Kraft durch Kräuter und Bachblüten

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02.07.2019

täglichen News > Newsletterarchiv > 01.07.19-07.07.19


EBERESCHE

Die meisten Menschen denken, dass die Eberesche giftig ist. Das ist ein Vorteil für diejenigen, die es besser wissen, denn dadurch kann man reichlich Ebereschen-Früchte sammeln, um daraus Marmelade oder Gelee zu kochen. Dass die Eberesche, auch Vogelbeere genannt, sogar Heilwirkungen hat, ist jedoch nicht mal allen Eingeweihten bekannt. Dabei ist sie vor allem für das Verdauungssystem sehr hilfreich und auch bei Lungenproblemen kann die Eberesche helfen.
Die Vogelbeere, gemeinsprachlich häufiger die Eberesche oder der Vogelbeerbaum, ist eine Pflanzenart ausder Gattung Mehlbeeren innerhalb der Familie der Rosengewächse. Die Zugehörigkeit zu den Kernobstgewächsen kann man bei genauer Betrachtung der Früchte gut erkennen; sie sehen wie kleine Äpfel aus. Andere deutschsprachige Trivialnamen sind Drosselbeere, Quitsche oder Krametsbeere. Die Bezeichnung als  Speierling ist irreführend, da dies der gebräuchliche Name einer anderen Sorbus-Art ist. Die Vogelbeere ist in weiten Teilen Europas verbreitet und besitzt als  Pionierart ein breites Bodenspektrum. Für Insekten, Vögel und Säugetiere ist sie eine wertvolle Futterpflanze. Die vielfältige Nutzung durch den Menschen spiegelt sich in zahlreichen regionalen Namensgebungen wider. Im Aberglauben und Brauchtum hat sie eine bedeutende Rolle inne. In Deutschland wurde die Vogelbeere im Jahr 1997 zum  Baum des Jahres gekürt. Ent-gegen einer weitverbreiteten Annahme sind ihre Früchte ungiftig.

Steckbrief
Heilwirkung:
harntreibend, Leberprobleme, Leberzirrhose, Gallenprobleme, Gallenstauung, Gallenb Blasenentzündung, Gallengangsentzündung, Gallensteine, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Verstopfung, Skorbut, immunsystemsteigernd, harntreibend, Durchfall, Bronchitis, Lungenentzündung, Grüner Star
wissenschaftlicher Name:
Sorbus aucuparia
Pflanzenfamilie:
Rosengewächse = Rosaceae
englischer Name:
 Rowan Berry
volkstümlicher Name:
Aberesche, Amselbeere, Drosselbeere, Ebisch, Ebsche, Gimpelbeer, Haweresche, Judenkirsche, Moosesche, Stinkholz, Vogelbeere, Wilde Esche, Wielesche
Verwendete Pflanzenteile:
Früchte
Inhaltsstoffe:
Vitamin C, Gerbstoff, Sorbitol, Sorbitansäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure, Spuren der Parasorbinsäure (leicht giftig), Bitterstoff, Pektin, ätherisches Öl
Sammelzeit:
Juli bis Oktober

