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Braunwurz t
Die knotige Braunwurz sieht selbst in der Blütezeit so unspektakulär aus, dass man sie leicht übersieht. Dabei ist sie gar nicht so klein, sondern wird bis zu einen Meter hoch. Ihre Blüten sind jedoch bräunlich und klein und ihre Blätter eiförmig spitz, sodass kaum jemand zweimal hinschaut, wenn er ihr begegnet.
Auch in der Kräuterheilkunde führt sie ein Schattendasein, denn in der offiziellen Phytotherapie wird sie nicht verwendet. Nur die Volksmedizin benutzt sie bei Ekzeme im Gesicht und zum Abschwellen von Lymphknoten, häufig als "Drüsen" bezeichnet.
Die Knotige Braunwurz oder Knoten-Braunwurz ist der in Mitteleuropa häufigste Vertreter der Pflanzengattung der Braunwurzen.
 
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Skorfulose
Heilwirkung: abschwellend, anregend, entzündungshemmend, harntreibend, schmerzlindernd
Anwendungsbereiche: Abwehrschwäche, Allergieneigung, chronische Gesichtekzeme, chronische Mandelentzündung, Ekzeme, Halsgeschwüre, Hautflechten, Hautleiden, Lymphknotenschwellungen, Ohrekzem, Verstopfung
wissenschaftlicher Name: Scrophularia nodosa
Pflanzenfamilie: Braunwurzgewächse = Scropholariaceae
englischer Name: Knotted Figwort
volkstümliche Namen: Feigwurzel, Hexenkraut, Knotenbraunwurz, Knotige Braunwurz, Nachtgewächs, Rauchwurzel, Skrofel
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel
Inhaltsstoffe: Saponine, Flavonglycoside, Flavone, Alkaloid, Digitalis-Glykoside, Harpagoid
Sammelzeit: Zeitiges Frühjahr und Spätherbst
 
Anwendung
Die Braunwurz wird heutzutage kaum noch angewendet. Sie ist weitgehend in Vergessenheit geraten.
Skrofulose als Haupt-Einsatzzweck
Möglicherweise liegt das nicht nur an dem eher unangenehmen Geruch der Pflanze, sondern auch daran, dass die Skrofulose, die Krankheit wogegen die Braunwurz früher vorwiegend verwendet wurde, praktisch abgeschafft wurde. Kein Arzt würde eine Krankheit heutzutage noch als Skrofulose bezeichnen. Stattdessen spricht man von Infektneigung, Allergien, Lymphknotenschwellun-gen, Mandelentzündung und allerlei anderen Krankheiten. Früher wurden all diese Gesundheitsbeschwerden und Krankheiten unter dem Begriff Skrofulose zusammengefasst. Skrofulose war die Krankheit, wenn ein Mensch nicht recht gedieh, ständig krank wurde und unter verschiedenen Schwellungen litt. Ein aufgequollenes Gesicht mit Laufnase war eine typische Erscheinung für die Skrofulose. Vor allem Kinder waren von der Skrofulose betroffen, darunter be-sonders viele blonde Kinder. Heutzutage gibt es diese infektanfälligen Kinder immer noch, aber man spricht nicht mehr von Skrofulose. Gegen all die Krankheiten, die früher als Skrofulose bezeichnet wurden, kann die Braunwurz helfen. Doch tut sie das nur im Rahmen der Volksheilkunde. Die wissenschaftlich orientierte Phytotherapie hat der Braunwurz noch nicht viel Aufmerksamkeit gewidmet.
Bezugsquellen
Da man die Braunwurz normalerweise nicht im Handel erhält, hat man häufig nur die Möglichkeit, die Braunwurz in der Natur zu sammeln und zu trocknen. In manchen Apotheken kann man die Braunwurzwurzel unter der Bezeichnung "Scrophularia radix" bestellen. Man erhält dann meistens eine Braunwurz-Variante aus China.
