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Papaya
Papayas erinnern an die Tropen und ferne Reisen, wenn man sie im Angebot europäischer Supermärkte entdeckt. Hierzulande erhält man meistens nur die kleinen Papayaarten, die bis zu einem Pfund schwer werden und sie reichen meistens auch nicht an das Aroma frisch geernteter Früchte heran. Aber sie enthalten fast ebenso reichlich Samen, wie ihre größeren Geschwister. Und obwohl die meisten Genießer die Samen wegwerfen, sind diese in gesundheitlicher Hinsicht jedoch fast noch wertvoller als die Früchte. Die Samen fördern nicht nur die Verdauung, was auch die Früchte können, sondern helfen auch gegen Menstruationsbeschwerden und stärken das Immunsystem.
Papaya, auch Melonenbaum oder Papayabaum genannt, ist die einzige Art der Pflanzengattung Carica innerhalb der Familie der Melonenbaumgewächse. Die Wildform kommt vom südlichen Mexiko bis Costa Rica vor. Die Kulturform ist eine wichtige tropische Nutzpflanze. Die Papaya war 2008 die fünfte Pflanzenart, deren Genom komplett sequenziert wurde.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Wurzel: Hauterkrankungen, Blasenschwäche, Nierenschwäche, Blätter: Entgiftung, Husten (Rauchen der Blätter), Pilzinfektionen, Frucht: Entgiftung, Fettsucht, Verdauungsschwäche, Samen: Verdauungsschwäche, Durchfall, Darmparasiten, Pilzinfektionen, Menstruationsbeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Empfängnisverhütend, Immunsystem stärkend, Krebs vorbeugend
wissenschaftlicher Name: Carica papaya
englischer Name: Papaw, Papaya
volkstümlicher Name: Melonenbaum
Verwendete Pflanzenteile: Früchte, Samen, Wurzel, Blätter
Inhaltsstoffe: Papain, Campesterol, Cryptoxanthin, Phenylalanin, Stigmasterol, Vitamin C, Myrosin, Violaxanthin
Sammelzeit: ganzjährig
 
Anwendung
Die Kerne der Papaya enthalten große Mengen an Papain, einem eiweißspaltenden Enzym. Sie wurden früher in der Volksmedizin als Entwurmungsmittel verwendet und heute in Pulverform als Zartmacher für Fleisch. Eine ähnliche Wirkung wird erreicht, wenn man rohes Fleisch in die Blätter des Papayabaums einwickelt oder in frischen Papayasaft einlegt.
Die häufigste Anwendung der Papaya ist der Genuss der Frucht. Man kann sie einfach wie eine Melone essen oder in Fruchtsalaten anmachen. Unreife Früchte werden häufig zu Chutneys verkocht. Man kann sie verwenden wie Zucchinis bzw. Sommerkürbisse. Die Frucht entgiftet den Körper und hilft beim Abnehmen. Für medizinische Zwecke kann man auch die Wurzel des Papayabaums einsetzen. Sie hilft gegen Hautkrankheiten und Probleme des Harnapparates. Die Blätter der Papayapflanze kann man zur Entgiftung als Tee trinken. Gegen Husten kann man die getrockneten Blätter rauchen. Besonders vielfältig ist die Wirkung der Samen. Gegen Durchfall und Darmparsiten kann man sie kauen. Dieser Einsatzzweck ist vor allem bei Tropenreisen sehr nützlich, denn man kann einfach einige der Papayasamen aufheben und trocknen, damit man sie im Falle eines Reisedurchfalls zur Hand hat. Meist helfen sie prompt. Außerdem regen die Papayasamen die Verdauungsorgane an und unterstützen so die problemlose Verdauung der tropischen Speisen. Sie helfen auch gegen Prämenstruelles Syndrom und Wechseljahresbeschwerden. Sogar eine empfängnisverhütende Wirkung wird ihnen bei regelmäßiger Einnahme nachgesagt. Diese Wirkungen hängen mit einem eventuellen Gehalt an progesteronähnlichen Stoffen zusammen. Auch das Immunsystem sollen die Papayasamen stärken und sogar bei Krebs vorbeugen. Mit einer Pfeffermühle gemahlen kann man die Papayasamen auch als Pfefferersatz benutzen. Der in Samen, Früchten und Blättern enthaltene Stoff Papain unterstützt nicht nur die Verdauung, sondern macht damit eingeriebenes Fleisch zarter.