Anwendung
Die Früchte kann man als Saft, Marmelade oder Gelee einnehmen. Auch als Tee kann man die Früchte anwenden. Durch das Kochen wird der herbe Geschmack der Beeren etwas gemildert. Es gibt auch verschiedene Sorten der Eberesche. Manche sind sehr bitter und daher nicht so gut für die Marmeladebereitung geeignet. Die Sorte "Mährische Vogelbeere" ist weniger bitter und deshalb sehr gut geeignet. Die mährische Vogelbeere ist die Kulturform der Eberesche. Sie ist daher häufig an Straßen und Plätzen in Siedlungen zu finden. Durch ihre Bitterstoffe und die Gerbstoffe ist die Eberesche wirksam gegen Probleme des Verdauungssystems, insbesondere der Gallenfunktion. Auch zur Regulierung der Verdauung kann man die Eberesche einsetzen, denn sie hilft sowohl gegen Durchfall als auch gegen Verstopfung. Außerdem hilft die Eberesche gegen Bronchitis und Lungenleiden, sogar bei Lungenentzündung kann sie hilfreich sein. Für diesen Zweck verwendet man die Eberesche am besten frisch gepresst als Saft mit Honig. Ein etwas exotischer Einsatzzweck der Eberesche ist der grüne Star. Hier ist nicht sicher, ob man sich auf die Wirkung verlassen kann, aber man kann es immerhin ausprobieren. In Zeiten, wo Vitamin C knapp ist, kann die Eberesche auch gegen Vitamin C Mangel helfen. Ob die Eberesche roh giftig ist, ist umstritten, gekocht und getrocknet ist sie zumindest nicht giftig. Vor starken Dosierungen in roher Form bewahrt auch der herbe Geschmack, daher ist es eher unwichtig, ob die Eberesche roh in hoher Dosierung giftig sein könnte.  Wichtig für diese Rezepte ist immer, dass man vor der Ernte eine der Vogelbeeren probiert, ob sie extrem bitter und nur herb ist. Für die Marmeladengewinnung eignen sich nur die herben Beeren, nicht die extrem bitteren.
Medizin
Auch wenn sich im  Volksglauben hartnäckig das Gerücht hält, die Früchte seien giftig, ist dies nicht richtig. Allerdings enthalten die Beeren  Parasorbinsäure, die zu Magenproblemen führen kann. Durch Kochen wird die Parasorbinsäure zu Sorbinsäure abgebaut, die gut verträglich ist. Gekochte Beeren können daher auch in größeren Mengen gegessen werden. Tatsächlich waren Vogelbeeren aufgrund ihres hohen Vitamin-C-Gehalts früher ein wichtiges Mittel gegen  Skorbut. Sie enthalten außerdem  Provitamin A und  Sorbit, einen  Zuckeraustauschstoff. Aus der  Sorbose der Vogelbeeren wurde das Sorbit, ein Zuckerersatz für Diabetiker, gewonnen. Sorbit wird heute industriell durch Reduktion von Traubenzucker (Glukose) mit Wasserstoff hergestellt. Die  Naturheilkunde schreibt Blättern und Blüten eine besondere Heilwirkung zu. Getrocknet finden diese u. a. in Tees gegen Husten, Bronchitis und Magenverstimmungen Verwendung. Auch werden sie bei