Beizen, Lack und Farbe gut an.  Holz von Hochwald-Bäumen wird zu Möbeln und zu Fenster- und Türrahmen verarbeitet, aber auch zu Telegraphenmasten und ähnlichem. Kleinere Hölzer aus dem Niederwald werden zu Gartenzäunen, Weidepfosten, Wein- und Likörfässern verarbeitet. In der Vergangenheit war auch die Holzkohlenerzeugung und die Nutzung als Feuerholz von großer Bedeutung. Das Holz wird außerdem für Eisenbahnschwellen, Decken- und Dachbalken und bei Hang- und Lawinenbauten sowie im Schiffbau eingesetzt. Die Borke wurde in der Vergangenheit zum Ledergerben verwendet.
Frucht
Kastanien haben eine breite Verwendungspalette. Als Halbfertigprodukte werden geschälte Maroni und Kastanien sowie  Kastanienpüree hergestellt, sie werden weiterverarbeitet, bevor sie an den Endverbraucher gelangen. Die Palette an Fertigprodukten ist wesentlich größer: ganze geschälte Kastanien werden vor allem in Frankreich zum Kochen im Haushalt verwendet, sie dienen häufig als Beilage. Kastanien können auch in Wasser, trocken oder vakuumverpackt sein, tiefgefroren oder in Zuckersirup eingelegt. Große Maroni (55 bis 65 Stück je kg) werden kandiert, das heißt langsam in Zuckersirup gekocht. Sie dienen unter anderem als Grundlage für die Herstellung von Marrons Glacés, glasierten Maroni. Weitere Produkte sind Maroni in Alkohol, Maronenkrem, Mehl und Flocken. Mehl wird aus getrockneten und geschälten Kastanien hergestellt und meist mehrfach gemahlen. In der Vergangenheit war es sehr weit verbreitet und in vielen Gebieten ein Hauptnahrungsmittel. Heute wird es zu Gnocchi, Pasta,  Brot, Polenta und Gebäck verarbeitet. Flocken werden in Frühstücks-Müslis verwendet. In Frankreich und Italien wird aus Kastanien Likör hergestellt, auf Korsika und in der Schweiz Bier. Kastanien sind glutenfrei, das Mehl kann daher von Zöliakie-Patienten als Getreide-Ersatz verwendet werden. Kastanien werden gekocht oder geröstet als  Beilage verwendet oder als Salatzutat. Sie werden zu Huhn, Truthahn, Schwein, Gans und Hase als Beilage gereicht oder auch zum Füllen verwendet. Als Süßigkeit werden Kastanien zu den erwähnten marrons glacés, zu Vermicelles, Mousse, Soufflé, Creme und Eiscreme verarbeitet. Traditionelle Desserts sind castagnacci (Kastanienbrot), necci (Pfannkuchen), Pudding und ballotte (Kastanien in Fenchelwasser gekocht). Weit verbreitet sind geröstete Kastanien, die auch außerhalb der Anbaugebiete im Winter auf Straßen verkauft werden. Maronen haben einen zart süßen, nussigen und etwas mehligen Geschmack. Im Burgenland werden die Kaesten, wie die Edelkastanien im dortigen Dialekt bezeichnet werden, zu den traditionellen Lebensmitteln gezählt. Bereits die  Zisterzienser, die hier als Urbarma-cher der Region gelten, pflanzten Kastanien. Unter ungarischer Herrschaft vor 1918 waren zahlreiche Kulturen vorhanden.
Nebenprodukte
Kastanienhonig ist bernsteinfarben oder noch dunkler und aromatisch. In traditionell bewirtschafteten Wäldern können verschiedene Pilze geerntet werden, die einen Zuverdienst für die Kastanienbauern darstellen. Die Blätter werden zu einem kleinen Teil für die Produktion von Aftershavelotionen und zum Färben von Stoffen verwendet. Neue Forschungsberichte belegen eine Wirksamkeit selbst gegen MRSA-Bakterien. Traditionell ist die Schweinemast mit Kastanien, besonders in Spanien, Süditalien und auf Korsika. Aus ihrem Fleisch wird vor-wiegend Schinken und Salami hergestellt. Traditionell wurden die abgefallenen Blätter als Streu sowohl als Dünger oder Einstreu in Stallungen verwendet. Die Blätter werden auch in der Volksmedizin bei Husten, zur Wundbehandlung und bei Durchfall eingesetzt.

Merkmale
Edelkastanien sind sommergrüne  Bäume, selten wachsen sie  strauchförmig. Sie werden durchschnittlich 20 bis 25 Meter hoch, die Maximalhöhe liegt bei 35 Metern. Der Stammumfang meist bei ein bis zwei Metern, kann bei sehr alte Bäume vier Meter erreichen, in Extremfällen sogar sechs Meter. Der Stamm ist meistens gerade und kräftig, die Verzweigung beginnt oft in geringer Höhe, wobei wenige starke Äste gebildet werden. Die Krone ist weit ausladend und hat eine rundliche Form. Über 100 Jahre alte Bäume werden oft hohl. Edelkastanien erreichen ein Alter von 500 bis 600 Jahren. In Mitteleuropa werden sie kaum über 200 Jahre alt, in Westeuropa können sie bis 1000 Jahre alt werden.