Braunwurztee
Traditionell kann man einen Braunwurztee zubereiten und gegen entzündliche Krankheiten trinken, beispielsweise bei Lymphknotenschwellungen oder Hautentzündungen. Dazu kann man eine dreiwöchige Kur mit Braunwurztee durchführen. Der Braunwurztee wird als Kaltauszug zubereitet. Dazu nimmt man einen Teelöffel der getrockneten Braunwurz und setzt ihn mit einer Tasse kalten Wasser an. Diesen Kaltauszug lässt man mindestens 8 Stunden ziehen, beispielsweise über Nacht. Dann seiht man den Tee ab. Man wärmt den Tee auf Wunsch leicht an. Dann trinkt man ihn in kleinen Schlucken, am besten über den gesamten Tag verteilt. Solch eine 3 wöchige Kur kann man vier Mal im Jahr durchführen, in jeder Jahreszeit einmal, wenn man zu Infektionen, Entzündungen und Lymphknotenschwellungen neigt.
Äußerliche Anwendung als Bad oder Waschung
Mit einem Tee (normaler Aufguss) aus den Braunwurzblättern oder einem Kaltauszug aus den Wurzeln kann man Waschungen und Bäder gegen Hauterkrankungen durchführen. Je nachdem, wie groß das Bad sein soll, braucht man zwischen einem Esslöffel und 500g Braunwurzblätter oder Wurzeln für ein Bad. Das Bad lässt man 20-30 Minuten auf die Haut einwirken.
Braunwurzsalbe
Für die regelmäßige äußerliche Anwendung kann man eine Braunwurzsalbe herstellen. Man kann sie bei Ekzemen und anderen chronischen Hauterkrankungen einsetzen. Eine einfache Braunwurzsalbe kann man beispielsweise nach dem Re-zept für die Beinwellsalbe zubereiten. Eine Braunwurzcreme könnte man nach dem Rezept für die Ringelblumencremezubereiten. Anstelle der Beinwellwurzel bzw. der Ringelblumenblüten verwendet man die Braunwurz-Wurzel. Am besten wäre frische Braunwurzwurzel, falls die nicht verfügbar ist, kann man jedoch auch getrocknete Wurzelstücke verwenden.
 
Geringe Giftigkeit
In sehr großen Mengen wäre die Braunwurz möglicherweise leicht giftig, denn sie enthält in geringen Mengen Herzglykoside, die denen des Fingerhutes ähneln. Diese Herzglykoside bedingen teilweise auch die Wirkung der Braunwurz, denn sie haben eine milde herzstärkende Wirkung. Auch die Saponine in der Braunwurz haben Heil- und Giftwirkung in einem. Saponine fördern die Harnbildung und dessen Ausscheidung. Dadurch werden Wasseransammlungen (Ödeme) ausge-schwemmt. Zu viel Saponine wirken jedoch reizend auf die Nieren und können die Nieren dadurch schädigen. Wenn man die Braunwurz in normalen Mengen als Heilpflanze anwendet, braucht man jedoch keine Giftwirkung zu fürchten, denn sie enthält nur geringe Mengen der potentiell giftigen Wirkstoffe. In diesen geringen Mengen wirken diese Substanzen als Heilstoffe. Doch man sollte sicherheitshalber die Braunwurz innerlich nicht länger als 6 Wochen am Stück anwenden und danach eine mindestens dreiwöchige Pause einlegen. Gefährlich wäre die Braunwurz nur, wenn man sich vorwie-gend davon ernähren würde. Freiwillig würde das bestimmt niemand tun, weil die Braunwurz erstens nicht sehr gut schmeckt und außerdem normalweise nicht in solch enormen Mengen anzutreffen ist.