Verdauungsbeschwerden,  Hämorrhoiden,  Rheuma und  Gicht eingesetzt. Die Wirkung ist allerdings nicht wissenschaftlich erwiesen. Sänger und Redner nutzen die Vogelbeeren z. B. auch, um ihre Stimmbänder geschmeidig zu halten. Laut „Kräuterpfarrer"  Johann Künzle sollen Vogelbeeren zähen Schleim von den Stimmbändern lösen und so bei Heiserkeit wertvolle Dienste leisten. In der  evidenzbasierten Medizin wird ein Auszug aus Sorbus aucuparia, das Sorbit, intravenös zur Senkung des Augeninnendrucks bei  Glaukom gespritzt.
Konfitüre
Nach den ersten Frösten verlieren die Früchte ihren durch die Parasorbinsäure hervorgerufenen bitteren Geschmack und werden leicht süßlich. Die Parasorbinsäure wird hierbei zur Sorbinsäure umgebildet. Regional, zum Beispiel im  Bayerischen Wald und in  Böhmen, wird aus den Früchten  Konfitüre gekocht, die wie Preiselbeeren als leicht säuerliche Konfitüre zu Wildgerichten gereicht wird. Hierfür eignet sich besonders die Eßbare oder Mährische Vogelbeere – Sorbus aucuparia var. moravica, auch var. edulis oder var. Dulcis genannt, die einen höheren Zuckergehalt hat und frei von Parasorbinsäure ist und daher auch roh verzehrt werden kann. Zwei verbreitete Kulturformen der mährischen Vogelbeere sind Konzentra und Rosina, deren Auswahl 1946 im Institut für Gartenbau Dresden-Pillnitz begann und die 1954 in den Verkauf gebracht wur-den. Dabei ist Konzentra für die Entsaftung geeignet und Rosina für Kompott oder zum Kandieren. Andere Sorten, die bitterstoffarm sind ähnlich der mährischen Vogelbeere, sind die aus Südrussland stammenden Kulturformen Rossica und Rossica Major. Weitere essbare Sorten stammen aus  Klosterneubur in Niederösterreich.Es existieren Hybride mit anderen Fruchtbaumarten, die zum Verzehr geeignet sind. Dazu zählen Burka, Likjornaja, Dessertnaja,Granatnaja, Rubinovaja und Titan.
Alkoholische Getränke
Der Likör  Sechsämtertropfen, der seit dem Ende des 19. Jahrhunderts im  Fichtelgebirge gebrannt
wird, und der tschechische Jeřabinka haben als Grundstoff auch Vogelbeerenfrüchte. Vogelbeerschnaps hat in Tirol,  Salzburg und in der Steiermark eine lange Tradition. Aufgrund der aufwändigen Gewinnung und Verarbeitung der Beeren und der geringen Ausbeute beim Brennen der  Maische ist der fertige Edelbrand teuer. Vor dem Maischvorgang werden die Beeren von den Dolden, die störende Gerbstoffe beinhalten, getrennt. Um gärhemmende Substanzen abzubauen, wird die Gärung bei höherer Temperatur durchgeführt. Parasorbinsäure wird durch Erhitzen beim Destillieren vollständig abgebaut. In  Hessen wird die Vogelbeere (Eberesche) von einigen kleinen Kelterern bei der Apfelweinherstellung verwendet, ähnlich wie der  Speierling. Seltener wird zudem Vogelbeerwein angeboten.