Der größte bekannte Baum ist der „Castagno dei Cento Cavalli" (Kastanienbaum der hundert Pferde) auf  Sizilien.
Wurzeln
Das Wurzelsystem der Edelkastanien ist sehr kräftig ausgeprägt. Sie bilden eine  Pfahlwurzel, die allerdings nicht sehr tief in den Boden eindringt. Es gibt relativ wenige Seitenwurzeln, die aber intensiv verzweigt sind und den Boden vertikal und horizontal gut erschließen. Sämlinge bilden in ihrem ersten Jahr eine bis 40 Zentimeter lange Pfahlwurzel, der im zweiten und dritten Jahr die Seitenwurzeln folgen.
Holz und Borke
Die jungen Zweige sind hell-rotbraun gefärbt. Sie tragen etliche runde bis elliptische, weißliche Lentizellen. Die Rinde junger Triebe ist von einem Reifbelag bedeckt, der später meist verschwindet. Die Blattnarben zeichnen sich auf den Zweigen als leicht erhabene Dreiecke mit drei Gruppen von Leitbündelspuren ab. Im Zentrum der Zweige befindet sich ein  Mark, das im Querschnitt fünfeckig, seltener dreieckig ist. Junge Äste haben eine glatte, rötlichbraune Rinde mit länglichen, quer verlaufenden Lentizellen. Auch bei jungen Stämmen ist sie noch glatt, jedoch silbrig-grau. Im Alter wird sie graubraun und reißt auf. Es bildet sich eine dicke  Borke mit breiten Streifen, die meist spiralig um den drehwüchsigen Stamm laufen. Fast immer ist es eine linksdrehende Spirale. Die Borke ist mit einem Tanningehalt von vier bis zwölf Prozent des Trockengewichts sehr reich an  Gerbstoffen. Das  Holz der Edelkastanie ist ringporig und mittelschwer. Es hat eine Rohdichte (bei 15 Prozent Feuchte) von 0,63 Gramm je Kubikzentimeter. Das Splintholz ist schmal und weißlich gelb. Es ist deutlich vom braunen  Kernholz abgegrenzt. Die  Jahresringe sind deutlich zu erkennen.  Holzstrahlen sind zahlreich vertreten, gleichmäßig aufgebaut, ein- oder zweireihig und werden 15 bis 30 Zellreihen hoch. Das Holz weist einen hohen Tanningehalt von bis zu 13 Prozent des Trockengewichts auf.
Knospen und Blätter
Die Winterknospen sind acht bis zehn Millimeter lang, leicht gestaucht und rötlich. Sie haben zwei bis drei Knospenschuppen. Die Knospen stehen einzeln an den Triebspitzen oder als Seitenknospen in spiraliger Anordnung (wie später auch die Blätter). Die Verzweigung der Edelkastanie erfolgt sympodial: die Endknospen sterben im Herbst ab, die nächsttiefere Seitenknospe übernimmt im Frühjahr das Längenwachstum des Triebes. Die  Blätter erscheinen aufgrund der Drehung ihrer Blattstiele zweizeilig angeordnet. Der Blattaustrieb erfolgt Ende April bis Anfang Mai. Die zunächst leicht behaarten Blätter verkahlen rasch. Die Länge der Blätter beträgt 12 bis 20 Zentimeter, die Breite drei bis sechs Zentimeter, der Blattstiel misst 1,5 bis 2,5 Zentimeter. Die beiden linearen, 1,5 bis zwei Zentimeter langen Nebenblätter fallen früh ab. Die Blattform ist elliptisch bis lanzeolat, die Blattspitze ist kurz zugespitzt, die Blattbasis ist rundlich bis keilförmig. Der Blattrand ist gezähnt bis gekerbt, die Zähne enden in einer kleinen, nach vorne gerichteten Spitze. Die Blätter sind etwas ledrig, die Oberseite ist glänzend tiefgrün und kahl, die Unterseite ist heller, hier treten die 12 bis 20 Aderpaare klar hervor. Die Herbstfärbung ist gelb-braun, direkt vor dem Abfallen braun.
