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Basilikum
Das Basilikum (Ocimum basilicum), auch Basilie, Basilienkraut oder Königskraut genannt, ist eine Gewürzpflanze aus der gleichnamigen Gattung Basilikum (Ocimum) in der Familie der Lippenblütler. Der Basilikum ist uns vor allem als Gewürzpflanze bekannt. Besonders zusammen mit Tomaten entfaltet er sein unvergleichliches Aroma. Doch Basilikum ist auch eine Heilpflanze. Er stärkt nicht nur die Verdauungsorgane, sondern beruhigt auch die Nerven, lindert Migräne und leistet gute Dienste in der Frauenheilkunde.
Basilikum ist einer der Favoriten unter den Kräutern, weil es so viele Verwendungsmöglichkeiten gibt. Alles, von der Suppe bis zum Sandwich, kann durch die Zugabe von frischen, scharfen Basilikumblättern einfach besser gemacht werden. Es wurde auch festgestellt, dass es Öle und Flavonoide enthält, die den Körper vor Krankheiten und Infektionen schützen. Sehr kleine Konzentrationen können schädliche Bakterien abtöten, aber dennoch sehr nützlich sein und sogar Atherosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall verhindern.
Basilikum verleiht vielen Gerichten und Salaten einen Hauch mediterranen Flairs. Das unverkennbare Aroma gehört meist dem Genoveser-Basilikum, einer von etlichen Sorten. Das Genovese-Basilikum ist eine typische Zutat vieler mediterraner Speisen, v.a. der italienischen und französischen Küche. Am besten wird er frisch verzehrt. Erhitzt man ihn, kann es leicht zu unerwünschten Geschmacksveränderungen und Aromaeinbußen kommen . . .
Der Basilikum (Ocimum basilicum) ist wohl eines der bekanntesten und beliebtesten Kräuter, das in den meisten Küchen vorrätig sein wird. Viele italienischen Gerichte, wie z.B. Tomatensauce, Pasta, Pesto oder Pizza sind ohne Basilikum kaum vorstellbar. Doch nicht nur als Gewürzkraut findet es Verwendung, sondern auch als Heilkraut gegen zahlreiche Beschwerden.
 
Steckbrief
Heilwirkung: antibakteriell, beruhigend, harntreibend, krampflösend, schleim-lösend, schmerzstillend, schweißtreibend, tonisierend, Fieber, Magenschwäche, Blähungen, darmreinigend, Darminfektionen, Magenkrämpfe, Verstopfung, Gicht, Blasenentzündung, Nervenschwäche, Schwindelanfälle, Migräne, Wechseljahresbeschwerden, Menstruationsfördernd, Muttermilch fördernd, Libido steigernd, Hautabschürfungen, Hautrisse, Schlecht heilende Wunden, Insektenstiche
wissenschaftlicher Name: Ocimum basilicum
Pflanzenfamilie: Lippenblütler = Lamiaceae
englischer Name: Basil
volkstümlicher Name: Basilge, Basilienkraut, Braunsilge, Josefskräutlein, Hirn-kraut, Königskraut, Königsbalsam, Krampfkräutel, Nelkenbasilie, Suppenbasil
Verwendete Pflanzenteile: Blätter, Blütenspitzen, ätherisches Öl
Inhaltsstoffe: Ätherisches Öl, Basilischer Kampfer, Cineol, Menthol, Thymol, Me-thylcavicol, Anethol, Kampfer, Gerbstoff, Saponine, Flavonoide, Farnesol, Stigmas-terol, Beta-Sitosterol
Sammelzeit: Juni bis August
 
Anwendung
Tee
Eine Tasse nach jeder Mahlzeit wirkt verdauungsfördernd. Auch das Nervensystem wird durch Basilikum gestärkt und Migräne gelindert. In der Frauenheilkunde kann Basilikum Periodenkrämpfe lindern und unregelmäßige Menstruationsblutungen regeln. Auch gegen Wechseljahresbeschwerden kann man Basilikum verwenden, denn sein Inhaltsstoff Beta-Sitosterol ist dem Hormon Östrogen ähnlich und wirkt daher dem Hormonmangel entgegen. Stigmasterol, ein weiterer Inhaltsstoff, fördert den Eisprung, was auch zur Regulierung der Zyklen beiträgt.
