Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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04.03.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > März > 04.03.19-10.03.19


ZAUNWINDE

Die Zaunwinde beeindruckt mit ihren großen, weißen Blüten. Sie ziert damit Zäune, Gebüsche und manchmal auch Wegränder. Obwohl sie wie eine Zierpflanze aussieht, ist die Zaunwinde jedoch eine sehr vitale Wildpflanze, die sich an geeigneten Plätzen wuchernd ausbreitet. Die Pflanzenheilkunde kennt die Zaunwinde kaum. Man kann sie aber gegen Verstopfung und andere Beschwerden einsetzen.
Die Echte Zaunwinde ist eine Pflanzenart aus der Gattung Zaunwinden innerhalb der Familie der  Windengewächse.

Steckbrief
Heilwirkung:
erweichend, harntreibend, lindernd, Fieber, Verstopfung, Gallenschwäche, Leberschwäche
wissenschaftlicher Name:
Calystegia sepium, Convolvulus sepium
Pflanzenfamilie:
Windengewächse = Convolvulaceae
englischer Name:
Hedge Bindweed, Common Bindweed
volkstümlicher Name:
Ufer-Zaunwinde
Verwendete Pflanzenteile:
Wurzel, Kraut
Inhaltsstoffe:
Convolvuline, Flavonoide, Gerbstoff, Gerbsäure, Glykoretine, Harzglykoside, Herzglykoside, Tannine
Sammelzeit:
Wurzel: Herbst und Frühjahr

Anwendung
Die Zaunwinde wird in der Schulmedizin kaum verwendet und auch die Volksheilkunde benutzt sie nur selten. Sie kann jedoch ähnlich angewandt werden wie die  Ackerwinde. Die Hauptwirkung der Zaunwinde ist ihre abführende Wirkung. Aber sie hat auch noch weitere Heilwirkungen.
Wurzeln
Die Wurzeln und das Harz der Wurzel führen ab. Die Lebertätigkeit und die Produktion der Galle werden angeregt. Außerdem wirkt die Wurzel harntreibend. Man kann sie auch gegen Fieber einsetzen.
Blätter
Tee aus den Blättern führt auch ab, wenn auch milder als die Wurzeln. Für einen Tee aus den Blättern übergießt man ein bis zwei Teelöffel der frischen oder getrockneten Blätter mit kochendem Wasser. Fünf bis zehn Minuten ziehen lassen und dann abseihen.
Blüten
Wie die anderen Pflanzenteile wirken auch die Blüten gegen Verstopfung und Blähungen. Man kann sie ebenso bei Fieber einsetzen. Von der Anwendung der herzwirksamen Glykoside bei Herzproblemen ist mir bisher nichts bekannt.

Pflanzenbeschreibung
Die Zaunwinde ist in allen gemäßigten Zonen der Nord- und Südhalbkugel heimisch. Sie wächst bevorzugt auf feuchtem, nährstoffreichen Boden und ist an Zäunen, Wegen, Waldrändern, Ufern und Gebüschen häufig zu finden. Die mehrjährige Pflanze hat tief reichende Wurzeln, die so vital sind, dass selbst aus kleinen Bruchstücken neue Triebe wachsen. Die Triebe werden bis zu drei Meter lang und winden sich gegen den Uhrzeigersinn an allem hoch, was ihnen Halt bietet. Wenn es nichts zum Hochranken gibt, wachsen sie auf dem Boden entlang. Pflanzen, die von der Zaunwinde überwuchert werden, leiden oft darunter und sterben sogar manchmal. Die Triebspitzen bewegen sich suchend, um einen Halt zum ranken zu finden. Innerhalb von einer Stunde und 45 Minuten drehen sie sich einmal im Gegenuhrzeigersinn. Die Blätter der Zaunwinde sind pfeilförmig und wachsen wechselständig am Stängel. Zwischen Juni und Oktober blüht die Zaunwinde mit großen, weißen Trichterblüten. Die Blüten werden etwa sechs Zentimeter lang. Sie sind geruchlos, sehen aber sehr attraktiv aus, als wären sie die Blüten einer Zierpflanze. Bei Blüten öffnen sich nur bei trockenem Wetter, können dann aber sowohl tags als auch nachts geöffnet sein. Nur bei feuchtem Wetter sind die Blüten geschlossen. Die Zaunwinde ähnelt der Ackerwinde, aber ihr Blüten sind erheblich grösser. Außerdem sind die Blüten der Zaunwinde immer weiß, die der Ackerwinde hingegen oft auch rosa.
Vegetative Merkmale
Die Echte Zaunwinde wächst als kletternde, sommergrüne, ausdauernde  krautige Pflanze. Es werden kriechende Rhizome als Überdauerungsorgane gebildet. Sie besitzt grüne, windende  Sprossachsen. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist einfach. Es sind keine  Nebenblätter vorhanden.
Generative Merkmale
Die Blütezeit liegt zwischen Mai und September. Unterhalb der Blütenstiele befinden sich außen zwei deutlich ausgeprägte, grüne Hochblätter. Die zwittrige Blüte ist radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die weiße, trichterförmige Blütenkrone besitzt einen Durchmesser von 5 bis 7 Zentimetern. Der  Fruchtknoten ist oberständig. Es werden Kapselfrüchte gebildet. Die eiförmigen Samen sind 4 bis 6 Millimeter lang und 25 bis 30 mg schwer.
Ökologie
Die Echte Zaunwinde ist ein Hemikryptophyt und eine windende Kletterpflanze. Die Endabschnitte der Ausläufer bilden kurze Sprossknollen. Die Vegetative Vermehrung erfolgt durch die weithin kriechenden Rhizome bzw. Bruchstücke davon, beispielsweise durch  Wühlmäuse und Gartenarbeit. Sie wurzelt bis zu 70 Zentimeter tief. Die Zaunwinde gehört wegen ihrer weit kriechenden, unterirdischen Rhizome zu den Kriech pionierpflanzen. Die Spitzen der Sprossachsen führen kreisförmige Suchbewegungen (eine Umdrehung in 1h 45min) von oben gesehen, entgegen dem Uhrzeigersinn durch (Linkswinder), um sich an einer geeigneten Unterlage emporwinden zu können. Die Blüten sind auch nachts geöffnet, aber bei trübem Wetter geschlossen. Die Bestäubung erfolgt durch Nachtschmetterlinge (Schwärmer) und  Schwebfliegen. Hauptbestäuber ist der  Windenschwärmer mit seinem 8 Zentimeter langen Rüssel; er ist ein jährlich aus  Südeuropa zu uns fliegender Wanderfalter. Auch  Selbstbestäubung ist erfolgreich. Die Früchte sind bei Trockenheit mit Längsrissen aufspringende  Kapselfrüchte, die von den Vorblättern eingehüllt sind. Sie werden meist vom Wind ausgeschüttelt oder bei Überschwemmung ausgespült; bei dieser Schwimmausbreitung kann die Schwimmdauer bis zu 33 Monate dauern. Fruchtreife ist von Juni bis September.