Blütenstände und Blüten
Mit 20 bis 30 Jahren beginnen die Edelkastanien zu blühen. Die Blüten er-scheinen im Juni/Juli. Sie sind einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch), ihre männlichen und weiblichen Organe befinden sich in getrennten Blüten, aber auf einer Pflanze. Die Blüten stehen in 20 bis 25 Zentimeter langen, gelben,  kätzchenähnlichen Blütenständen. Die rein männlichen Blütenstände stehen an der Basis junger Triebe. Sie bestehen aus rund 40 köpfchenartigen Teilblütenständen, die an der langen, beweglichen Blütenstandsachse angeordnet sind. Jeder Teilblütenstand wiederum besteht aus sieben Einzelblüten. Die zweigeschlechtigen Blütenstände tragen an der Basis achselständige Zymen. Jede Zyme enthält drei weibliche Blüten, die zusammen von einer schuppigen Scheide umgeben sind. Die oberen Teilblütenstände sind männlich und tragen je zwei Blüten. Diese zweigeschlechtigen Blütenstände stehen immer an diesjährigen Trieben und bestehen aus ein bis vier weiblichen und 15 bis 20 männlichen Teilblütenständen. Jede Blüte ist von ihrer Anlage her zwittrig, jedoch entwickelt sich nur jeweils ein Geschlecht auch weiter. Die männlichen Blüten besitzen eine sechszählige Blütenhülle (Perigon) und acht bis zwölf Staubblätter. Der reichlich produzierte Pollen riecht intensiv durch die Bildung von Trimethylamin. Die weiblichen Blüten haben ebenfalls ein sechszähliges, behaartes Perigon. Der Fruchtknoten ist unterständig und besteht aus sechs (bis acht) Fruchtblättern, die ebenso viele Fächer bilden, wobei im Zentrum eine kräftige Säule (Columella) steht. Er trägt ebenso sechs (selten vier bis neun) starre, an der Basis behaarte Griffel. Jeder Fächer besitzt zwei  zentralwinkelständige  Samenanlagen. Nur eine Samenanlage pro Fruchtknoten entwickelt sich zum Samen.
Früchte
Die Früchte sind glänzende, dunkelbraune Nüsse. Die Früchte eines Teilblütenstandes sind von einem stacheligen Fruchtbecher umgeben, der sich aus der schuppigen Scheide entwickelt. Die Stacheln sind anfangs grün und zur Reife gelbbraun. Bei der Wildform hat der Fruchtbecher einen Durchmesser von fünf bis sechs Zentimetern, bei Kulturformen kann er bis zehn Zentimeter erreichen. Bei Vollreife öffnet sich der Fruchtbecher mit vier Klappen und entlässt die ein bis drei Früchte. Bei manchen Sorten fällt der Fruchtbecher mitsamt den darin enthaltenen Nüssen ab. Das  Perikarp der Früchte ist ledrig, glatt sowie gleichmäßig braun und gestreift. An der Basis der Frucht befindet sich ein weißlicher Nabelfleck, die Trennstelle, an der sich die Frucht von der Cupula löst. Sie entspricht einem Querschnitt durch den stark verdickten, stark verkürzten Blütenstiel. Mit freiem Auge zu erkennen ist hier der Leitbündelring. Die Leitbündel sind am Perikarp häufig als Längsrippen zu erkennen. Das Ende der Frucht ist zugespitzt und besteht aus den Perigonblättern und den verholzten Narbenästen. Im Inneren liegt dem Perikarp ein behaartes Endokarp an. Die Scheidewände des Fruchtknotens haben sich aufgelöst, die Columella ist durch den Samen zur Seite gedrängt. Der  Samen hat eine häutige, gerbstoffreiche  Schale. Das Innere des Samens wird vollständig vom Embryo eingenommen, der überwiegend aus zwei großen Keimblättern besteht. Die Keimwurzel (Radicula) befindet sich nahe der Fruchtspitze. Die Oberfläche des Embryos ist mehr oder weniger glatt oder gefurcht. Dadurch reicht die Samenschale teilweise ins Innere des Embryos und lässt sich dann schlecht entfernen. Die  Ausbreitung der „Plumpsfrüchte" erfolgt durch Eichhörnchen, Siebenschläfer, Krähen und Häher. Die Tiere verstecken Nahrungsvorräte im Boden, vergessene Früchte keimen dann im Frühjahr aus. Aus Samen gekeimte Bäume tragen erstmals mit etwa 25 bis 35 Jahren Früchte. Die Nüsse haben einen hohen Gehalt an den Kohlenhydraten Stärke und Saccharose. Der hohe Zuckergehalt zusammen mit dem hohen Wassergehalt frischer Früchte macht sie leicht verderblich. Der hohe Kohlenhydratgehalt unterscheidet die Kastanien von den meisten anderen Nüssen, die vorwiegend Fetteenthalten. Der Proteinanteil ist frei von  Prolamin und  Glutenin, Kastanienmehl ist daher nur in Mischung mit anderem Mehl backfähig. Der Gehalt an für den Menschen  essentiellen Aminosäuren ist hoch. Der Proteingehalt ist höher als in Kartoffeln, aber geringer als in  Getreide. Der Fettgehalt ist gering, hat aber einen hohen Anteil an  Linol- und  Linolensäure (550–718 Milligramm Linolsäure und 78–92 Milligramm Linolensäure je 100 Gramm Frischmasse). Der Kalium-Gehalt ist hoch, der Natriumgehalt sehr niedrig (9 Milligramm je 100 Gramm Frischmasse). An Vitaminen sind nur zwei Vitamine der B-Gruppe in größeren Mengen vorhanden:  Riboflavin (B2) und  Nicotinsäure (B3), die auch temperaturstabil sind.



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