Achtung! In der Schwangerschaft   sollte man Basilikum nicht in größeren Mengen zu sich nehmen.
Niespulver
Getrocknet und zerstoßen kann man Basilikum als Unterstützung für den Geruchssinn nach chronischem Schnupfen einsetzen.
Zerriebene frische Blätter
Frische Blätter helfen zerrieben gegen Insektenstiche.
Ätherisches Öl
Das ätherische Öl hilft bei Insektenstiche, nervöse Schlaflosigkeit und Migräne. Entweder äußerlich aufgetragen oder in der Duftlampe.
Äußerlich
Äußerlich als Waschung, Bad oder Umschlag angewandt kann Basilikumtee bei schwer heilende Wunden und Hautabschürfungen helfen.
Verwendung und Zubereitung
Die Blätter des Basilikums werden am besten frisch im Ganzen oder grob geschnitten bzw. gezupft verzehrt. In getrockneter Form kann die ganze Pflanze ver-wendet werden, sie ist jedoch nicht mehr so aromatisch. Frisches Basilikum sollte nicht erhitzt bzw. mitgekocht werden, da es leicht zu unerwünschten Geschmacksveränderungen und Aromaeinbußen kommen kann. Zudem kann sich die Blattfarbe unansehnlich dunkel verändern. Basilikum sollte bereits fertig gekochten Speisen beigemengt bzw. zum Bestreuen und Dekorieren verwendet werden.
Das Genovese-Basilikum ist eine typische Zutat vieler mediterraner Speisen, v.a. der italienischen und französischen Küche. Beliebt sind Zubereitungen wie Mozzarella mit Tomaten und Basilikum sowie das Pesto Genovese, eine Gewürz- und Kräuterpaste mit u.a. Rucola, Pinienkernen, Knoblauch, Käse und Olivenöl. Zahlreiche andere Sorten finden sich in der asiatischen Küche z.B. Thailands oder Vietnams.
Medizinische Bedeutung
Seit dem Altertum wird Basilikum in der Heilkunde verwendet. So wurde die Pflanze eingesetzt bei der Therapie von Kopfschmerzen und Tränenfisteln.
Die pharmazeutische Droge wird als Basilici herba (lat.: Basilikums Kraut) bezeich-net. Basilikum wird in der Volksmedizin, vor allem im mediterranen Raum, bei Appetitlosigkeit (Stomachikum), bei Blähungen und Völlegefühl (Karminativum) und seltener als Diuretikum, Laktagogum und bei Rachen-Entzündungen zum Gurgeln eingesetzt.
Das ätherische Öl besitzt anthelmintische (entwurmende) und antiphlogistische (entzündungshemmende) Eigenschaften und hemmt die Bildung von Magenge-schwüren.
Es sind zwar bei Einnahme therapeutischer Dosen keine Nebenwirkungen bekannt, jedoch wird aufgrund des Gehaltes an Estragol eine arzneiliche Anwendung für nicht vertretbar angesehen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte 2002 im Tierversuch fest, dass Estragol karzinogene Wirkungen und in In-vitro- und In-vivo-Untersuchungen genotoxische Effekte zeigen, wobei die Datenlage für eine endgültige wissenschaftliche Bewertung unzureichend ist. Die Kommission E kam zu folgender Beurteilung: Da die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten nicht belegt ist und aufgrund der Risiken kann eine therapeutische Anwen-dung nicht vertreten werden. Gegen die Verwendung als Geruchs- und Geschmackskorrigens bis 5 % in Zubereitungen bestehen keine Bedenken.
Als Heilkraut
Basilikum wird gelegentlich auch als Heilpflanze verwendet. Hier zählen vor allem die Linderung von Blähungen, die Linderung von Halserkrankungen und Erkältun-gen sowie als Mittel gegen Fieber und Stress. Basilikum wird hier häufig als Tee oder pur verabreicht.
