Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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06.01.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > Januar > 31.12.18-06.01.19


WALD-GEISSBART

Der seltene Wald-Geißbart ist ein Bewohner von Bergwäldern und in ganz Europa verbreitet. Schaut man nicht genau hin, so kann man ihn auf den ersten Blick für das wesentlich häufigere  Mädesüß halten, das auch Geißbart genannt wird. Bei genauerem Hinschauen sieht man jedoch die großen Blütenrispen. Vor allem die Wurzel wurde in der Volksheilkunde genutzt, die leicht giftigen Blätter als Frühlingsgemüse gegessen. Heute spielt der Wald-Geißbart in der Pflanzenheilkunde keine Rolle mehr, dafür ist er in einigen Gegenden eine beliebte Zierpflanze geworden, da sie ansehnliche große aber pflegeleichte Büsche mit schönen Blütenständen bildet.
Der Wald-Geißbart ist eine Pflanzenart aus der  Unterfamilie der Spiraeoideae innerhalb der Familie der  Rosengewächse.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Fieber, Magenbeschwerden
Heilwirkung:
adstringierend, beruhigend, fiebersenkend, magenberuhigend, tonisierend
Anwendungsbereiche:
Fieber, Geburtshilfe, Gelenkschmerzen, Geschlechtskrankheiten, Insektenbisse, Insektenstiche, Magenbeschwerden, Schwellungen, Tonikum, Venenkrankheiten
wissenschaftlicher Name:
Aruncus dioicus, Aruncus sylvestris
Pflanzenfamilie:
Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name:
Buck's beard, Goat's beard
volkstümlicher Name:
Wald-Geißbart, Waldgeißbart
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Kraut, Samen
Inhaltsstoffe:
Blausäureverbindungen, Saponine
Sammelzeit:
Wurzel: September-März, Kraut: April-Juli (Blütezeit)

Anwendung
Der Wald-Geißbart ist eine empfehlenswerte Garten- und Parkpflanze, sie ist auch für Wildpflanzengärten sehr geeignet. Ihre Vermehrung kann durch Teilung erfolgen.  In Norditalien werden die jungen Triebe als essbares  Gemüse auf den Markt gebracht.
Die Blätter und Stängel enthalten in geringen Mengen Blausäureverbindungen, daher eignet sich das Kraut nicht zum Dauergebrauch oder in größeren Mengen. Schwangere und Stillende sollten die Pflanze nicht benutzen, obwohl das in der Volksheilkunde teilweise empfohlen wird.
Tee
1 Teelöffel Kraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Wirkt beruhigend auf den Magen und fiebersenkend.
Wurzel-Brei
Der frische Brei der Wurzel hilft gegen Insektenbisse und Insektenstiche.
Wurzel-Tee
1 Teelöffel getrockneter Wurzeln mit 250 ml kalten Wasser ansetzen, aufkochen, 15 Minute ziehen lassen und abseihen. Hilft gegen Blutungen nach der Geburt, Magenprobleme, ...
Umschläge
Umschläge mit dem Wurzel-Tee helfen gegen schmerzende Rheumagelenke.
Fußbad
Fußbad mit dem Wurzel-Tee hilft gegen geschwollene Füße.

Geschichtliches
Vor allem die Wurzel wurde in der Volksheilkunde für verschiedene Krankheiten genutzt, Blätter wurden als Frühjahrsgemüse gegessen. Von der Nutzung als Gemüse sollte man aber absehen, da die Blätter eine giftige Blausäureverbindung enthalten. Öfters wurde der Wald-Geißbart wie  Mädesüß eingesetzt, da das Mädesüß auch Geißbart genannt wird. Vermutlich sind einige historische Anwendungen auf diese Verwechslung zurück zu führen. In der modernen Pflanzenheilkunde spielt der Wald-Geißbart keine Rolle. Als Solitär- und Beetpflanze in Ziergärten und als dankbarer Vasenschmuck in einigen Gegenden sehr beliebt.

Pflanzenbeschreibung
Der Wald-Geißbart ist in Europa und Asien heimisch aber selten. Er wächst bevorzugt in Bergwäldern und halbschattigen Hochstaudenfluren. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 80 und 200 Zentimeter hoch. Die doppelt gezähnten Blätter sind eiförmig und gefiedert. Die weißen bis elfenbeinweißen Blüten erscheinen zwischen Mai und Juni. Die kleinen Blüten haben einen Durchmesser von 2-4 mm. Der Blütenstand ist rispig und bis 50 cm lang. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die sehr klei-nen Samen, die leicht durch kleinste Luftbewegungen verbreitet werden.
Erscheinungsbild und Blatt
Beim Wald-Geißbart handelt es sich um eine  ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 80 bis 150 Zentimetern erreicht. Sie besitzt ein kurzes, kräftiges, unterirdisches  Rhizom. Aus diesem wach-sen aufrechte und bis hinauf zum Blütenstand unverzweigte  Stängel, die oft am Grunde verholzen. Die bis zu 1 Meter langen Laubblätter sind zwei- bis dreifach dreiteilig oder fünfteilig. Die Fiederblättchen sind oval und vorne zugespitzt. Ihre Ränder sind scharf unregelmäßig bis doppelt gesägt. Es sind keine Nebenblätter vorhanden.
Blütenstand und Blüte
Die Blütezeit reicht von Juni bis Juli. Die relativ kleinen, weißen Blüten stehen in großen, 20 bis 30 Zentimeter langen, endständigen, oft leicht überhängenden Gesamtblütenständen, die aus rispig angeordneten schmalen ährigen Teilblütenständen bestehen. Der Wald-Geißbart sind meist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Die kurz gestielten, eingeschlechtigen Blüten haben einen Durchmesser von etwa 3 Millimetern. Die weiblichen Blüten sind reinweiß, die männlichen eher cremeweiß.
Frucht und Samen
Je Blüte entstehen drei meist gedrehte Balgfrüchte mit je drei bis fünf Samen. Die Samen sind etwa 2 Millimeter lang und nur 0,1 mg schwer, lanzettlich, und an den Enden geflügelt.