Pflanzenbeschreibung
Die Eberesche ist ein zierlicher Baum, der an den meisten Standorten gedeihen kann. Sogar in den Höhen der großen Mittelgebirge wächst die Eberesche noch, an Stellen, wo kaum noch andere Bäume gedeihen.
Die unpaarig gefiederten Blätter haben lanzettlich gesägte Form. Im Mai und Juni sprießen die weißen Blüten in Doldentrauben. Im Frühherbst reifen die die hellroten, erbsengroßen Früchte. Sie haben einen herb-sauren Geschmack, der beim Kochen und Trocknen milder wird.
Habitus
Die sommergrüne Vogelbeere erlangt ein gewöhnliches Alter von 80, in seltenen Fällen, vor allem als Ge-birgsbaum auch bis 120 Jahren. Mit einer durchschnittlichen Wuchshöhe von 15 Metern ist die Eberesche ein eher kleinwüchsiger Baum. Einzel stehend, ohne Beschattung konkurrierender Pflanzenarten kann sie auch Wuchshöhen von bis 25 Metern erreichen. Stockausschläge der Eberesche wachsen gewöhnlich mehr-stämmig als wesentlich kleinerer  Strauch. In den ersten 20 Jahren wächst sie relativ schnell, danach stockt das Wachstum. Die Eberesche besitzt ein weitreichendes und tiefgehendes  Senkerwurzelsystem und die Fähigkeit, sich über Stockausschläge und  Wurzelbrut vegetativ zu vermehren. Auf  Pseudogleyböden wurzelt sie hingegen relativ flach. Kennzeichnend für die Eberesche ist ihre zierliche Gestalt sowie die oval bis rundliche, unregelmäßig aufgebaute und locker gehaltene Krone. Der Stamm der Eberesche zeichnet sich durch eine schlanke, walzenförmige Wuchsform aus. Die Äste stehen vom Stamm ab oder sind schräg nach oben gerichtet. Die glatte, glänzende  Rinde jüngerer Bäume ist gelblich bis grünlich grau gefärbt und zeigt längliche, quer zur Wuchsrichtung gestellte Lentizellen, die den Gasaustausch mit der Umgebung sicherstellen. Mit zunehmendem Alter des Baumes nimmt die Rinde eine mattgraue Färbung und feinrissige Struktur an. Nur wenige Exemplare entwickeln im hohen Alter im unteren Stammbereich eine schwärzliche, längsrissige Borke. Jungtriebe bilden gewöhnlich eine weiche, filzige Behaarung aus und sind aschgrau gefärbt. Eine Besonderheit stellt das Chlorophyll dar, das sich unter der glatten Rinde der Zweige befindet. Dies befähigt den Baum bereits vor dem Laubaustrieb zur  Photosynthese. Sein Vorkommen in höheren Lagen wird dadurch unterstützt.
Knospe und Blatt
Die Winterknospen der Vogelbeere sind meist dunkelviolett gefärbt und weißfilzig behaart. Dies stellt ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zum Speierling dar, dessen grüne und klebrige Knospen allenfalls an den Schuppenrändern eine feine Behaarung entwickeln. Die Endknospe an den Zweigspitzen ist gewöhnlich gekrümmt. Die wechselständig an den Zweigen angeordneten  Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert und sind dabei etwa 20 cm lang sowie 8 bis 11 cm breit. Die unpaarig gefiederte Blattspreite setzt sich gewöhnlich aus 9 bis 19 länglich-elliptischen Blattfiedern zusammen. Die 4 bis 6 cm langen und etwa 2cm breiten Blättchen sitzen mit einem kurzen Stiel der  Blattspindel an. Sie sind nach vorne zugespitzt und zum Grund hin asymmetrisch abgerundet. Am Blattrand bilden sie eine scharfe, ungleiche Zähnung aus, die zur Blattspitze hin ausgerichtet ist. Die unbehaarte Blattoberseite zeigt eine sommergrüne Färbung, wohingegen die Blattunterseite eher graugrün gefärbt ist und eine leichte Behaarung entwickeln kann. Die drehrunde Blattspindel weist zwischen den einzelnen Fiedern leichte Rinnen auf. Die Fiederblättchen der Eberesche besitzen keine  Blattzahndrüsen an der Spitze.
Blütenstand und Blüte
Die Vogelbeere erlangt ihre Blühfähigkeit bereits im Alter von fünf bis sechs Jahren. Auf der Nordhalbkugel blüht sie von Mai bis Juli. Der  Blütenstand entspricht einer ausgebreiteten  Schirmrispe, in der 200 bis 300 Blüten vereinigt sind. Je nach Unterart sind die Infloreszensachsen flächig behaart oder fast bis ganz kahl. Die zwittrige  Blüte ist bei einem Durchmesser von etwa 10 Millimetern  radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter  Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind spitz, kurz dreieckig. Ihre Länge beträgt etwa 1,5 bis 1,8 Millimeter. Sie sind drüsig bewimpert, mehr oder weniger behaart oder auch kahl. Auch während der Fruchtreife behalten sie eine fleischige Konsistenz. Die fünf weißen  Kronblätter entwickeln eine Länge von (drei) vier bis fünf Millimeter. Ihre Form ist entweder kreisrundlich oder breiteiförmig ausgeprägt. Sie sind kurz genagelt und besitzen Richtung Grund etwas oberhalb des  Nagels eine wollige Behaarung. Die Länge der 20  Staubblätter entspricht in etwa derjenigen der Kronblätter. Die Blüte besitzt zwei bis fünf freie Griffel, die in der unteren Hälfte behaart sind. Die unterständig stehende unverwachsenen Fruchtblätter sind in den  Blütenboden eingesenkt und mit diesem verwachsen. Die fleischige Blütenachse verbindet sie miteinander.
Frucht und Samen
Die Früchte reifen von August bis September. Die bei Reife leuchtend roten und kugeligen, im botanischen Sinne dreifächerigen  Apfelfrüchte, werden manchmal als „Beeren" bezeichnet. Sie enthalten gewöhnlich drei  Samen und bilden einen Durchmesser von etwa 1 cm aus. Häufig hängen die Früchte bis in den Winter hinein in dichten „Büscheln" am Baum.