Basilikum ist als Heilkraut bereits seit der Antike bekannt und wurde gegen vielerlei Beschwerden eingesetzt. Im Gart der Gesundheit wurde das Kraut gegen Hörbe-schwerden, Schwindeln des Hauptes, Übelkeit und als Mittel nach der Geburt verwendet. Im Kräuterbuch von Matthioli wurde das Kraut sogar bei Herzleiden oder bei Ohnmacht verwendet. Äußerlich wurde der Basilikum meist zur Behandlung von Warzen sowie bei der Behandlung von Schrunden (eingerissene Haut) verabreicht.
 
Pflanzenbeschreibung
Das Basilikum liebt die Wärme und das Sonnenlicht. Darum gedeiht es in Mit-telmeerländern besonders gut. Basilikum gehört zu den Lippenblütlern, ist aber in Mitteleuropa nur einjährig. Kälte bekommt ihm gar nicht, es wird dann schnell braun und verfällt. Die Blätter des Basilikums sind spitz-oval, glänzend und grün. Sie duften wunderbar würzig. Beim normalen Basilikum sind die Blätter in der Mitte rundlich nach oben gewölbt. Sie wachsen gegenständig am Stängel. Wenn man die oberen Blattpaare kappt, verdoppeln sich die Triebe und die Pflanze wird üppiger. Ab Juli fängt das Basilikum an zu blühen. Es bildet dann einen verlängerten Stängel, an dem weiße Blüten aufblühen.
Die verschiedenen Kulturformen unterscheiden sich in Blattfarbe, Größe, Aroma, Wachstumsart und Ansprüchen. Basilikum wird in den gemäßigten Breiten meist als einjährige Pflanze kultiviert. Es ist eine aufrecht wachsende, einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern erreicht. Alle Pflanzenteile duften aromatisch. Stängel, Blütenhüllblätter und oft die Laubblätter sind behaart (Indument). Die kreuzgegenständigen Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die kurzen Blattstiele weisen eine Länge von 5 bis 20 Millimeter auf. Die einfache Blattspreite ist oft eiförmig mit einer Länge von 1,5 bis 5 Zentimetern sowie einer Breite von 0,8 bis 3,2 Zentimetern. Der Blattrand ist glatt.
Die Blütezeit reicht hauptsächlich von Juni bis September. Der vielblütige ährige Blütenstand enthält auch zwei- bis dreiblütige Zymen. Der Blütenstiel ist 2,5 Milli-meter lang.
Die zwittrige Blüte ist zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen und weisen die gleiche Farbe wie die Laubblätter auf. Der Kelch ist während der Anthese 1,5 bis 3 Millimeter lang und vergrößert sich bis zur Fruchtreife auf etwa 9 Millimeter. Die fünf Kronblätter sind zu einer 8 bis 9 Millimeter langen Krone verwachsen. Die Kronröhre weist eine Länge von etwa 3 Millimeter auf. Die breite, mehr oder weniger flache Oberlippe ist vierlappig, etwa 3 Millimeter lang und etwa 4,5 Millimeter breit. Die Unterlippe ist etwa 6 Millimeter groß. Es sind zwei ungleiche Paare von Staubblättern vorhanden, die mit der Krone verwachsen sind, aber untereinander frei sind. Die Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. Der Fruchtknoten ist oberständig. Der Griffel endet in einer zweilappigen Narbe. Die Frucht ist 1,5 bis 2 Millimeter lang und vom vergrößerten Kelch eingehüllt.

Christrose ttt
Die Schneerose, genannt meist Christrose oder Schwarze Nieswurz, ist eine Pflan-zenart aus der Gattung Nieswurz in der Familie der Hahnenfußgewächse. Diese Art und ihre Sorten mit den auffallend großen, weißen Blüten ist vor allem durch frühe Blütezeit und auch durch die Verwendung als Gartenzierpflanze bekannt. Die Christrose ist eine weißblühende Pflanze, die mitten im Winter blüht. Wegen der zeitlichen Nähe der Blütezeit zum Christenfest Weihnachten hat die Christrose ihren Namen bekommen. Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze. Alle Nieswurze sind giftig. Die Christrose wächst in mittleren Berghöhen, vor allem in den westlichen Alpen. Früher wurden Wurzeln der Christrose gegen Epilepsie, Geisteskrankheit und Herzschwäche eingesetzt, doch die Giftigkeit verhindert heutzutage ihre Verwendung. Nur in homöopathischer Zubereitung wird die Christrose in unserer Zeit noch angewendet.
