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Pfaffenhütchen tt
Der Gewöhnliche Spindelstrauch, auch Europäisches oder Gewöhnliches Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen Pfaffenkapperl, Spillbaum oder Spindelbaum genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Spindelbaumgewächse. Das Pfaffenhütchen wurde 2006 zur Giftpflanze des Jahres gewählt. Das Pfaffenhütchen ist ein bis zu 6 Meter hoher Strauch, der viereckige rosarote giftige Früchte trägt, die an die Kopfbedeckung von Pfarrern erinnern. Das Pfaffenhütchen wächst in ganz Europa und bis hin nach Westsibirien und Viele werden es als Zierpflanze in Gärten und Parks kennen. In der Natur findet man das Pfaffenhütchen oft in Gebüschen von Wald- und Wegrändern. Das feine Holz eignet sich sehr gut zum Drechseln, daher auch der andere Name Spindelstrauch. In der Volksheilkunde wurde die giftige Pflanze früher gegen Herzschwäche, Kopfschmerzen und Parasiten eingesetzt. Das Pfaffenhütchen war Giftpflanze des Jahres 2006.
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Herzschwäche, Parasiten
Heilwirkung: entwässernd, harntreibend, herzstärkend, wundheilend
Anwendungsbereiche: Abführmittel, Herzschwäche, Kopfschmerzen, Krätze, Läuse, Wunden, Homöopathie: Blasenentzündung, Blasenreizung, Galle, Kopfschmerzen durch Leberschwäche, Leber, Bauchspeicheldrüse
wissenschaftlicher Name: Euonymus europaea L.
Pflanzenfamilie: Spindelbaumgewächse = Celastraceae
englischer Name: European spindle, Spindle-tree
volkstümlicher Name: Europäischer Spindelstrauch, Pfaffenhütchen, Pfaffenkäppchen, Pfaffenröschen, Rotkehlchenbrot, Sindelbaum, Spillbaum, Spindelstrauch
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Früchte, Rinde
Inhaltsstoffe: Bitterstoffe, Digitoxigenin, Evonosid, Farbstoffe, fettes Öl, Gerbstoffe, Harze, Herzglykoside, Koffein, Lectine, Phlobaphene, Theobromin, Triacetin, Triterpene
Sammelzeit: September-Oktober
Nebenwirkungen: Leberschäden, Nierenschäden
Anwendung
Das Pfaffenhütchen ist ein wertvolles Flurgehölz für Erosionsschutz, Ufer- und Böschungssanierung. Das Holz wird in der Drechslerei und zur Zeichenkohlegewinnung verwendet. Auch für die Herstellung von Putzholz für den Uhrmacher wird es verwendet. Auf Grund seiner schönen Herbstfärbung, der roten Früchte und der ungewöhnlichen, kantigen Form der Äste wird das Pfaffenhütchen häufig als Ziergehölz in Gärten und Parks gepflanzt. Der Name Spindelstrauch kommt daher, dass das Holz früher für Handspindeln verwendet wurde.
Nicht innerlich anwenden!
Auf die innerliche Anwendung ist heutzutage zu verzichten, da die Pflanze und besonders die Samen sehr giftig sind. Die Vergiftungserscheinungen kommen meist erst nach 12-18 Stunden. Die unten aufgeführten Anwendungen sind daher nur von historischem Interesse.
Tee
Ein Tee aus Rinde oder Blätter ist harntreibend und entwässernd. (Nicht anwenden!)
Ein dünner Tee aus den Blättern hilft gegen Kopfschmerzen. (Nicht anwenden!)
Früchte-Pulver
Das Pulver aus den Früchten lässt sich gegen Bettwanzen, Läuse und Krätzemilben einsetzen. Das Pulver darf nicht eingeatmet werden, daher wird das Pulver auch in Salben verarbeitet.
Früchte-Abkochung
Abkochung der Früchte äußerlich gegen Krätzemilben.
Asche-Wein
Bei Hildegard von Bingen wird die das Holz von der Rinde befreit und das Holz zu Asche verbrannt, diese Asche wird in einem Stoffbeutel Morgens in Wein gegeben. Dieser Wein hilft gegen Wassersucht.
fettes Öl
Das fette Öl wird zu Salben verarbeitet, fördert die Wundheilung.
Homöopathie
Aus den frischen und reifen Früchten wird eine Zubereitung hergestellt und gegen Kopfschmerzen eingesetzt, die durch Leberschwäche entstehen. Außerdem bei Blasenentzündung, Blasenreizung, Leiden der Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber.