FLOHSAMEN


Der Flohsamen ist eine alte Heilpflanze, die heute wegen ihrer Wirkung gegen Übergewicht an Bedeutung gewinnt. Die kleinen Samen der Flohsamenpflanze haben eine enorme Quellkraft, was sie als Mittel zur Füllung des Magens geeignet macht. Dank ihrer großen Schleimmenge können Flohsamen auch die Verdauung regulieren. Ihre sanfte Förderung des Stoffwechsels rundet das Wirkungsspektrum ab. Flohsamen sind eigentlich mehrere Pflanzenarten der Wegerichfamilie, darunter eine europäische Art, die schon im Altertum bekannt war. Heutzutage wird jedoch vorwiegend indischer Flohsamen verwendet, der unserem heimischen Spitzwegerich sehr ähnlich sieht.
Flohsamenschalen sind die Samenschalen der Wegericharten Plantago indica, Plantago afra, daher auch der Name Psyllium lateinisch psyllium Floh. Die Frucht reift zu einer zweifächrigen Deckelkapsel heran mit je zwei kleinen elliptischen, rotbraunen, glänzenden Samen. Diese erinnern an Flöhe, was der Pflanze den deutschen Namen „Flohkraut“ oder „Flohsamen-Wegerich“ eintrug. Sie werden auch unter dem Namen Indische Flohsamenschalen Plantago ovata als Lebens- und Heilmittel vertrieben und zu diesem Zweck hauptsächlich in Indien und Pakistan angebaut.

Steckbrief
Haupt-Anwendungen: Verstopfung
Heilwirkung: blutzuckersenkend, entzündungshemmend, lindernd, verdauungsfördernd
Anwendungsbereiche: Analfissur, Angina, Colitis ulcerosa, Darmträgheit, Diabetes mellitus, Diarrhoe, Divertikulose, Durchfall, Erhöhte Blutfettwerte, Furunkel, Geschwüre, Gicht, Hämorrhoiden, Hyperlipidämie, Morbus Crohn, Obstipation, Ödeme, Reizdarm, Übergewicht, Verrenkungen, Verstauchungen
wissenschaftlicher Name: Plantago ovata, Plantago afra, Plantago psyllium, Plantago arenaria, Plantago indica
englischer Name: Desert Indianwheat
volkstümliche Namen: Flohkraut, Indischer Flohsamen, Heusamen, Indischer Wegerich, Sandwegerich
Verwendete Pflanzenteile: Samen
Inhaltsstoffe: Schleim, Öl, Zellulose, Iridoidglykoside, Aucubin
Sammelzeit: Juli - September

Anwendung
In der Pflanzenheilkunde wird heutzutage vorwiegend der indische Flohsamen medizinisch eingesetzt. Der indische Flohsamen hat eine deutlich stärkere Quellfähigkeit als der europäische Flohsamen. Man verwendet entweder die gesamten Samen oder nur die Flohsamenschalen. Normalerweise werden Flohsamen sehr gut vertragen. Sie gelten als mild und lindernd. Nur in seltenen Fällen kann es zu Allergien kommen. Diese treten vor allem bei pulverisierten Flohsamen auf.
Einnahme der Flohsamen
Die übliche Anwendungsweise der Flohsamen ist die Einnahme mit Flüssigkeit. ie übliche Tagesdosis für ganze Flohsamen liegt zwischen 10 und 40g. Die Dosierung für Flohsamen-Schalen liegt bei 4 - 20g. Die Flohsamen werden zusammen mit reichlich Flüssigkeit eingenommen (mindestens 1:10). Als Flüssigkeit sollte nicht Milch verwendet werden, weil zusammen mit Milch die Quellung der Flohsamen nicht funktioniert.
Fertigpräparate
Flohsamen werden häufig auch als Fertigpräparat angeboten, beispielsweise als Kapseln. Solche Fertigpräparate wendet man nach den Anweisungen in der Verpackung an. Man kann den Flohsamen in Apotheken, Kräuterläden, gut sortierten Drogerien und manchmal auch Supermärkten kaufen. Wenn die Präparate Flohsamen in pulverisierter Form enthalten, lösen sie bei manchen Menschen Allergien aus, die bei der Verwendung der nicht pulverisierten Flohsamen nicht auftreten. Ansonsten haben die Fertigpräparate jedoch den Vorteil, dass sie bequem in der Anwendung sind.
 