Anbautipps
Wenn der Standort passend ist, ist die Pflanze anspruchslos und vermehrt sich auch von selbst weiter. Den sehr kleinen Samen mit feinem Sand mischen. Am besten im Herbst in Töpfe aussäen und ab einer Größe von 10-15 cm ins Freiland. Der Wald-Geißbart mag keine volle Sonne, ein Wanderschatten ist ideal. Der Boden sollte locker, humusreich und feucht (ohne Staunässe) sein. Ältere Pflanze erst im frühen Frühling zurückschneiden.

Sammeltipps

Da die Pflanze selten ist, soll sie nicht in der Natur gesammelt werden. Das oberirdische blühende Kraut ernten, bündeln, an einem luftigen schattigen Ort zügig trocknen. Die Blüten und wenige Blätter als Kraut für Tees in Papiertüten aufheben. Für Tees die Wurzeln reinigen, zerkleinern und an einem warmen Ort trocknen.




ZIMMERKNOBLAUCH

Der Zimmerknoblauch ist eine Knollenpflanze aus Südafrika und hat einen feinen knoblauchartigen Geruch und Geschmack. Er hat grasartige Blätter und violette Blüten in Dolden, die an die Blüten von Schnittknoblauch erinnern. Die Blätter lassen sich wie Schnittlauch und die Knollen wie  Knoblauch nutzen. Die Pflanze ist nicht nur Knoblauchersatz, sondern auch ein Heilmittel, das gegen Fieber und Erkältungen hilft.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Erkältungen
Heilwirkung:
fiebersenkend
Anwendungsbereiche:
Asthma, Grippe, Fieber, Magen-Darm-Erkrankungen, Tuberkulose
wissenschaftlicher Name:
Tulbaghia violacea
Pflanzenfamilie:
Zwiebelgewächse = Alliaceae
englischer Name:
society garlic, sweet garlic
volkstümlicher Name:
Knobiflirt, Knoblauchs-Kaplilie, Zimmerknoblauch
Inhaltsstoffe:
ätherische Öle, Marasmicin, organische Schwefelverbindungen, S-methylthiomethylcystein-4-oxid, Thiosulfinate
Sammelzeit:
Blätter: das ganze Jahr, Blüten: Mai-Oktober, Knollen: November-März
Nebenwirkungen:
Bauchschmerzen, Entzündungen, Gastroenteritis bei Verzehr zu großen Mengen
Kontraindikation:
Magen-Darm-Entzündungen, Schwangerschaft, Stillzeit

Anwendung
Von dem Zimmerknoblauch sollte man nicht dauerhaft größere Mengen essen. Der Zimmerknoblauch verursacht weniger körperliche Ausdünstungen als der normale Knoblauch.
Salat
Blätter kann man wie  Schnittlauch kleingehackt in Salaten oder in Quark beigeben. Die Blüten sind eine schmackhafte Zierde für viele Gerichte. Stärkt Magen-Darm, senkt Fieber und hilft gegen Erkältungen...
Knollen
Die Knollen können in der Küche wie normale Knoblauchzehen eingesetzt werden. Stärkt Magen-Darm, senkt Fieber und hilft gegen Erkältungen...

Geschichtliches
In Südafrika eine alte Heilpflanze der Zulu-Stämme. Der Zimmerknoblauch wird auch eingesetzt, um Schlangen und Maulwürfe zu vertreiben. Mittlerweile eine beliebte Gartenpflanze in einigen warmen Teilen Europas Wird als essbare Topfpflanze in Gartencentern oft als Knobiflirt angeboten.

Pflanzenbeschreibung
Der Zimmerknoblauch ist in Südafrika heimisch. Er wächst bevorzugt auf steinigem Grasland. Die mehrjährige immergrüne Pflanze wird etwa 50 Zentimeter hoch. Der Zimmerknoblauch ist eine Knollenpflanze. Die Blätter sind grasartig schmal und grün oder grün-weiß (panaschiert). Die violetten Blüten erscheinen zwischen Mai und Oktober an langen Stielen in Dolden. Aus den Blüten entwickeln sich bis Spätherbst die Samen.

Anbautipps
Vermehrt wird die Pflanze über Teilung. Schwieriger ist die Anzucht aus Samen, am besten in Töpfchen im Gewächshaus. Die Pflanze braucht einen sonnigen und windgeschützten Standort. Der Boden sollte durchlässig, feucht aber ohne Staunässe sein. Die Pflanze ist nicht winterhart und verträgt nur wenige Grad Frost. Daher ist es empfehlenswert die Pflanze in großen Töpfen zu ziehen und im Winter bei 5-10°C hell zu überwintern oder bei 20° auf der sonnigen Fensterbank weiterwachsen lassen. Alle zwei Jahre Pflanze teilen und umtopfen, als Erde eignet sich eine Mischung aus Pflanzenerde und Sand. Alle drei Monate mit Flüssigdünger (ins Gießwasser) düngen.



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ERNÄHRUNG
Slow Food
Slow Food ist ein Begriff, der von den gleichnamigen Organisation, als Ausdruck für Genussvolles, bewusstes und regionales Essen geprägt wurde. Es wird als eine Gegenbewegung zum Trend des uniformen und globalierten Fast Food bezeichnet.


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