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Silberdistel t
Die Silberdistel ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Eberwurzen in der Unterfamilie der Carduoideae innerhalb der Familie der Korbblütler gehört. Sie wurde zur Blume des Jahres 1997 gewählt. Die Silberdistel ist auf Kalkmagerwiesen in den Bergen schon von weitem an ihren silbern leuchtenden Hüllblättern zu erkennen. Die großen Blüten schließen sich bei feuchtem Wetter, daher auch der Name Wetterdistel. Diese immer seltener werdende Pflanze war Pflanze des Jahres 1997 und ist geschützt. Genutzt wurde die giftige Pfahlwurzel der Pflanze gegen viele Krankheiten, in der Magie und Tiermedizin. Heute ist die Silberdistel mit ihrer beeindruckenden schönen Blüte eine Zierde für jeden Steingarten.
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Abführmittel, Erkältung, Hautkrankheiten
Heilwirkung: abführend, antibiotisch, harntreibend, krampflösend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Volksheilkunde: Akne, Bronchialkatarrh, Dermatosen, Ekzem, Erkältung, Fieber, Gastritis, Geschwüre, Harnverhaltung, Hautkrankheiten, Hexenschuss, Mundkrebs, Pest, Prostataerkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Wassersucht, Wunden, Würmer
wissenschaftlicher Name: Carlina acaulis, Carlina alpina, Carlina grandiflora
Pflanzenfamilie: Korbblütengewächse = Asteraceae
englischer Name: Dwarf carline thistle, Silver thistle
volkstümlicher Name: Eberwurzel, Heustecher, Jägerbrot, Jägerdistel, Juradistel, Karlsblume, Karlsdistel, Nebelpflanze, Regenwurzel, Röhndistel, Silberdistel, Silbersonne, Stengellose Eberwurz, Tschöggli, Wetterdistel
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blüte
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Bitterstoffe, Carlinaoxid, Carlinen, Enzyme, Flavonoide, Gerbstoffe, Harze, Inulin
Sammelzeit: Spätherbst (Pflanze ist geschützt)
Nebenwirkungen: allergische Reaktionen, Durchfall, Erbrechen, Übelkeit
Kontraindikation: Korbblütlerallergie, Schwangerschaft, Stillzeit
Anwendung
Das aromatisch riechende Rhizom enthält ätherische Öle und schmeckt daher scharf und bitter. Hauptbestandteil des Öls ist mit 80% bis 90% das antibakterielle und toxische Carlinaoxyd. Weiter enthält das Rhizom auch über 20% Inulin als Reservestoff. Die Wurzel wurde in der Volksheilkunde als Grippemittel, harntreibendes Mittel und gegen Greisenbrand gesammelt, in der Tiermedizin als Mast-und Brunstpulver verwendet. Die Korbböden wurden früher ähnlich wie Artischocken gegessen. Daher wird die Silberdistel bei Almhirten auch Jägerbrot genannt. Das in den Wurzeln enthaltene Carlinaoxid ist giftig. Vorsicht bei der inneren Anwendung.
Tee
1 Teelöffel getrockneter Wurzeln mit 250 ml Wasser ansetzen, zum Sieden bringen, einige Minuten kochen lassen, abkühlen lassen, abseihen. Leicht warm mit oder ohne Honig schluckweise trinken. Hilft gegen Würmer, Erkältungen, Fieber, ... Erwachsene maximal 2 Tassen täglich.
Mundspülung
Ein starker Tee (2 Teelöffel) als Mundspülung verschafft Linderung bei Zungenkrebs.
Umschläge
Ein starker Tee (2 Teelöffel) oder in Essig gekocht als Umschläge hilft bei Hauterkrankungen.
Magie
Hängt man sich eine Silberdistel-Wurzel um, so soll dies gegen Hexenschuss helfen.
Sonstige
Darüber hinaus gibt es noch eine Eberwurztinktur und Eberwurzwein.
