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02.10.2017

täglichen News > Newsletterarchiv > 2017 > Oktober > 02.10.17-08.10.17


GINKGO   

Der Gingkobaum entstammt der Urzeit und hat sich bis heute in seiner ursprünglichen Form erhalten. Er ist also eine Art lebendes Fossil. Ursprünglich kommt der Ginkgo aus China, aber inzwischen findet man ihn fast weltweit, weil er gerne angepflanzt wird. Wie kein Anderer helfen seine ledrigen Blätter, unser Gefäßsystem besser zu durchbluten und wirken dadurch gegen vielerlei Zivilisationskrankheiten. Insbesondere seine stärkende Wirkung auf das Gedächtnis ist sehr beliebt.
Der Ginkgo oder Ginko, beide ist eine in  China heimische, heute weltweit angepflanzte  Baumart. Er ist der einzige lebende Vertreter der Ginkgoales, einer ansonsten ausgestorbenen Gruppe von Samenpflanzen. Natürliche Populationen sind nur aus der Stadt Chongqing und der Provinz Guizhou im Südwesten Chinas bekannt. In Ostasien wird der Baum wegen seiner essbaren Samen oder als Tempelbaum kultiviert. Er wurde von holländischen Seefahrern aus Japan nach Europa gebracht und wird hier seit etwa 1730 als Zierbaum gepflanzt. Zum Jahrtausendwechsel erklärte das deutsche „Kuratorium  Baum des Jahres" Ginkgo biloba zum Mahnmal für Umweltschutz und Frieden und zum  Baum des Jahrtausends.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Gedächtnisschwäche, Durchblutungsstörungen, Arteriosklerose
Heilwirkung:
durchblutungsfördernd
Anwendungsbereiche:
Alzheimer, Asthma, Bronchitis, Claudicatio intermittens, Diabetes, Dekubitus, Demenz, Durchblutungsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Hautgeschwüre aufgrund von mangelnder Durchblutung, Hörsturz, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen, Magenprobleme, Offenes Bein, Ohrensausen, Schaufensterkrankheit, Schlecht heilende Wunden, Schwerhörigkeit, Schwindel, Sehstörungen, Tinnitus, Ulcus cruris, Unterschenkelgeschwür, Vergesslichkeit, Wunden (äußerlich als Umschläge), Wundliegen, Wurmerkrankungen
wissenschaftlicher Name:
Ginkgo biloba
Pflanzenfamilie:
Ginkgogewächse - Ginkgoaceae
englischer Name:
maidenhair tree, ginkgo, gingko
andere Namen:
Ginko, Entenfußbaum, Fächerblattbaum, Fächertanne, Hügelaprikose, Japanischer Nussbaum, Silberaprikose, Silberbaum, Tempelbaum
falsche Schreibweisen:
Gingo, Gingko
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Samen
Inhaltsstoffe:
Flavonoide, Alkohole, Pinit, Zucker, Essigsäure, Capronsäure, Ginkgolsäure, Ginkgolid, Shikmisäure, Sitosterin, Wachs, Stärke, Harz, ätherisches Öl, fettes Öl
Sammelzeit:
Oktober