 
Steckbrief
Heilwirkung: Achtung! Stark giftig. Nur homöopathisch anwenden. Homöopathisch ab D3!, harntreibend, Bronchitis, Fieber, Niesreiz auslösend, Nahrungsmittelver-giftungen, Durchfall, Verstopfung, Herzschwäche, Ödeme, Geschwollene Füße, Wassersucht, Bluthochdruck, Krebs, Menstruationsfördernd, Geburt beschleunigend, Depressionen, Angstzustände, Migräne, Neuralgien, Ischias, Wadenkrämpfe, Juckreiz
wissenschaftlicher Name: Helleborus niger, Helleborus viridis
Pflanzenfamilie: Hahnenfußgewächse = Ranunculaceae
englischer Name: Black hellebore
volkstümliche Namen: Alröschen, Christblume, Christwurz, Eisblume, Güllwurz, Hainwurz, Krätzenbleaml, Krätzenblum, Märzenkaibl, Schelmrosen, Schneebleamal, Schneeblume, Schneekaderln, Schneerose, Schwarze Christrose, Schwarze Nieswurz, Teufelskraut, Weihnachtsrose, Winterrose, Wolfszahn, Wrangblume, Wrangenkraut
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln, Wurzelstock
Inhaltsstoffe: Digitalis-Glykoside, Hellebrin, Helleborein, Helleborin, Saponine, Cyclopamin
 
Anwendung
Achtung! Stark giftig. Christrose   nur in verschriebenen Fertigpräparaten oder homöopathisch anwenden.
Aufgrund der Giftigkeit eignet sich die Christrose nicht für die Selbstbehandlung mit der frischen Pflanze. Früher wurde die gepulverte Wurzel der Christrose gegen Herzschwäche und Wahnsinn eingesetzt. Von dieser Anwendung ist man heutzu-tage weitgehend abgekommen, weil die potentiellen Folgen enorm sind. Die Christrose enthält zwar mehrere wirksame Herzglykoside, aber diese und andere Inhaltsstoffe der Pflanze haben eine zu starke Giftwirkung, um sie sinnvoll nutzen zu kön-nen. Die Herzwirkung der Christrose ist auch bei weitem nicht so gut wie bei anderen herzwirksamen Pflanzen, z.B. dem Fingerhut. Wenn man an der pulverisierten Wurzel riecht, muss man übrigens niesen. Diese Eigenschaft hat der ganzen Gattung den Namen gegeben. Ein Wirkstoff der Christrose, nämlich das Alkaloid Cyclopamin kann möglicherweise bei der schulmedizinischen Behandlung von Krebs ein-gesetzt werden. Diese Art der Anwendung ist jedoch noch nicht genügend erforscht. In homöopathischer Verdünnung kann man die Niewsurz zur Stärkung des Herzens, gegen hohen Blutdruck und Probleme des Nervensystems verwenden. Auch in der Frauenheilkunde kann man die verdünnte Christrose anwenden.