Geschichtliches
Die frischen jungen Blätter wurde seit der Steinzeit zu einem Gemüse gekocht, die Blütenböden wie Arti-schockenböden zubereitet oder roh verzehrt (Jägerbrot) und die Wurzeln als gekochtes Wintergemüse gegessen. Ein Teil der Heilwirkungen, die der Pflanze in der Volksheilkunde zugeschrieben werden, dürften auf eine Verwechslung mit der Mastixdistel aus dem Mittelmeerraum zurückgehen, die in der Antike geschätzt und beschrieben wurde. Im Mittelalter als Gegengift und Zaubermittel. Karl dem Großen soll in einem Traum die Silberdistel als Mittel gegen Pest von einem Engel mitgeteilt worden sein, daher auch der Name Karlsblume oder Karlsdistel. Die Wirkung gegen Pest ist eher sehr gering. In der Volkstierheilkunde als Mast- und Brunstpulver und in der Käserei zur Milchgerinnung. Die Silberdistel war Pflanze des Jahres 1997 und wird immer seltener, da die Kalkmagerwiesen verschwinden.
Im 15. und 16. Jh. wurde die Silberdistel «Eberwurz» oder «Englische Distel» genannt.
Eine Elsässer Handschrift aus dem 1. Viertel des 15. Jh. beschrieb «Eberwurz» als Potenzmittel für Männer („bringet frode vnd machet vnkusch“). Schwangeren Frauen schade sie. Knaben in der Pubertät sollten die Wurzel ein Jahr lang essen, so würden sie die Kraft dreier Männer gewinnen und diese Kraft bis zu ihrem 40. Lebensjahr und darüber hinaus behalten. Wenn man die Wurzel den Pferden in den Stall lege, so würden diese davon brünstig. Gegen Herzschmerz sollte die Wurzel gegessen oder in Wein getrunken werden.
Paracelsus berichtete in seinem „Herbarius“ (ca. 1525) wundersames von der «Englischen Distel»: wer sie bei der Arbeit bei sich trage, der entziehe seinen Mitarbeitern die Kraft, welche auf ihn übergehe. Gleiches berichteten Otto Brunfels und Hieronymus Bock von der «Eberwurz»:
„Die kreütler geben von dißer wurtzelen auß / wer diße wurtzel bey jm trage / vnd mit anderen leüten arbeyte / oder über feldt gang / oder ſonſt beywonung thue / ſo entzyehe ſye ander leüten die krafft / vnd mache onmächtig / welche krafft alle zů dem komme / der ſye bey jm hat. Darumb ſye bey nyemant geduldet würt / wo mans alſo braucht.“ – Otto Brunfels
„Euſſerlich. Man gibt diſer wurtzel zů ſo jemandts ſie bei im trag / vnd mit eym andern über felt gehe / dem ſelben ſoll die krafft entzogen werden durch diſe wurtzel / glaubs wer do will / ich finds nirgens geſchriben.“ – Hieronymus Bock
Pflanzenbeschreibung
Die Silberdistel ist in großen Teilen von Europa heimisch. Sie wächst bevorzugt auf Kalk-Magerrasen. Die ausdauernde Pflanze wird zwischen 10 und 50 Zentimeter hoch. Die Pfahlwurzeln reichen etwa 1 Meter tief in den Boden. Im Frühjahr treibt die Wurzel zunächst Blätter aus. In Bodennähe wächst dann eine Blattrosette. Die tief spaltigen Blätter sind stachelig gezähnt. Die Blätter haben eine Länge zwischen 5 und 15 cm. Die Blüten erscheinen zwischen Juli und September und haben einen Durchmesser von 5 bis 14 cm. Die Blüten haben silbrige Hüllblätter und weißliche bis rötliche Röhrenblüten. Wird das Wetter feuchter und damit schlecht, so schließt sich die Blüte (Wetterdistel). Aus den Silberdistel-Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen.
Die ausdauernde, krautige Pflanze ist fast stängellos oder erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 40 Zenti-metern. Mit ihrer bis 1 Meter tiefreichenden Pfahlwurzel gilt die Silberdistel als Tiefwurzler. Die Laubblätter sind etwa bis zum Mittelnerv buchtig, fiederschnittig und dornig gezähnt. Sie bilden meist eine Rosette. Die Blattunterseite ist kahl bis etwas spinnwebig. Die größten Laubblätter sind 4 bis 8 Zentimeter breit.