 
Geschichte
Die Braunwurz wurde schon im Altertum als wichtige Heilpflanze geschätzt. Dioskurides erwähnte sie im 1. Jahrhundert n. Chr. in seinen Schriften. Auch im Mittelalter war die Braunwurz noch sehr beliebt. Im 16. Jahrhundert überlieferte Hieronymus Bock ein Salbenrezept mit der Braunwurz. In dieser Zeit wurde die Braunwurz auch gerne gegen Hexerei verwendet.
 
Pflanzenbeschreibung
Es handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 50 und 100 Zentimeter erreicht. Der Name Knotige Braunwurz bezieht sich zum einen auf die an der Oberfläche knotigen Anschwellungen des Rhizoms, zum anderen auf die braunen Blüten der Pflanze. Die Pflanze hat einen aufrechten Stängel, der sich meist erst im Blütenstand verzweigt. Er ist scharf vierkantig, in der Höhe des Blütenstandes auch mit ausgeprägteren Kanten, ist jedoch nicht geflügelt. Die Laubblätter sind ungeteilt oder höchstens am Grund mit ein oder zwei kleinen Seitenlappen. Ihr Rand ist doppelt gesägt. Die Blü-ten stehen in endständgen rispenähnlichen Thyrsen. Die Krone ist vorne braunrot, am Grunde eher grünlich. Die Kelchblätter sind vorne abgerundet und oft schmal häutig berandet. Ansonsten entspricht der Blütenaufbau genau dem im Artikel über die Braunwurzen beschriebenen Schema.
Die Braunwurz ist in Mittel-Europa relativ verbreitet. Sie gedeiht auch in Südeuropa, Westasien und Russland vor. Man findet die Braunwurz vor allem in Wäldern an eher feuchten Stellen. Auch an Waldrändern, in Gebüschen und in der Nähe von Gewässern trifft man die Braunwurz an. Die mehrjährige Pflanze wird bis zu einem Meter hoch. Der viereckige Stängel wächst unverzweigt nach oben. Die spitz herzförmigen Blätter sitzen an kurzen Stielen gekreuzt gegenständig am Stängel. Die Blätter riechen unangenehm, wenn man sie zerreibt. Der rispenähnliche Blütenstand besteht vorwiegend aus kleinen grünlichen Kugeln, den Knospen. Immer nur weniger Blüten sind gleichzeitig geöffnet. Die winzigen Blüten sind bräunlich bis purpurfarben. Wenn man sie genau anschaut, sind sie eigentlich sehr attraktiv. Doch sie sind so klein, dass sie meistens übersehen werden. Die Form der Blüten ist dazu geeignet, dass sie von Wespen bestäubt werden können. Die Wurzel hat verdickte Knollen, was der Braunwurz den Namen "knotige Braunwurz" eingebracht hat. Diese Knollen erinnern an die Lymphknoten, was ursprünglich entsprechend der Signaturen-Lehre der Anlass dazu war, die Heilwirkung der Braunwurz im Bereich der Lymphknoten und bei Schwellungen zu suchen. Die Wurzel riecht faulig und modrig, was bei der Zubereitung und Anwendung etwas unangenehm sein kann.
Andere Braunwurzarten
Außer der heilkräftigen knotigen Braunwurz gibt es auch noch andere Braunwurzarten. Diese werden normalweise nicht als Heilpflanze verwendet. In Mitteleuropa findet man an Gewässern beispielweise die geflügelte Braunwurz mit flügeligen Streifen entlang der Stängel. Außerdem kann man die Hunds-Braunwurz antreffen.

Angelika
Die Arznei-Engelwurz oder Echte Engelwurz ist eine Pflanzenartinnerhalb der Familie der Doldenblütler. Sie ist in den kühl-gemäßigten bis subarktischen Breiten auf der Nordhalbkugel weitverbreitet und wird in der Volksmedizin verwendet. Sie sollte nicht mit dem Riesen-Bärenklau verwechselt werden.