Anbautipps
Achtung!
 Die Zaunwinde kann im Garten zur Plage werden, denn sie ist sehr wucherfreudig und neigt dazu, andere Pflanzen zu erwürgen und weite Areale des Gartens zu überwuchern.
Die Entfernung ist sehr schwierig, weil die Wurzel tief in den Boden reicht und auch kleine Wurzelbruchstücke in der Lage sind, neue Triebe wachsen zu lassen. Wenn man die Zaunwinde dennoch anbauen will, so kann man sie im Frühjahr in Anzuchtöpfen aussäen. Sie brauchen ein bis drei Monate bei 15°C um zu keimen. Sobald die Pflanzen groß genug sind, setzt man sie in größere Töpfe. Am besten lässt man sie das ganze erste Jahr über in Töpfen wachsen, im Winter geschützt in einem Frühbeet. Im nächsten Frühjahr werden sie ins Freiland gepflanzt.

Sammeltipps
Die Wurzeln der Zaunwinde werden im Herbst und im Frühjahr ausgegraben. Zuerst trocken Abbürsten und dann mit kaltem Wasser abspülen. In kleine Stücke schneiden und an einem warmen Ort, im Dörrgerät oder im Backofen bei 40°C trocknen. Die Blätter kann man den ganzen Sommer über ernten und die Blüten wenn sie sich geöffnet haben.




ASIATISCHE KERMESBEERE
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Die Asiatische Kermesbeere ist eine 1 bis 1,5 Meter hohe Pflanze, mit dunkel-roten bis schwarzen Beeren. Die aus Asien kommende Pflanze ist bei uns immer öfter als Zierpflanze zu sehen, teilweise findet man sogar ausgewilderte Exemplare in der freien Natur. In ihrer Heimat werden ganz junge Pflanzentriebe als Gemüse oder Salat gegessen und als Heilpflanze genutzt. Alle Pflanzenteile sind giftig, am giftigsten ist die rübenartige Wurzel. Die jungen Blätter und Triebe enthalten fast kein Gift, je älter die Blätter und Stängel werden, desto giftiger werden diese. Bei den Beeren nimmt mit zunehmenden Reifegrad die Giftigkeit des Fruchtfleisches ab, die Samen allerdings bleiben giftig. Es gibt eine giftigere Schwester ähnlicher Wirkung aus Nordamerika:  Amerikanische Kermesbeere.
Die Indische Kermesbeere, auch als Essbare Kermesbeere, Asien-Kermesbeere oder Asiatische Kermesbeere bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Kermesbeeren. Sie stammt aus  Südostasien.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Husten
Heilwirkung: antiviral, entzündungshemmend, harntreibend, immunstärkend, schleimlösend, schmerzstillend
Anwendungsbereiche: TCM: Bakterieninfektionen, Blähungen, Furunkel, Husten, Karbunkel, Nierenentzündungen, Ödeme, Pilzinfektionen, Tumore, Wunden
wissenschaftlicher Name: Phytolacca acinosa
Pflanzenfamilie: Kermesbeerengewächse = Phytolaccaceae
englischer Name: Indian poke, Indian pokeweed
volkstümlicher Name: Asiatische Kermesbeere, Shang Lu
Verwendete Pflanzenteile: Beeren, Blätter, junge Triebe, Wurzel
Inhaltsstoffe: Alpha-Spinasterol, Cyanfarbstoffe, Enzyme, fettes Öl, Gamma-Aminobuttersäure, Gerbstoffe, Harze, Histamin, Lectine, Lignane, Phytolaccagenin, Phytolaccanin, Phytolaccatoxin, Phytolaccosaponin, Phytolaccoside, Phytolaccoside, Pokeweed-Mitogene, Saponinglykoside, Triterpensaponine
Sammelzeit: Junge Triebe: Frühling, Blätter: Sommer, Beeren: Herbst, Wurzel: Herbst
Kontraindikation: Schwangerschaft, Stillzeit
Nebenwirkungen: Vergiftungserscheinungen