Verwendung in der Küche
Unreife Früchte können wie Gemüse verarbeitet werden und werden unter anderem für Chutneys, Currys, und Salsas verwendet. Im Nordosten Thailands, dem Isan, und in Laos ist Som Tam, ein (sehr) scharfer Salat aus unreifen Früchten mit in Fischsauce eingelegten Krebsen und Klebreis das Nationalgericht. Das reife Fruchtfleisch hingegen schmeckt süßlich, mit etwas Zitronensaft und Zucker oder Ingwer wird der Geschmack noch verstärkt. Auch die Kerne der Papaya sind essbar; sie haben einen scharfen Geschmack, der an Kapuzi-nerkresse erinnert. Die Frucht muss beim Kauf gelbliche Streifen oder Flecken aufweisen, dann reift sie noch vollständig nach. Den Grad der Reife kann man vor allem an der Festigkeit erkennen: Je leichter sich die Frucht mit dem Finger eindrücken lässt, desto reifer ist sie. Sie zeichnet sich dann durch einen be-sonders intensiven und süßen Geschmack aus; lediglich der Einsatz als Dekor kann durch die mangelnde Festigkeit problematisch werden.
Verwendung in der Medizin
Als Droge dienen: Rohpapain, Caricae papayae succus, der eingetrocknete Milchsaft der unreifen Früchte. Melonenbaumblätter, Caricae papayae folium.
Aktive Wirkstoffe
Im Rohpapain sind verschiedene proteolytische Enzyme, u. a. Papain und Chymopapain A und B enthalten. In den Blättern vor allem Polyketid-Alkaloide wie Carpain, Glucosinolate wie Glucotropaeolin, Saponine, Papain nur in geringen Mengen.
Anwendung
Papain ist ein Eiweiß spaltendes Enzym, das in seiner Wirkung dem Pepsin der Hauptzellen des Magenfundus entspricht. Im Gegensatz zum Pepsin wirkt es im sauren und alkalischen Bereich. Man nutzt es in Fertigpräparaten erfolgreich bei Verdauungsbeschwerden, die vor allem auf eine Minderung der Eiweißverdauung zurückzuführen sind, die z. B. auf einem Pepsinmangel beruhen. Da auch die Bauchspeicheldrüseeiweißverdauende Enzyme bildet (Trypsin, Chymotrypsin, Elastase), können auch bauchspeicheldrüsenbedingte Verdauungsbeschwerden durch Papaingabe gelindert werden. Weiterhin sind Kombinationspräparate im Handel, die bei verschiedenen Entzündungen, Ödemen und Schwellungen nach Verletzung und Operationen Linderung versprechen. Die Enzyme sollen entzündliche Stoffwechselprodukte beschleunigt abbauen und die Fließgeschwindigkeit des Blutes verbessern. Ihr Einsatz erfolgt insbesondere zur begleitenden Langzeitbehandlung bei Tumoren und während einer Strahlentherapie. Dies wird aber kritisch gesehen. Gegenanzeigen sind insbesondere Blutungsneigung und Schwangerschaft. Durch die Anwendung von Papain lassen sich Antikörper in drei Fraktionen spalten. In der Lebensmittelbranche verwendet man Papain zum Zartmachen von Fleisch. Isoliertes Chymopapain wird zur Injektionsbehandlung von Bandscheiben­schäden eingesetzt.