Geschichtliches
Die Giftwirkung ist schon in der Antike bekannt gewesen. Man gab der Pflanze harmlose Namen, wie Euonymus (von gutem Ruf), weil man böse Geister oder Dämonen hinter der Pflanze vermutete und man diese Geister nicht über den Namen anlocken wollte. Das zähe und feinfaserige Holz lässt sich gut drechseln und wurde u.a. zu Spindeln, Stricknadeln und Orgelpfeifen verarbeitet, es ergibt auch eine hochwertige Zeichenkohle. Als Heilpflanze wurde sie gerne im Mittelalter benutzt, als Mittel gegen Ungeziefer wurde es bis in die Neuzeit genutzt. Heute wird die Pflanze vor allem als Zierpflanze und zum Erosionsschutz angepflanzt, in einigen Gegenden ist das vermehrungsfreudige Pfaffenhütchen schon zur Plage geworden.
Pflanzenbeschreibung
Pfaffenhütchen ist in Europa heimisch. Weltweit gibt es etwa 180 PfaffenhütchenArten. Sie wächst sowohl an feuchten als auch an trockenen Standorten. Der mehrjährige sommergrüne Strauch wird zwischen 2 und 6 Meter hoch. Die länglich oval Blätter sind fein gezähnt. Die weißen vierzähligen Blüten erscheinen zwischen Juni und August. Aus den Blüten entwickeln sich bis in den Herbst die Samen. Die weiß-lichen Samen sind von Fruchtfleisch umhüllt und befinden sich in einer rosaroten 1 cm großen Fruchtkapsel.
Der Gewöhnliche Spindelstrauch erreicht als sommergrüner, aufrechter, reich verzweigter, sparriger Strauch Wuchshöhen von bis zu 3 m, als kleiner Baum auch bis zu 6m. Die im Querschnitt oft stumpf vierkantigen Äste (Rutenstrauch) besitzen eine anfangs grüne bis später grau-braune Rinde, es können zwei bis vier schmale Korkleisten vorhanden sein (Korkflügel sind relativ selten anzutreffen, man findet sie aber auch bei der Ulme). Sträucher und Bäume besitzen im Alter eine grau-braune, längsrissige Borke. Er ist windfest und frosthart. Die Pflanzenteile sind giftig. Die gegenständigen Laubblätter besitzen einen Blattstiel und eine mit einer Länge von 3 bis 12 cm eiförmige bis lanzettliche Blattspreite mit einem fein gekerbten bis gesägten Rand und beiderseits kahlen Blattflächen. Sie zeigen eine sehr schöne, teilweise leuchtend rote Herbstfärbung.
Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Es werden achsenständige trugdoldige Blütenstände auf einem 1 bis 3 cm langen Blütenstandsschaft gebildet. Sie enthalten meist zwei bis sechs, selten bis zu neun Blüten. Die zwittrigen, vierzähligen Blüten sind klein und unscheinbar mit doppelter Blütenhülle. Die vier Kelchblätter sind grün und 1mm lang. Die vier Kronblätter sind 3 bis 5 mm lang und grünlich bis weiß. Der Nektar wird vom fleischigen, vierlappigen Diskus abgesondert und lockt viele Insekten-Arten, insbesondere Ameisen und Fliegen, als Blütenbesucher an. Es ist nur der äußere, episepale (vor den Kelchblättern stehende) Kreis mit vier auf dem Diskus stehenden Staubblättern vorhanden, der innere, epipetale Staubblattkreis ist ausgefallen. Der Fruchtknoten ist oberständig.
Die in einem abstehenden Fruchtstand stehenden Früchte reifen im September bis Oktober und öffnen sich dann mit vier Klappen. Die purpurrosa bis karminrot gefärbten, vierlappigen, Kapselfrüchte sind vierfächrig, 1 bis 1,5 cm breit und enthalten ein bis vier Samen. Die weißen, eiförmigen Samen mit einer Länge von 5 bis 7 mm sind von einem dünnen, orangefarbenen gefärbten Samenmantel (Arillus) ganz umhüllt, besitzen einen grünen Embryo und hängen an verlängerten Stielchen aus der geöffneten Kapsel heraus.
Anbautipps
Die Anzucht aus Samen ist schwierig, am besten im warmen Herbst aussäen. Das Pfaffenhütchen ist anspruchslos und mag Halbschatten. Die Pflanze kommt mit feuchten und trockenen Böden klar, mag aber kalkhaltigen Boden Die Pflanze sollte nicht für Kinder zugänglich sein, da diese zu oft die roten und tödlich giftigen Fruchtkapseln essen. Die Pflanze vermehrt sich auch schnell über Wurzelausläufer, sodass eine Rhizomsperre um die Pflanze herum gebaut werden sollte.