Anwendung
Ginkgo kann man wahlweise als Tee, als Tinktur oder als Fertigpräparat anwenden. Die häufigste Art, Ginkgo anzuwenden ist heutzutage zweifellos die Tablette, denn Ginkgo wird inzwischen sogar in Supermärkten als Tablette angeboten. Man kann den Ginkgo jedoch ganz traditionell als Tee trinken, wenn auch eher unüblich, oder sich selbst eine Tinktur ansetzen und als Ginkgo-Tropfen anwenden.
Tee
Für einen Ginkgotee übergießt man ein bis zwei Teelöffel Ginkgo mit einer Tasse kochendem Wasser und lässt ihn zehn Minuten ziehen. Anschließend abseihen und den Ginkgotee in kleinen Schlucken trinken. Von diesem Tee trinkt man ein bis drei Tassen täglich.
Tinktur
Um eine Ginkgotinktur selbst herzustellen, übergießt man Ginkgo in einem Schraubdeckelglas mit Doppelkorn oder Weingeist, bis alle Pflanzenteile bedeckt sind, und lässt sie verschlossen für 2 bis 6 Wochen ziehen. Dann abseihen und in eine dunkle Flasche abfüllen. Von dieser Tinktur nimmt man 1-3x täglich 10-50 Tropfen ein. Wenn einem die Tinktur zu konzentriert ist, kann man sie mit Wasser verdünnen.
Arzneimittel
Ginkgopräparate findet man in Apotheken, Drogerien und Supermärkten. Für die ernsthafte Behandlung von Krankheiten, z.B. Demenz, sollte man Tabletten aus der Apotheke verwenden, denn diese enthalten einen hoch konzentrierten Ginkgoextrakt. Die Ginkgoeabletten aus Supermärkten und Drogerien dürfen gar nicht so hoch konzentriert sein, daher eignen sie sich besser, wenn man nur seine geistige Leistungsfähigkeit und allgemeine Durchblutung stärken will.
Umschlag
Für die äußerliche Behandlung von schlecht heilenden Wunden und Geschwüren kann man einen Umschlag mit Ginkgo auflegen. Dazu tränkt man ein sauberes Tuch entweder mit Ginkgotee oder mit verdünnter Ginkgotinktur. Das Tuch wird ausgewrungen, damit es nicht tropft. Dann legt man das feuchte Tuch auf die zu behandelnde Hautstelle. Mit einem Wolltuch oder einer Plastikfolie kann man das Tuch bedecken, damit die Feuchtigkeit nicht an die Kleider der Bettwäsche kommt. Mit einer Mullbinde kann man das Tuch fixieren. Der Umschlag sollte mindestens zwei Stunden, am besten über Nacht einwirken.
Homöopathie
In der Homöopathie wird der Ginkgo in niedrigen Potenzen (D1 bis D3) sehr ähnlich eingesetzt wie in der Heilpflanzenkunde. In diesen niedrigen Potenzen entspricht die homöopathische Anwendung weitgehend der Phytotherapie.
Nutzung als Nahrungsmittel
In Asien wurden mehrere Zuchtreihen des Ginkgobaumes mit verschiedenen Qualitäten als Nahrungspflanze gezüchtet. Genutzt wird der Kern des Samens, dieser muss jedoch gegart werden. In Japan dienen die geschälten Ginkgosamen als Beilage zu verschiedenen Gerichten. Sie werden teilweise im Reis mitgekocht, als Einlage in einem Eierstichgericht verwendet oder geröstet und gesalzen als Knabberei verzehrt. Dazu werden die Samen von ihrer harten Schale befreit, nur der gelbe Innenkern wird verwendet. In Europa sind Ginkgosamen meist nur als Konserven erhältlich. Geröstete und gehackte Kerne dienen als Gewürz in der asiatischen Küche. Die Samen enthalten 37,8% Kohlenhydrate, 4,3% Proteine und 1,7% Fett. Im 11. Jahrhundert n. Chr. sollen diese „Nüsse" so geschätzt worden sein, dass der Kaiser von China die Samen als Tributzahlung von den südöstlichen Provinzen forderte.