Am Stängel sitzt meist nur ein Korb mit äußeren Hüllblättern, die wie die Laubblätter gestaltet sind. Die inneren Hüllblätter sind oberseits silbrig-weiß (selten etwas rötlich) und zur Blütezeit bereits abgestorben. Diese umgeben das eigentliche Blütenkörbchen, welches sich aus einigen hundert weißlichen bis rötlichen Röhrenblüten zusammensetzt. Mit den inneren Hüllblätter gemessen, erreicht das Körbchen einen Durchmesser von 50 bis 110 Millimetern. Die Blütezeit reicht von Juli bis September.
Anbautipps
Anspruchslos, wenn der Standort passt. Samen direkt an den gewünschten Standort aussäen oder im Topf vorziehen. Ideal für den Steingarten auf kalkigem Boden in voller Sonne. Wächst in höheren Lagen deutlich besser als in der Ebene, in der Ebene bekommt die sonst stänglose Silberdistel einen langen Stängel.
Sammeltipps
Die Pflanze ist geschützt und darf in der Natur nicht gesammelt werden! Die rötliche Wurzel im Herbst aus-graben, reinigen, von Seitenwurzeln befreien, in Stücke schneiden und zügig aber schonend trocknen (Sonne oder Backofen).
  
Traubensilberkerze
Die Trauben-Silberkerze, auch Amerikanische, Schwarze oder Wilde Schlangenwurzel, Amerikanisches, Hohes oder Staudiges Christophskraut, Frauenwurzel, Klapperschlangenkraut, Schwindsuchtwurzel, Traubenförmige Schwarzwurz und Wanzenkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Actaea (früher Cimicifuga) in der Unterfamilie der Ranunculoideae innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse. Die Traubensilberkerze ist eine mannshohe Staude, die in Nordamerika heimisch ist. Schon die nordamerikanischen Ureinwohner schätzten die Traubensilberkerze wegen ihrer geburtserleichternden Wirkung und ihren Fähigkeiten Schmerzen und Krämpfe zu lindern. Die Traubensilberkerze ist auch hierzulande vor allem durch ihre Wirkung bei Wechseljahrs- und Menstruationsbeschwerden bekannt geworden. Doch sie hilft auch gegen vielerlei andere Beschwerden, ist gar das reinste Multitalent, das sogar bei Asthma, Herzbeschwerden und leichter Diabetes Linderung bringen kann.
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Wechseljahresbeschwerden
Heilwirkung: adstringierend, beruhigend, blutzuckersenkend, entzündungshemmend, harntreibend, krampflösend, schleimlösend, schmerzstillend, schweißtreibend
Anwendungsbereiche: Asthma, Bronchitis, Brustentzündung, Darmkrämpfe, Depressionen, Diabetes, Eierstockentzündung, Epilepsie, Fieber, Gallensteine, Geburtserleichternde Mittel, Halsschmerzen, Herzschwäche, Herzkrämpfe, Herzrasen, Hexenschuss, Hitzewallungen, Husten, HWS-Syndrom, Ischias, Krampfhusten, Kreuzschmerzen, Magenkrämpfe, Melancholie, Menstruationsstörungen, Menstruationsfördernd, Migräne, Muskelrheuma, Muskelschmerzen, Myalgie, Nervöse Herzbeschwerden, Nervosität, Neuralgien, Östrogen-Dominanz, Ohrenschmerzen, Osteoporose, Periodenkrämpfe, Periodenschmerzen, PMS, Reizbarkeit, Rheuma, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Schmerzen, Übergewicht, Unruhe, WehenErleichterung, Zuckerkrankheit, Zyklus-Schwankungen
wissenschaftlicher Name: Cimicifuga racemosa
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Black Cohosh, Black Snake Root, Rattle Root
volkstümliche Namen: Cimicifuga, Frauenwurzel, Langtraubiges Christophskraut, Nordamerikanische Schlangenwurzel, Schwarze Schlangenwurzel, Silberkerze, Wanzenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Cimifugin, Phenolcarbonsäuren, Hydroxyzimtsäureester, Fukinolsäure, Piscidiasäure, Cimicifugosid, Triterpen-Glykoside, Actein, Cytisin, Methylcitisin, Isoflavone, Bitterstoffe, Harze, Glykoside, Phytosterin, Salicylsäure, Gerbstoff, ätherisches Öl
Sammelzeit: Herbst
Anwendung
Die Wurzel der Traubensilberkerze kann man als Tee oder Tinktur gegen Beschwerden der Wechseljahre, und der Menstruation verwenden. Aber auch viele andere Beschwerden können von der Traubensilberkerze gelindert werden, beispielsweise Asthma, Husten, Entzündungen, rheumatische Schmerzen und Krämpfe. Ein schwaches Herz findet Stärkung und angespannte Nerven werden beruhigt. Die Traubensilberkerze findet sich auch in vielen Fertigarznei-Produkten im Handel.