Sammeltipps
Wird nicht empfohlen.

Rispenhirse
Die Rispenhirse oder Echte Hirse ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rispenhirsen. Diese Hirsenart ist eine alte Getreidepflanze. In Europa von Kartoffel und Mais verdrängt wird sie heute noch in weiten Teilen Asiens angebaut. Ein englischsprachiger Trivialname ist Proso millet. Die Rispenhirse ist eine Graspflanze, die eine der ältesten Getreidepflanzen der Menschheit ist. Ihr Ursprung liegt in Asien und in der Steinzeit verbreitete sie sich bis nach Europa. Viele tausende Jahre war die Rispenhirse eines der wichtigsten Nahrungsmittel der einfachen Leute. Als Heilpflanze wird sie heute gegen Zivilisationskrankheiten und Alterserscheinungen eingesetzt.
Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Alterserscheinungen, Zivilisationskrankheiten
Heilwirkung: aufbauend, augenstärkend, entgiftend, gewebestärkend, nervenstärkend
Anwendungsbereiche: Gegengift, Linderungsmittel, Pilzkrankheiten
wissenschaftlicher Name: Panicum miliaceum L
Pflanzenfamilie: Süßgräser = Poaceae
englischer Name: Common millet, European millet
volkstümlicher Name: Deutsche Hirse, Echte Hirse, Hirse, Rispenhirse
Verwendete Pflanzenteile: Samen
Inhaltsstoffe: Kieselsäure, Linole, Lezithin, Mineralien, Phytinsäure, Ungesättigte Fettsäuren, Vitamine
Sammelzeit: Herbst
Anwendung
Die Rispenhirse wird vor allem in Zentralasien, nördlichen China, Japan und Indien angebaut. Die Vegetationszeit beträgt je nach Standort und Sorte 60 bis 90 Tage, der Wasseranspruch ist relativ gering. Die nördliche Anbaugrenze ist die 20°C-Juli-Isotherme. Im Himalaja wird die Rispenhirse bis in Höhenlagen von 3000 Metern angebaut. Die Körner reifen in den Rispen nicht gleichzeitig, durch hohe Ausfallgefahr erfolgt die Ernte vor der Vollreife. Die Erträge liegen meist bei rund 1 Tonne pro Hektar und können unter günstigen Bedingungen bis 5 Tonnen betragen. Die Früchte werden als Korn, Brei und Brot verzehrt oder auch zu Hirsebier verarbeitet. In Nordchina wird es auch für die Herstellung von Hirsewein (ähnlich dem Reiswein Huang Jiu 黄酒) verwendet. Das Stroh ist als Futter für Wiederkäuer gut geeignet.
Die Kieselsäure in der Rispenhirse verjüngt und entgiftet den Körper. Die Hirse muss erhitzt, gekocht oder geröstet werden um die wertvollen Stoffe nutzbar und die ungünstigen Stoffe unschädlich zu machen.
Brei
Hirse heiß waschen. 20 g Hirse mit 600ml Gemüsebrühe zum kochen bringen und 40-60 Minuten durchziehen lassen, ggf. Gemüsebrühe nachfüllen. Mit gedünsteten Gemüse und angerösteten Zwiebeln verfeinern. Alternative als Süßspeise (Milch statt Gemüsebrühe) anschließend mit Früchten oder Zimt/Zucker ergänzen. Die Mengenverhältnisse und Quelldauer können je nach Hirse schwanken.
Wärmekissen
Hirsekörner in ein Stoffsäckchen geben und dieses bei Bedarf im Backofen erhitzen. Auf die wärmebedürftige Stelle legen.
Geschichtliches
Hirse ist eines der ältesten Getreidesorten der Menschheit, wenn nicht sogar die älteste. Der Ursprung der Rispenhirse dürfte in der Mandschurei (Nordost-China) liegen, dort wurde sie schon vor 10.000 Jahren genutzt. In Europa spielt die Rispenhirse auch eine wichtige Rolle und wurde seit etwa 6000 Jahren genutzt.
Da die Rispenhirse keinen Kleber beinhaltet, kann man kein Brot daraus backen, es wurde Brei zubereitet. Dieser Hirse-Brei findet sich in vielen Märchen. Leider reicht die Hirse nicht aus, um alle vom Körper benötigten Eiweiße zu erhalten, daher gab es bei Dauerernährung nur mit Hirsebrei oft Eiweißmangelkrankheiten. Ihre Bedeutung als Heilpflanze ist eher gering und wird heute höher eingeschätzt, insbesondere gegen Alterserscheinungen und Zivilisationskrankheiten. Seit etwa 100 Jahren findet fast kein Hirseanbau mehr in Deutschland statt, erst in den letzten Jahren findet in der Öko-Landwirtschaft ein neuer Anbau statt. Man sucht nach Saatgut und Genen der alten und verschollenen Sorten.