Heilkunde
Die in der Antike beschriebene, aus heutiger Sicht nicht sicher identifizierbare, Pflanze Schwarze Nieswurz wurde beispielsweise als Purgiermittel bei Krampfleiden und Wutanfällen sowie „Melancholie“, als menstruationsförderndes Mittel, aber auch als Abtreibungsmittel (die mögliche embryotötende Wirkung war bereits Dioskurides bekannt) und gegen Zahnschmerzen, verabreicht. Die Wurzel der Schwarzen Nieswurz war seit dem 15. Jahrhundert als Radix hellebori nigrioffizinell, wobei erst im 18. Jahrhundert speziell die Schneerose als Lieferant festgelegt wurde. Sie wurde als Herzmittel und harntreibendes Medikament genutzt. Allerdings wiesen bereits im 16. und 17. Jahrhundert Kräuterbücher auf die Giftigkeit sowie auf die Gefahr einer Überdosierung dieser Pflanze hin: Drei Tropfen machen rot, 10 Tropfen machen tot. Im hochmittelalterlichen Compendium Salernitanum (1160–1170) finden sich Hinweise zu Helleborus, und auch Pietro d'Abano(1257–1315) zählt in seinem Conciliator die Nieswurz auf. In der frühen Neuzeit erwähnt Paracelsus (1493/94–1541) Helleborus niger im Herbarius als Diuretikum, Purgans und Geriatrikum. Um 1900 untersuchte erstmals R. Wybauw die Herzwirkung von Helleborus nigra. Es gelang allerdings nicht, ein medizinisches Präparat erfolgreich in den Handel zu bringen. Die Schwarze Nieswurz wird heute nicht mehr als Phytothera-peutikum, sondern nur noch in der Homöopathie benutzt. Durch die Kombination des Hellebrins mit Protoanemonin und Saponinen ist die Pflanze medizinisch nicht nutzbar. Nur isoliertes Hellebrin lässt sich verwenden. Von der Antike bis in die frühe Neuzeit wurde das gelegentlich mit dem aus dem Arabischen stammenden Begriff condisum bezeichnete Mark der Nieswurz nicht nur als harntreibendes, sondern auch menstruationsförderndes sowie überschüssige oder verdorbene Säfte purgierendes Arzneimittel benutzt. Laut Culpepers Herbal untersteht die Schwarze Hellebore dem Saturn und ist so finster, dass es sicherer sei, sie in der Zubereitung eines Alchemisten zu sich zu nehmen als in reiner Form. Auch seien, wegen des ausgeglicheneren Klimas, heimische Wurzeln besser als solche aus dem Ausland. Die Wurzel sei – wie bereits Dioskurides in der Antike beschrieben hatte – gut gegen alle Arten der Melancholie, besonders diejenigen, die lange an-dauern. Ferner helfe sie gegen Wechselfieber, Wahnsinn, Epilepsie, Lepra, Gelbsucht, Gicht, Ischiasund Zuckungen. Als Pessar genutzt führe die Wurzel zu sehr heftigen Monatsblutungen. Als Pulver auf Geschwüre gestreut verzehre sie das tote Fleisch und führe zu augenblicklicher Heilung. Culpeper gibt auch ein Rezept für Christrosen-Wein an. Dafür werden zwei Schneerosen kleingeschnitten (zwei Unzen) und mit zwei Pfund spanischen Weins gemischt, den man in einer Phiole oder verschlossenen Flasche während der Hundstage in die Sonne stellte. Gegen eine Vergiftung mit Hellebore helfe Ziegenmilch. Helleborus war im Altertum berühmt als Abführmittel und Heilpflanze, Melampus soll damit die Töchter des Königs Proitos vom Wahnsinn geheilt haben. Schon Hippokrates beschreibt seine Anwendung, Dioskurides empfiehlt es als Abführmittel, Emmenagogum, bei