Anwendung
Die innerliche Anwendung ist mit gesundheitlichen Risiken verbunden, da je nach Alter der Pflanzenteile die giftigen Inhaltsstoffe stark schwanken können. Daher sollte man auf den innerlichen Einsatz älterer Pflanzenteile oder der Samen verzichten. Die asiatische Kermesbeere ist weniger giftig als die amerikanische Schwester.
Tee
1 Teelöffel getrockneter Blätter mit 250ml kochendem Wasser übergießen, 5 Minuten ziehen lassen, abseihen. Hilft innerlich gegen Rheuma und äußerlich bei Hautkrankheiten.
Gemüse
Die frischen Triebe und jungen zarten Blätter können als Gemüse gekocht werden. 15 Minuten kochen, Wasser wegschütten und noch nochmal mit frischem Wasser 15 Minuten kochen. Wirkt blutreinigend und harntreibend.
Wurzel
Abkochungen, Extrakte und Tinkturen, die aus der Kermeswurzel hergestellt wurden, wirken immunsystemstärkend und werden innerlich gegen Immunschwäche, äußerlich gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. (Mittel nicht selbst herstellen!)
Homöopathie
Aus der frischen Wurzel wird ein Mittel hergestellt (Phytolacca D1-D4) und bei Angina, Brustdrüsenentzündung, Grippaler Infekt, ... eingesetzt.

Geschichtliches
Verwendung als Heilpflanze vor etwa 2000 Jahren schriftlich festgehalten. Es wurde und wird vor allem die Wurzel "Shang Lu" genutzt. Aus der Wurzel wurde auch ein Gebräu zur Geister- und Dämonenbeschwörung hergestellt. Die Samen und Wurzelabkochungen werden zur Schneckenbekämpfung eingesetzt. Heute in der Medizin zum Behandeln von Immunschwächekrankheiten und Tumoren im Test.

Pflanzenbeschreibung
Die Indische Kermesbeere wächst als buschige, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von über 1 Meter. Aus einer rübenartig verdickten Wurzelknolle geht eine hellgrüne bis violette Sprossachse hervor, welche sich stark verzweigt. Die grünen, länglich-ovalen Laubblätter sind bis zu 26cm lang. Während der Blütezeit zwischen Juni und August erscheinen in endständigen, traubigen Blütenständen die kleinen, weißlichen  Blüten. Die Beerenfrüchte sind gekammert und rötlich purpurviolett bis schwarz gefärbt. Blüten- und Fruchtstand stehen aufrecht.  
Die Asiatische Kermesbeere ist in Mittel- und Süd-Asien heimisch. Die Pflanze ist in Europa ausgewildert zu finden. Sie wächst bevorzugt an sonnigen Standorten. Die mehrjährige Pflanze wird zwischen 1 und 1,5 Meter hoch. Die Wurzel ist rübenförmig und giftig. Die Blätter sind eiförmig. Die weißen Blüten erscheinen zwischen Mai und August in Trauben. Aus den Blüten entwickeln sich von Juni bis Oktober die dunkelroten bis schwarzen flachen Früchte. Die Blüten- und Fruchtstände sind aufrecht.

Anbautipps
Aussaat im Frühling, Vermehrung durch Wurzelteilung ist möglich. Die Kermesbeere braucht lockeren, feuchten aber durchlässigen Boden. Die Pflanze braucht einen sonnigen Standort und Winterschutz. In kalten Gegenden besser im großen Topf kultivieren.

Sammeltipps
Junge Triebe im Frühling ernten und nur gekocht als Gemüse nutzen. Blätter im Sommer ernten und trocknen. Sowohl die Früchte als auch die Wurzeln im Herbst ernten. Früchte und Wurzeln zügig trocknen. Beeren und vor allem Wurzelsaft können die Haut stark reizen, bei dem Wurzelsaft bis zur Blasenbildung. Keinen Saft an die Schleimhäute oder Augen bringen. Diese Eigenschaft wird bei der Bekämpfung von Schnecken genutzt.



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