Pflanzenbeschreibung
Die Rispenhirse ist in Europa und Asien heimisch. Der Ursprung liegt in Nordost-China. Sie wächst bevorzugt an sonnigen und trockenen Standorten. Die einjährige Pflanze wird zwischen 50 und 100 Zentimeter hoch. Die Blätter der Rispenhirse sind breit. Die Blütenrispen erscheinen zwischen Juli und August. Die Rispen können je nach Varietät kompakt oder locker sein. Die Ähren sind einblütig. Die reifenden Ris-pen hängen herab. Die Samen reifen unterschiedlich schnell (August - September) und haben einen Durchmesser von etwa 2-3 mm.
Die Rispenhirse ist eine einjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis 100, selten bis 150 Zentimetern. Ihre aufrechten Stängel sind meist an den unteren Knoten verzweigt, gerieft, 2 bis 5 Millimeter dick und unterhalb der Knoten 2 bis 3 Millimeter lang behaart. Die vier bis acht Knoten sind 1 bis 2 Millimeter lang behaart. Die Blattscheiden sind deutlich gerippt und zwischen den Rippen rauhaarig. Das Blatthäutchen ist häutig und 1 bis 2 Millimeter lang bewimpert. Die Blattspreiten sind 10 bis 40 Zentimeter lang und 8 bis 25 Millimeter breit. Sie sind flach, gerippt, im unteren Bereich rauhaarig, ansonsten zerstreut kurz behaart, Rippen und Rand sind rau.
Der rispige Blütenstand ist 10 bis 30 Zentimeter lang, aufrecht bis überhängend, locker bis dicht. Im unteren Bereich ist er häufig von der obersten Blattscheide eingehüllt. Die Seitenäste sind rau und kantig. Die 2 bis 6 Millimeter lang gestielten Ährchen sind 4,5 bis 5 Millimeter lang und zugespitzt. Die untere Hüllspelze ist fünf- bis siebennervig, zwei Drittel so lang wie das Ährchen und zugespitzt. Die obere Hüllspelze ist neun- bis elfnervig und zugespitzt. Das untere Blütchen ist steril, seine Deckspelze ist neun- bis elfnervig. Die Deck-spelze des oberen, zwittrigen Blütchens ist rund einen mm kürzer als das Ährchen, hellgelb, schwärzlich oder weiß, glänzend und knorpelig verdickt. Die Staubbeutel sind 1,2 bis 1,5 Millimeter lang und dunkelviolett. Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Es erfolgt Selbstbestäubung. Die Karyopse ist etwas kleiner als die Deckspelze, hat einen kreisförmigen Umriss und ist rund 3 Millimeter lang. Ihre Farbe reicht von strohfarben über rötlichbraun, olivbraun bis schwärzlich, kann aber auch weiß sein. Das Tausendkorngewicht liegt zwischen 4 und 8 Gramm. Der Eiweißgehalt beträgt bis zu 10 (selten sogar bis 18) Prozent, der Fettgehalt rund 4 Prozent. Manche Sorten sind sogar Kleberhaltig und liefern somit backfähiges Mehl.
Anbautipps
Die Rispenhirse ist anspruchslos. Aussaat erfolgt April bis Mai direkt ins Freiland. Wächst gut auf nährstoff-armen Boden, braucht Sonne.
Sammeltipps
Da die Rispen von oben nach unten über einen längeren Zeitraum reifen, muss man einen günstigen Zeit-punkt abwarten wann die zu erntende Menge am größten ist.

Bachblüten
Ich fühle mich vom Pech verfolgt (Willow)
- Diese Menschen fühlen sich vom Pech verfolgt
- Mit der dementsprechenden Bachblüte fühlen sie sich nicht mehr vom Pech verfolgt
Bachblüten
Ich bin ein überempfindlicher Mensch (Agrimony)
-    Diese Menschen sind gegenüber vielen sehr überempfindlich
-    Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie ihre überempfindliches Wesen ablegen
Funktional Food
„Funktionelle Lebensmittel“ sind Lebensmittel, die durch zugesetzte Nährstoffe und andere Substanz einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen für den Verbraucher bieten sollen Substanzen, die den funktionellen Lebensmitteln zugesetzt werden, sind u.a.:
-    Sekundäre Pflanzenstoffe
-    Vitamine A, C und E
-    Fischöle, Omega-3-Fettsäuren
-    Probiotische Bakterien
-    Lösliche Ballaststoffe
-     Zuckeralkaloide
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