Epilep-sie, Melancholie, Wutanfällen, Gicht, Lähmung, Schwerhörigkeit, Krätze und als Mundspülung. Kräuterbücher des Mittelalters kennen es. Es gab auch Anwendun-gen als Altersmittel zur Lebensverlängerung. In Matthiolus‘ New-Kreuterbuch von 1626 ist es abführend, galle- und schleimtreibend. Nach von Haller (1755) hilft es „wider alle hartnäckigen Verstopfungen der Pfortader und der Milz“ und führt die „dicken melancholischen Säfte“ aus. Auch bei Osiander und bei Hufeland kommt es vor. Die Neuzeit kennt auch Heilungsberichte bei Depression und Psychotrauma mit versiegtem Milch- und Regelfluss. Madaus zitiert noch Arbeiten zur russischen und tschechischen Volksmedizin. Er hält Helleborus niger für ein gutes Mittel bei Stauungen von Nieren, Uterus und Hirn, bei Meningitis, Eklampsie, Epilepsie, Hy-drocephalus, stuporösen Psychosen, Kollaps, Schwindel mit Übelkeit beim Bücken. Es passe bei Scharlachnephritis, nach anderen auch bei Gicht, Gesichtsschmerz oder Hodenentzündung. Samuel Hahnemanns Habilitation De helleborismo veter-um (1812) enthält einen Abschnitt zu Helleborus niger, mit historischen Indikationen wie Melancholie, Epilepsie, Lähmung, Gelenk-krankheiten, Leberentzündung und Hautkrankheiten. Im Übrigen kommt Hahnemann zu dem Schluss, die alten Griechen hätten bis nach Hippokrates ausschließlich Veratrum album als Hellebo-rus (έλλεβόρου) gekannt. Die Homöopathie nutzt Helleborus bei ängstlicher Dep-ression oder Denkstörung nach Hirnblutung. Die Anthroposophische Medizin sieht die Christrose seit Rudolf Steiner als mögliches Krebsmittel für Männer. Für Johan-nes Wilkens ist sie überhaupt eines der größten Heilmittel. In der Volksmedizin findet die Schneerose noch heute als Brech- und Abführmittel sowie gegen Wassersucht und Harnverhalt Verwendung. In der Tierheilkunde wurde die Pflanze in England des 17. Jahrhunderts als Mittel gegen Husten und Vergiftung eingesetzt. Dazu stach man dem betreffenden Tier ein Loch ins Ohr, durch das einen Tag und eine Nacht lang ein Stück Christrosenwurzel gesteckt wurde. Schweinen wurden gegen die Schweine-pest Blüten ins Ohr gesteckt.
 
Giftwirkung
Bei Vergiftung mit der Christrose kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Ohrensausen und Herzklopfen mit verlangsamten Puls. In schweren Fällen kann es zum Delirium bis hin zum Tod kommen. Im Vergiftungsfall sollte man sofort den Notarzt zu Hilfe rufen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte man Erbrechen hervorrufen und Aktivkohle geben. Nach dem Erbrechen kann ein starker Wermut-Tee zusätzlich helfen.
Die Pflanze ist vor allem durch Inhaltsstoffe wie Saponine und Protoanemonin stark giftig. In der Gattung Helleborus kommen starke Herzgifte hinzu, Helleborin, und insbesondere das stark herzwirksame Steroidsaponin Hellebrin, das ähnlich wie die Herzglykoside der Gattung Fingerhüte (Digitalis) verwendet werden kann. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die stärkste Helleborin-Konzentration findet sich im Wurzelstock, so dass Vergiftungen durch Schneerosen eher selten beobachtet werden. So heißt es: Heute gehen zuerst die Rinder daran zugrunde.
Vergiftungssymptome sind Schwindel, Durchfall und Kollaps. Sie ähneln denen einer Herzglykosid-Vergiftung.