Innerliche Anwendungsgebiete
Verstopfung

Ein Hauptanwendungsbereich der Flohsamen ist die Verstopfung. Die Flohsamen quellen sehr stark auf, vor allem die Flohsamenschalen, und bewirken dadurch eine Volumenzunahme des Stuhls im Darm. Dadurch kommt es zu einem erhöhten Füllungsdruck, der einen zügigen Weitertransport des Darminhaltes bewirkt. Außerdem fördert der Schleim im Flohsamen die Gleitfähigkeit des Darminhaltes. Verstopfung und Darmträgheit können dadurch erfolgreich gelindert werden. Zur Behandlung von Verstopfung mit Flohsamen nimmt man die Flohsamen oder die Flohsamenschalen ein und trinkt reichlich Wasser dazu. Die Flohsamen sollten nicht vorquellen, sondern erst im Darm aufquellen und ihr Volumen vervielfachen. Durch die beschleunigte Darmpassage der Nahrung mithilfe der Flohsamen findet eine Art Darmreinigung statt.
Durchfall
Auch wenn es paradox klingt, können Flohsamen auch gegen Durchfall helfen. Bei Durchfall können die Flohsamen die überreichliche Flüssigkeit im Darm aufsaugen. Bei dieser Gelegenheit saugen sie auch die Toxine der Bakterien auf und machen sie dadurch unwirksam. Flohsamen wirken bei Durchfall ähnlich wie Kohltabletten. Sogar bei schweren chronischen Durchfallerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kann man Flohsamen zur unterstützenden Behandlung anwenden. Die Flohsamen wirken so sanft und werden von den meisten Menschen so gut vertragen, dass sie lindernd auf den hochgradig gereizten und entzündeten Darm der Patienten mit diesen chronischen Darmerkrankungen wirken.
Übergewicht
Bei Übergewicht können Flohsamen in mehrfacher Hinsicht helfen. In erster Li-nie wirken sie als Quellmittel zur Förderung der Sättigung. Zusammen mit Flüssigkeit eingenommen quellen die Flohsamen im Magen stark auf und sorgen so für eine gewisse Vorab-Füllung des Magens. Dadurch passt weniger kalorienreiches Essen in den Magen und die Betroffenen sind schneller gesättigt. Anders als andere Ballast- und Quellstoffe, wie beispielsweise Weizenkleie, werden die Flohsamen nicht in kalorienreiche Kohlenhydrate umgewandelt, sondern bleiben nahezu ohne Kalorien. Außerdem fördern Flohsamen die Verdauung, was auch ein begünstigender Faktor zur Gewichtsreduktion sein kann. Hinzu kommt eine günstige Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und die Fettwerte im Blut. Flohsamen können daher erfolgreich beim Abnehmen helfen, wenn der Betroffene vor allem ein Problem damit hat, von kleinen Mahlzeiten nicht satt zu werden.
Andere innerliche Anwendungsgebiete
Obwohl die Flohsamen heutzutage hauptsächlich gegen Übergewicht und Verstopfung eingesetzt werden, handelt es sich dennoch um eine sehr vielseitige Heilpflanze.
Hämorrhoiden, Analfissur
Der Stuhl wird durch Flohsamen weicher und gleitfähiger. Daher hilft die Flohsamenbehandlung auch gegen Schmerzen durch Hämorrhoiden und sogar bei Schmerzen durch Verletzungen im Analbereich, z.B. Analfissuren, Afterrisse.
Diabetes mellitus
Bei regelmäßiger Flohsamen-Einnahme wird der Blutzuckerspiegel ein wenig gesenkt. Diese Senkung des Blutzuckerspiegels ist zwar nicht sehr stark, kann aber in Einzelfällen durchaus ausreichen, um die Menge von anderen Diabetes-Medikamenten in Absprache mit dem Arzt etwas senken zu können. In sehr leichten Diabetes-Fällen kann regelmäßige Flohsamen-Einnahme zusammen mit Sport und einer Ernährungsumstellung in manchen Fällen sogar als Behandlung ausreichen. Die Diabetesbehandlung sollte natürlich immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen.
Erhöhter Cholesterin-Spiegel
Flohsamen können dabei helfen, die Blutfettwerte zu senken, insbesondere wenn das Cholesterin vermehrt im Blut vorkommt (vor allem LDL-Cholesterin). Auch erhöhte Triglyceride werden abgebaut.
Gicht
Regelmäßig angewendet können Flohsamen die Harnsäurewerte im Blut verringern. Daher können Flohsamen als begleitende Behandlung bei Gicht eingesetzt werden.