 
Pflanzenbeschreibung
Ursprünglich heimisch in Mittelamerika, wird der Papayabaum inzwischen in tropischen Ländern rund um den Globus angebaut. Es gibt viele Arten von Papayas, bei denen vor allem zwei grundsätzliche Sorten unterschieden werden. Papayas aus Hawaii und Brasilien sind etwa doppelt so gross wie Birnen und wiegen maximal 500g. In Mexiko und anderen Gegenden wachsen hingegen große Papayas, die 3 bis 5 kg schwer werden. In europäischen Supermärkten erhält man vorwiegend die kleineren Papayas aus Hawaii und Brasilien. Die Papayapflanze ist ein palmenähnlicher Baum, deren kleine Sorten zwischen zwei und drei Meter hoch werden. Die großen Sorten werden bis zu acht Meter hoch. Sie haben einen geraden Stamm ohne verzweigende Äste oder Zweige. Am oberen Ende des Stammes wachsen die großen, gelappten Blätter, die an Feigenblätter erinnern, aber noch großer werden, nämlich bis zu 70 Zentimeter im Durchmesser. In den Blattachseln sprießen die weißen Blüten. Es gibt weibliche, männliche und zweigeschlechtliche Blüten. An machen Bäumen wachsen nur männliche, an anderen nur weibliche und an wieder anderen Pflanzen beide Arten von Blüten. Die Papayapflanzen können ihr Geschlecht sogar wechseln. Aus den befruchteten weiblichen Blüten entwickeln sich die Papaya-Früchte. Sie haben birnenartige Form und haben eine gelbe oder gelb-grün gescheckte Farbe. Ihr Fruchtfleisch ist gelblich bis dunkelorange und erinnert geschmacklich an Melonen, aber mit einen speziellen Papaya-Aroma. In der Mitte der Früchte befinden sich hunderte von schwarzgrauen, runzligen Samen, die meist von einer Galertschicht umgeben sind. Diese Kerne kann man aus der Frucht löffeln, mit einem Küchentuch abrubbeln und trocknen lassen. Papayabäume tragen schon im ersten Jahr die ersten Früchte und werden im Normalfall bis zu fünf Jahre alt.
Diese Pflanze wird oft als Baum bezeichnet, weil sie einen baumartigen Habitus besitzt. Die Papaya ist eine mächtige, meist unverzweigte, aufrechte, baumartige Pflanze. Der einzelne Stamm, der – bis auf die Tracheen – nicht verholzt, erreicht Wuchshöhen von 5 bis 10 Metern. Aufgrund der fehlenden Verholzung, der Wuchsform und der Langlebigkeit kann die Papaya weder als Baum, noch als Strauch oder Staude bezeichnet werden. Manche sprechen von einem baumförmigen Kraut. Die Laubblätter sind spiralig um den Stamm angeordnet und werden kontinuierlich nach einer gewissen Zeit (also nicht in bestimmten Jahreszeiten) abgeworfen, so dass der Stamm unten kahl ist und oben einen „Schopf“ von Blättern trägt. Am Stamm bleiben Blattnarben erhalten. Die großen Blätter sind gestielt und die Blattspreite besitzt einen Durchmesser von 50 bis 70 cm, sie sind tief handförmig gelappt; meist in sieben Lappen.
Die Blüten entspringen den Blattachseln und stehen somit direkt am Stamm. Die Blüten sind diözisch verteilt. Die Frucht wird länglich-oval etwa 15 bis 45cm im Längsschnitt und 10 bis 30 cm im Durchmesser groß und kann ein Gewicht von 3 bis 6 kg erreichen. In Europa kommt fast ausschließlich die hawaiische oder brasilianische Papaya in den Handel, deren Exemplare lediglich 0,5 kg erreichen. Die Schale der vollständig ausgereiften Beere ist gelblich-grün, das Fruchtfleisch ist hellorange bis rosa und enthält in der Fruchtmitte schwar-ze Samen, die von einem Häutchen umgeben sind.

Quendel
Der Sand-Thymian oder Feld-Thymian, auch Quendel und Rainkümmel, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Thymiane innerhalb Familie der Lippenblütler. Es sind zwei Unterarten bekannt.