 
Geschichte
Schon im Altertum wurde die Nieswurz in der Medizin eingesetzt. Plinius der Ältere verwendete sie gegen Wahnsinn und Epilepsie. Dabei unterschied er zwischen einer weißen und einer schwarzen Nieswurz. Bei der weißen Nieswurz handelt es sich eigentlich um den weißen Germer, der nicht mit den anderen Nieswurz-Arten verwandt ist. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie einen Niesreiz hervorrufen. Dem Niesreiz wird auch die vermeintliche Wirkung der beiden Pflanzen zugeschrieben, denn damals glaubte man, dass kräftiges Niesen gegen Epilepsie und Wahn-sinn helfen könnte. Auch Dioskurides beschrieb die Nieswurz als Heil-pflanze. In seiner Zeit wurde die Nieswurz meistens in Wein eingelegt, um einen Kräuter-Wein als Medizin zu erhalten. Die schwarze Nieswurz der Antike war wahrscheinlich nicht die Christrose, die heutzuge als schwarze Nieswurz bezeichnet wird (Helleborus niger), sondern eine verwandte Art. Die Christrose ist in der südlichen Mittelmeer-region nämlich nicht heimisch. Im Mittelalter waren die verschiedenen Nieswurz-Arten relativ beliebt als Heilpflanze. Sie wurden beispielsweise von Hildegard von Bingen und zahlreichen anderen erwähnt. Viele Autoren warnten schon damals vor einem zu großzügigen Einsatz der Nieswurz. Leonhart Fuchs (16. Jahrhundert) beschreibt sie ausführlich unter dem Namen Christwurz. Er beschreibt sie als sehr starkes Abführmittel und als Mittel gegen Fallsucht (Epilepsie). Weitere Anwen-dungsgebiete laut Fuchs sind: Wassersucht (Ödeme), Wahnsinn, Schmerzen, Auslösung der Menstruation. Fuchs unterscheidet zwischen der nützlichen Garten-pflanze Christwurz und dem wilden, stinkenden Läuskraut (stinkende Nieswurz), das medizinisch nicht so nützlich sein soll. In der Volksheilkunde verwendete man die Christrose früher als Brech- und Abführmittel. Die Substanz Helleborin wirkt nämlich schleimhautreizend und dadurch stark abführend. Diese Wirkung ist eine Art Vergiftung. Daher ist stark von dieser Nutzung der Christrose abzuraten.
Seit Plautus ist die Bezeichnung elleborum, elleborus (mittellateinisch helle-) ge-bräuchlich und bezeichnet zwei als Nieswurz gebräuchliche Giftpflanzen: Einerseits den Weißen Germer (Veratrum album) wie auch die Nieswurz (Helleborus), die jeweils als elleborus albus/candidus bzw. als elleborus niger bekannt waren. Die Unterscheidung durch das Farbadjektiv wird durch Plinius den Älteren erwähnt. Die Pflanzen wurden vor allem als Mittel gegen Wahnsinn und Epilepsie geschätzt, da nach der antiken Humoralpathologie psychische Erkrankungen durch einen Über-schuss an schwarzer Galle erklärt wurden und Niesen als beste Abhilfe galt.
So sagt bei Plautus (in den Menaechmi 950) der Arzt: „elleborum potabis faxo ali-quos viginti dies“ (du wirst Nieswurz trinken und das 20 Tage). Der Patient antwor-tet: neque ego insanio (aber ich bin doch nicht verrückt).
Erwähnungen im Umfeld des antiken Griechenlands beziehen sich mit großer Sicherheit auf die Rundblättrige Nieswurz (Helleborus cyclophyllus), evtl. auch auf die Orientalische Nieswurz (Helleborus orientalis), da die Schneerose dort nicht verbreitet ist. Ihr Areal endet auf der mittleren Balkanhalbinsel.
 
Pflanzenbeschreibung
Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze. Diese wiederum gehört zur Fa-milie der Hahnenfußgewächse, sie ist also mit dem gelben Hahnenfuß, der Sumpf-dotterblume, dem Adonisröschen, der Kuhschelle, aber auch mit dem extrem giftigen Eisenhut verwandt. Wie die meisten Hahnenfußgewächse ist die Christro-se giftig. Sie gehört sogar zu den stark giftigen Vertretern dieser Familie. Die Christrose ist in den mittleren Höhen einiger Gebirge heimisch. Am häufigsten kommt sie in den Alpen vor. Man findet sie aber auch im Balkan. In Mitteleuropa findet man sie fast ausschließlich in Gärten als Zierpflanze. Sie ist als Gartenpflanze beliebt, weil sie, anders als die meisten anderen Blütenpflanzen, im Winter und zeitigen Frühjahr blüht. In Deutschland ist die Christrose als Wildpflanze so selten, dass sie unter Naturschutz steht. Die Christrose ist winterhart und mehrjährig. Sie kann über zwanzig Jahre alt werden. Sie wird bis zu 30 Zentimeter groß. Der Wurzelstock ist schwarz, was der Christrose ihren wissenschaftlichen Namen eingebracht hat. Wenn man am frisch ausgegrabenen Wurzelstock riecht, muss man niesen, ein weiterer namensgebender Aspekt. Die Blätter der Christrose sind groß und geteilt. Die Christrose blüht im Winter mit weißen Blüten. In milden Jahren beginnt die Blütezeit manchmal schon im November, in strengen Winter kann es aber auch bis Februar dauern, bis die Blütezeit beginnt. In Gärten wird die Pflanze oft an einem geschützten Standort vor kalten Wintereinflüssen bewahrt, damit sie zu Weihnach-ten blüht. Die weißen Christrose-Blüten ähneln hängenden Anemonen-Blüten. Sie sind jedoch deutlich größer. Die Größe und Schönheit der Christrose und ihre winterliche Blütezeit haben zu ihrer Beliebtheit als Gartenpflanze beigetragen. Alle Teile der Christrose sind stark giftig.