Tee
Für einen Traubensilberkerze-Tee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Traubensilberkerze-Wurzel mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn 15 Minuten ziehen. Anschließend abseihen und in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich. Wie bei allen stark wirksamen Heilkräutern sollte man nach sechs Wochen Daueranwendung eine Pause einlegen und vorübergehend einen anderen Tee mit ähnlicher Wirkung trinken. Anschließend kann man wieder sechs Wochen lang Traubensilberkerze-Tee trinken. Durch die Pause werden eventuelle unerwünschte Langzeitwirkungen verhindert und die erwünschte Traubensilberkerze-Wirksamkeit bleibt erhalten und lässt nicht durch Gewöhnung nach.
Tinktur
Um eine Traubensilberkerzetinktur selbst herzustellen, übergießt man Traubensilberkerzewurzeln in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt die Mi-schung verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man ein bis drei mal täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Traubensilberkerze gegen Wechseljahresbeschwerden
Der Haupteinsatzbereich der Traubensilberkerze sind Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Zyklusschwankungen, depressive Verstimmung und Schlaf-störungen, um nur einige besonders häufige zu nennen. Die Traubensilberkerze steht im Ruf, ein Phytohormon zu sein, also ein pflanzliches Hormon, das dem Östrogen ähnlich ist. Die Wirkstoffe der Traubensilberkerze sind chemisch gesehen aber völlig anders als Östrogen. Sie wirken jedoch teilweise etwas ähnlich wie weibliche Hormone und dadurch können Sie zahlreiche Frauenbeschwerden lindern. Wissenschaftlich wird diese Funktionsweise "Selektive Östrogen-Rezeptor Modula-tion (Phyto-SERM)" genannt. Dabei wird unter anderem der sogenannte LHRH-Pulsgenerator im Hypothalamus gedämpft, wodurch beispielsweise überschießende Reaktionen der Temperatursteuerung gedämpft werden. Das sorgt für eine Linderung der Hitzewallungen, die so typisch für die Wechseljahre sind. Die Traubensilberkerze hilft auch gegen Muskel- und Gelenkschmerzen, weil sie entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt. Ferner lindert die Traubensilberkerze Schlafstörungen und trockene Haut. Sogar die lästige Gewichtszunahme, die häufig in den Wechseljahren stattfindet, kann durch die Traubensilberkerze verringert werden.
Weitere Anwendungsgebiete
Traubensilberkerze kann man nicht nur gegen Wechseljahresbeschwerden einsetzen. Sie hilft gegen alle Frauenbeschwerden, die durch hormonelle Schwankungen ausgelöst werden, also auch gegen Menstruati-onsbeschwerden in jüngeren Jahren. Auch die Geburt kann durch die Traubensilberkerze erleichtert werden, denn die Krämpfe werden gelindert und die Wehen reguliert, sodass die Geburt gut fortschreitet, aber nicht zu schmerzhaft ist. Wichtig: Wegen der wehenfördernden Wirkung sollte man die Traubensilberkerze nicht zu Beginn und in der Mitte der Schwangerschaft einsetzen! Erst kurz vor dem Geburtstermin sollte man mit der Einnahme der Traubensilberkerze beginnen. Außerdem hilft Traubensilberkerze gegen zahlreiche andere Beschwerden, die nichts mit Frauenkrankheiten zu tun haben. Vor allem sind es die krampflösenden und schmerzstillenden Eigenschaften, die die Anwendungsgebiete bestimmen, aber auch die entzündungshemmende Fähigkeit der Traubensilberkerze. Die Anwendungsmöglichkeiten ziehen sich durch sämtliche Organsysteme des Körpers. Immer wenn etwas mit Krämpfen, Schmerzen oder Entzündungen zu tun hat, kann man die Traubensilberkerze einsetzen, beispielsweise Magenkrämpfe, Gallenkoliken, nervöse Herzbeschwerden, Rückenschmerzen und Migräne. Sogar als begleitende Behandlungsmaßnahme bei Diabetes kann man die Traubensilberkerze einsetzen, weil sie den Blutzuckerspiegel senken kann.