Der Quendel ist der wilde Bruder des Thymians. Er ist in Mitteleuropa heimisch und wächst an Stellen, die anderen Pflanzen zu trocken, steinig und sonnig sind. Dort an steinigen Plätzen, auf die die Sonne knallt, bildet der Quendel ganze Teppiche, die im Sommer rosafarben blühen und schon von weitem herbwürzig duften. In der Pflanzenheilkunde kann man den Quendel sehr ähnlich einsetzen wie den Thymian. Er hilft gegen Husten, stärkt die Verdauung und lindert Frauenbeschwerden. Auch gegen entzündliche Hautprobleme und Gelenkschmerzen kann man diese vielfältige Heilpflanze verwenden.
Der Quendel (Thymus pulegioides) ist der kleine Bruder des Thymians. Beide Pflanzen gehören zwar zur selbeN Gattung, dennoch hat der Quendel gegenüber dem Thymian einige Unterschiede, die vor allem im Aroma zu suchen sind. Der auch als Feldthymian bekannte Quendel ist eine bedeutende Heilpflanze, macht aber auch in der Küche als Gewürz eine gute Figur.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Eigenschaften: antibakteriell, beruhigend, blutstillend, entzündungshemmend, krampflösend, schleimlösend, schweißtreibend, Atemwege: Bronchitis, Husten, Keuchhusten, Reizhusten, Hustenkrampf, Asthma, Erkältung, Halsentzündung, Heiserkeit, Luftröhrenkatarrh, Verdauungssystem: Verdauungsschwäche, Sodbrennen, Blähungen, Magenbeschwerden, Durchfall, Mundgeruch, Frauenheilkunde: Menstruationsfördernd, Unterleibskrankheiten, Periodenkrämpfe, Geburtserleichternd, Wechseljahresbeschwerden, Nervensystem: Nervenschwäche, Schlaflosigkeit, Epilepsie, Bewegungsapparat:  Verstauchungen, Verrenkungen, Quetschungen, Gelenkschmerzen, Haut: Schlecht heilende Wunden, Entzündete Wunden, Ekzeme, Gesichtsrose, Erysipel, Gürtelrose
wissenschaftlicher Name: Thymus serpyllum
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Wild Thyme
volkstümlicher Name: Feld-Thymian, Sand-Thymian, Betony, Feldbulla, Feldkümmel, Feldpoley, Geismajoran, Geschwulstkraut, Grundling, Hollaien, Hühner-bolle, Immenkraut, Keale, Kinderkraut, Kounala, Kranzlkraut, Kudelkraut, Kückekümmel, Kundenkraut, Kunderle, Liebfrauenbettstroh, Marienbettstroh, Quandl, Quenula, Rainbadkraut, Rainkinderle, Rauschkraut, Rainkümmel, Violetter Bohler, Wilde Meron, Wilder Thymian, Wilder Zimt, Wurstkraut
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Kraut
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Bitterstoff, Borneol, Carvacrol, Citronellol, Flavo-ne, Gerbstoff, Gerbsäure, Geraniol, Camphen, Pinen, Terpineol, Thymol
Sammelzeit: Mai bis September
 
Anwendung
Der Sand-Thymian wird zerstreut bis selten als Zierpflanze in Steingärten, Einfassungen und Naturgärten, in Sandgebieten auch in Heidegärten genutzt. Es gibt einige Sorten. Die oberirdischen Teile werden getrocknet als Pflanzenheilmittel verwendet. Sie beinhalten die Wirkstoffe Terpene, Carvacrol und Thymol. Ein Aufguss aus Sand-Thymian wird bei grippalen Infekten eingesetzt. Aus dem blühenden Kraut wird auch das ätherische Quendelöl gewonnen. Sand-Thymian ist eine verhältnismäßig gute Bienenweide. Auf einer mit ihm bestandenen Fläche von 1 Hektar kann sich pro Blühsaison ein Honigertrag von bis zu 149 kg ergeben.
Atmungsorgane
Der wichtigste Einsatzbereich des Quendels sind Erkrankungen der Atmungs-organe. Durch seine antibiotischen und entzündungshemmenden Eigenschaf-ten bekämpft der Quendel Husten und Erkältungen, die durch Krankheitser-reger verursacht wurden. Die krampflösende Eigenschaft hilft gegen Spasmen beim Husten, was den Quendel auch gut bei Keuchhusten, Reizhusten und Asthma wirken lässt. Außerdem löst der Quendel den Schleim, der dadurch besser abgehustet werden kann.