Die mannshohe Angelika ist eine alte Heilpflanze aus dem Norden. Früher stand sie in jedem Garten, inzwischen findet man sie jedoch häufiger verwildert als in Hausgärten. Sie gehört zur großen Familie der Doldenblütler und ist eine von den großen Vertretern dieser Familie. Trotz der Größe besteht Verwechslungsgefahr mit dem tödlich giftigen Wasserschierling. Sie sieht auch dem Kümmel oder Anis sehr ähnlich. Man sollte die Pflanze also sehr gut kennen, bevor man sie sammelt. Die Angelika hat einen angenehmen aromatischen Geruch und einen süßen Geschmack. Es gibt noch weitere Angelika-Sorten, insbesondere in der Chinesischen Medizin z.B. chinesische Angelika (Angelica dahurica) und Taiwan Angelika (Angelica taiwaniana), diese sind aber keine Alternative zur heimischen Angelika. Die Angelika wird in Deutschland, Frankreich und Belgien landwirtschaftlich angebaut.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antiseptisch,  abwehrsteigernd,  blähungstreibend (karminativ),  galletreibend (cholagog), kraftspendend, krampflösend (spasmolytisch),  magensaftfördernd, Appetitlosigkeit, Appetitmangel, Blähungen, Erkältungskrankheiten, Erschöpfungszustände, Kreislauf stabilisierend, Migräne, Rheuma, Gicht, Leberschwäche, Magen-Darm-Krämpfe, Magenschwäche, Magersucht (Anorexie), Menstruationsbeschwerden,  Verdauungsprobleme, Verstopfung, Wechseljahresbeschwerden
wissenschaftlicher Name: Angelica archangelica L.
volkstümliche Namen: Artelkleewurz, Brustwurz, Dreieinigkeitswurzel, Edle Angelika, Engelwurz, Engelswurz, Engelbrustwurz, Gartenangelik, Geistwurz, Giftwürze, Glückenwurzel, Gölk, Heiligenbitter, Heiligengeistwurz, Heiligenwurzel, Luftwurz, Theriakwurz, Waldbrustwurz, Zahme Angelika, Zahnwurzel
Pflanzenfamilie: Doldenblütler = Apiaceae
englischer Name: Angelica
Verwendete Pflanzenteile: Wurzel, Blätter, Samen
Gegenanzeigen: nicht bei Schwangerschaft
Nebenwirkungen: Erhöht die Empfindlichkeit für Sonnenlicht.
Anwendungsdauer:3 Wochen, länger nur bei medizinischer Betreuung.
Tages-Dosis: Wurzel 4 Gramm, Extrakt 2 Gramm
Inhaltsstoffe: ätherische Öle, Angelicin, Bergapten, Bitterstoffe, Furanocumarine, Imperatorin, Pentadecanolid, Umbelliferon, Xanthotoxin
Sammelzeit: Wurzel: zeitiges Frühjahr oder Spätherbst, Blätter: Vor der Blüte, Samen: Oktober-Dezember
 
Wirkung
Die Inhaltsstoffe entfalten schon im Mund ihre Wirkung, im Mund beginnt Speichel zu fließen. Im Magen werden Verdauungssäfte freigesetzt und die Gallenblase gibt ihre Gallenflüssigkeit frei. Auf dem Weg durch die Verdauungsorgane wirken die verschiedenen Wirkstoffe direkt am Ort der Probleme. Einige Inhaltsstoffe (Furanocumarine) erhöhen die Empfindlichkeit für Sonnenlicht und können bei empfindlichen Menschen eine Entzündung der Haut und Ekzeme verursachen.
 
Anwendung
Für einen Tee nimmt man einen halben TL trockene Wurzel auf eine Tasse Wasser. Der Tee wird kalt angesetzt, dann kurz aufgekocht und fünf Minuten ziehen gelassen. Davon trinkt man täglich bis zu zwei Tassen. Auch als Tinktur ist die Angelika geeignet. Von der Tinktur nimmt man 2-3 mal täglich 20 Tropfen. Statt der Wurzel kann man die sanfter wirkenden Samen oder getrockneten Blätter benutzen.