Medizinische Nutzung
Verwendung finden Spezialextrakte aus den Ginkgoblättern. Diese sind an den erwünschten Wirkstoffen angereichert, an den unerwünschten Stoffen angereichert. Bei Ginkgobasierten Nahrungsergänzungsmitteln, etwa aus Supermärkten oder aus Drogerien, ist die gewünschte Wirksamkeit unklar, da deren Qualität oft fragwürdig ist und wissenschaftliche Studien fehlen.
Anwendungsgebiete
Ginkgospezialextrakte werden nach der ATC-Klassifikation der WHO zu den Antidementiva gezählt. Wichtigste Symptome sind Gedächtnisstörungen, Konzentrationsstörungen, Schwindel, Ohrensausen und Kopfschmerzen. Zielgruppe sind besonders Personen mit primärer degenerativer  Demenz, mit vaskulärer Demenz oder Mischformen aus beiden; zur symptomatischen Behandlung von arteriellen Durchblutungsstörungen; bei Schwindel und Ohrgeräuschen. Der Schwerpunkt liegt heute bei der Behandlung der Demenz. Ginkgoarzneimittel können ähnlich wie Acetylcholinesterasehemmer beziehungsweise  Cholinesterasehemmer, die eine Zunahme der Konzentration von  Acetylcholin bewirken, für einen gewissen Zeitraum kognitive Parameter verbessern, also die geistige Leistungsfähigkeit steigern und das Zurechtkommen im Alltag erleichtern, wodurch auch die Belastung der Angehörigen reduziert wird. CHE-Hemmer sind von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft als Mittel erster Wahl definiert. Laut einer 2014 publizierten französischen Studie scheinen auch Patienten, welche an der Alzheimerkrankheit leiden, von der parallelen Einnahme von Ginkgoarzneimitteln neben den klassischen Cholinesterasehemmern zu profitieren. Insgesamt gilt die medikamentöse Therapie von Demenzkranken heute noch als sehr bescheiden. Eine weitere Indikation sind leichte kognitive Beeinträchtigungen, die überwiegend auf normalen Alterungsprozessen beruhen und bei einem Teil der Patienten zu einer Demenz voranschreiten. Auf Grundlage der sieben bewerteten Studien kam es zu dem Schluss, dass es bei der Behandlung der  Alzheimerkrankheit einen Beleg für einen Nutzen beim Therapieziel „Aktivitäten des täglichen Lebens" gebe, sofern 240mg Extrakt täglich eingenommen werden. Für die Therapieziele „kognitive Fähigkeiten" und „allgemeine psychopathologische Symptome" sowie für das angehörigen-relevante Therapieziel „Lebensqualität der (betreuenden) Angehörigen" (gemessen am emotionalen Stress der Angehörigen) gebe es bei derselben Dosierung dagegen nur einen Hinweis auf einen Nutzen. Die Neutralität der untersuchten Studien ist jedoch umstritten.
Wirkungen
Ginkgospezialextrakte haben folgende Hauptwirkungen:
Neuroprotektion
Sie verbessern Gedächtnisleistung und Lernvermögen. Sie fördern die zerebrale Neurotransmission und mindern derart altersbedingte Neurotransmissionsdefekte. Sie fördern die  Durchblutung und verbessern die Fließeigenschaften des Bluts. Neue Arbeiten untersuchen vorwiegend die Wirkung von Ginkgoextrakten auf das Zentralnervensystem. Ältere Arbeiten untersuchten eher die durch-blutungsfördernde Wirkung.