Verdauung
Der Quendel regt die gesamte Verdauung an. Daher eignet er sich auch als Gewürz für schwer verdauliche Gerichte. Auch bei Blähungen und Sodbrennen kann der Quendel helfen.
Frauenheilkunde
Vor allem die Volksheilkunde betrachtet den Quendel als ein Frauenkraut. Durch seine krampflösende Fähigkeiten kann der Quendel Menstruationskrämpfe lindern. Er kann auch die Menstruation fördern und den Zyklus regulieren. Die Geburt kann durch Quendel erleichtert werden. Darauf deuten auch die Namen Kinderkraut, Liebfrauenbettstroh und Marienbettstroh hin. Mit Quendel und anderen BettstrohKräutern wurden früher die Matratze von Wöchner-innen ausgestopft, um ihnen die Zeit nach der Geburt und den Lebensstart für das Baby zu erleichtern.
Achtung! Quendel sollte nicht in großen Mengen in der   Schwangerschaft verwendet werden.
Nervensystem
Der Quendel gilt auch als Heilpflanze für das Nervensystem. Er soll Einschlafstörungen lindern können. Früher wurde er auch gegen Epilepsie eingesetzt.
Tee
Bei Husten, Verdauungsprobleme, Frauenkrankheiten und Nervenschwäche hilft der Quendel am besten in Form eines Teeaufgusses. Dazu übergießt man einen Teelöffel Quendelkraut mit einem Viertelliter kochendem Wasser und lässt den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Man kann den Tee mit Honig sü-ßen, um die Wirkung noch zu verstärken. Diesen Tee trinkt man in kleinen Schlucken und lässt auch den Dampf des Tees auf sich wirken.
Äußerlich
Äußerlich kann man den Quendel gegen die Folgen kleiner Unfälle, wie Quetschungen und Prellungen anwenden und auch gegen Wunden und Hautentzündungen. Für Einreibungen kann man eine Quendel-Tinktur ansetzen und verwenden. Mit Quendeltee kann man Bäder durchführen oder Waschungen und Umschläge.
Verwendung als Heilkraut
Quendel spielte bereits in der Antike und im Mittelalter eine große Rolle. Hildegard von Bingen behandelte mit dem Feldthymian Husten und Erkrankungen der Bronchien sowie verschiedene (nicht näher definierte) Frauenleiden. Im Kräuterbuch von P.A. Matthioli wurde Quendel u.a. bei Bluthusten, zur Entgiftung von Schlangenbissen und Wurmbefall, bei Kopfschmerzen und bei Husten. So steht im Original z.B.:
“Der Geruch des Quendels thut dem Hirn wol“
Quendel mit Süßholz oder Honig / Anis und Wein gesotten / reinigt die Brust von dem zähen Husten / und stillt den kalten Harn
Hieronymus Bock erwähnte in seinem Kräuterbuch (1560) zudem die Behandlung von Lungen-, Leber- und Milzleiden sowie für die Stärkung des Magens. Angewendet wurde der Quendel in Form von Quendelessig, in Wein gesotten, in Verbindung mit Honig oder als Tee.
Quendel tritt zugunsten des höheren Anteils an Thymol, einem Bestandteil des ätherischen Öls der Thymiane, im Echten Thymian zurück. Thymol wurde eine antibakterielle und desinfizierende Wirkung nachgewiesen, die vor allem in der unterstützenden Behandlung von Erkältungskrankheiten genutzt wird. Desweiteren ist Quendel reich an Gerbstoffen und Bitterstoffen, die vor allem für den Fettstoffwechsel unterstützen und somit Verdauungsbeschwerden lindern können.
Küche
Quendel ist ein kräftiges Gewürz für die mediterrane Küche, ähnlich wie sein kultivierter, südländischer Bruder Thymian. Bei schweren Fleischgerichten erleichtert er die Verdauung. Auch Gemüsegerichten und Suppen verleiht der Quendel ein würziges Aroma.