Heilkräftiger Pflanzenteil
Ist vor allem der Wurzelstock (Radix Angelicae), der im Spätherbst des 2. Jahres nach erfolgter Aussaat ausgegraben wird. Die sorgfältig gesäuberten Wurzeln sollen zur Vermeidung des Verlustes an Aroma niemals in künstlicher Wärme getrocknet werden. Der Wurzelstock wird in der Regel der Länge nach gespalten, die Wurzeln oft zu Zöpfen ge-flochten und luftig am besten auf zugigen, rußfreien Dachböden aufgehängt.
Die Blätter (Folia Angelicae) werden vor und noch zu Beginnen der Blüte gesammelt und im Schatten getrocknet.
Die Samen (Semen Angelicae) sind im Spätherbst (November bis Anfangs Dezember) zu sammeln und vorsichtig zu trocknen. Das ätherische Öl der Blätter und Samen gilt als noch einer als das der Wurzel.
Heil- und Wirkstoffen
Verzeichnen wir Harz, Wachs, Bitterstoff, an organischen Säuren die Angelika-säure, ferner Apfel-, Baldrian-, Essig-,  Oxal- und Bernsteinsäure, ferner Cumarin-formen wie das Angelicin, nicht zuletzt Pektin, Rohrzucker und ein ätherisches Öl mit einem sehr gewürz-haft-aromatischen Geruch.
Heilwirkung
Eine Abart unserer europäischen Angelikawurzel wurde bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, als Nierenmittel, als Herz- und Kreislaufmittel bereits im Kräuterbuch des Kaisers Shing-nong (3.500 v. Chr.) sehr gepriesen. Tang-Kuei wurde sie genannt und der Name blieb bis heute im ganzen Fernen Osten. Die europäischen Arten der Angelika sind in den nordischen Ländern seit den ältesten Zeiten Kulturpflanzen und wurden auch als pflanzliche Nahrung verwendet. Die Lappen bereiten aus den aufgeblühten Dolden, mit kochender Rentiermilch übergossen einen Brei. Dieser topfenartige Brei wird in Tentierdärme gefüllt und diese zum Trocknen aufgehängt. Nach Wochen und Monaten werden die Därme in Scheiben geschnitten und gilt diese wohlschmeckende, käseartige Speise als sehr verdauungsfördernd. War die Angelikawurzel im Mittelalter eine berühmte Heilpflanze, so wurde sie in den pest- und Cholerazeiten zur wahren „Engelwurz“.
Die Angelikawurzel wird somit bei Erkrankungen der Verdauungsorgane, hauptsächlich als Mittel gegen Blähungen (Carminativum) und als appetitanregendes Mittel (Stomachicum) verwendet. Daneben werden sehr gute Heilerfolge erzielt bei Magenkatarrh bzw. Magenentzündung (Gastritis), Darmentzündung (Enteritis), Dickdarmentzündung (Colitis), bei Aufgeblähtheit des Bauches durch Gase (Meteorismus) und sogar bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren (Ulcus Ventriculi, bzw. Ulcus duoddeni) im Anfangsstadium. (Dr. Madaus). Daneben können wir auch von einer Förderung der Nierentätigkeit berichten, die durch das ätherische Öl ausgelöst wird.
Die Aufzählung der Heilkräfte dieser Wurzel ist aber noch nicht erschöpft, denn abschließend müssen wir noch berichten, dass sie auch als auswurfförderndes Heilmittel bei allen Katarrhen, Lungen- und Halsleiden sehr gute Dienste leistet.