Wirkung
Der Ginkgo wirkt in erster Linie durchblutungsfördernd und zwar vor allem auf das Gehirn, aber auch auf andere Gewebe des Körpers. Das Gedächtnis und das Lernvermögen werden dadurch verbessert. Außerdem werden die Nerven geschützt. Altersbedingte Schäden an den Nerven werden verringert. Ginkgo wirkt zudem als Antioxydant. Es macht freie Radikale unschädlich und wirkt dadurch allgemein verjüngend.
Nebenwirkungen/Gegenanzeigen
Manche Menschen reagieren allergisch auf Hautkontakt mit den Ginkgofrüchten. Es kommt dann zu Hautirritationen. Wenn man extrem hohe Dosen vom Ginkgo einnimmt, kann es zu Übelkeit und Kopfschmerzen kommen.
Gegenanzeigen
Man sollte nicht gleichzeitig gerinnungshemmende Medikamente und Ginkgopräparate einnehmen. Das Ginkgomittel kann die Wirkung des Gerinnungshemmers verstärken, wodurch es zu Blutungen kommen kann. Kurz vor einer Operation (ca. 2 Tage) sollte man mit der Ginkgoeinnahme pausieren, damit es nicht zu unerwünschten Blutungen kommt.

Anwendungsgebiete
Innerlich
Ginkgo kann man innerlich, als Tabletten, Tee oder Tinktur bei Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn einsetzen. Bei leichter Demenz kann man Ginkgo ergänzend zu anderen Behandlungsmaßnahmen einsetzen. Auch die Kommission E empfiehlt den Ginkgo zur Behandlung von Demenz. Selbst bei Alzheimerpatienten kann der Ginkgo gute Dienste leisten. Er wird wohl keine Wunder vollbringen, denn Alzheimer ist bis-lang nicht heilbar, aber der Ginkgo kann dazu beitragen, dass der geistige Verfall verlangsamt wird. Dazu muss der Ginkgo aber dauerhaft über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Man kann den Ginkgo aber auch bei guter geistiger Leistungsfähigkeit einsetzen, wenn man anstrengende geistige Arbeit leisten muss. Dann hilft der Ginkgo beim Konzentrieren und dass man die Geistesarbeit besser verkraftet, z.B. ohne Kopfschmerzen usw. Außerdem hilft Ginkgo bei alle anderen Arten von Durchblutungsstörung, sei es das Herz, die Beine oder die Haut. Wegen seiner durchblutungsfördernden Wirkung ist Ginkgo ein wunderbares Mittel, um das Altern zu verlangsamen, sowohl geistig als auch körperlich. Man kann den Ginkgo auch regelmäßig einnehmen, um Schlaganfall und Herzinfarkt vorzubeugen.
Äußerlich
Äußerlich kann man Ginkgotee oder verdünnte Tinktur in Form von Umschlägen, Bädern oder Waschungen anwenden. Mit dieser Art der Anwendung kann man schlecht heilende Wunden lindern, insbesondere, wenn diese wegen schlechter Durchblutung nur schlecht abheilen.
Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
In der traditionellen chinesischen Medizin wird der Ginkgo seit Jahrtausenden angewendet. Weil er zwischen Yin und Yang vermitteln können soll, wird er zum Ausgleichen eingesetzt. Anstelle der Blätter werden in China vor allem die Samen genutzt. Man benutzt den Ginkgo bei Asthma, Husten, Bronchitis, Tuberkulose, Magenerkrankungen und Hautentzündungen. Aus gepulverten Blättern wird eine Wundauflage zubereitet, die sehr gute Wirkung haben soll.

Magische Anwendung
In Japan werden die Ginkgosamen bei Hochzeiten als Symbol für das Glück verspeist. In vielen asiatischen Geschichten gilt der Ginkgobaum als Behausung von Geistern.

Geschichtliches
Der Ginkgobaum wächst schon seit der Urzeit in seiner heutigen Form. Er ist daher ein sogenanntes lebendes Fossil. Man vermutet, dass es schon vor 200-400 Millionen Jahren Ginkgo-Bäume gab. In Asien wird der Ginkgo seit Jahrhunderten als Tempelbaum gepflanzt und verehrt. Dieser Brauch hat wohl dazu beigetragen, dass die Art so lange durchgehalten hat. Schon vor etwa 2800 Jahren wurde der Ginkgo in Asien medizinisch genutzt. Wegen seiner Blattform ist der Ginkgo ein Symbol für Yin und Yang. Daher dient er dem Ausgleich von Gegensätzlichkeiten. Inzwischen wird der Ginkgo auch in Europa immer mehr angepflanzt, er ist jedoch noch ein eher seltener Anblick. 1945 brannte ein Ginkgo-Tempelbaum infolge der Atombombe von Hiroshima. Noch im gleichen Jahr trieb der Baum wieder aus und bekam neue Blätter. Das machte ihn in Japan und darüber hinaus als Symbol der Hoffnung berühmt.