Die Schwarze Nieswurz ist eine immergrüne, ausdauernde krautige Pflanze und er-reicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Sie besitzt ein schwarzes Rhiz-om und schwarze Wurzeln. Individuen können an geeigneten Plätzen bis zu 25 Jahre alt werden. Die am Grund lang gestielten Laubblätter sind „fußförmig“ in sieben bis neun Abschnitte gegliedert. Die einzelnen Abschnitte sind lanzettlich mit ganzrandigem oder gezähntem Blattrand. Die ledrigen Grundblätter sind tiefgrün. Am Stängel befinden sich ein bis zwei (selten drei) blasse, ovale Hochblätter. Die frostempfindlichen Blätter sind an ihrem natürlichen Standort durch Schnee geschützt.
Hauptblütezeit ist von Februar bis April, kann jedoch je nach Schnee- und Höhenlage auch schon im November beginnen bzw. im Mai enden. Die Blüten sind endständig und stehen einzeln (selten zu zweit oder dritt) am meist unverzweigten Stängel. Die Blüte erreicht einen Durchmesser zwischen 5 und 10 Zentimetern. Die weiße oder rötliche Blütenhülle (Perigon), setzt sich aus fünf eiförmigen Kelchblättern, die zu einem kronblattartigen Schauapparat umgestaltet wurden, zusam-men. Die Blütenhüllblätter sind während des Abblühens grünlich oder durch Anthocyane rötlich überlaufen und bleiben lange erhalten. Die eigentlichen Kronblätter sind zu gelben bis gelbgrünen, tütenförmigen (österreichisch: stanitzelförmigen) Nektarblättern umgebildet. Diese sondern reichlich Nektar ab und duften anders sowie intensiver als die Blütenhülle. Die zahlreichen, gelben Staubblät-ter sind an der verlängerten Blütenachse spiralig angeordnet. Aus den drei bis acht nur an der Basis verwachsenen Fruchtblättern entwickeln sich Balgfrüchte mit zahlreichen Samen. Die Reifezeit der Samen, die einen Ölkörper (Elaiosom) besitzen, fällt in den Frühsommer.

Bachblüte
Du bist dir selbst und anderen gegenüber Streng und unnachgiebig (Beech)
- Diese Menschen sind sich selbst und anderen gegenüber sehr streng und unnachgiebig
- Mit der dementsprechenden Bachblüte können sie die Strenge und Unnachgiebigkeit allmählich ablegen
Bachblüte
Willensschwäche, kann nicht nein sagen (Centaury)
- Diese Menschen haben eine Willensschwäche und können auch zu niemanden nein sagen
- Mit der dementsprechender Bachblüte bekommen sie ihre Willensstärke und können endlich wieder nein sagen
Polysaccharide
NICHT VERWERTBARE POLYSACCHARIDE
Positive Wirkung von Ballaststoffe
-     Verlängerung der Kautätigkeit
-     Anhaltenden Sättigung durch längere Verweildauer im Magen
-     Größeres Stuhlvolumen regt die Darmperistaltik an und verkürzt damit die Passagezeit. Das führt zu regelmäßiger Darmentleerung
Deshalb sollten mindesten 30g Ballaststoffe pro Tag verzehrt werden!!!
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