Man kann die Wurzel getrocknet als Tee oder gepulvert verwenden. Bei der Teebereitung nehmen wir 1TL voll der kleingeschnittenen Wurzel, die man mit 1 Tasse Wasser kalt ansetzt und nach einer Weile ganz kurz aufkocht. Sehr wirkungsvoll ist auch der kalte Ansatz: am Abend kalt ansetzen, am Morgen abseihen und den abgeseihten Ansatz etwas anwärmen und schluckweise trinken. Von der gepulverten Wurzel nehmen wir 1 Messer-spitze Pulver, 3-4mal täglich. Die Anwendung der Wurzel als Kräuterbad bei rheumati-schen Beschwerden sowie bei nervösen Erschöpfungszuständen, hat sich gut bewährt.
Aus der Wurzel wird auch ein Destillat, der Angelika Spiritus (Spiritus Angelicae) hergestellt, leider immer seltener zu erhalten. 10-15 Tropfen, 2-3mal täglich eingenommen, sind ein innerliches antiseptisches und krampfwidriges Mittel, äußerlich wiederum als sehr gutes Einreibungsmittel bei rheumatischen Schmerzen zu gebrauchen.
Die Angelikasamen – 1TL für 1 Tasse im Aufguß, nach Bedarf – sind ein schweiß-und urintreibendes Heilmittel.
Die Blätter werden als Tee, sowie der Wurzeltee verwendet und dienen als Beigabe bei der Herstellung von magenstärkenden Kräuterschnäpsen.
Anwendung in der Volksheilkunde
Der frische Saft wird mehrmals auf Geschwüre und Abszesse geträufelt, worauf diese heilen.
Bei typhusartigen Durchfällen, kaue man fleißig die Wurzel.
Die Entzündungen des Brust- und Rippenfelles wird in der Volksheilkunde die Wurzel der Angelika als Tee oder als Einreibung verwendet.
Bei Kinderkrämpfen gebe man den Kindern Anglikatee schluckweise ein.
Bei Alkohol- oder Nikotinvergiftung verwendet die Volksheilkunde einen Teeabsud von der Angelikawurzel.
Um die Wirkung zu erhöhen verwendet die Volksheilkunde bei Magenbeschwerden, Appetitlosigkeit, Magenkrämpfen und Magenschwäche einen Mischtee mit Wermut oder mit Enzian. Bei Stuhlverstopfung eine Mischung mit Faulbaumrinde zu gleichen Teilen, jeweils 1TL der Mischung für 1 Tasse im Aufguss, 1-2 Tassen am Tage zuckerlos, schluckweise getrunken.
ANGELIKAWEIN: 60g Angelikawurzel; fein geschnitten, mit 1 Liter Weißwein durch 1-2 Tage ansetzen. Nach 24 bzw. 48 Stunden 2g Anis dazugeben und wieder 1-2 Tage ziehen lassen und schließlich abseihen. Bei Magen- und Verdauungsbeschwerden trinke man 1-2mal am Tag 1EL von diesem Wein.
Anwendung in der Homöopathie
Angelica, dil D 1-3, 3mal täglich 10-15 Tropfen werden in der Homöopathie gegen Verschleimung der Lunge und des Magens, gegen Schlaflosigkeit nervöse Beschwerden, Hysterie, bei asthmatischen Beschwerden und bei Gicht und Rheuma empfohlen.
Anwendung in der Tiermedizin
Angelikawurzeln als Tee eingegeben oder in kleinsten Mengen in das Futter eingestreut, verwendet man bei den Haustieren bei Krämpfen, Nervenstörungen und bei Verdauungs-schwäche.