Pflanzenbeschreibung
Ginkgo ist ursprünglich in China heimisch. Heutzutage findet man ihn jedoch weltweit angebaut.
Der Ginkgobaum wird bis zu 30-40 m hoch. Er ist zweihäusig, d.h. es gibt einen weiblichen und einen männlichen Baum. Die weiblichen Bäume bilden Samenfrüchte, die außen fleischig und innen hart sind. Diese Früchte riechen im Herbst ranzig, weshalb die männlichen Bäume bevorzugt werden. Die männlichen Bäume tragen 2-3 cm lange Kätzchen. Die Blätter des Ginkgos sind fächerförmig und in ihrer Form unverwechselbar. Der Ginkgo ist der einzige Baum seiner Familie, der aus der Urzeit vor 250 Millionen Jahren übrig geblieben ist. Dass er über die Zeiten ausgehalten hat, ist wahrscheinlich chinesischen Mönchen zu verdanken, die ihn in ihrem Klöstern aus medizinischen und religiösen Gründen gehegt und gepflegt haben.
Habitus
Der Ginkgo ist ein sommergrüner  Baum, das heißt, er wirft im Herbst seine Blätter ab. Er kann 1.000 Jahre und älter werden und Wuchshöhen von bis zu 40 Metern und einen  Brusthöhendurchmesser von 1 bis 4 Meter erreichen. Ein Exemplar aus  Korea besitzt eine Höhe von 64 Meter und einen BHD von 4,45 Metern. Der junge Baum wächst meistens schlank und auffallend gerade in die Höhe. Sein Umriss ist pyramidenförmig und er ist nur spärlich beastet. Dies ändert sich zunehmend beim älteren Baum ab 25 Jahren, dessen Äste sich immer mehr in die Waagerechte bewegen und so eine ausladende, mächtige Baumkrone bilden können. Meistens besitzt der Ginkgo zwei Haupttriebe, von denen einer schwächer ausgebildet ist. Bäume, die unter Stress stehen, können in Bodennähe oder darunter Sekundärstämme bilden, die aus wurzelartig wachsenden Trieben entstehen.
Rinde und Borke
Die Borke von ausgewachsenen Bäumen ist dunkelgrau, rau, tief gefurcht und schwer entflammbar; dies macht die Bäume mäßig feuerresistent. Bei jüngeren Stämmen ist sie graubraun und weist hellbraune Risse auf. Die Rinde einjähriger Zweige ist hellgrau und geht bei zweijährigen Zweigen ins Hellbraune über.
Knospen, Blätter und Triebe
Sehr auffällig sind die Terminalknospen. Sie sind lohfarbig (hellbraun), haben einen Durchmesser von 2 bis 5 mm und sind von kleinen Blättern ohne Achselknospen umgeben, wobei sich die Tegmente schuppenartig anordnen. Eine Besonderheit in der Pflanzenwelt stellen die sehr charakteristischen fächerförmigen, breiten  Laubblätter dar. Sie sind in der Mitte mehr oder weniger stark eingekerbt und die Blattform variiert je nach der Stellung am Trieb und der Wuchskraft des Baumes, weshalb kaum ein Ginkgo-Blatt dem anderen gleicht. Blätter von jungen Bäumen sind deutlich anders geformt als die von alten Bäumen. An Kurztrieben und an der Basis von Langtrieben erreichen die Blätter eine Breite von vier bis acht Zentimeter und sind entweder ungeteilt oder durch Einschnitt zweilappig. Die Blätter an den Spitzen von Langtrieben besitzen deutlich tiefere Ausbuchtungen, welche die Blätter in zwei oder mehr Lappen teilen. An den Langtrieben werden die Blätter zwischen sechs und zehn Zentimeter breit. Der Blattstiel wird zwischen vier und zehn Zentimeter lang. Alle Blätter sind gabelnervig, evolutionär betrachtet ein sehr ursprüngliches Merkmal. Sie sind zu Beginn ihres Wachstums im Frühjahr hellgrün und dunkeln über den Sommer nach, im Herbst färben sie sich auffallend hellgelb bis goldgelb und fallen schließlich etwa Anfang November ab. Nach einer weit verbreiteten Meinung haben die Fächerblätter ihre charakteristische Gestalt aus zusammengewachsenen Nadeln während ihrer Entwicklungsgeschichte geerbt. Das ist aber unwissenschaftlich und weder anatomisch, noch entwicklungsbiologisch oder evolutionär belegbar. Die Äste bilden Langtriebe und  Kurztriebeaus. Die Langtriebe können je nach Bedingungen zwischen 20 und 100 Zentimeter im Jahr wachsen. Aus den Langtrieben wachsen versetzte Blätter, aus deren Blattstielansätzen wiederum achselständige Knospen wachsen. Kurztriebe sind sehr langlebig – sie werden bis 60 Jahre alt und wachsen häufig nur ein paar Millimeter im Jahr, weshalb sie kaum eine Länge von 20 Zentimeter erreichen. Kurztriebe können sich ganz unerwartet zu Langtrieben entwickeln.

Anbautipps
Den Ginkgo kann man in mittleren Breiten im eigenen Garten anbauen. Er ist mit jedem Boden zufrieden. Ansonsten hat er gerne Halbschatten bis Sonne. In den ersten beiden Jahren sind die kleinen Ginkgo-Bäume noch nicht winterhart. Deshalb kultiviert man sie am besten für mindestens zwei Jahre im Kübel, bevor man sie ins Freiland setzt. Man kann den Ginkgo aus den Samen ziehen, die man im Herbst in feuchten Sand legt. Bis zur Keimung sollten sie kühl stehen. Einfacher ist es jedoch, wenn man fertige Ginkgopflanzen verwendet.

Sammeltipps
Die Blätter des Ginkgos werden im Oktober gesammelt, bevor sie braun werden und abfallen. Dann werden sie zügig im Halbschatten getrocknet.