Blasenentzündung (Volksheilkunde)
Die Volksheilkunde verwendet Flohsamen auch bei Blasenentzündung.
Antikarzinogen Schutzwirkung
Dem Flohsamen wird auch ein Krebsschutz nachgesagt. Der hohe Schleimgehalt des Flohsamens zieht eine Art Schutzfilm über die empfindlichen Darmschleimhäute. So können aggressive Substanzen die Darm-schleimhaut nicht mehr so stark reizen. Dadurch lässt die Krebsgefahr etwas nach. Das gilt natürlich nur bei regelmäßiger Einnahme des Flohsamens.
Äußerliche Anwendung
Die starke Wasserbindungsfähigkeit des Flohsamens zusammen mit seinem hohen Schleimgehalt macht ihn auch geeignet zur äußerlichen Anwendung. Man kann einen Breiumschlag aus Flohsamen zubereiten. Dazu weicht man Flohsamen in warmem oder kaltem Wasser ein, sodass ein streichfähiger Brei entsteht. Diesen Brei trägt man auf die zu behandelnde Stelle auf und bedeckt sie mit einem Tuch. Den Breiumschlag lässt man eine bis mehrere Stunden an Ort und Stelle. Dann entfernt man den Umschlag und wäscht die behandelte Stelle mit klarem Wasser ab.
Breiumschlag gegen Furunkel
Zur Behandlung von Furunkeln und oberflächlichen Abszessen macht man einen möglichst warmen Breiumschlag mit Flohsamen. Die Wärme wirkt erweichend auf die entzündete Stelle. Die Quellfähigkeit des Flohsamens saugt die entzündliche Gewebsflüssigkeit aus dem Gewebe und fördert so das Abheilen des Furunkels.
Verrenkungen und Verstauchungen
Bei Verrenkungen und andere stumpfe Verletzungen des Bewegungsapparates kann man einen kalten Flohsamen-Umschlag anwenden. Die kühle Breimasse leitet die Hitze aus dem verletzten Körperteil. Außerdem nimmt der Flohsamenbrei Gewebsflüssigkeit auf, sodass die Schwellung geringer wird.
Verwendung und Wirkmechanismus
Flohsamenschalen werden gelegentlich als pflanzliches Quellmittel oder Stuhlaufweicher bezeichnet und dementsprechend als Darmregulans eingesetzt, wobei sie sowohl bei Verstopfung als auch bei Durch-fall helfen können. Die in den Flohsamenschalen enthaltenen pflanzlichen Ballaststoffe, die sogenannten  Flosine-Schleimpolysaccharide, sind in der Lage, mehr als das 50-fache an Wasser zu binden (Quellzahl > 40), was zu einer Volumenzunahme des Stuhls im Darm führt, durch den entstehenden Druck auf die Darmwand die Peristaltik anregt und schließlich den Darmentleerungsreflex auslöst. Zudem wird dadurch die Darmaktivität (Motilität) reguliert und die Transitzeit (Verweildauer) aufgenommenen Wassers im Darm verlängert, was auch die Wirksamkeit bei Durchfall erklärt. Die Europäische Arzneimittelagentur in London hat Flohsamenschalen im Mai 2013 die Sicherheit und Wirksamkeit bei chronischer Verstopfung und als Stuhlaufweicher in Form eines „Community Herbal Monograph“ bescheinigt. Eine Metaanalyse von klinischen Studienaus dem Zeitraum 1966 bis 2003, die sich traditionellen Therapien der chronischen Obstipation widmete, ergab für Flohsamenschalen einen mittelguten Wirkungsnachweis (moderate evidence). Flohsamen sollen außerdem das Wachstum darmfreundlicher Bakterien fördern. Durch die Dickdarmbak-terien werden die löslichen Ballaststoffe zu kurzkettigen Fettsäuren umgewandelt, und diese seien dann in der Lage, die Cholesterin-Synthese in der Leber zu hemmen und somit den Cholesterinspiegel im Blut zu senken. Außerdem sollen die löslichen Ballaststoffe der Flohsamen die fäkale Gallensäurebinden, wodurch es zu einer erhöhten Cholesterinausscheidung kommt. Flohsamenschalen sollen möglicherweise entzündliche Prozesse im Magen-Darm-Trakt schneller zurückbilden. Flohsamenschalen werden aufgrund ihrer Quellwirkung im Magen auch zur Unterstützung der Gewichtskontrolle und Adipositasbehandlung eingesetzt. Diese Wirkungen sind bislang nicht ausreichend belegt und daher überwiegend Gegenstand alternativmedizinischer Anwendungen.