 
Nutzung
Verwendung finden vor allem die unterirdischen Pflanzenteile, die Bitterstoffe und ätherische Öle enthält, also zu den Amaradrogen gehört. Alkoholische Auszüge oder Tees werden gegen Appetitlosigkeit, leichte Magen- und Darmkrämpfe, Völlegefühl und Blähungen eingesetzt. Engelwurz wirkt karminativ, antimikrobiell bzw. antibiotisch und regt die Magensaft- und Bauchspeicheldrüsen-Sekretion an. In der Volksmedizin wird das ätherische Öl aus den Wurzeln innerlich bei Schlaflosigkeit und äußerlich bei Rheuma und Neuralgien angewendet. In größeren Mengen ist das ätherische Öl toxisch. Das Öl aus Wurzeln und Samen ist Bestandteil von Kräuterlikören und Bitterschnäpsen, wie Boonekamp, Bénédictine und Chartreuse. Kandierte Stängel werden als Süßigkeit und als Verzierung für Backwaren angeboten. Engelwurz ist auch Bestandteil des Schneeberger Schnupftabaks. Mit den Früchten werden Wermutwein, Gin und Chartreuse aromatisiert. Madaus nennt auch einen "Choleralikör". Bei Wildsammlungen besteht eine Gefahr der Verwechslung mit anderen Doldenblütlern, etwa dem giftigen Gefleckten Schierling. Der kommerzielle Anbau erfolgt vorwiegend in Polen, den Niederlanden und Deutschland, in geringerem Ausmaß auch in Belgien, Frankreich, Italien, Schweiz und Tschechien. Angebaut werden vornehmlich Landrassen, die der Varietät sativa der Unterart archangelica zugerechnet werden und die manchmal als eigene Art Angelica sativa bezeichnet wird. Die Ernte erfolgt in der Regel im Oktober und November des zweiten Anbaujahres nach Eintritt der Vegetationsruhe. Die Erträge liegen zwischen 2,5 und 4 Tonnen pro Hektar. Der Sage nach zeigte ein Engel den Menschen die Pflanze, daher der Name. Die Lappen essen sie noch heute, bei den Grönländern sei sie nach Rikli fast die einzige pflanzliche Kost. Madaus empfiehlt besonders die frische, im Frühjahr gegrabene Wurzel der Pflanze, von ihm zitierte Autoren z.T. auch Kraut und Samen. Die Ärzte der Renaissance lobten die Hilfe der Engelwurz gegen die Pest, Paracelsus auch bei inneren Infektionen, als Herzmittel und bei Blähungen. Nach Lonicerus treibt sie Gift aus, wärmt u.a. bei Bauch- und Brustaffektionen, der Geruch soll das Herz stärken. Matthiolus schloss Fisteln mit dem Wurzelsaft. Hufeland verordnete Angelica bei Schwächezuständen während Typhus, Dysenterie, Peripneumonie und Nervenfiebern, Renner bei Hydrops, von Schwarz bei Febris puerperalis putrida, Clarus als Antiparalytikum und Stomachikum. Kneipp berichtet Erfolge bei Ruhr und Cholera, das Pulver reinige Magen und Darm, aber auch die Lunge und wirke wundheilend, bei Kolik, Unterbauchschmerzen, Hals- und Kehlkopfbeschwerden. Nach Leclerc helfen Aufguss oder Tinktur vor jeder Mahlzeit bei Appetitlosigkeit. Die Volksmedizin schätzt Engelwurz als schweißtreibendes, magenstärkendes, katarrh- und krampflösendes Mittel, in der Schweiz als Antidot und bei zähem Schleim. Kommission E empfiehlt Angelicawurzel bei Appetitlosigkeit und Verdauungsbeschwerden. Die Tagesdosis beträgt 4,5 g Droge bzw. 10-20 Tropfen ätherisches Öl. Kontraindikationen und Interaktionen sind nicht bekannt. Die enthaltenen Furanocumarine wirken UV-sensibilisierend.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Angelika ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie Blätter am Boden aus und im zweiten Jahr wächst sie hoch und blüht. Im blühenden Zu-stand wird die Angelika bis zu 2m hoch. Wie andere Doldenblütler bestehen ihre Blüten aus Dolden, die bei der Angelika eher rund als flach sind. Da sie nur sehr langsam keimt, ist es nicht so einfach, sie anzubauen. Wenn sie sich in einem Garten jedoch eingelebt hat, sät sie sich auch von selbst aus und kommt dann immer wieder.