 
Geschichtliches
Obwohl der Quendel in Mitteleuropa heimisch ist und das Mittelmeer eher die Heimat des Thymians ist, berichtet in der Antike schon Plinius Secundus vom Quendel, den er als Serpyllum bezeichnet, was heute noch sein wissenschaftlicher Artname ist. Plinius schreibt, dass der Quendel schon 200 v. Chr. ein Teil des berühmten Theriaks gewesen sein soll, ein Heiltrank, der gegen Gifte aller Art schützen sollte. Im Sizilien des Altertums wurde der Quendel zusam-men mit Rosen der Göttin geopfert um die Liebe zu fördern. Die Germanen weihten den Quendel der Göttin Freya. Später wurde er zum Marienkraut um-definiert, wie es so vielen Heilpflanzen der Frauenheilkunde erging. Auch Hil-degard von Bingen erwähnt den Quendel unter der Bezeichnung "Quenula". Das Volk glaubte auch lange, dass der Quendel Dämonen abwehren könnte. Kränze aus Quendel wurden geweiht und in Stall und Haus gehängt, um Blitze und böses Geister abzuwehren.
 
Pflanzenbeschreibung
Der Quendel ist in Mitteleuropa heimisch. Er ist ein naher Verwandter des Thymians, der eher in südlicheren Gefilden wächst. Auch wenn der mehrjährige Quendel nach Mitteleuropa gehört, liebt er dennoch trockene und warme Standorte. Er ist anspruchslos, was die Nährstoffe angeht, darum gedeiht er gut an steinigen Stellen. Je nach Standort hat er eine unterschiedliche Gestalt. Man hat über zwanzig Unterarten identifiziert. Eine lange Wurzel reicht beim Quendel in den Boden. Von dort aus breitet sich eine Pflanze bis zu einem Quadratmeter aus und bildet einen würzig duftenden Teppich. Die Ausläufer des Quendels kriechen über den Boden und lassen niedrige, beblätterte Triebe nach oben steigen. Meistens wird der Quendel nur 10 cm hoch, in Ausnahme-fällen kann er sich aber bis zu 60 cm über den Boden erheben. Die Blätter des Quendels sind sehr klein und schmal oval. Sie sind relativ hart und duften ausgeprägt balsamisch. Ab Mai blüht der Quendel mit rosafarbenen bis violetten Blüten, die in Kugeln oder Ähren stehen.
Der Sand-Thymian ist ein immergrüner, bodenbedeckender Halbstrauch, der Wuchshöhen von 2 bis 10 Zentimeter erreicht. Die Zweige sind immer ringsum behaart. Die Laubblättersind linealisch bis schmal elliptisch oder verkehrt-eiförmig, 1 bis 3 Millimeter breit und kurz gestielt oder sitzend. An den Blütentrieben sind sie in Größe und Form kaum unterschiedlich. Das oberste Paar der Seitennerven verliert sich meist, es vereinigt sich nicht zu einem Randnerv. Am Grund sind die Blätter bewimpert, die Spreite ist nur selten behaart. Ihre Seitennerven treten an der Unterseite stumpf hervor.
Die Blütezeit reicht von Juli bis September. Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die oberen Kelchzähne sind breit dreieckig und ungefähr so lang wie am Grund breit.

Bachblüte
Man beklagt sich nicht über seinen Zustand, weil man ihn für normal hält (Wild Rose)
- Diese Menschen beklagen sich nicht über ihren Zustand, da sie ihn für normal halten
- Mit der dementsprechenden Bachblüte halten sie kaum mehr etwas normal und beklagen sich dementsprechend
Bachblüte
Ich bin verbittert (Willow)
- Diese Menschen sind verbittert
- Mit der dementsprechenden Bachblüte kann die Verbitterung abgestreift werde
Sich Zeit nehmen und genießen (Regel 9)
Essen sie nicht nebenbei! Lassen sie sich Zeit beim Essen. Das fördert ihr Sättigungsempfinden.
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