ALPENWEGERICH


Der Alpenwegerich ist dank seiner typischen Blütenstände deutlich als Verwandter von Spitzwegerich und Breitwegerich zu erkennen. Seine Blätter sind noch viel schmaler als die vom Spitzwegerich. Sie sehen aus wie feine Lanzen. Die Blüten erinnern am ehesten an den Breitwegerich, denn sie sind ausgesprochen lang. Wie der Name schon sagt, ist der Alpenwegerich in den Alpen heimisch. Man findet ihn aber auch in anderen hohen Gebirgen, wie beispielsweise in den Pyrenäen. In der Heilkunde wird der Alpenwegerich ähnlich eingesetzt wie der Spitzwegerich, also vor allem bei Husten und bei Hautproblemen.
Der Strandwegerich ist eine  Pflanzenart aus der  Familie der  Wegerichgewächse. Er kommt hauptsächlich auf der  Nordhalbkugel an salzhaltigen Stellen vor.
Andere Bezeichnungen sind oder waren Andel (Jever), Rueller (Ostfriesland), Qeige  Holland), Röttnsteert (Ostfriesland), Sodder (Nordfriesland) und Sud (Holstein). Mehrere Kleinarten wie zum Beispiel der Schlangen-Wegerich, der Kiel-Wegerich und der Alpen-Wegerich werden zu der Sammelart Plantago maritima agg. zusammengefasst.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen:
Husten
Heilwirkung:
antibakteriell, adstringierend, blutreinigend, blutstillend, entzündungshemmend, harntreibend
Anwendungsbereiche:
Afterjucken, Appetitlosigkeit, Asthma, Augenentzündungen, Blasenschwäche, Bronchitis, Darmschleimhautentzündung,  Durchfall, Ekzeme, Erkältung, Fettsucht, Furunkel, Hämorrhoiden, Halsentzündung, Halsschmerzen, Hautabschürfungen, Insektenstiche,  Katarrhe der oberen Luftwege,  Keuchhusten, Leberschwäche, Magenschleimhautentzündung, Ödeme (Wassersucht), Quetschungen, Soor (Candida), Verstopfung, blutende Wunden, leichte Verbrennungen
wissenschaftlicher Name:
Plantago alpina L.
Pflanzenfamilie:
Wegerichgewächse (Plantaginaceae)
englischer Name:
Alpine Plantain
volkstümlicher Name:
Alpen-Wegerich, Alpengras, Adelgras, Piantaggine delle Alpi, Ritzen
Verwendete Pflanzenteile:
Blätter, Wurzeln, Samen
Inhaltsstoffe:
Schleimstoffe, Saponine, Glykoside (Aucubin), Gerbstoffe, Kieselsäure, Vitamin C, antibiotische Stoffe, ätherisches Öl, Lab-Enzym
Sammelzeit:
Blätter: Mai - August, Wurzeln: Ende August bis Oktober

Anwendung
Die jungen Blätter und Sprosse der Pflanze können roh oder gekocht verzehrt werden – sie sollen einen delikaten Geschmack haben. Rohe Blätter eignen sich sehr gut für gemischte Salate.
Der Alpenwegerich hat, wie viele andere Heilpflanzen, ein breites Spektrum von Heilwirkungen. Seine Haupteinsatzgebiete sind die Atemwege, Haut und Verdauung.
Tee für die Atmung
Bei Husten, Asthma und andere Erkrankungen der Atmungsorgane kann man Alpenwegerichwtee trinken. Entweder als reinen Alpenwegerichtee oder in Teemischungen. Die Alpenwegerichblätter lösen den Schleim, wirken gegen Krankheitserreger und lindern Entzündungen. Der Alpenwegerich ist aber nicht nur für die Atmungsorgane hilfreich, sondern fördert auch die Verdauung, regt den Stoffwechsel an und hilft beim Abnehmen.
Blätter bei kleine Verletzungen unterwegs
Der Alpenwegerich ist eine gute Medizin für unterwegs, die gleich am Wegrand wächst, wenn man sich beim Bergwandern verletzt hat. Einfach ein Alpenwegerichbatt zwischen den Fingern verreiben oder zerkauen, auf die Wunde legen und mit einem zweiten Alpenwegerichblatt fixieren. Blut wird gestoppt und die Wunde desinfiziert, der Heilungsprozess gefördert.
Pflanzensaft bei Wunden
Wenn man nicht unterwegs ist, kann man aus den Blättern einen Pflanzensaft herstellen, den man auf Wunden träufeln kann. Der Pflanzensaft hilft bei Abschürfungen, leichte Verbrennungen, kleine offene Wunden, Insektenstiche, Quetschungen, Furunkel und Hämorrhoiden.
Pflanzensaft für Verdauung und Stoffwechsel
Den frisch gepressten Pflanzensaft kann man bei Verdauungsstörungen einnehmen. Er hilft bei Darmentzündungen, Magenschmerzen und reguliert die Verdauungstätigkeit. Auch bei Hauterkrankungen kann man den Spitzwegerichsaft innerlich einnehmen. Er wirkt blutreinigend und hilft der Haut beim Abheilen.
Samen bei Soor
Die Samen des Alpenwegerich kann man in Wasser einweichen und dann aufkochen lassen. Man kann sie Säuglingen gegen Soor geben.