Geschichtliches
Die Traubensilberkerze wird schon seit langer Zeit von den nordamerikanischen Ureinwohnern zur Erleichterung der Geburt und gegen Schmerzen und Schlangenbisse eingesetzt. Für verschiedene Anwendungsgebiete wurde die Traubensilberkerze in Nordamerika jeweils zu unterschiedlichen Tageszeiten geerntet, weil sie je nach Tageszeit unterschiedliche Fähigkeiten haben soll. Im 19. Jahrhundert wurde die Traubensilberkerze nach Europa gebracht, wo sie vor allem als Zierpflanze in Gärten kultiviert wurde. Ihr von den Europäern verliehener wissenschaftlicher Name "Cimicifuga" bedeutet "Wanzenflucht" (Cimex = Wanze und fuga = Flucht), weil der Geruch von Wurzeln, Blättern und Blüten Wanzen und andere Insekten vertreibt. Der Artname "Racemosa" bedeutet "Traube", weil die Blüten in lockeren Trauben wachsen. Der deutsche Name "Traubensilberkerze" kommt vom traubenartigen Wuchs der silberfarbigen Blüten, die wie eine Kerze aus-sehen. Die Traubensilberkerze wurde schon im 19. Jahrhundert nicht nur als Zierpflanze, sondern auch medizinisch eingesetzt. Weil sie den damaligen Gepflogenheiten entsprechend meistens zu hoch dosiert wurde, hatte sie aber häufig unangenehme Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit. Möglicherweise liegt es an diesen Nebenwirkungen, dass die Traubensilberkerze als Heilpflanze in Europa bald wieder in Vergessenheit geriet. Erst in letzter Zeit wurde die Heilwirkung der Traubensilberkerze ge-gen Wechseljahresbeschwerden in Europa wiederentdeckt. Inzwischen werden zahlreiche Fertigpräparate mit der Traubensilberkerze gegen Frauenbeschwerden angeboten. Nach und nach werden auch die zahlreichen anderen Fähigkeiten der Traubensilberkerze bekannt.
Pflanzenbeschreibung
Die Traubensilberkerze kommt aus Nordamerika, wo sie im Norden der USA und Kanada heimisch ist. Sie wächst bevorzugt in Wäldern, mag es also am liebsten schattig. Die Pflanze wird bis zu 2,50 m hoch und bildet eine kräftige, buschige Staude. Der Wurzelstock der mehrjährigen Pflanze ist schwärzlich, von zylindrischer Form und stark verzweigt. Aus ihm sprießen im zeitigen Frühjahr doppelt gefiederte Blätter. Zwischen Juni und September blühen die weißlich silbernen Blüten, die in luftigen Trauben stehen. Die Blüten riechen nicht gerade sehr angenehm, vor allem nicht für Wanzen, die vor dem Geruch fliehen, was der "Cimicifuga" auch ihren Namen eingebracht hat.
Die Trauben-Silberkerze ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 0,75 bis 2,5 Metern erreicht. Als Überwinterungsorgane dienen vor allem das langlebige Rhizom, aber auch die Wurzeln (insgesamt botanisch ungenau „Wurzelstock“ genannt). Der aufrechte, kahle Stängel ist beblättert. Die relativ großen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der 15 bis 60 Zentimeter lange, kahle Blattstiel ist im Querschnitt kantig bis mehr oder weniger stielrund. Die Blattspreite ist doppelt bis dreifach gefiedert mit 20 bis 70 Blättchen. Die Fiederblättchen sind 4 bis 12 Zentimeter lang sowie 3 bis 8 Zentimeter breit, spitz und tief gesägt. Die kahle Endfieder des zentralen Segmentes ist bei einer Länge von 6 bis 15 Zentimetern sowie einer Breite von 6 bis 16,5 Zentimetern eiförmig bis verkehrt-eiförmig, dreilappig, mit etwa keilförmiger bis etwa herzförmiger Basis, spitzem bis zugespitztem oberem Ende und gezähntem bis gezähnt-gesägtem oder eingeschnittenem Rand; selten sind auf der Unterseite die drei erhabenen Blattadern flaumig behaart.