Nebenwirkungen / Gegenanzeigen
Achtung!

Bei insulinpflichtigen Diabetikern kann bei der Einnahme der Flohsamen eine Verringerung der Insulindosis nötig werden. Bei einem schlecht einstellbaren Diabetes sollte man auf Flohsamen verzichten. Bei Verengungen der Speiseröhre oder der Verdauungswege sollten Flohsamen nicht eingesetzt werden. Andere Medikamente sollten nicht gleichzeitig mit Flohsamen eingenommen werden, sondern mindestens eine halbe Stunde später, weil der starke Schleim der Flohsamen die Aufnahme der Medikamente verhindert. Vor allem bei Flohsamen-Pulver und Flüssig-Zubereitungen kann es in seltenen Fällen zu Allergien kommen. Diese Allergien treten nicht auf, wenn man gereinigte Flohsamenschalen verwendet, bei denen Eiweißstoffe entfernt wurden.

Geschichtliches
Schon Dioskurides erwähnte im Altertum den medizinischen Nutzen der Flohsamen (europäische Art). Er empfahl sie für warme Umschläge gegen Ödeme, Verrenkungen, Geschwüre, Gicht und andere Gesundheitsprobleme. Auch in der 1741 erschienenen Pharmakopoe Württemberg wird der Flohsamen erwähnt. Er wird dort gegen Gallenleiden und Halsschmerzen empfohlen. Der indische Flohsamen wird schon seit langer Zeit gegen Schleimhautentzündungen und -reizungen aller Art verwendet.

Pflanzenbeschreibung
Die Flohsamen-Pflanzen gehören zur Familie der Wegerichgewächse. Es gibt mehrere Pflanzenarten in der Gattung Plantago, die alle die sogenannten Flohsamen produzieren. Besonders häufig werden die Samen der Art Plantago ovata (Indischer Wegerich) als Flohsamen angeboten. Der Indische Wegerich sieht dem heimischen Spitzwegerich sehr ähnlich. Er ist in südlichen Ländern heimisch, vom Mittelmeerraum bis nach Asien. In Indien und Pakistan werden Flohsamen als Heilpflanze angebaut. Die Indische Flohsamenpflanze wird etwa 20 Zentimeter hoch. Sie hat lange, schmale Blätter, die in einer Rosette aus dem Boden wachsen. An einem Blütenstängel wächst eine kleine, längliche Blütenähre, der sehr unscheinbar ist. Aus den Blüten entwickeln sich die Samen, die als Flohsamen verwendet werden. Die Samen sind länglich-oval und rötlich. Die europäische Art der Flohsamen wird grösser und wächst sparrig verzweigt. An den Verzweigungsstellen wachsen die schmalen Blätter. Die Blütenähren der europäischen Flohsamen sind rundlich und ebenso unauffällig wie beim indischen Flohsamen.


BACHBLÜTEN
Du spürst was andere von dir erwarten und richtest dich meistens danach (4 Centaury)
- Diese Menschen spüren, was ihre Mitmenschen von ihnen erwarten und richten sich danach
- Mit der dementsprechender Bachblüte können sie dieses Verhalten allmählich abstellen  


BACHBLÜTEN
Man läßt sich durch die Entscheidungen anderer verunsichern (5 Cerato)
- Diese Menschen lassen sich von anderen durch deren Entscheidungen verunsichern  
- Mit der dementsprechender Bachblüte können sie diese Verunsicherung lösen


ERNÄHRUNG
Aufgaben der Fette
-Konzentrierte Energielieferanten
-Vorratsstoff/Energiereserve
-Träger essentieller Fettsäuren
-Träger von fettlöslichen Vitamine
-Schutz der Organe gegen Wärmeverlust und äußere Einflüsse auf Haut und Haar
-Träger von Geschmacks- und Aromastoffe
-Bestandteile der Zellmembran


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