Botanik
Als Doldengewächs hat die Angelika eine gewisse Ähnlichkeit mit Kümmel oder Anis. Der Stängel ist eine runde, gerillte, hohle, durch einen Wachsüberzug bläulich bereifte Röhre, bis zu 2m Höhe erreichend. Nach oben ist bei Stängel ästig verzweigt. Die unteren Blätter sind sehr groß, zwei- bis dreifach gefiedert, auf der Unterseite bläulich-grün. Die oberen Blätter sind bedeutend kleiner und einfach fiederteilig.
Die Blüten auf den Doldenstrahlen sind grünlich-weiß und duften honigartig. Die Doldenstrahlen haben kurze, borstige Hüllblättchen.
Die Farbe des Wurzelstockes ist braun bis rötlich-braun, der Geruch ist stark würzig, angenehm, der Geschmack ist süßlich, dann scharf und bitter.
Blütezeit
Juli und August
Standort
Selten als Wildpflanze, zerstreut auf feuchten Wiesen vorkommend, sowie an Flussläufen der deutschen Tiefebene. Weiter nördlich häufiger in den skandinavischen Gebirgen. Eine nordische Pflanze, die heute sehr viel angebaut wird. Anbaugebiete sind hauptsächlich in Deutschlang, Belgien, Frankreich, vereinzelt auch in Holland.
 
Ernte
Bei der Ernte sollten Handschuhe getragen werden, weil die Pflanzensäfte die Haut stark reizen. Die Wurzeln dürfen nicht bei Wärme oder im Backofen getrocknet werden, so sonst die wertvollen ätherischen Öle verdunsten. Gut geeignet ist ein trockener und luftiger Dachboden. Die Blätter erntet man vor der Blüte und trocknet diese sanft ohne zu erhitzen. Die Samen werden im Spätherbst oder frühen Winter geerntet und werden ohne starke Wärme oder gar Hitze sanft nachgetrocknet.
 
Geschichte
Die Angelika wurde nicht nur als Heilmitteln, sondern auch als Nahrungsmittel genutzt. Dazu wurden die Samen mit Milch in Därmen als eine Art gewürzte Käsewurst verarbeitet, die lange lagerbar war. In Zeiten der Cholera und Pest war die Angelika ein wichtiges Heilmittel. Bauern setzten die Wurzeln auch bei ihren Tieren ein, um Koliken und andere Verdauungsprobleme zu heilen.
 
Bachblüten
Du versteckst dein wahres Gesicht, spielst anderen etwas vor (Agrimony)
Diese Menschen verstecken gekonnt ihr wahres Gesicht und spielen ihren Mitmenschen etwas vor
Mit der Blüte brauchen sie ihr wahres Gesicht nicht mehr verstecken und ein Spiel ist hinfällig
Bachblüten
Kollektiv-Ängste wie: Angst vor körperlicher Gewalt, Überfall, Vergewaltigungen Misshandlungen, Angst vor Schlangen, Geistern u.ä. (Aspen)
Sie haben kollektive Ängste wie Angst vor körperlicher Gewalt, Überfälle etc.
Mit der Blüte können sie diese kollektive Ängste besiegen
5. Wenig Fett und fettreiche Lebensmitteln
Fett liefert lebensnotwendige Fettsäuren und fetthaltige Lebensmitteln enthalten auch fettlösliche Vitamine. Fett ist besonders energiereich, daher kann zu viel Nahrungsfett Übergewicht fördern. Zu viele gesättigte Fettsäuren, erhöhen das Risiko für Fettstoffwechselstörungen mit der möglichen Folge von Herz-Kreislauf-Krankheiten. Bevorzugen sie pflanzliche Öle und Fette. Achten sie auf unsichtbares Fett, das in Fleischerzeugnissen sind, Milchprodukten, Gebäck und Süßwaren sowie in Fast Food und Fertigprodukten meist enthalten.  
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