Die Blütezeit liegt im Sommer zwischen Juni und September. In einem im oberen Bereich flaumig behaarten, 10 bis 60 Zentimeter langen, relativ schmalen, aus mehreren traubenähnlichen Teilblütenständen zusammengesetzten, aufrechten, rispigen Gesamtblütenstand stehen zahlreiche Blüten zusammen. Das Tragblatt ist bei einer Länge von 3 bis 4 Millimeter pfriemlich. Deckblätter fehlen. Der 4 bis 10 Millimeter lange Blütenstiel ist flaumig behaart. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und relativ klein. Die vier Kelchblätter sind grünlich-weiß. Die meist vier (ein bis acht), mit etwa 3 Millimetern relativ kleinen, weißen Kronblätter sind länglich, genagelt und fallen sofort nach dem Aufblühen ab. Nektarien befinden sich an der Basis. In den Blüten sind zahlreiche (55 bis 110) Staubblätter mit weißen, 5 bis 10 Millimeter langen Staub-fäden und weißen Staubbeuteln vorhanden. Es ist nur ein, selten zwei sitzende, mehr oder weniger flaumig behaarte Fruchtknoten vorhanden. Der kurze, dicke Stempel endet in einer 0,5 Millimeter breiten Narbe. Die sitzende, dickwandige Balgfrucht ist bei einer Länge von 5 bis 10 Millimetern eiförmig und seitlich mehr oder weniger abgeflacht; sie enthält zahlreiche Samen. Die braunen, glatten bis mehr oder weniger grob gerippten Samen sind bei einem Durchmesser von etwa 3 Millimetern halbkugelig.
Anbautipps
Man kann die Traubensilberkerze aus Samen anziehen oder durch Stecklinge oder Wurzelteilung vermehren. Die Anzucht aus Samen ist nicht so einfach, weil die Samen Kaltkeimer sind und daher eine ausgeprägte Kältephase brauchen um zu keimen. Man sät die Samen daher im Herbst in feuchte Erde und setzt sie im Winter dem Frost aus. Wenn man Glück hat, keimen die kleinen Pflanzen im Frühjahr. Sobald die etwa handgroß sind, kann man die Pflanzen an einer schattigen Stelle mit feuchtem und humusreichen Boden auspflan-zen. Bei Vermehrung durch Stecklinge schneidet man die Stecklinge im Sommer und stellt sie entweder ins Wasser oder in Töpfchen mit feuchter Erde, bis sich Wurzeln bilden. Die Teilung großer Wurzelstöcke zur Vermehrung erfolgt im Frühsommer.
Sammeltipps
Zum Ernten der Wurzel sollte die Pflanze mindestens drei Jahre alt sein. Nach der Fruchtreife im Spätherbst gräbt man die Wurzel aus. Wenn man die Pflanze behalten will, nimmt man nur einen Teil von Wurzel und Wurzelstock und gräbt einen anderen Teil wieder ein, damit die Pflanze im nächsten Jahr wieder neu wachsen kann. Die Wurzeln werden gründlich saubergebürstet und in kleine Stücke geschnitten. Entweder setzt man direkt eine Tinktur mit den frischen Wurzelstücken an oder man trocknet sie an einem warmen, trockenen Platz, beispielsweise im offenen Backofen bei maximal 40°.

Bachblüte
Hast Angst vor der Zukunft (Aspen)
- Diese Menschen haben Angst vor der Zukunft
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie diese Angst besiegen
Bachblüte
Andere Menschen finde ich unausstehlich (Beech)
- Diese Menschen finden ihre Mitmenschen unausstehlich
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie dass ihre Mitmenschen unausstehlich finden entgegenwirken
Übersicht über Konservierungsverfahren
-    Kühlen
-    Tiefgefroren
-    Pasteurisieren
-    Sterilisieren
-    Trocknen
-    Gefriertrocknen
-    Salzen
-    Pökeln
-    Zuckern
-    Säuern
-     Räuchern
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