Geschichtliches
In den Bergregionen wurde der Alpenwegerich wie der Spitzwegerich eingesetzt.

Pflanzenbeschreibung
Beim Strandwegerich handelt es sich um eine sommergrüne, ausdauernde  krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 40 cm erreicht. Sie wächst rosettenartig und bildet zur Blütezeit einen empor gehobenen, ährigen Blütenstand aus. Die fleischig verdickten, graugrün gefärbten Rosettenblätter sind linealisch bis lanzettlich geformt. Sie sind unbehaart und nur selten leicht gesägt. Die Blätter werden oft länger als 10cm, sind jedoch im Vergleich zu anderen Wegericharten nur etwa 2 bis 6 mm breit. Anfangs sind sie oberseits rinnig und unten gekielt, später sind sie dann flach und weisen drei bis fünf parallele Nerven auf. Die kleinen, reduzierten, gelb-bräunlich gefärbten Einzelblüten stehen in wenigen, dichten Ähren, die 3 bis 10 cm lang werden können und stets um einiges kürzer als der Ährenstiel sind. Die Kronblätter einer jeden Einzelblüte bilden bräunliche Kronlappen aus. Die vorderen eiförmig geformten Kelchblätter erscheinen stumpf abgerundet und sind etwa 2 bis 2,3 mm lang. Sowohl die Deck- als auch die Kelchblätter sind meist kurz bewimpert. Der Strandwegerich bildet zudem einen kurz gestauchten,  pleiokormen Wurzelstock aus, der mit schuppenförmigen Resten der wollhaarigen Blattscheiden versehen ist. Der Strandwegerich blüht zwischen Juli und Oktober.
Der Alpenwegerich ist in Europa heimisch. Er wächst auf Magerwiesen und Weiden bevorzugt in den Alpen, französisches Jura und Pyrenäen zwischen 1.200 und 2.400m Höhe. Die Pflanze wird zwischen 5 und 15 Zentimeter hoch.
Die ausdauernde Wurzel des Alpenwegerich treibt im Frühling lineal-lanzenförmige Blätter aus. Diese Blätter wachsen vom Boden aus direkt nach oben, sie sind schmal und vorne spitz. Etwas später, ab Mai, treibt der kantige Stängel aus. Er wächst senkrecht und ohne Verzweigungen nach oben und trägt an der Spitze eine bräunliche Blüte in Ährenform (1-3 cm). Diese Blüten erscheinen zwischen Juni und August. Aus dieser Blütenähre entwickeln sich später Früchte mit Kapseln, die jeweils zwei Samen enthalten.

Anbautipps
Da der Alpenwegerich eine subalpine/alpine Pflanze ist, ist ein Anbau in tieferen Lagen wenig erfolgversprechend.

Sammeltipps
Die Alpenwegerichblätter sammelt man bei sehr trockener Witterung. Natürlich sollte man, wie bei allen anderen Pflanzen, nur soviel sammeln, dass der Pflanzenbestand nicht darunter leidet. Wichtig ist, dass man die Blätter sehr sorgsam und zügig trocknet. Am besten fädelt man die Blätter auf eine dünne Schnur und lässt sie an luftiger Stelle möglichst schnell trocknen. Wenn die Blätter zu lange zum Trocknen brauchen, neigen sie dazu, schwarze Flecken zu bekommen und sind dann unbrauchbar.



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